Home >Documents >ZUM UMGANG MIT BETÄUBUNGSMITTELN IN DER ?· 3 Flussdiagramm Betäubungsmittel-Versorgung im...
ZUM UMGANG MIT BETÄUBUNGSMITTELN IN DER ?· 3 Flussdiagramm Betäubungsmittel-Versorgung im...
Date post:02-Jun-2019
Category:Documents
View:216 times
Download:0 times
Share this document with a friend
Transcript:

1

ZUM UMGANG MIT BETUBUNGSMITTELN IN DER AMBULANTEN PALLIATIVVERSORGUNGFragen und Antworten rund um die Betubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV)

Herausgeber>>DeutscheGesellschaftfrPalliativmedizine.V.>>BundesopiumstelleimBundesinstitutfrArzneimittel undMedizinprodukte

in Kooperation mit>>ABDABundesvereinigungDeutscherApothekerverbnde

HOTLINEFR INHALTLICHE FRAGENBundesopiumstelle im Bundesinstitut fr Arzneimittel und MedizinprodukteT 0228 / 99 307 4321 Mo bis Fr: 9.00 12.00 Uhr

BESTELLADRESSE BROSCHRENDeutsche Gesellschaft fr Palliativmedizin e. V.T 030 / 30 10 100 0dgp@palliativmedizin.de

3

FlussdiagrammBetubungsmittel-Versorgung im ambulanten Bereich

Vorwort

EinleitungZum Umgang mit Betubungsmitteln in der ambulanten Palliativversorgung

Frage 1Wie flle ich ein Betubungsmittelrezept korrekt aus? Welche Sonderregelungen gibt es bei der Verschreibung?

Frage 2Wie kommt das Betubungsmittel zum Patienten?

Frage 3Welche Betubungsmittel sind in jeder dienstbereiten Apotheke verfgbar?

Frage 4Wie darf der Arzt ein Betubungsmittel aus seinem Bestand bei ambulanten Patienten einsetzen?

Frage 5In welchen Fllen darf der Arzt Betubungsmittel aus seinem Bestand dem ambulanten Patienten zur spteren Anwendung berlassen?

Frage 6Drfen Angehrige vom Arzt beauftragt werden, Betubungsmittel fr Kranke zu verwahren und zu applizieren?

FlussdiagrammVerwendungsmglichkeit fr Betubungsmittel, die unter der Verantwortung des Arztes gelagert wurden

Frage 7Welche Betubungsmittel drfen weiterverwendet oder wiederverschrieben werden? Was ist dabei zu beachten?

Frage 8Welche Regelungen gelten fr Notfallvorrte an Betubungs-mitteln in Hospizen und Einrichtungen der SAPV?

>> INHALT

4

6

8

10

13

14

15

16

19

20

22

24

4

PatientbrauchtBtM

Verschreibung

BeendigungTherapie

Vernichtung

berbrckungs-berlassung

BelieferungdurchApothekezeitnahnichtmglich

Abholungi.d.ApothekedurchDritte

SelbstndigeAbholungi.d.Apotheke

1

5

6

2

1+3

>> BetuBungsmittel-Versorgung im amBulanten Bereich

5NhereInformationenbeiderentsprechendenFrageinderBroschre

StatusTherapieindikationBtM-VerkehrrztlicheVerordnungVernichtungpatientenversorgendeEinrichtungAnwendungdurchdenArzt

x

PatientbrauchtBtM

TherapieFortfhrung

KeineAushndigunganPatient

Alten-undPflegeheim

Hospiz&SAPV

BeendigungTherapie

UnmittelbareAnwendungimNotfall

Verschreibungf.d.Praxisbedarf

BeendigungTherapie

WiederverschreibungoderWeiterverwendung(s.FlussdiagrammSeite20)

berfhrungNotfallvorrat

Verschreibung

4

8

7

6 >> VorworT der HerAusgeber

IndenletztenJahrenhabensichdieBedingungenfrdieVersorgungvonPalliativpatientenimambulantenBereicherheblichverndert.NebenderSchaffungorganisatorischerStrukturenmusstenauchGesetzeundVerordnungenweiter-entwickeltwerden,umdenBedrfnissenvonPatientinnenundPatientengerechtwerdenzuknnen.InsbesonderediebetubungsmittelrechtlichenRegelungenwurdenineinemmehrstufigenProzessangepasst,dermitdernderungdes13BetubungsmittelgesetzzumberlassenvonBetubungs-mittelninNotfallsituationenseinenvorlufigenAbschlussgefundenhat.

