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Vorlesung: Informationswissenschaft

Date post:15-Jan-2016
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Vorlesung: Informationswissenschaft. Prof. Dr. Rafael Capurro FH Stuttgart, Hochschule der Medien www.capurro.de 2003. Übersicht. Einführung I. Der elektronische Informationsmarkt II. Grundbegriffe des Information Retrieval III. Datenbankanbieter (Hosts) IV. WWW-Navigation - PowerPoint PPT Presentation
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  • Vorlesung: InformationswissenschaftProf. Dr. Rafael CapurroFH Stuttgart, Hochschule der Medienwww.capurro.de2003

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • bersichtEinfhrungI. Der elektronische Informationsmarkt II. Grundbegriffe des Information RetrievalIII. Datenbankanbieter (Hosts)IV. WWW-NavigationV. BibliotheksportaleVI. Evaluierung elektronischer Informationsmittel

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • EinfhrungZiel der Vorlesung ist eine Einfhrung in die bibliographischen Methoden der wissenschaftlichen Arbeit mit besonderer Bercksichtigung elektronischer Information.Die Studierenden sollten am Schluss der Vorlesung in der Lage sein, selbstndig eine wissenschaftliche Bibliografie zu einem Thema ihrer Wahl zu erstellen und die dafr benutzten Informationsmittel zu evaluieren.

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • EinfhrungDas Informationsdilemma besteht darin, "da die Informationsrume der komplexen Informationsmrkte, dafr konzipiert, informationelle Unsicherheit zu beseitigen, diese eher erhhen. Aus diesem allgemeinen Dilemma werden viele weitere folgen, z.B. da das berangebot an Information kaum mehr als untersttzend angesehen wird, ja eher als Belstigung, als Data smog (Shenk 1997) empfunden und hufig eher zurckgewiesen als nach seinem Nutzen untersucht wird." (Kuhlen 1999, 23)

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • EinfhrungDas Programm der gegenwrtigen Informationswirtschaft besteht darin, wie Kuhlen mit Recht betont, "Vertrauen bei den Nutzern elektronischer Dienste zu gewinnen", denn "ohne Vertrauen, kein Geschft" (Kuhlen 1999, 13-14).

    Ein entscheidender Mechanismus sind dabei die elektronischen Informationsassistenten, die immer mehr die personalen Assistenten ersetzen. Dabei delegiert der Nutzer immer mehr seine Urteilskraft und delegiert seine informationelle Autonomie an elektronische Assistenten.

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • EinfhrungDieser Verlust informationeller Urteilskraft stellt fr Kuhlen die fundamentale Frage der Informationsethik dar (Kuhlen 1999, 16).

    Sie besteht, mit anderen Worten, darin, uns selbst und anderen aufzuklren, wann und wie, angesichts des Informationsdilemmas, ein gesundes Mitrauen zur Bildung von Informationsautonomie angebracht ist.

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • I. Der elektronische Informationsmarkt1. Institutionen des Informationsmarktes (nach Kuhlen)Institutionen der Produktion von Wissen und Wissensobjekten (vorwiegend auf der Grundlage ffentlicher Finanzierung): Hochschul- und Forschungseinrichtungen, private Organisationen

    Institutionen der Speicherung von Wissensobjekten: alle Arten von ffentlich zugnglichen Bibliotheken

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • I. Der elektronische InformationsmarktInstitutionen der Verteilung von Wissensobjekten: wie (traditionell) Verlage und Bibliotheken sowie die neuen elektronischen Mittler.

    Institutionen zur Durchfhrung von Informationsarbeit: wie Datenbasenersteller, sowie alle Institutionen, die fr andere Institutionen Informationsarbeit leisten (z.B. klassische Bibliotheken, digitale Bibliotheken, Portale)

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • I. Der elektronische InformationsmarktInstitutionen des Angebots fr primre Informationsprodukte: Produzenten von Handbchern, Bibliographien und Datenbanken (in elektronischer Form)

    Institutionen der Vermittlung von Information: klassische Anbieter elektronischer Datenbanken (Hosts) (Online- und CD-ROM Produkte)

    Institutionen der Multimedia-Industrie

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • I. Der elektronische InformationsmarktInstitutionen der Wissensindustrie: Herstellung von wissensbasierten Komponenten Institutionen fr Basis- und Mehrwertdienste elektronischer Kommunikationsnetze: in Zusammenhang mit Internet-Diensten Institutionen zur Produktion und Verteilung elektronischer Informationsbanken

    R. Capurro, Vorlesung Informationswissenschaft

  • I. Der elektronische Informationsmarkt Informationsarbeit (nach Kuhlen):1. Redaptive (rezeptiv-adaptive) Informationsarbeit: Sich der eigenen Informationsdefizite bewut sein, Das Informationsproblem artikulieren knnen (Belkin anomalous state of knowledge ASK for IR) Wissen ber Metainformationen (Suchmaschine, Bibliothek...) besitzen

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  • I. Der elektronische InformationsmarktPotentielle Relevanz der Ressourcen einzuschtzen wissen ber entsprechende finanzielle Mittel und ber die Kompetenz bei der Nutzung der technischen Ressourcen verfgen. Die erarbeiteten Informationen in ihrer Relevanz und in ihrem Wahrheitswert richtig einschtzen.

