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Körperpsychotherapeutische Interventionen in der .Körperpsychotherapeutische Interventionen in

Date post:17-Aug-2018
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  • Krperpsychotherapeutische Interventionen in der Arbeit mit komplex traumatisierten Kindern

    und Jugendlichen

    Dipl.-Pd. Anne Schmitter-Boeckelmann

    Dachsweg 42

    14974 Ludwigsfelde

    Tel.: 03378-209900

    anne.schmitter-boeckelmann@web.de

    Anne Schmitter Boeckelmann 1

  • Anne Schmitter Boeckelmann 2

    Das Gehirn eines Kindes mit Bindungstraumatisierung funktioniert anders als das eines sicher gebundenen Kindes

  • Das Gehirn ist hierarchisch organisiert

    Anne Schmitter Boeckelmann 3

    (alle Bilder, siehe Internet)

  • prnatal -ersten Monate

    ersten Monate- ersten Jahre

    2-3 Mon. 9.-12. Monat

    1,6 Jahre 22 Jahre

    Hierarchische Struktur des Gehirns

    Anne Schmitter Boeckelmann 4

  • Auswirkung von Bindungstraumatisierung auf das sich entwickelnde Gehirns

    Probleme mit der

    Krperwahrnehmung:

    - Schmerz

    - Klte-Wrme

    - Hunger Flle

    Erregungsregulierung:

    - Hyperarousal Hypoarousal

    Probleme mit der Bewegungskoordination

    Feinmotorik nicht ausgeprgt

    Eingefrorener Augenausdruck, starre Mimik.

    Nachahmung, Imitation

    Anne Schmitter Boeckelmann 5

  • Auswirkung von Bindungstraumatisierung auf das sich entwickelnde Gehirns

    Traumaerinnerungen werden fragmentiert abgespeichert als

    Bilder

    Gerche

    Gerusche

    Frhe bedrohliche Bindungserfahrungen speichern sich fragmentiert im limbischen System

    aktivierte Amygdala; d.h. immer auf der Hut sein

    Anne Schmitter Boeckelmann 6

  • Auswirkung von Bindungstraumatisierung auf das sich entwickelnde Gehirns

    Gibt es Strungen auf der Ebene des

    Stammhirns und des limbischen Systems ist die kortikale Ebene massiv beeintrchtigt.

    Z.B. Sprachzentrum blockiert

    Fhigkeit zum logischen Denken eingeschrnkt

    Mentalisierungsfhigkeit nur sehr eingeschrnkt vorhanden.

    Anne Schmitter Boeckelmann 7

  • Kinder mit sicheren Bindungserfahrungen haben eher eine Gehirnorganisation, die auf Hirnstammebene Ruhe , Aufmerksamkeit und Konzentrationsfhigkeit bedeutet. die emotional Ausgeglichenheit mit sich bringt die auf kortikaler Ebene sie befhigt - zu mentalisieren und - intellektuelle Leistungen zu entwickeln

    Stabile innere Arbeitsmodelle ber sich selbst und die Anderen

    Kinder mit Bindungstraumatisierung haben eine Gehirnorganisation mit hherer Vulnerabilitt fr Stress, sind grundstzlich in Alarmbereitschaft Emotional: gestrtes Selbstvertrauen, Selbstwert, kippen von einem Affekt in den anderen Auf kortikaler Ebene: - Mentalisierungsfhigkeit gestrt - Intellektuelle Fhigkeiten oft - eingeschrnkt Instabile bis desorganisierte innere Arbeits- Modelle ber sich selbst und die Anderen

    Perry: The state becomes a trait

    Rechter prfrontaler Cortex: Verarbeitung der frhen Bindungserfahrungen

    Anne Schmitter Boeckelmann 8

  • Stammhirn und krperpsychotherapeutische Interventionen

    Intention Krperwahrnehmung Verstehen von Krpersignalen und

    Krpersymptomen

    Beruhigung Erregungsregulierung

    Krpertherapeutische Interventionen Grounding Rhythmik Atemarbeit: Beruhigung oder Belebung Massagetechniken bungen zur Grenzsetzung : - Krpergrenzen - Kontaktgrenzen

    Anne Schmitter Boeckelmann 9

  • Limbisches System und krperpsychotherapeutische Interventionen

    Arbeit mit Kontakt, Beziehung Feinabstimmung, Bindungsspiele mit: Interaktion ber Augen und

    Gesicht Hautkontakt Fttersituationen

    Viele frhen Bindungserfahrungen Herstellen Erfahrungen von Sicherheit und

    Willkommensein Optimaler arousal: .

    Anne Schmitter Boeckelmann 10

  • Frhe Interaktionserfahrungen herstellen um Nachreifung zu ermglichen

    Secure Attachment and Right Brain Development

    by Allan N. Schore, Ph.D.

    Anne Schmitter Boeckelmann 11

    http://www.continuingedcourses.net/active/authors.php

  • Nick, zu Therapiebeginn 6 Jahre, heute 10 Jahre alt,

    Name aus Datenschutzgrnden gendert

    Anamnese:

    Psychisch kranke Mutter

    unbekannter Vater

    Viele Bindungsabbrche

    Auszugehen ist von emotionaler

    Vernachlssigung, Misshandlung und

    vermutlich sexuellem Missbrauch

    Fallbeispiel

    Anne Schmitter Boeckelmann 12

  • Anne Schmitter Boeckelmann 13

    Diagnosen

    Posttraumatische Belastungsstrung

    Bindungsstrung mit Enthemmung

    Bessel van der Kolk:

    Traumaentwicklungsfolgestrung

    Fallbeispiel

    Therapiesetting: 2 Stunden pro Woche, tiefenpsychologisch fundiert

  • Anne Schmitter Boeckelmann 14

    Symptomatik

    Heim, WG:, unruhig,

    Schlafstrungen, Alptrume, Enuresis nocturna,

    klammernd im Kontakt regellos,

    Schule: unkonzentriert, unaufmerksam, oppositionell

    Keine Freunde

    Im Kontakt zu mir:

    Switcht zwischen emotionalen Altern

    Switcht zwischen emotionalen Zustnden

  • Krperliche Gegenbertragung:

    bererregung in mir als Ausdruck seines inneren Stresslevels

    .

