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Gesundheitsverhalten von Jugendlichen in Bayern 2000
Date post:31-Dec-2016
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  • Ein berblick ber die reprsentativen Gesundheitsstudien in Bayern von 1973 bis heute

    Gesundheitsverhalten von Jugendlichen in Bayern 2000

    I+GGESUNDHEITSFORSCHUNG

    Bayerisches Staatsministerium fr Gesundheit,Ernhrung und Verbraucherschutz

  • Impressum

    Herausgeber:

    Bayerisches Staatsministerium

    fr Gesundheit, Ernhrung und

    Verbraucherschutz

    Schellingstrae 155

    80797 Mnchen

    Projektleitung und Text:

    Anja Romaus

    I+G Gesundheitsforschung

    Landsberger Strae 338

    80687 Mnchen

    Konzept: folio gmbh

    Horemansstrae 28

    80636 Mnchen

    Redaktion: B.Bruckmoser,

    folio gmbh

    Grafik Entwurf: R. Beisenherz

    Layout, Satz, Tabellen:

    B. Schwintek, folio gmbh

    Druck: Diet, Buchenberg

    Fr fachliche Zwecke kann diese

    Publikation bezogen werden bei:

    Landeszentrale fr Gesundheit in

    Bayern e. V. (LZG)

    Landwehrstrae 60-62

    80336 Mnchen

    Tel. 089 - 544 07 30

    Fotos: Argum

    Die meisten Fotos zeigen

    Jugendliche in typischen

    Alltagssituationen. Die

    Abgebildeten sind weder

    drogenkrank noch als

    drogengefhrdet bekannt.Bayerisches Staatsministerium fr Gesundheit,

    Ernhrung und Verbraucherschutz

    I+GGESUNDHEITSFORSCHUNG

  • 04 Studien zur Jugendgesundheit in Bayern von 1973 bis 2000

    05 Weniger Alkohol - mehr Zigaretten

    06 Alkoholkonsum weiter rcklufig

    09 Es wird wieder mehr geraucht

    12 Drogenkonsum nimmt weiter zu

    15 Verwendung und Missbrauch von Arzneimitteln

    17 Stress in Schule und Beruf

    18 Risikotypen in Freizeit und Familie

    22 Blick in die Zukunft und persnliche Sorgen

    23 Verhalten und Wissen rund um die Gesundheit

    25 Gestrtes Essverhalten

    29 Methodik

    _03

    Inhalt

  • Fr die vorliegende Untersuchung "Jugend inBayern 2000" wurden zahlreiche Fragen so-wie Erhebungs- und Auswertungsmethodikaus den frheren von Infratest Gesundheits-forschung durchgefhrten Studien, ber-nommen. Hierdurch knnen die Ergebnissedieser Studie mit denen vorausgegangenerErhebungszeitpunkte verglichen werden.

    Gesundheitsschdigende Verhaltensweisenwurden in den vergangenen Jugendstudienzusammen mit den Einflssen von sozialemHintergrund, normativen Faktoren, Kennt-nissen/Einstellungen/Meinungen und Selbst-bild beschrieben. Um die anstehende Erhe-bung zu aktualisieren, wurde der Fragebogenanhand der jngsten Literatur ergnzt.

    Der komplexe Untersuchungsansatz derbayerischen Jugendstudien ermglicht es, dasGesundheitsverhalten der Jugendlichen nichtnur zu beschreiben, sondern auch den Ursa-chen auf die Spur zu kommen, indem die so-ziale, psychische und konomische Lage ein-bezogen wird.

    Seit fast 30 Jahren fhrt I+G Gesundheitsfor-schung (ehemals: Infratest Epidemiologieund Gesundheitsforschung) im Auftrag ein-zelner Lnderministerien und des damaligenBundesministers fr Jugend, Familie, Frauenund Gesundheit reprsentative Studien zuSuchtmittelmissbrauch, Gesundheitszustandund Lebensweise junger Menschen in derBundesrepublik Deutschland durch.