GesetzeundVerordnungenlassensichhufignichtineinerSpracheabfassen,dievonklinischttigenPersonensofortverstandenwird.DiesfhrtzuUnsicherheitimUmgangmitBetubungsmitteln.AusAngstvorjuristischenKonsequen-zenkannesinEinzelfllendazukommen,dassrztlicherseitsdiebestehendenMglichkeitenderVersorgungmitBetu-bungsmittelnnichtvollstndigausgeschpftwerdenunddarauseineUnterversorgungvonPatientenresultiert.

ZieldiesesLeitfadensistes,SicherheitimUmgangmitBetubungsmittelnzuvermittelnundpraxisrelevanteHinweisefrdietglicheArbeitzugeben.

PatientenmssenunterEinhaltungderbetubungsmittel-rechtlichenRegelungenbedarfsgerechtundschnellmitdenbentigtenArzneimittelnversorgtwerden.InKenntnisdergeltendenRechtslageknnenpraxisnaheLsungengefundenwerden,dieeineadquateVersorgungambulanterPalliativ-patientenmitBetubungsmittelnjederzeitsicherstellen.

7

GrundvoraussetzungfrdieerfolgreichePatientenversor-gungistdabeieineguteKommunikationzwischenrzten,LeistungserbringerninderambulantenPalliativversorgung(z.B.Palliative-Care-Teams)unddenApotheken.

DieserLeitfadenrichtetsichanalle,dieanderprofessionellenmedizinischenVersorgungvonPalliativpatientenzuHauseoderimHospizbeteiligtsind.Wirhoffen,dasserzueinemverantwortungsbewusstenundangstfreienUmgangmitBetubungsmittelnbeitrgt.

DieHerausgeber

8 >> eINLeITuNgZum Umgang mit Betubungsmitteln in der PalliativversorgungVieleArzneimittel,dieinderPalliativversorgungregelmigtherapeutischangewendetwerden,sindBetubungsmittel(z.B.Opioide).

AuchBetubungsmittel(BtM)mitbreiterklinischerAnwen-dungbergendieGefahreinermissbruchlichenVerwendung,sodasseineAbzweigungzuillegalenZweckensoweitalsmglichverhindertwerdenmuss.AusdiesemGrundunter-liegensiedenbetubungsmittelrechtlichenRegelungen,diesichbezglichderPalliativversorgungvorallemausdemBetubungsmittelgesetz1(BtMG)undderBetubungsmittel-Verschreibungsverordnung2(BtMVV)ergeben.

DiehufigstenFragen,dieinderPraxisderPalliativ-versorgungauftauchen,betreffendieBtMVV.Dortwirdunteranderemgeregelt:

welcherztewelcheBtMverschreibendrfen, welcheHchstmengenzubeachtensind, wieimambulantenundstationrenBereich dieentsprechendenBtM-RezepteundBtM-Anforderungs- scheineauszufllensind, wieinderApothekedieAbgabeerfolgt, wiedieDokumentationdesgesamtenBtM-Verkehrs zuerfolgenhat, wiederUmgangmitBtMinKrankenhusernundim RettungsdienstsowieinAlten-undPflegeheimen, HospizenundEinrichtungenderspezialisierten ambulantenPalliativversorgung(SAPV)mglichist.

1 BetubungsmittelgesetzinderFassungderBekanntmachungvom1.3.1994 (BtMG;BGBl.IS.358),zuletztgendertdurchArt.3desGesetzesvom 04.04.2016(BGBl.IS.569)2 Betubungsmittel-Verschreibungsverordnung(BtMVV;BGBl.1998IS.74,80), zuletztgendertdurchArt.2derVerordnungvom11.11.2015(BGBl.IS.1992)

9

2011und2012tratenverschiedenenderungenbetubungs-mittelrechtlicherRegelungeninKraft.DienachfolgendenAspektesinddabeifrdieambulantePalliativversorgungvonbesondererBedeutung:

EinrichtungeinesBtM-NotfallvorratesinSAPV-Einrichtungen undHospizen KriterienzurWiederverschreibungundWeiterverwendung nichtmehrbentigterBtM RegelungenzurbegrenztenberlassungvonBtMin Ausnahmesituationen

NachfolgendwerdenfrdietglichePraxisrelevanteFragenbeantwortet.DasFlussdiagrammzuBeginndiesesLeitfadenssolldemLeserdieOrientierungerleichtern.

