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TK-Gesundheitsreport 2012
Date post:01-Nov-2014
Category:Health & Medicine
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Description:
Der TK-Gesundheitsreport befasst sich traditionell in seinen zwei Hauptabschnitten mit Arbeitsunfhigkeiten und Arzneimittelverordnungen. Der aktuelle Gesundheitsreport betrachtet in diesem Jahr insbesondere die Gesundheit von Pendlern - denn diese haben ein erhhtes Risiko, psychisch zu erkranken. Der Wandel in der Arbeitswelt ist fr viele Beschftigte mit steigenden Anforderungen an Flexibilitt und Mobilitt verbunden. Tgliches Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz stellt fr viele Berufspendler einen zustzlichen Stressfaktor dar, oft nicht ohne Folgen fr die Gesundheit. Der aktuelle Gesundheitsreport beschftigt sich mit diesen mobilittsbedingten Belastungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Daten zeigen, Berufspendler, zu denen etwa 45 Prozent der Beschftigten in Deutschland zhlen, sind seltener und insgesamt weniger krankgeschrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbsttige. Sie sind jedoch hufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen. Grundlage der Auswertungen bilden - routinemig erfasste und anonymisierte - Daten zu aktuell 3,7 Millionen sozialversicherungspflichtig beschftigten oder arbeitslos gemeldeten Mitgliedern der Techniker Krankenkasse. Ausgewertet werden Arbeitsunfhigkeits- und Arzneiverordnungsdaten. Dieses Dokument kann fr redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.
Transcript:
<ul><li> 1. Gesundheitsreport 2012 Der Wandel in der Arbeitswelt ist fr viele Beschftigte mit steigenden Anforderungen an Flexibilitt und Mobilitt verbunden. Tgliches Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz stellt fr viele Berufspendler einen zustzlichen Stressfaktor dar, oft nicht ohne Folgen fr die Gesundheit. Der aktuelle Gesundheitsreport beschftigt sich mit diesen mobilittsbedingten Belastungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Daten zei- gen, Berufspendler, zu denen etwa 45 Prozent der Beschftigten in Deutschland zhlen, sind seltener und insgesamt weniger krankgeschrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbsttige. Sie sind jedoch hufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen. Grundlage der Auswertungen bilden - routinem- ig erfasste und anonymisierte - Daten zu aktuell 3,7 Millionen sozialversicherungspflichtig beschf- tigten oder arbeitslos gemeldeten Mitgliedern der Techniker Krankenkasse. Ausgewertet werden Arbeitsunfhigkeits- und Arzneiverordnungsdaten. Der Gesundheitsreport wird herausgegeben von der Techniker Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Institut fr Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover. Verffentlichungen zum Betrieblichen Gesundheits- management der TK - Band 27, ISSN 1610-845010.1/ 137 6/2012 012 Gesund heitsrepor td2eit h n x ibilitt, Gesu Mobilitt, Fle </li> <li> 2. Gesundheitsreport 2012 Verffentlichungen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der TK,Band 27Herausgegeben von der Techniker Krankenkasse, Hamburg, Fax 040 - 69 09-22 58, Internet: www.tk.de,Bereich Marketing &amp; Vertrieb, Fachreferat Gesundheitsmanagement, Autor: Dr. Thomas Grobe, ISEG(Institut fr Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung), Hannover,Redaktion: Gudrun Ahlers, Gestaltung: Wolfgang Geigle, Produktion: Andreas Volkmar, Druck: MerkurDruck GmbH, Norderstedt. Techniker Krankenkasse. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und sonstige Formen der Vervielfltigung auch auszugsweise nicht gestattet.2 Gesundheitsreport 2011 </li> <li> 3. Gesundheitsreportder Techniker Krankenkasse mit Daten und Faktenzu Arbeitsunfhigkeiten und ArzneiverordnungenSchwerpunktthema:Mobilitt, Flexibilitt, Gesundheit Gesundheitsreport 2011 3 </li> <li> 4. 4 Gesundheitsreport 2011 </li> <li> 5. InhaltInhalt ................................................................................................................... 5Vorwort 6Zusammenfassung 9Arbeitsunfhigkeit regionale Unterschiede .................................................... 10Schwerpunkt: Mobilitt und Flexibilitt 19Verwendete Daten und spezifisch betrachtete Merkmale ................................. 19Untersuchungspopulation, Mazahlen und Kategorien .................................... 21Mobilitt und Flexibilitt Situationsbeschreibung ............................................ 24Mobilitt, Flexibilitt und Gesundheit ................................................................. 41Erwerbspersonen in der TK 59Erwerbspersonen nach Geschlecht und Alter ................................................... 