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Teil 3: Säule 2 – Aufsichtliches Überprüfungsverfahren .2005-12-12 · ger Aspekt der Säule

Date post:17-Sep-2018
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    Teil 3: Sule 2 Aufsichtliches berprfungsverfahren

    719. Dieser Abschnitt enthlt die zentralen Grundstze des aufsichtlichen berprfungs-verfahrens, Empfehlungen zum Risikomanagement sowie zur aufsichtlichen Transparenz und Rechenschaftspflicht, welche der Ausschuss bezglich der Risiken im Bankgeschft erarbeitet hat, einschliesslich Empfehlungen, die u.a. das Zinsnderungsrisiko im Anlagebuch, das Kreditrisiko (Stresstests, Ausfalldefinition, Restrisiko und Kreditrisikokonzentration), das operationelle Risiko, verstrkte grenzberschreitende Kommunikation und Kooperation sowie Verbriefungen betreffen.

    I. Bedeutung des aufsichtlichen berprfungsverfahrens

    720. Das aufsichtliche berprfungsverfahren der Rahmenvereinbarung soll nicht nur sicher-stellen, dass Banken ber angemessenes Eigenkapital fr alle Risiken verfgen, die mit ihrem Geschft verbunden sind, sondern es soll die Banken auch darin bestrken, bessere Risiko-management-Verfahren fr die berwachung und Handhabung ihrer Risiken zu entwickeln und anzu-wenden.

    721. Das aufsichtliche berprfungsverfahren erkennt die Verantwortung der Geschftsleitung der Bank an, ein internes Verfahren zur Kapitalbeurteilung zu entwickeln und Eigenkapitalziele fest-zulegen, die dem Risikoprofil der Bank und ihrem Kontrollumfeld entsprechen. Nach der Rahmen-vereinbarung ist nach wie vor die Geschftsleitung dafr verantwortlich, dass die Bank ber die aufsichtlichen Mindestanforderungen hinaus ber angemessene Eigenmittel fr die Deckung ihrer Risiken verfgt.

    722. Von den Aufsichtsinstanzen wird erwartet, dass sie beurteilen, wie gut die Banken ihren Kapitalbedarf im Verhltnis zu ihren Risiken einschtzen, und dass sie eingreifen, wo es angebracht erscheint. Damit soll ein aktiver Dialog zwischen Banken und Aufsichtsinstanzen gefrdert werden, sodass beim zutage treten von Mngeln schnelle und wirkungsvolle Schritte unternommen werden knnen, um das Risiko zu reduzieren oder Eigenkapital wieder aufzubauen. Dementsprechend entscheiden sich die Aufsichtsinstanzen vielleicht dafr, sich intensiver mit jenen Banken zu befassen, deren Risikoprofil oder geschftliche Erfahrungen solche Aufmerksamkeit rechtfertigen.

    723. Dem Ausschuss ist bewusst, dass ein Zusammenhang zwischen dem von der Bank zur Risikounterlegung gehaltenen Eigenkapitalbetrag einerseits und der Robustheit und Effektivitt des Risikomanagement-Systems und der internen Kontrollmechanismen der Bank andererseits besteht. Dennoch sollte eine Erhhung des Eigenkapitals nicht als die einzige Mglichkeit gesehen werden, mit der eine Bank zunehmenden Risiken begegnen kann. Andere Mittel, wie die Strkung des Risiko-managements, die Anwendung interner Limits, die Strkung von Rckstellungen und Reserven sowie die Verbesserung interner Kontrollen, mssen ebenfalls erwogen werden. Darber hinaus sollte Eigenkapital nicht als Ersatz dafr angesehen werden, grundlegend unzureichende Kontroll- oder Risikomanagement-Verfahren zu verbessern.