    Das Bayerische Staatsministerium des Innernbeauftragte Infratest 1972 erstmals mit einerReprsentativerhebung ber das Ausmaund die Erscheinungsformen des Suchtmit-telmissbrauchs junger Menschen in Bayern.Entsprechende Reprsentativerhebungen frden Freistaat Bayern folgten 1976, 1980 und1984.

    1986/87 und 1990 wurden die Jugendstudienber den Suchtmittelkonsum als bundeswei-te Erhebung in der Bundesrepublik Deutsch-land (West) durchgefhrt. Der Freistaat Bay-ern beteiligte sich an diesen Bundesstudiendurch eine Erweiterung der Anzahl der Be-fragten, um auf diese Weise die Zeitreihenfrherer Erhebungen fortzuschreiben. 1995erfolge eine erneute Umfrage.

    Im Jahr 2000 wurde das Projekt im Auftragdes Bayerischen Staatsministeriums fr Ar-beit und Sozialordnung, Familie, Frauen undGesundheit (heute: Bayerisches Staatsmini-sterium fr Gesundheit, Ernhrung und Ver-braucherschutz) fortgefhrt.

    Diese Untersuchungen in Bayern, die zwi-schen 1973 und 2000 durchgefhrt wurden,beobachten die Vernderung des Suchtmit-telkonsums junger Menschen im Alter von12 bis 24 Jahren ber diesen Zeitraum.

    AUFBAU DES FRAGEBOGENS:

    Der Jugendliche

    8 Gesundheit

    8 Psychische Belastungen/ Probleme

    8 Risikoverhalten: Rauchen, Alkohol, Medikamente, Drogen, Ernhrung

    8 Einstellungen/Einflsse zu: Rauchen, Alkohol,Medikamen-te, Drogen, Gesundheit

    8 Soziodemografische Daten

    Familie

    8 Intaktheit

    8 Emotionales Klima

    8 Materielle Ressourcen

    8 Modellfunktion

    8 Struktur

    Schule/Beruf

    8 Schulische und berufliche Qualifikation

    8 Berufliche Ttigkeit/ Ausbildung

    8 Diskontinuitten im Bildungs-,Erwerbsverlauf

    8 Schulische/berufliche Belastung

    Freizeit/Peer Group

    8 Mitgliedschaft in Cliquen/ Gruppen/Vereinen

    8 Soziales Freizeitverhalten

    8 Gesprchspartner bei Problemen

    8 Hufige Freizeitbettigungen

    8 Kommunikation: Kanle/ Medium/Inhalte/Sender

    Die Jugendgesundheitsforschung beschreibt einerseits Vernderungen im Gesund-heitsverhalten und charakterisiert Jugendliche mit niedrigen oder hheren Risiken.Auf der anderen Seite werden Ursachen fr ein bestimmtes Gesundheitsverhaltenund dessen Vernderungen analysiert. Auf Basis dieser Untersuchungen knnen ge-eignete Manahmen zur Gesundheitsfrderung und Prvention konzipiert und be-stehende Anstze weiterentwickelt werden.

    J U G E N D G E S U N D H E I T S F O R S C H U N G

    Studien zur Jugendgesundheit in Bayern von 1973 bis 2000

    _04

  • Der Anteil regelmiger Alkoholkonsumen-ten unter den Jugendlichen in Bayern ist demTrend der vergangenen Jahrzehnte folgendrcklufig. Konsumierten 1995 noch 23%der 12- bis 24-Jhrigen regelmig (mehr-mals wchentlich) Alkohol, sind es im Jahr2000 "nur" noch 18%.

    Hingegen zeichnete sich Mitte der 90er Jahreeine Trendwende im Rauchverhalten der jun-gen Bevlkerung Deutschlands ab, wie letztebundesweite Untersuchungen belegen. Dasspiegelt sich auch bei den Jugendlichen inBayern wider: Es wird mehr geraucht. Fielder Anteil der Raucher von 50% im Jahr 1973auf 28% im Jahr 1995, so greifen 2000 wieder35% der jungen Leute zur Zigarette.