59Erwerbspersonen nach Bundeslndern ............................................................ 61Arbeitsunfhigkeit 64Arbeitsunfhigkeit insgesamt ............................................................................ 64Interpretation von Stichtagsstatistiken .............................................................. 66Arbeitsunfhigkeit nach Dauer .......................................................................... 71Arbeitsunfhigkeit nach Alter und Geschlecht .................................................. 72Arbeitsunfhigkeit nach Bundeslndern ........................................................... 74Arbeitsunfhigkeit nach Diagnosen .................................................................. 76Arbeitsunfhigkeit nach Berufen ....................................................................... 90Arbeitsunfhigkeit nach Ausbildungsstand ....................................................... 94Arbeitsunflle bei Erwerbspersonen ................................................................. 96Rckenbeschwerden ...................................................................................... 100Arzneimittelverordnungen 107Arzneimittelverordnungen insgesamt ............................................................. 107Arzneimittelverordnungen nach Alter und Geschlecht .................................... 109Arzneimittelverordnungen nach Bundeslndern ............................................. 112Arzneimittelverordnungen nach Arzneimittelgruppen ..................................... 115Arzneimittelverordnungen nach Berufen ........................................................ 121Arzneimittelverordnungen nach Ausbildungsstand ......................................... 124Anhang 126Tabellenanhang .............................................................................................. 126Methodische Erluterungen ............................................................................ 161Abbildungs- und Tabellenverzeichnis ............................................................. 173 Gesundheitsreport 5 </li> <li> 6. 6 Gesundheitsreport </li> <li> 7. VorwortAuch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. KonfuziusIm Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten bei den TK-versicherten Erwerbs-personen um gut vier Prozent gestiegen. Jeder Beschftigte war damit statistischgesehen einen halben Tag mehr krankgeschrieben als 2010. Seit dem histori-schen Tiefstand im Jahr 2006 sind die Fehlzeiten insgesamt damit um ber20 Prozent gestiegen.Als Krankenkasse stellt sich fr uns die Frage nach den Ursachen dieser Ent-wicklung. Unstrittig ist, dass sich die Arbeitswelt in den letzten Jahren vor allemdurch die mobile Kommunikation sehr verndert, das heit in erster Linie be-schleunigt hat. Viele Beschftigte ziehen kaum noch eine Grenze zwischen Ar-beit und Freizeit, sind immer erreichbar. Das Leben auf stand-by bleibt nicht oh-ne Folgen: vor allem Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen stei-gen seit Beginn unserer Gesundheitsberichterstattung im Jahr 2000 kontinuier-lich an.Und: anders als in der ersten Hlfte des letzten Jahrzehnts, in der vor allem Be-schftigungslose berproportional von psychischen Diagnosen betroffen waren,sind es in den letzten fnf Jahren vor allem die Berufsttigen, bei denen psy-chisch bedingte Fehlzeiten zunehmen.Die TK-Gesundheitsberichte belegen seit Jahren, dass die psychische Belastungvon Erwerbspersonen in der Republik nicht nur regional sehr unterschiedlichausgeprgt ist, sondern dass es auch groe Unterschiede zwischen Geschlech-tern, Altersgruppen und den verschiedenen Berufen gibt. So wissen wir, dassMenschen in Ballungsrumen wie Hamburg und Berlin berdurchschnittlich hu-fig von psychisch bedingten Fehlzeiten betroffen sind. Ein hheres Risiko habenauch Beschftigte in Dienstleistungsberufen wie Callcenter-Mitarbeiter, Pflege-personal und Erzieher. Dass diese Berufe hufiger von Frauen ausgebt wer-den, ist sicherlich auch ein Grund dafr, dass weibliche Erwerbspersonen see-lisch belasteter sind. Dies gilt vor allem fr Beschftigte zwischen Mitte dreiigund Mitte fnfzig, der so genannten Sandwich-Generation, die oftmals doppeltoder sogar dreifach belastet ist. Denn sie befinden sich beruflich hufig in derPhase, in der entscheidende Weichen fr die Karriere gestellt werden, sie km-mern sich um ihre Kinder und nicht selten inzwischen auch um die Pflege ihrerEltern. Gesundheitsreport 7 </li> <li> 8. Das Schwerpunktkapitel des diesjhrigen TK-Gesundheitsreports identifiziertnoch einen weiteren Risikofaktor: die Mobilitt. Fr den vorliegenden Bericht