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STÄRKUNG DER AMBULANTEN ÄRZTLICHEN VERSORGUNG ?· Referat für Öffentlichkeitsarbeit Bauhofstr....
Date post:14-Jun-2019
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STRKUNG DER AMBULANTEN RZTLICHEN VERSORGUNG

MINISTERIUM FR SOZIALES,ARBEIT, GESUNDHEITUND DEMOGRAFIE

EIN MASTERPLAN

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ImpressumHerausgeber: Ministerium fr Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz Referat fr ffentlichkeitsarbeit Bauhofstr. 9, 55116 Mainz

Gestaltung: www.grafikbuero.com

MSAGD 2017

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VORWORT

Vor dem Hintergrund der bestehenden Herausforderungen bei der Sicherung der rztlichen Grundversorgung und den neuen Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung und beim rztlichen Nachwuchs haben sich die Partner des Masterplans darauf verstn-digt, weitere Manahmen zur Strkung der ambulanten rztlichen Versorgung zu verein-baren und umzusetzen.

Die Fortschreibung des Masterplans erfolgt in Kooperation mit: Kassenrztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz, Landesrztekammer Rhein-land-Pfalz, Hausrzteverband Rheinland-Pfalz und Universittsmedizin Mainz, gemeinsam mit dem Ministerium fr Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und dem Minis-terium fr Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Zudem waren in die Beratungen auch der Landkreistag Rheinland-Pfalz, der Gemeinde- und Stdtebund Rheinland-Pfalz und die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz einbezogen. Zahlreiche Einzelmanahmen wurden bereits im Laufe der Gesprche in den Jahren 2016 und 2017 auf den Weg gebracht.

Die Weiterentwicklung des Masterplans umfasst folgende fnf Handlungsfelder:

rztliche Ausbildung

rztliche Weiter- und Fortbildung

rztliche Berufsausbung

Sonstige Manahmen auf Landesebene

Manahmen auf regionaler bzw. kommunaler Ebene

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RZTLICHE AUSBILDUNG

hausrztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz zur Verfgung stehen.

Die finanziellen Mittel fr das Frderprogramm stellt das Land zur Verfgung. Das Land baut dieses Frderprogramm aus. So werden in Zukunft auch Studierende gefrdert, die nicht an der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz ein-geschrieben sind, das PJ-Tertial Allgemeinmedi-zin aber in einer rheinland-pflzischen Lehrpraxis absolvieren.

Umsetzung Masterplan Medizinstudium 2020

Im Rahmen der Masterplanverabschiedung wurde zudem vereinbart, eine gemeinsame Arbeits-gruppe von KMK und GMK ins Leben zu rufen, die das Thema Ausbau der Studienplatzkapazi-tten, den die Landesrztekammer zur Deckung des knftigen Bedarfs an rztinnen und rzten fr erforderlich hlt, weiter bearbeiten wird. Beiden Ministerkonferenzen soll im Jahr 2020 ein erster Bericht vorgelegt werden. Die Masterplanpart-ner werden die Konsequenzen fr Rheinland-Pfalz errtern.

Rheinland-Pfalz unternimmt viele Anstrengungen, um das Studienplatzangebot zu verbessern. Dazu werden u.a. Gesprche mit regionalen Kranken- hausstandorten gefhrt. Es wird dabei ausgelotet, wie durch Kooperationen Teile der Medizineraus- bildung strker regionalisiert werden knnen. Die Kooperation knnte einen Verbleib der Medi-ziner in der Region untersttzen. Ob sich dadurch auch die Studienplatzkapazitt im klinischen

Studienbegleitende Frderung von Medizinstudierenden

Um schon frhzeitig Anreize fr eine sptere haus- rztliche Ttigkeit zu setzen, hat die Kassenrzt-liche Vereinigung Rheinland-Pfalz ein Frder-programm fr Medizinstudierende (Frderpro-gramm Famulatur) aufgelegt. ber dieses Fr-derprogramm werden Famulanten in einer Haus-arztpraxis ein bis maximal zwei Monate finanziell untersttzt. Famulaturen in Planungsbereichen, in denen gem 100 Absatz 1 Satz 1 SGB V eine (drohende) Unterversorgung besteht, werden dabei vorrangig bercksichtigt. Ziel ist es, mg-lichst viele Studierende fr eine Niederlassung in lndlichen Regionen zu interessieren.

