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Diabetes Ratgeber

Date post:28-Mar-2016
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  • Ratgeber Diabetes

  • 2Vorwort

    Liebe Leser,

    mit diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen, die

    fr ein gesundes Leben wichtig sind und Ihr Leben mit

    Diabetes sprbar erleichtern.

    Erfahren Sie unter anderem mehr ber prventive Ma-

    nahmen, ber den Umgang mit Diabetes und wie Sie

    Diabetes verhindern oder Ihre Werte verbessern knnen.

    Wir untersttzen Sie auerdem mit hilfreichen Tipps rund

    um Fitness und Ernhrung beispielsweise mit leckeren

    Rezeptideen fr eine ausgewogene Ernhrung.

    Ihr Beurer Team

  • 3Was ist Diabetes? 4

    Behandlung von Diabetes 10

    Diabetes und Bewegung 11

    Diabetes und Gewicht 17

    Diabetes und Ernhrung 21

    Diabetes und Blutdruck 38

    Weitere Informationen & Tipps 42

    Inhaltsverzeichnis

  • 4medical

    2

    3

    1

    5

    4

    Glukose

    Insulin-Rezeptoren

    Krperzelle

    Insulin

    Damit unser Krper funktioniert, be-

    ntigt er Energie. Diese wird durch die

    Nahrung aufgenommen, in Bestandteile

    aufgespaltet, in die Krperzellen trans-

    portiert und in Energie umgewandelt.

    Besondere Bedeutung hat dabei die

    Glukose, der kleinste Zuckerbaustein,

    die ber das Blut zu den Krperzellen

    gelangt.

    Ist die Glukose an den Krperzellen an-

    gelangt, wird das in der Bauchspeichel-

    drse produzierte Insulin bentigt.

    Das Insulin hat eine Schlsselfunktion,

    indem es die Krperzellen fr die Gluko-

    se ffnet, damit es in den Zellen verwer-

    tet werden kann. Diesen Vorgang kann

    man sich als ein Schlssel-Schloss-

    Prinzip vorstellen.

    Was ist Diabetes?Diabetes mellitus - auch Zuckererkrankung genannt - gehrt zu den hufigsten chronischen Erkrankungen. Derzeitige Zahlen belaufen sich auf ca. 8 Mio. Erkrankten in Deutschland, Tendenz steigend (Hauner, 2007).

    Das Schlssel-Schloss-PrinzipDabei ffnet das Insulin (Schlssel) die Zellen (Schloss), so dass die Glucose aus dem Blut in das Zellinnere gelangen kann.

    1. Speiserhre, 2. Herz, 3. Leber,

    4. Magen, 5. Bauchspeicheldrse

  • 5medical

    Die Messung des Blutzuckerspiegels erfolgt bequem mit einem Blutzuckermessgert

    Bei Menschen mit Diabetes ist dieser

    Kreislauf gestrt, da entweder kein oder

    zu wenig Insulin produziert wird, oder

    aber auch bestimmte Zellen insulinresi-

    stent werden. Die Folge davon ist, dass

    die Glukose weiter im Blut zirkuliert und

    der Blutzuckergehalt ber den Normal-

    wert ansteigt. Man spricht von Diabe-

    tes, wenn die Nchternglukose den

    Wert von 110 mg/dL bersteigt (Pra-

    xisleitlinien DDG, kapillres Vollblut). Die

    Messung des Blutzuckerspiegels erfolgt

    heutzutage bequem mit einem Blutzu-

    ckermessgert im kapillren Vollblut aus

    der Fingerbeere.