ha-ben wir erstmals pseudonymisierte Daten zur Entfernung von Wohn- und Ar-beitsort der Beschftigten herangezogen. Die Daten zeigen, Berufspendler, zudenen etwa 45 Prozent der Beschftigten in Deutschland zhlen, sind seltenerund insgesamt weniger krankgeschrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbst-tige. Sie sind jedoch hufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen be-troffen. Dieses Risiko nimmt nicht nur mit jedem weiteren Wohnortwechsel zu,sondern steigt auch mit dem Alter. Beschftigte ber 50 Jahren haben ein 1,7-fach erhhtes Risiko einer psychisch bedingten Krankschreibung.Als Krankenkasse sehen wir unsere Aufgabe deshalb darin, Unternehmen imRahmen ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements dabei zu untersttzen,die gesundheitlichen Ressourcen ihrer Beschftigten zu erhalten und zu frdern,um den Anforderungen eines immer flexibler und mobiler werdenden Marktesauch angesichts des demografischen Wandels gerecht zu werden. Dabei geht esdarum, Strategien zu entwickeln, moderne Kommunikation so zu nutzen, dasssie die Gesundheit der Beschftigten nicht nur belastet, sondern Arbeit auch ge-snder gestaltet, zum Beispiel mit einer gesnderen Arbeitszeitgestaltung undHome office-Angeboten. Bei den Themen Mobilitt und Flexibilitt werden des-halb knftig mehr denn je auch die Arbeitgeber gefordert sein. Hamburg, im Juni 2012Professor Dr. Norbert KlusenVorsitzender des Vorstandsder Techniker Krankenkasse8 Gesundheitsreport </li> <li> 9. ZusammenfassungDer Wandel in der Arbeitswelt ist fr viele Beschftigte mit steigenden Anforde-rungen an Flexibilitt und Mobilitt verbunden. Tgliches Pendeln zwischenWohnort und Arbeitsplatz stellt fr viele Berufspendler einen zustzlichen Stress-faktor dar, oft nicht ohne Folgen fr die Gesundheit. Der aktuelle Gesundheitsre-port beschftigt sich im Schwerpunktkapitel mit diesen mobilittsbedingten Be-lastungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit.Der jhrlich erscheinende Gesundheitsreport der TK befasst sich in zwei Haupt-abschnitten mit Arbeitsunfhigkeiten sowie mit Arzneimittelverordnungen bei Er-werbspersonen, zu denen neben den Berufsttigen auch Bezieher von Arbeits-losengeld gezhlt werden. Sowohl zu Arbeitsunfhigkeiten als auch zu Arznei-mittelverordnungen werden im aktuellen Report Daten ber einen Zeitraum vonzwlf Jahren von 2000 bis 2011 analysiert.Grundlage der Auswertungen bilden routinemig erfasste und anonymisierteDaten zu aktuell 3,7 Millionen sozialversicherungspflichtig beschftigten oder ar-beitslos gemeldeten Mitgliedern der Techniker Krankenkasse. Von allen sozial-versicherungspflichtig Beschftigten in Deutschland waren 2011 nach einer Ge-genberstellung mit vorlufigen Angaben der Bundesagentur fr Arbeit ca.12,7 Prozent bei der TK versichert.Arbeitsunfhigkeit Krankenstnde und ArbeitsunfhigkeitsflleIm Jahr 2011 wurden bei TK-Mitgliedern insgesamt 3,86 Millionen Arbeitsunf-higkeitsflle und 51 Millionen Fehltage registriert. Die krankheitsbedingten Fehl-zeiten bei Erwerbspersonen sind damit im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 er-neut angestiegen. Bezieht man die 2011 erfassten Arbeitsunfhigkeitstage aufdie Versicherungszeiten der Erwerbspersonen, lsst sich nach altersstandardi-sierten Auswertungen fr das Jahr 2011 bei TK-Mitgliedern ein Krankenstandvon 3,51 Prozent berechnen. Im Vorjahr 2010 hatte er bei 3,36 Prozent gelegen.Der fr 2011 ermittelte Krankenstand von 3,51 Prozent entspricht einer durch-schnittlich gemeldeten erkrankungsbedingten Fehlzeit von 12,79 Tagen je Er-werbsperson. Die Fehlzeiten sind damit altersbereinigt von 2010 auf 2011 um0,53 Tage, also um gut einen halben Tag je Person, gestiegen, was einem relati-ven Anstieg der Fehlzeiten um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht(vgl. Abbildung 23 auf Seite 65).Die Zunahme der Fehlzeiten 2011 im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus-schlielich aus einem merklichen Anstieg der Krankschreibungshufigkeit umsechs Prozent von 1,00 AU-Fllen je Person 2010 auf 1,06 Flle je Person undJahr 2011. Einzelne Erkrankungsflle dauerten im Mittel 2011 mit durchschnitt- Gesundheitsreport 9 </li> <li> 10. lich 12,1 Tagen je Fall demgegenber etwas krzer als im Vorjahr die Vern-derung der fallbezogenen Krankschreibungsdauer trug also nicht zu den gestie-genen Fehlzeiten bei. Erwerbspersonen waren 2011 merklich hufiger, fallbezo-gen jedoch etwas krzer und in der Summe dann durchschnittlich etwa einenhalben Tag lnger als im Vorjahr krankgeschrieben. Seit einem historischenTiefstand im Jahr 2006 ist es damit bis 2011 zu einer Zunahme der...</li></ul>

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