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WIE LESE ICH EINE BILANZ (JAHRESABSCHLUSS) UND EINE BWA? .3 1. DEFINITION DER JAHRESABSCHLUSS ist

Date post:29-Aug-2019
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    WIE LESE ICH EINE BILANZ (JAHRESABSCHLUSS)

    UND EINE BWA?

    Referent: Dipl.-Kfm. Harald Braschoß

    Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e. V.)

    Partner der BWLC Braschoß Wagner Linden & Coll.

    Partnerschaft Steuerberatungsgesellschaft Köln – Niederkassel - Siegburg

  • WAS IST EIN JAHRESABSCHLUSS /

    EINE BWA (BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE

    AUSWERTUNG)?

    (Überblick)

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    1. DEFINITION

    DER JAHRESABSCHLUSS ist eine jahresbezogene Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens.

    - Der Jahresabschluss stellt immer Informationen über die Vergangenheit zur Verfügung.

    Grundsatz: Der Jahresabschluss muss immer als Handelsbilanz aufgestellt werden.

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    2. BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE AUSWERTUNG (BWA)

    - Die betriebswirtschaftliche Auswertung fasst die in der monatlichen/jährlichen Buchführung verarbeiteten Daten nach betriebswirtschaftlichen Aspekten zusammen.

    - Die BWA wird unterjährig erstellt und beinhaltet die Erfolgsentwicklung des laufenden Monats und des bis heute aufgelaufenen Geschäftsjahres.

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    WELCHE AUFGABE HABEN

    JAHRESABSCHLUSS / BWA?

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    Aufgabe des Jahresabschlusses

    Der Jahresabschluss dient als Grundlage für die Beurteilung durch:

    Gesellschafter Gesellschafterversammlung

    Gläubiger Veröffentlichung (externe Publizität)

    Kreditinstitute Einreichung (interne Publizität)

    = INFORMATIONSFUNKTION

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    AUFGABE DER BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

    Die BWA dient unterjährig der Information über die Erfolgsentwicklung des Unternehmens. Sie bietet somit einen zeitnahen Überblick über die Entwicklung des Erfolges und ist somit ein

    - Informationsinstrument - Kontroll- und Steuerungsinstrument

  • WELCHE INFORMATIONEN BENÖTIGT DER LESER?

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    INFORMATIONSBEDARF DER LESER - Vermögen (Vergangenheit / Gegenwart)

    - Struktur (kurz-, langfristig) - Entwicklung (Vorjahreszahlen) - Eigenkapital - Fremdkapital

    - Erfolg/Rendite (Vergangenheit / Gegenwart) - Aufwand / Erträge - Entwicklung

    - Finanzen (Vergangenheit / Gegenwart) - Liquidität - Cash Flow

    Instrumente = > Kennziffern

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    INFORMATIONEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

    - Bestandteile - Vorschriften - Aussagekraft

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    JAHRESABSCHLUSS

    1. Gesetzliche Bestandteile lt. HGB: a) Bilanz (Vermögenslage) b) Gewinn- und Verlustrechnung (Ertragslage) c) Anhang (nur bei Gesellschaft mit beschränkter Haftung –

    GmbH / AG / GmbH & Co. KG d) Lagebericht (freiwillig für kleine Unternehmen)

    Freiwillig: a) Cash Flow-Rechnung (Finanzlage) b) Erläuterungsbericht

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    JAHRESABSCHLUSS

    2. Inhalte (durch HGB vorgeschrieben)

    • Gliederungsvorschriften • Ausweis von Vorjahreszahlen • Veröffentlichungsvorschriften

    Kapitalgesellschaften (inkl. GmbH & Co. KG)

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    JAHRESABSCHLUSS

    Größenklassen a) Das Gesetz unterscheidet kleine, mittelgroße

    Gesellschaften mit beschränkter Haftung bei 2maligen Unter- bzw. Überschreiten von 2 von 3 Merkmalen.

    -------------------------Veröffentlichungspflichten------------------------

    -----------Prüfungspflichten------------------ klein mittelgroß groß

    • Mitarbeiter: < 50 < 250 > 250 • Bilanzsumme: < 6,00 Mio. < 20,00 Mio. > 20,00 Mio. • Umsatz: < 12,00 Mio. < 40,00 Mio. > 40,00 Mio.

    b) Für Unternehmen mit unbeschränkter Haftung von Gesellschaftern (natürliche Personen) gibt es keine Vorschriften bezüglich Veröffentlichung / Prüfung.

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    AUSSAGEKRAFT DES JAHRESABSCHLUSSES AUS DER SICHT DER GLÄUBIGER

    (= abhängig von Inhalt / Bescheinigung)

    a) Geringe Aussagekraft / Qualität = selbsterstellter Jahresabschluss = Einnahmen-, Überschussrechnung = Erstellung des Abschlusses durch Berater ohne

    Erläuterungsbericht / ohne Bescheinigung

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    AUSSAGEKRAFT DES JAHRESABSCHLUSSES AUS DER SICHT DER GLÄUBIGER

    b) Höhere Aussagekraft / Qualität

    Qualität Aussage -

    niedrig - ohne Erläuterungsbericht/Kennziffern/ niedrig

    Cash-Flows - mit Erläuterungsbericht/Kennziffern/ höher

    Cash-Flows - Erstellung + Plausibilitätsprüfung

    mit entsprechender Bescheinigung höher - ohne niedrig

    Erläuterungen/Cash-Flows - mit höher

    - Prüfung des Jahresabschlusses (erstellt vom Unternehmen) mit Testat hoch

    beinhaltet immer: Erläuterungen/Kennziffern/ Cash-Flows hoch

    Nur Erstellung (ohne Prüfung) mit "Erstellungsbescheinigung"