    724. Es gibt drei Hauptbereiche, die besonders fr die Behandlung im Rahmen der Sule 2 geeignet sind: Risiken, die zwar innerhalb der Sule 1 betrachtet werden, dort aber nicht vollstndig erfasst sind (z.B. Kreditrisikokonzentration); Faktoren, die im Rahmen der Sule 1 nicht bercksichtigt werden (z.B. Zinsnderungsrisiko im Anlagebuch, Gechftsrisiken und strategische Risiken); Ein-flsse, die ausserhalb der Bank liegen (z.B. Auswirkungen des Konjunkturzyklus). Ein weiterer wichti-ger Aspekt der Sule 2 ist die Beurteilung, ob die Mindeststandards und die Offenlegungsanforde-rungen fr die fortgeschritteneren Methoden von Sule 1 eingehalten werden, insbesondere das IRB-Regelwerk fr Kreditrisiken und die fortgeschrittenen Messanstze (AMA) fr operationelle Risiken. Die Aufsichtsinstanzen mssen sicherstellen, dass diese Anforderungen sowohl bei der Zulassung als auch fortlaufend erfllt werden.

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    II. Vier zentrale Grundstze der aufsichtlichen berprfung

    725. Der Ausschuss hat vier zentrale Grundstze der aufsichtlichen berprfung aufgestellt; sie ergnzen die ausfhrlichen Empfehlungen, die der Ausschuss entwickelt hat und deren Ecksteine die Grundstze fr eine wirksame Bankenaufsicht und die Methodik der Grundstze fr eine wirksame Bankenaufsicht110 sind. Eine Liste der Dokumente mit spezifischen Empfehlungen fr die Handhabung von Risiken im Bankgeschft findet sich am Ende dieses Teils der Rahmenvereinbarung.

    Grundsatz 1: Banken sollten ber ein Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit ihrer gesamten Eigenkapitalausstattung im Verhltnis zu ihrem Risikoprofil sowie ber eine Strategie fr den Erhalt ihres Eigenkapitalniveaus verfgen.

    726. Die Banken mssen darlegen knnen, dass die gewhlten internen Kapitalziele gut begrn-det sind und dass diese Ziele mit dem Gesamtrisikoprofil und der aktuellen Geschftssituation in Einklang stehen. Bei der Beurteilung der Angemessenheit des Eigenkapitals hat die Geschftsleitung der Bank die jeweilige Phase des Konjunkturzyklus zu beachten, in welcher die Bank gerade agiert. Es sollten strenge, zukunftsorientierte Stresstests durchgefhrt werden, die mgliche Ereignisse oder Vernderungen der Marktkonditionen aufzeigen, die sich negativ auf die Bank auswirken knnten. Es gehrt eindeutig zur primren Verantwortung der Geschftsleitung, sicherzustellen, dass die Bank ber angemessenes Eigenkapital zur Unterlegung ihrer Risiken verfgt.

    727. Die fnf wichtigsten Elemente eines strengen Verfahrens sind die folgenden:

    berwachung durch Geschftsleitung und oberstes Verwaltungsorgan

    fundierte Beurteilung der Eigenkapitalausstattung

    umfassende Beurteilung der Risiken

    berwachung und Berichtswesen

    berprfung der internen Kontrollen

    1. berwachung durch Geschftsleitung und oberstes Verwaltungsorgan111

    728. Ein solides Risikomanagement-Verfahren ist die Grundlage fr eine effektive Beurteilung der Angemessenheit der Kapitalsituation einer Bank. Die Geschftsleitung muss die Art und den Umfang der von der Bank eingegangenen Risiken sowie deren Beziehung zur angemessenen Eigenkapital-ausstattung kennen. Sie ist auch dafr verantwortlich, dass Form und Entwicklungsgrad des Risiko-management-Verfahrens mit Blick auf das Risikoprofil und den Geschftsplan angemessen sind.