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  • I. Der elektronische Informationsmarkt2. Konstruktive Informationsarbeit: Rekonstruktion: Den Weg der Information (aus externen Wissensressourcen) nachvollziehen. Rekontextualisierung: Den potentiellen Mehrwert von Wissensreprsentationen einschtzen.Distribution: Das produzierte, rekonstruierte Wissen auf Informationsmrkten austauschen.

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  • I. Der elektronische InformationsmarktOrganisation: Die Verteilung von Informationsprodukten verlangt nach entsprechenden betriebswirtschaftlchen Organisationsformen bis hin zur Marktforschung. Vermittlung, Aufbereitung, Prsentation, Aktualisierung/Pflege: Webdesign, Entwicklung von Suchmaschinen und Navigationsverfahren, Portale, Intranet-Tools u.a.

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  • I. Der elektronische...Arten von Datenbankennach Art der gespeicherten Informationenbibliographische DB (Literatur, Patente)Fakten-DB (z.B. Wirtschaftsinformationen)Referral-DB (z.B. ber Firmen, Produkte)Volltext-DB (z.B. Presse)Multimedia-DB (z.B. Lexika)nach dem InhaltNaturwissenschaften und TechnikWirtschaft (etc.)

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  • I. Der elektronische...Struktur der Datenbanken:Name der DBArt/Typ der DBAnbieter der DBSachgebieteInhaltliche BeschreibungGeographische AbdeckungZeitliche AbdeckungAktualisierungSprache(n)QuellenZuwachs (pro Jahr)Suchhilfen

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  • I. Der elektronische...Struktur der bibliographischen DB:Formale Angaben (AN= Accession Number, ED=Entry Date)Bibliographische Angaben: TI (Titel), AU (Author), CS (Corporate Source), SO (Source), PY (Publication Year), PT/DT (Publication/Document Type), LA (Language), CN (Country of Publication)Inhaltliche Angaben: AB (Abstract), CC (Classification Code), DE (Deskriptoren; CT=Controlled Termes, IT= Index Terms)

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  • II. Grundbegriffe des Information RetrievalInformation Retrieval = Wiederfinden von Informationen (Recherche) genauer: IR umfasst die Reprsentation, Speicherung, Organisation von und den Zugriff auf Informationen mit dem Ziel, alle fr die Suchfrage relevanten (vorhandenen) Informationen wiederzufinden.

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  • II. Grundbegriffe...Vorbereitung der RechercheDurchfhrung der RechercheNachbereitung der RechercheBewertung der Ergebnisse

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  • II. Grundbegriffe...Vorbereitung der Recherche:Ermittlung des Informationsbedarfs des Nutzers (pre-search interview)Auswahl der Hosts/der DatenbankenErmittlung der (einmaligen und laufenden) Kosten: Verbindungskosten (Anschaltzeit/connect time), Kosten der jeweiligen DB, Grundgebhren,Sondertarife...Formulierung der Suchfrage

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  • II. Grundbegriffe...Durchfhrung der Recherche:Kommando-Retrieval (schnell, gezielt, fr profis geeignet) oder Web-Search (einfach, fr Endnutzer ohne Vorkenntnisse geeignet)nderung der RecherchestrategieSuche in anderen Hosts/DatenbankenBenutzerhilfen: Seminare, Dokumentationen, Help Desk, Websites, Auflistung der Befehle, bungs-DB

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  • II. Grundbegriffe...Suchstrategien:Suche im Freitext (BI = basic index). Nachteil: Mehrdeutigkeit der Sprache, Mehrsprachigkeit. Suche in ausgewhlten Feldern z.B. Autor, Jahr, Sprache...Suche im kontrollierten Vokabular (=Thesaurus) (DE = Deskriptoren)

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  • II. Grundbegriffe...Suchstrategien:Blockbildung (Komponentenzerlegung)Spezifische-Wrter-Prioritt: den prgnantesten Begriff zuerstNiedrigste-Treffer-PriorittZitatbasierte ErweiterungsstrategieSchrittweise Verfeinerung

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  • II. Grundbegriffe...Die wichtigsten MESSENGER-Kommandos:FILE Auswahl der Datenbank, z.B. => FILE COMPUSCIENCEE (EXPAND) Suche im Index, z.B. => expand open sourcesS (SEARCH) Suche unter Eingabe von Suchbegriffen (mit AND, OR, NOT) bzw. von Expand-Nr., z.B. => search open AND sourceD (DISPLAY) Ausgabe der gefundenen Dokumente, z.B. => D L1 1 BIBLOGOFF Ende des Dialogs

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  • II. Grundbegriffe...SEARCHEingabe von einfachen SuchbegriffenTrunkierungen (?, #)Logische Operatoren (AND, OR, NOT)Abstandsoperatoren (Adjacency) (ADJ, W(ith)Suche in Feldern (Titel/TI, Autor/AU, Deskriptoren/DE); ThesaurusAnzeige der SuchstrategieAusgabemglichkeiten (Sortieren)

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  • II. Grundbegriffe...Nachbereitung der RechercheNutzer-orientierte berprfung der RechercheergebnisseAufbereitung der RechercheergebnisseDarstellungSortierung, data miningBeschaffung der Originaldokumente (docu

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