10 >> FrAge 1Wie flle ich ein Betubungsmittelrezept korrekt aus?

Ein BtM-Rezept muss folgende Angaben enthalten:

Patientenangaben: Name,Vorname,GeburtsdatumundAnschriftdesPatienten. Krankenkassebzw.Kostentrgerwerdenggf.oberhalb desNamenseingetragen.

Ausstellungsdatum

Arzneimittel: EindeutigeArzneimittelbezeichnungoder ArzneimittelbezeichnungmitzustzlicherBezeichnung undGewichtsmengedesenthaltenenBtM. MengedesverschriebenenArzneimittelsinGramm, MilliliteroderStckzahlderabgeteiltenForm (Hinweis:DieAngabe1OPbzw.N2hinterderArznei- mittelbezeichnungreichtnichtaus!Beitransdermalen SystemenistdieBeladungsmengeanzugeben(z.B.Fentanyl Pflaster50Mikrogramm/h,5St.,enthlt8,25mgFentanyl)).

XXXXXXX XXXXX123456789

Dr. med. M. Mustermann Arzt fr Allgemeinmedizin

Musterstr. 6, 52220 Musterstadt Tel.: 01234 / 567890

-

(ggf. hier: Privat)

Morphin-Musterpharm, 10 mg, 50 Tbl.,

2 x tgl. 1 Tablette einnehmen

Patientendaten oder Praxisbedarf

Sonderregelungen (A, bzw. N, S, oder SZ)

Dr. med. M. Mustermann Arzt fr Allgemeinmedizin

Musterstr. 6, 52220 Musterstadt Tel.: 01234 / 567890

16.06.2016

11

DieBeladungsmengeistdieimSystemtatschlich enthalteneWirkstoffmenge.Sieentsprichtnichtderfrei- gesetztenMenge.AufdieAngabederBeladungsmenge kannnurverzichtetwerden,wenndieArzneimittel- bezeichnungeindeutigist(z.B.Fentanylmusterpharm 50Mikrogramm/hMatrixpflaster,5St).

GebrauchsanweisungmitEinzel-undTagesdosisoderder VermerkgemschriftlicherAnweisung,fallsderPatient eineschriftlicheAnleitungerhaltenhat.

Sonderzeichen: (sieheauchunterSonderregelungenbeiderVerschreibung) BeiberschreitenderVerschreibungshchstmenge3 innerhalbvon30TagenderBuchstabeA. BeiNachreicheneinernotfallbedingtenVerschreibung derBuchstabeN.

Name,Anschrift,TelefonnummerundBerufsbezeichnung sowiedieeigenhndigeUnterschriftdesverschreibenden Arztes.VertritteinArztBdenArztAundverwendetdabei dieRezeptedesArztesA,sohatdieUnterschriftmit demVermerki.V.zuerfolgen.Zudemmssenggf.Name, AnschriftundTelefonnummerdesArztesBaufdemRezept ergnztwerden,sodassdietelefonischeKontaktaufnahme mitdemtatschlichverschreibendenArztmglichist.

BeiRezeptenfrdenPraxisbedarfentfallendiePunkte1und 4,esreichtderVermerkPraxisbedarfimPatientenfeld.

3 VerschreibungshchstmengenhufigverschriebenerWirkstoffe:

Buprenorphin800mg Fentanyl 500mg (Cave:BeiPflastern giltderGesamtgehaltanWirkstoff)

Hydromorphon 5 000mg Levomethadon 1 800mg Morphin 24 000mg Oxycodon 15 000mg

12

Hinweis:VordemHintergrundvonRabattvertrgenundderaut-idemRegelungistzubeachten,dassaucheinBtM-haltigesArzneimitteldurcheinwirkstoffgleichesArzneimittelvomApothekerersetztwerdenmussbzw.darf,wennesmitdemverordneteninWirkstrkeundPackungsgreidentischist,freingleichesAnwendungsgebietzugelassenistunddiegleicheodereineaustauschbareDarreichungs-formbesitzt4,dabeisindDarreichungsformenmitunter-schiedlicherWirkdauer(z.B.retardierteoraleAr

Embed Size (px)
Recommended