    Seit Mitte der 80er Jahre steigt der Konsum il-legaler Drogen unter den Jugendlichen inBayern an. Diese Entwicklung ist bis heuteungebrochen. Waren 1995 11% der 12- bis24-Jhrigen zu den aktuellen Drogenkonsu-menten (Personen, die innerhalb der letztenfnf Monate illegale Suchtmittel verwendethaben) zu rechnen, so sind es 2000 bereits14%.

    Der Anteil der 12- bis 24-Jhrigen, die regel-mig Medikamente mit Suchtpotential neh-men, hat sich zwischen 1995 und 2000 ge-ringfgig, aber nicht signifikant, erhht(1995: 3%, 2000: 4%).

    Die im Jahr 2000 durchgefhrteUntersuchung unter den Jugendli-chen in Bayern steht in einer fast30-jhrigen Tradition vergleichba-rer Jugendstudien. Als einzigesBundesland ist Bayern dadurch inder Lage, lngerfristige Trends imGesundheitsverhalten von Jugend-lichen zu beobachten und bei derPlanung von Gesundheitsfrde-rungsmanahmen zu bercksichti-gen.

    Profil der Jugendlichenin Bayern 1995 und 2000

    _05

    40

    30

    20

    10

    0

    %

    Rege

    lm

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    Rau

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    1995 2000

    Weniger Alkohol - mehr Zigaretten

    D I E W I C H T I G S T E N E R G E B N I S S E

    Der Alkoholkonsum der Jugendlichen in Bayern ist - wie schon in den Jahren zuvor- deutlich rcklufig. Um fnf Prozentpunkte ist der Anteil der regelmigen Alko-holkonsumenten zurckgegangen.Geraucht hingegen wird wieder mehr - das ergaben die Untersuchungen fr dasJahr 2000. Gestiegen ist auch der Anteil der Jugendlichen, die illegale Drogen kon-sumieren. Medikamentenmissbrauch spielt eine eher untergeordnete Rolle.

  • sonders starke Abnahme des Anteils der re-gelmigen Alkoholkonsumenten. Unter den12- bis 14-jhrigen und 18- bis 20-jhrigenmnnlichen Jugendlichen finden sich in etwagleichbleibende Anteile. Bei den 15- bis 17-Jhrigen wird hingegen dem Trend entgegen-laufend wieder verstrkt zu Alkohol gegrif-fen.

    Weniger Bier, mehr SprituosenWeniger Jugendliche neigen zu regelmi-gem Alkoholgenuss in hohen Mengen. Sankder Anteil der Jugendlichen, die sehr viel Al-kohol trinken ("hoher und bermiger" Al-koholkonsum), zwischen 1976 und 1995 be-reits von rund 20% auf 10%, hat er sich 2000nochmals leicht verringert (auf 8%). Auchhier fllt bei den mnnlichen Jugendlichenauf, dass die 21- bis 24-Jhrigen besonders zurAbnahme des Alkoholkonsums beitragenund die 15- bis 17-Jhrigen mehr trinken alsfrher.

    Der Alkoholkonsum der Jugendlichen inBayern ist dem Trend der vergangenen Jahr-zehnte folgend rcklufig. Konsumierten1995 noch 23% der 12- bis 24-Jhrigen re-gelmig Alkohol, sind es im Jahr 2000 "nur"18%.

    Junge Frauen trinken seltener als Mnner30% der mnnlichen Jugendlichen trinkenregelmig Alkohol (1995: 34%), bei denjungen Frauen sind es 7% (1995: 12%).Whrend der Anteil der regelmigen Alko-holkonsumentinnen um 45% gesunken ist,ist er bei den jungen Mnnern nur um 13%zurckgegangen. Interessant ist in diesemZusammenhang, dass bei den jungen Frau-en der Anteil regelmiger Konsumentin-nen zwischen 1990 und 1995 noch steigendwar.

    15- bis 17-jhrige Jungen trinken wieder mehrBei den 21- bis 24-jhrigen jungen Mnnernzeigt sich zwischen 1995 und 2000 eine be-

    DEFINITIONEN ZUM KONSUMVON ALKOHOL

    Regelmiger Alkoholkonsum:

    Tglicher oder mehrmalswchentlicher Konsum von Bier,Wein/Sekt oder Spirituosen.

    Hoher

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