    729. Die Analyse des gegenwrtigen und zuknftigen Kapitalbedarfs einer Bank im Verhltnis zu ihren strategischen Zielen ist ein wesentliches Element des strategischen Planungsverfahrens. Der Strategieplan sollte den Kapitalbedarf der Bank, den voraussichtlichen Kapitalverbrauch, das ange-strebte Kapitalniveau und die externen Kapitalquellen deutlich aufzeigen. Die Geschftsleitung und das oberste Verwaltungsorgan sollten die Kapitalbedarfsplanung als entscheidendes Element ansehen, um die angestrebten strategischen Ziele erreichen zu knnen.

    110 Grundstze fr eine wirksame Bankenaufsicht, Basler Ausschuss fr Bankenaufsicht (September 1997), und Methodik der

    Grundstze fr eine wirksame Bankenaufsicht, Basler Ausschuss fr Bankenaufsicht (Oktober 1999). 111 Dieser Abschnitt der Rahmenvereinbarung bezieht sich auf eine Fhrungsstruktur, die aus einem obersten Verwal-

    tungsorgan und der Geschftsleitung besteht. Der Ausschuss ist sich bewusst, dass die rechtlichen und sonstigen Rahmen-bedingungen in den einzelnen Lndern sehr unterschiedlich sind, was die Funktion des obersten Verwaltungsorgans und der Geschftsleitung betrifft. In manchen Lndern besteht die Hauptaufgabe, wenn nicht sogar die einzige Aufgabe des obersten Verwaltungsorgans darin, das geschftsfhrende Organ (Geschftsleitung, Generaldirektion, Vorstand) zu beauf-sichtigen, um sicherzustellen, dass dieses seine Aufgaben erfllt. Aus diesem Grund wird das oberste Verwaltungsorgan in einigen Lndern auch als Aufsichtsrat bezeichnet, d.h. es bt keine ausfhrenden Funktionen aus. In anderen Lndern dagegen sind die Aufgaben des Verwaltungsrats breiter gefchert, d.h. er legt die allgemeine Geschftspolitik der Bank fest. Angesichts dieser Unterschiede werden in diesem Abschnitt mit oberstem Verwaltungsorgan und Geschftsleitung nicht rechtliche Konstrukte bezeichnet, sondern zwei entscheidungstragende Funktionen innerhalb der Bank.

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    730. Das oberste Verwaltungsorgan trgt die Verantwortung fr die Festlegung der Risikotoleranz der Bank. Es sollte ausserdem sicherstellen, dass die Geschftsleitung ein Regelwerk fr die Beurtei-lung der verschiedenen Risiken einfhrt, ein System fr die Gegenberstellung der Risiken und der Eigenkapitalausstattung entwickelt und eine Methode zur berwachung der Einhaltung der internen Grundstze einfhrt. Es ist gleichermassen von Bedeutung, dass das oberste Verwaltungsorgan strikte interne Kontrollen sowie schriftliche Geschftsgrundstze und Verfahrensweisen einfhrt und untersttzt; ferner hat es sicherzustellen, dass die Geschftsleitung diese in der gesamten Bank wirksam vermittelt.

    2. Fundierte Beurteilung der Eigenkapitalausstattung

    731. Grundlegende Elemente einer fundierten Beurteilung des Eigenkapitals beinhalten:

    Grundstze und Verfahren, die sicherstellen, dass die Bank alle wesentlichen Risiken identi-fiziert, misst und darber berichtet

    ein Verfahren, das das Kapital zur Hhe des Risikos in Beziehung setzt

    ein Verfahren, das Ziele fr eine angemessene Eigenkapitalausstattung mit Blick auf die Risiken festlegt, wobei die strategische Ausrichtung und der Geschftsplan der Bank zu bercksichtigen sind

    ein System interner Kontrollen, berprfungen und Revisionen, welches die Stabilitt des gesamten Managementverfahrens sicherstellt

    3. Umfassende Beurteilung der Risiken

    732. Alle wesentlichen Risiken, denen eine Bank ausgesetzt ist, sind im Verfahren zur Eigen-kapitalbeurteilung zu erfassen. Der Ausschuss rumt zwar ein, dass nicht alle Risiken przise gemes-sen werden knnen,

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