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    BESTANDTEILE DES JAHRESABSCHLUSSES

    - BILANZ -GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG - ANHANG (wird hier nicht behandelt)

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    BILANZ

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    AUFGABE DER BILANZ

    BILANZ STELLT DIE VERMÖGENS- UND TEILWEISE DIE FINANZLAGE DES

    UNTERNEHMENS DAR

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    INHALTE DER BILANZ 1. VERMÖGENSLAGE 1.1 AKTIVA

    = Alle Vermögenswerte des Unternehmens gegliedert in langfristige

    kurzfristige

    1.2 PASSIVA = Finanzierungsseite des Unternehmens

    gegliedert in Eigenkapital Fremdkapital

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    INHALTE DER BILANZ 2. FINANZLAGE

    Ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Positionen der Aktiv- und Passivseite

    - Bankkonten (+ / ./.) - Nettoumlaufvermögen

    Forderungen + Geldbestände ./. Verbindlichkeiten

  • Ausgangsfall: Unternehmen ist Eigentümer einer Immobilie (Anschaffungskosten 1,0 Mio. €), aus eigenen Mitteln finanziert.

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    (=Vermögen) TEUR (Finanzierung) TEUR

    Anlagevermögen 1.000 Eigenkapital 1.000

    Wert des Unternehmens = 1.000,00 EUR = Eigenkapital 1.000,00 EUR

    => EK-Quote = 1.000 x 100 = 100 v. H. 1.000

  • 1. Variante: Immobilie (AK = 1.000,- €) ist finanziert durch langfristige Darlehen (800,- €)

    www.bwlc.de 22

    AKTIVA PASSIVA (=Vermögen) TEUR (Finanzierung) TEUR Anlagevermögen 1.000 Eigenkapital 200

    Fremdkapital 800 Gesamt 1.000 1.000

    => Buchwert des Unternehmen = 200 T€ = Eigenkapital

    => EK-Quote = 200 1000

    => FK-Quote = 800 1000

    x100 = 20,00 v. H.

    x100 = 80,00 v. H.

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    Ø Anlagevermögen (langfristig) ist finanziert durch: : Darlehen (langfristig)

    : Eigenkapital (langfristig)

    Ø Fristenkongruenz von Investitionen und Finanzierung (= goldene Bilanzregel)

    Ø Anlagendeckung

    = 800+200 1000 (AV)

    x 100 = 100 %

  • Eigenkapital 200 T€

    2. Variante Darlehen langfr. 800 T€ Variante 1 = Anlagevermögen 1.000 T€ Kontokorrent 30 T€

    + Vorräte 280 T€ Rückstellungen 270 T€ + Forderungen 490 T€ Verbindlichkeiten 440 T€

    Jahresüberschuss 30 T€

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    AKTIVA PASSIVA (=Vermögen) TEUR TEUR (Finanzierung) TEUR TEUR Anlagevermögen (kurzfristig) 1.000 Eigenkapital 200 Umlaufvermögen (kurzfristig) Jahresüberschuss 30 230 -Vorräte 280

    Rückstellungen 270 Kreditistitute (davon Darlehen 800) 830

    - Forderungen 490 770 Verbindlichkeiten L+L 440 1.540

    Bilanzsumme 1.770 Bilanzsumme 1.770

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    1. Anlageintensität

    2. Anlagendeckung

    3. Umlaufintensität

    4. Kurzfristige Liquidität (66,2 % der kurzfristige Verbindlichkeiten sind durch kurzfristige Vermögen gedeckt)

    5. Verschuldungsgrad

    6. Kurzfristige Verschuldung

    7. EK-Quote

    AKTIVA

    PASSIVA

    2. Variante Kennziffern

    = AV 1.000 BS 1.770 x 100= 56%

    = Forderungen 490 kurz. FK 740

    = 66,2%

    = 86,9% = Verbindlichkeiten + Rückstellungen 1.540 Bilanzsumme 1.770

    = kurzfrist. FK 740 Bilanzsumme 1.770

    = 41,8%

    = EK________ = 230 Bilanzsumme = 1.770

    = 13%

    = UV 770 BS 1.770

    x 100= 44%

    x 100

    x 100

    x 100

    = FK (lang) + EK AV = 103%

    = 800 + 230 1.000

  • 3. Variante – HANDELSRECHTLICHE BETRACHTUNG = Variante 2 + Gesellschaftsforderungen 300 T€

    + Verbindlichkeiten Kreditinstitute 300 T€

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    AKTIVA PASSIVA (=Vermögen) TEUR TEUR (Finanzierung) TEUR TEUR Anlagevermögen 1.000 Eigenkapital 200 Umlaufvermögen Jahresabschluss 30 230 -Vorräte 280 - Forderungen L+L 490 Rückstellungen 270 - Forderungen Gesellschafter 300 1.070

    Kreditistitute (davon Darlehen 800) 1.130 Verbindlichkeiten L+L 440 1.840

    Bilanzsumme 2.070 Bilanzsumme 2.070

    = 790 1.040

    = 1.040

    = 230

    2.070

    1. kurzfristige Liquidität

    2. Kurzfristiger Verschuldungsgrad

    3. Eigenkapitalquote

    x 100 = 75,96% (vorher 66,2%)

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