    Stabilisierungsphase

    Anne Schmitter Boeckelmann 15

    1. Phase: Stress ohne Affekt als Ausdruck vom Wiedererleben

    ganz frher Zustnde.

    2. Phase: krperlicher Stress gekoppelt mit

    Affektbertragung von massiver Angst und

    massiver Aggression

  • a

    Anne Schmitter Boeckelmann 16

    Bestimmer - Teil Zerstrer-Teil

    2-3 J. alt

    Ungemein bedrftige kleine Junge

    Baby-Teil Sexualisierter kleiner Junge

    2-3 J. alt

    Desorganisierter

    Jugendlicher

    Angst abgespalten

    ANP

  • Anne Schmitter Boeckelmann 17

    Sicherheit schaffen durch krperlich haltgebende Interventionen:

    Einsatz von meinem Krper bei Grenzberschreitung

    Ziel: Affektmodulation (von Kind und Therapeutin) durch:

    krperlichen Halt,

    durch Stimme, Tonfall und

    Benennung der Gefhle

    Stabilisierungsphase

  • Stabilisierung durch krpertherapeutische Interventionen:

    Grounding gekoppelt mit kindgerechten Imaginationen

    Atembungen mit Focus auf:

    wo in meinem Krper fhlt es sich gut an

    bungen zur Grenzziehung

    Affektregulierung:

    bungen zur kontrollierten Aggression

    Stabilisierungsphase

    Anne Schmitter Boeckelmann 18

  • Traumabearbeitung in Form einer Erzhlgeschichte mit EMDR

    Wichtig: guter Anfang und gutes Ende

    Dazwischen Einbettung seiner Trauma - Erfahrungen,

    Seiner negativen Selbsteinschtzung,

    Seiner Emotionen

    Wichtig dabei krperlicher Halt durch Bindungsperson:

    Nick fest im Arm seiner Bezugserzieherin,

    Mit ihr in der Hngematte

    Hngematte (sein sicherer Ort im Therapieraum)

    Traumabearbeitung

    Anne Schmitter Boeckelmann 19

  • Arbeit mit dem kleinen Justin

    Ziel:

    neue emotionale Erfahrungen anbieten, dadurch Wachstum

    und erste Integration des baby-state in die

    Gesamtpersnlichkeit

    Therapeutin, Bezugserzieherin und Nick von

    heute kmmern sich um Baby- Nick .

    Anne Schmitter Boeckelmann 20

  • Bindungsarbeit mit Bezugserzieherin und Justin

    Feinabstimmung, Bindungsspiele mit:

    Interaktion ber Augen und Gesicht

    Hautkontakt

    Fttersituationen

    Erfahrungen von Sicherheit und Willkommen sein

    Optimalen arousal und Spa/Freude an der Begegnung

    Erfahrungen von Wirksamkeit

    Anne Schmitter Boeckelmann 21

  • Deutliche Beruhigung in allen Bereichen: Nick hat kaum noch Alptrume, keine Enuresis nocturna mehr

    Ist gut integriert in die WG

    Bekommt positives Feedback aus der Schule

    ein gutes Zeugnis

    Kinder fangen an gerne mit ihm zu spielen

    In der Therapie mit mir kann er mittlerweile Gefhlszustnde

    und Wnsche benennen und auch ein nein aushalten.

    Im Spiel ist er deutlich mehr auf mich bezogen.

    Stand im Therapieprozess:

    Anne Schmitter Boeckelmann 22

  • Neben meinen Ausbildungen in Krperpsychotherapie,

    tiefenpsychologisch fundierter Therapie und

    analytischer Eltern-Sugling-Kleinkindtherapie,

    spezielle Psychotraumatherapie und EMDR

    haben mich insbesondere folgende Quellen aus der letzten Zeit

    inspiriert in meiner Arbeit mit Nick:

    Online Fortbildung bei der ISSTD, 2010: Trauma and

    Dissociation in Children and Adolescents

    Peter A. Levine, Susan Hart, Marianne Bentzen,

    Neuroaffektive Entwicklungspsychologie. 3. Zrcher

    Traumatage, Juni 2010. Auditorium Netzwerk (DVD)

    Booth, Lender, Lindaman, An Introduction to

    Theraplay.The Theraplay Institute, Wilmette (2009)

    Spezielle Quellen und Literaturhinweise

    Anne Schmitter Boeckelmann 23

  • Anne Schmitter Boeckelmann 24

    Ich werde im Herbst 2013 in Berlin in Kooperation mit der ISSTD

    (International Society For The Study Of Trauma And Dissociation)

    eine Fortbildung ber 2 Wochenenden

    anbieten zum Thema:

    Therapeutische Arbeit mit Komplextrauma und Dissoziation bei Kindern

    und Jugendlichen

    Fr KollegInnen, die der hier vorgestellte Ansatz interessiert:

    Der Vortrag kann ausfhrlicher nachgelesen werden im neu erscheinenden Buch:

    Thielen, M. (Hg.) 2013: Krper Gruppe Gesellschaft. Gieen (PsychosozialVerlag).

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