    Diabetes-Typen:

    Es gibt verschiedene Formen von

    Diabetes. Die beiden hufigsten For-

    men sind: der Typ-1-Diabetes, der vor

    allem in jungen Jahren (

  • 6medical

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    5

    4

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    Glukose

    IntakteInsulin-Rezeptoren

    Krperzelle

    1. Speiserhre2. Herz3. Leber4. Magen5. Bauchspeicheldrse

    1. Speiserhre2. Herz3. Leber4. Magen5. Bauchspeicheldrse

    KrperzelleGlukose

    Defekte Insulin-Rezeptoren

    Insulin

    Diese Zerstrung fhrt dazu, dass es

    nach und nach zu einem Insulinmangel

    kommt. Erst wenn ca. 80 - 90 % der

    Betazellen zerstrt sind, kndigt sich ein

    Typ-1-Diabetes an. Diese Reaktion setzt

    hufig im Kindes- oder Jungendalter ein.

    Eine Insulintherapie ist hier unabdingbar

    lebensnotwendig. Experten gehen so-

    wohl von erb- als auch virusbedingten

    Faktoren aus.

    Typ-1-DiabetesBeim Typ-1-Diabetes wird kein krpereigenes Insulin mehr produziert. Das krpereigene Immunsystem zerstrt die Betazellen in der Bauchspeichel-drse, welche fr die Insulinproduktion verantwortlich sind.

    Typ-1-Diabetes:Das Schlssel-Schlo-Prinzip ist gestrt. Es wir kein Insulin (Schlssel) produziert, um die Krperzellen (Schloss) zu ffnen und um Glukose aufzunehmen.

  • 7medical

    Typ-2-DiabetesDer Typ-2-Diabetes ist die hufigste Form der Zuckererkrankung. Die Zahl der Menschen wchst jhrlich in Deutschland um ca. 5%, zunehmend auch im Kindes- und Jugendalter (Hauner, 2007).

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    Glukose

    IntakteInsulin-Rezeptoren

    Krperzelle

    1. Speiserhre2. Herz3. Leber4. Magen5. Bauchspeicheldrse

    1. Speiserhre2. Herz3. Leber4. Magen5. Bauchspeicheldrse

    KrperzelleGlukose

    Defekte Insulin-Rezeptoren

    Insulin

    Typ-2-Diabetes:Das Schlssel-Schlo-Prin-

    zip ist gestrt. Der Schls-sel Insulin wird produziert passt aber nicht mehr ins Schloss, da die Zellen nicht mehr richtig auf das Insulin reagieren.

    Beim Typ-2-Diabetes ist neben der In-

    sulinresistenz hufig auch die Insulin-

    ausschttung gestrt. bergewicht,

    ungesunde und bermige Ernh-

    rung sowie Bewegungsmangel sind

    wesentliche Faktoren fr die Entstehung

    des Typ-2-Diabetes.

    Die Krperzellen werden mit der Zeit

    unempfindlich fr Insulin und knnen

    immer weniger Glukose aufnehmen.

    Die Betazellen in der

    Bauspeicheldrse

    versuchen die

    verringerte Aufnahme der Zellen mit

    einer erhhten Insulinproduktion aus-

    zugleichen, was aber den Anstieg des

    Blutzuckerspiegels nicht verhindern

    kann. Diese erhhte Produktion durch

    die Betazellen fhrt langfristig zu deren

    Erschpfung.

    Fr die Entstehung des Typ-2-Diabetes

    sind Umwelt- und vor allem Verhaltens-

    faktoren ausschlaggebend. Der be-

    deutendste Faktor ist bergewicht (so

    genannte Adipositas oder auch Fettlei-

    bigkeit). Das Risiko, an Diabetes zu

    erkranken, steigt mit zunehmendem

    Krpergewicht. Weitere wichtige

    Faktoren sind falsches Ernhrungs-

    verhalten und zu wenig Bewegung.

  • 8medical

    Typ-1-Diabetes:

    Die Erstsymptome treten relativ rasch auf:

    StarkerundpltzlicherDurst

    Verstrkter Harndrang

    Erbrechen und Muskelkrmpfe

    Des Weiteren sind hufig eine vermin-

    derte Leistungsfhigkeit sowie starker

    Gewichtsverlust zu erkennen.

