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Umgang Mit Risiken
Date post:29-Nov-2014
Category:Education
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Einfhrung in den Umgang mit Risiken und Wahrscheinlichkeiten bei diagnostischen Tests.
Transcript:
  • 1. Diagnostische Tests ber den Umgang mit Risiken Ulrich Schrader http://info.ulrich-schrader.de
  • 2. Vortrag basiert auf ...
    • Gerd Gigerenzer, Das Einmaleins der Skepsis Bvt Berliner Taschenbuch Verlag 2004 ISBN: 978-3833300417
    • Unterhaltsam zu lesen ...
    • ... und man lernt dabei!
  • 3.
    • Dsseldorf. 20.10.2005 - Mit Erffnung der ersten Mammographie-Screening-Einheit am 24. Oktober in Mnster startet in Nordrhein-Westfalen ein flchendeckendes Programm zur Frherkennung von Brustkrebs durch ein qualittsgesichertes Mammographie-Screening. Damit haben mehr als zwei Millionen Frauen des Landes im Alter zwischen 50 und 69 Jahren die Mglichkeit, an einem Frherkennungs-Programm teilzunehmen, das zu einer deutlichen Senkung der Brustkrebssterblichkeit beitragen wird.
    • Hintergrund: Brustkrebs ist in Deutschland mit ca. 47.500 Fllen jhrlich die hufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran und knapp 18.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Dabei werden zwei Drittel aller Brusttumoren erst entdeckt, wenn sie grer als zwei Zentimeter sind. Die Folge: radikale Operationen, belastende Therapien und geringere Heilungschancen.
    Gemeinsame Presseerklrung der gesetzlichen Krankenkassen in NRW, der Kassenrztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe und des Ministeriums fr Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW http://www.kvwl.de/presse_politik/presse/pressemappen/2005_10_20_mammographie.pdf
  • 4.
    • 31.03.2000 - bera /ots) Die Spitzenverbnde der gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenrztliche Bundesvereinigung (KBV) und das Bundesministerium fr Gesundheit (BMG) setzen sich gemeinsam fr ein qualittsgesichertes Mammographie-Screening ein.
  • 5.
    • Internationale wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die Zahl der Brustkrebs-Todesflle bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren durch ein Mammographie-Screening um 20 bis 30 Prozent verringern lsst, wenn die Frherkennung unter gesicherten Qualittsbedingungen stattfindet. http://www.verbrauchernews.de/gesundheit/forschung/0000005162.html
  • 6. Irrtmer
    • Verringert Screening die Hufigkeit von Brustkarzinomen? Nein, es dient der Frherkennung - Es ist keine Vorsorge!
    • Sind Brustkrebskarzinome fortschreitend? Nein. Es wird auch das "duktale Karzinom in situ" entdeckt. Die meisten Karzinome bei jngeren Frauen gehren zu diesem Typ. Etwa die Hlfte dieser Karzinome sind nicht fortschreitend.
    • Ist Frherkennung immer ein Vorteil? Nein. Ist das Karzinom nicht fortschreitend, so wirkt es sich whrend des ganzen Lebens nicht aus. Frherkennung, die diesen Typ nicht von anderen unterscheiden kann, fhrt dann oft zu invasiven Therapien: Entfernung des Gewebes, ergnzt durch Strahlen- und/oder Chemotherapie. Die Lebensqualitt wird beieintrchtigt.
  • 7. Studien
    • 10 groe randomisierte Studien
      • ingesamt 500.000 Frauen
      • Kanada, Schottland, Schweden, USA
      • 10 Jahre Mammographie-Screening
    • Ergebnisse in allen Altergruppen (< 30 Jahre)
      • Sterblichkeit: Relative Risikoreduktion: 25 %
  • 8. Tatschlicher Nutzen
    • Behandlung Todesflle (je 1000 Frauen ) kein Mammographie-Screening 4 Mammographie-Screening 3
  • 9. Prsentation des Nutzens
    • Relative Risikoreduktion : Das Mammographie-Screening verringert das Risiko, an Brustkrebs zu sterben um 25%.
    • Absolute Risikoreduktion : Das Mammographie-Screening verringert die Anzahl der Frauen, die an Brustkrebs sterben, von 4 auf 3 pro 1000 Frauen. Damit betrgt die absolute Risikoreduktion 1 pro 1000, also 0,1 %.
    • Anzahl der notwendigen Behandlungen : Die Anzahl der Frauen, die zehn Jahre lang am Screening teilnehmen mssen, damit ein Todesfall vermieden wird, betrgt 1000.
    • Erhhung der Lebenserwartung : Die mittlere Lebenserwartung ist bei Teilnahme am Mammagraphie-Screening (im Alter von 50-69 Jahren) um zwlf Tage hher.
  • 10. Weitere Ergebnisse der Studien
    • keine der 10 Studien lie erkennen, dass Mammographie-Screening bei Frauen zwischen 40 und 49 in den ersten 9 Jahren des Screenings die Sterblichkeit reduziert.
    • Relative Risikoreduktion bei Frauen ber 50 Jahren 27%
    • Wenn Frauen ab einem Alter von 50 Jahren zwanzig Jahre lang jedes zweite Jahr am Mammographie-Screening teilnehmen, dann wird von jeweils 270 eine vor dem Brustkrebstod bewahrt.
  • 11. Nachteile des Screenings
    • Falsch-positive Befunde
      • Unsicherheit
      • weitere Mammographie
      • Ultraschall
      • Biopsie
      • Tumorektomie oder Mastektomie
  • 12. Hufigkeit falsch-positiver Befunde
    • Erste Mammographie Studie mit 26.000 Frauen zeigt:
      • Von 10 positiven Mammogrammen konnte nur bei einer Frau in den folgenden 13 Monaten Brustkrebs nachgewiesen werden.
      • 9 von 10 positiven Mammogramme waren falsch
  • 13. Hufigkeit falsch-positiver Befunde (erste Mammographie) 1000 Frauen (40-50 Jahre) 8 Brustkrebs 992 kein Brustkrebs 7 positiv 1 negativ 70 positiv 922 negativ
  • 14. Hufigkeit falsch-positiver Befunde (regelmige Mammographie)
    • Nach 10 aufeinanderfolgenden Mammographien muss jede 2. Frau mit einem positiven Befund rechnen.
    • Aufklrung ber Hufigkeit falsch-positiver Befunde mangelhaft!
  • 15. Nachteile des Screenings
    • Nicht fortschreitende Karzinome
      • Karzinom in situ (Vermutlich entwickeln sich nur zwischen 10-50% innerhalb von zwanzig bis 30 Jahren zu einem invasiven Karzinom)
        • Mehrzahl der Karzinome bei Frauen in den Dreizigern
        • ca. 40% der Karzinome bei Frauen ber 40
      • Folge der Entdeckung: Therapie
    • Langsam wachsende Karzinome
      • Man stirbt, bevor das Karzinom lebensbedrohlich wird
      • Folge der Entdeckung: Therapie
  • 16. Nachteile des Screenings
    • Strahlungs-induziertes Karzinom
      • erstmals Hinweise in 1910
      • Neuere Schtzung: 2 bis 4 von 10000 Frauen, die ab einem Alter von 40 Jahren am regelmigen Mammographie-Screening teilnehmen, entwickeln ein strahlungs-induziertes Brustkarzinom; eine stirbt daran. (Achtung: nur Schtzungen!)
  • 17. Alter Anzahl lebender Frauen zu Beginn des Zeitraums Flle von Brustkrebs Todesflle durch Brustkrebs Todesflle durch kardio-vaskulre Erkrankungen Todesflle durch andere Ursachen 0-9 1000 7 10-19 993 2 20-29 991 3 30-34 988 1 2 35-39 986 3 3 40-44 983 5 1 1 4 45-49 977 8 2 1 6 50-54 968 11 3 2 11 55-59 952 12 3 5 15 60-64 929 12 3 9 25 65-69 892 14 4 16 36 70-74 836 13 5 28 51 75-79 752 11 6 52 70 80-84 624 9 6 89 95 85 434 5 7 224 203
  • 18.
    • Ich hoffe sehr, dass auf die Frauen kein Druck ausgebt wird, [am Brustkrebs-Screening] teilzunehmen. Die Entscheidung mssen sie selber treffen, und die Fakten mssen der ffentlichkeit und den einzelnen Patienten wahrheitsgem bekannt gegeben werden. Es wird nicht das sein, was sie gerne hren werden. M. Maureen Roberts, rztliche Leiterin des Brus
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