    Symptome wie Mdigkeit, Seh- und

    Konzentrationsstrungen kommen hin-

    zu.

    Typ-2-Diabetes:

    Im Frhstadium der Diabetes-Typ-2

    Erkrankung haben die meisten Patienten

    keine oder nur unspezifische Symptome

    und die Diagnose wird hufig als Zufalls-

    befund ber eine Routine-Untersuchung

    gefunden.

    Zu den Symptomen zhlen:

    HufigMdigkeit

    SchlechtesBefinden

    ErhhteInfektanflligkeit

    SymptomeWie erkenne ich Diabetes? Die Symptome des Typ-1-Diabetes und des Typ-2-Diabetes unterscheiden sich.

    Symptome wie Mdigkeit und verminderte Leistungsfhigkeit treten hufig auf

  • 9medical

    Erhhtes Durstgefhl und erhhter

    Harndrang treten nur selten auf. Rasche

    Gewichtsabnahme tritt nicht auf, das

    Hungergefhl und damit eine Ge-

    wichtszunahme sind eher verstrkt.

    Da fr die Entstehung von Typ-2-Diabe-

    tes neben erblichen Faktoren auch Um-

    welt- und Verhaltensfaktoren eine wich-

    tige Rolle spielen, kann eine Behandlung

    der Typ-2-Diabetes durch gezielte Ma-

    nahmen im tglichen Leben des Patien-

    ten sinnvoll untersttzt werden.

    Leben mit Diabetes - Eine Sache der Einstellung. Ein aktives Leben ist fr einen Diabetiker nicht nur mg-lich, sondern sogar uerst hilfreich.

    DIABETES MELLITUS - FAKTEN UND DATEN

    Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie honigser Durchfluss. Als Dia-betes wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen be-zeichnet, die allesamt zu erhhten Blutzuckerwerten (Hyper-glykmie) fhren.

  • 10

    medical

    Im Vordergrund der Behandlung

    von Typ-2-Diabetes stehen:

    EineangepassteBewegungs-therapie

    DieReduktionaufeinnormnahesgesundes Krpergewicht

    EineErnhrungsumstellungaufeine gesunde, kohlenhydrat- berechnete Kost

    Durch eine Ernhrungsumstellung und

    mehr Bewegung knnen die Krper-

    zellen fr Insulin wieder aufnahmefhig

    gemacht und dadurch der Blutzucker-

    spiegel gesenkt werden. Gelingt es hier-

    durch nicht, den Blutzucker zu senken,

    werden zustzliche medikamentse

    Behan dlungen (Tabletten oder auch

    Insulin) erforderlich.

    Behandlung von Typ-2-DiabetesWie wird Typ-2-Diabetes behandelt? Durch die Umstellung mageblicher Lebensgewohnheiten wird zunchst versucht, den Blutzuckergehalt zu senken.

    Rundum Fit bleiben

    Mehr BewegenSchon dreimal wchent-lich eine halbe Stunde Bewegung verbessert den Stoffwechsel

    Kontrolle behaltenAchten Sie auf Ihr Gewicht

    Bewusst ernhrenAusgewogen,

    nhrstoffreich und fettarm

  • 11

    medical

    Krperliche Aktivitt reduziert das

    Risiko, an Diabetes zu erkranken.

    Schon 2 x 30 Minuten Bewegung pro

    Woche, mit mittlerer Belastung, redu-

    ziert das Risiko an Diabestes zu erkran-

    ken um 30 - 40 % (vgl. Abbildung).

    Bei Menschen, die an Typ-2-Diabetes

    erkrankt sind, dient eine angepasste

    Bewegungstherapie dazu, den erhh-

    ten Blutzuckerwert zu regulieren.

    Diabetes und BewegungRegelmige Bewegung macht Spa, steigert die Laune, strkt das Immun-system und reduziert das Risiko verschiedener Krankheiten.

    Abb.: Physicans Health Study / Nurses Health Study Manson et al 1991-1992

    -45 %

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