Seit 2013 wurden von der Kassenrztlichen Ver-einigung Rheinland-Pfalz ber 500 Famulanten gefrdert und dabei mehr als 250.000 Euro an Frdermittel vergeben. Aufgrund der hohen Inan-spruchnahme des Frderprogramms wurde die im Haushalt der Kassenrztlichen Vereinigung vor-gesehene Frdersumme von anfnglich 40.000 Euro auf 100.000 Euro jhrlich erhht.

Famulaturbrsen ergnzen das Frderprogramm. Sie geben Auskunft ber die aktuell freien Famu-latur-Pltze.

Das Land frdert zudem ber das Frderpro-gramm PJ-Tertial Allgemeinmedizin Medizin- studierende, die im Praktischen Jahr (PJ) das Wahlfach Allgemeinmedizin whlen. Mit der Frderung soll erreicht werden, dass sich mehr Absolventen fr eine Weiterbildung in der All-gemeinmedizin entscheiden und spter fr die

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Die Zulassung zum Studium Humanmedizin wird unter Bercksichtigung des Urteils des Bundesver-fassungsgerichts vom 19. Dezember 2017 weiter-entwickelt.

Auch ohne schulische Hochschulzugangsberechti-gung ist Studieren mglich. Am Fachbereich Univer-sittsmedizin Mainz studieren mittlerweile mehr als 300 beruflich qualifizierte Frauen und Mnner.

Strkung der Allgemeinmedizin im Medizinstudium

Mit Besetzung der Professur fr Allgemeinmedi- zin und Einrichtung des Zentrums fr Allgemein-medizin und Geriatrie (ZAG) wurde durch eine entsprechende finanzielle und personelle Ausstat-tung die Sichtbarkeit der Allgemeinmedizin fr die Medizinstudierenden deutlich verbessert.

Zur Sichtbarkeit hat beigetragen, dass die Abteilung Allgemeinmedizin des ZAG in ihren ersten beiden Jahren zahlreiche Verffentlichungen platzieren konnte. Die Schwerpunktthemen des ZAG, Abtei-lung Allgemeinmedizin sind Patientenversorgung im Zeitalter des Internet, Gesundheitsapps, Bera-tungsportale und Co. und Versorgung demenz-kranker Patienten in der Allgemeinmedizin. Neben Verffentlichungen zu diesen Themen wurde erfolg-reich am Projekt SEAL mitgearbeitet. SEAL zielt auf eine optimierte Frherkennung von Leberzirrhose ab. Weitere Themen sind: Hepatitis bei Asylbewer-bern, Betreuungsbedrfnisse von Asylbewerbern, Schlafstrungen bei Asylbewerbern, Dysphagie in der hausrztlichen Praxis und Bewegung im Alter.

Fr die Zukunft ist nach Schaffung der notwendi-gen wissenschaftlichen Voraussetzungen (Vorunter-suchungen) vorgesehen, eigene drittmittelgefr-derte Projekte umzusetzen.

Im Hinblick auf die Lehre wird die Zahl der Lehr-beauftragten und der Lehrpraxen besonders mit rztinnen und rzten aus universittsfern liegenden Regionen in Rheinland-Pfalz erhht.

Ausbildungsabschnitt erhht, wird im Rahmen des Umsetzungsprozesses grndlich geprft. Das wre zugleich ein wichtiger Schritt zur weiteren Versor-gungssicherung. Im Rahmen der Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 wird auch zu klren sein, inwieweit der Bund die Lnder unter-sttzen kann, um die Ausbildungskapazitten aus-zuweiten.

Zulassung zum Medizinstudium: Weiter- entwicklung des Auswahlverfahrens

Die Abiturnote als Auswahlkriterium fr die Zulas-sung zum Medizinstudium ist zwar ein guter Prdik-tor fr den Studienerfolg, sie sagt jedoch nichts ber die tatschliche Eignung der Bewerber fr den Arzt-beruf und die sptere Motivation fr die Ttigkeit in der rztlichen Grundversorgung aus. Der Masterplan Medizinstudium 2020 sieht deshalb vor, die Zulas-sung zum Studium der Humanmedizin zeitgem weiterzuentwickeln. So soll den Universitten knftig vorgegeben werden, dass sie neben der Abi-turdurchschnittsnote mindestens zwei weitere Auswahlkriterien anwenden. Diese sollen insbe-sondere die sozialen und kommunikativen Fhig-keiten sowie die Leistungsbereitschaft der Bewer-berinnen und Bewerber einbeziehen. Auch soll eine Ausbildung oder Ttigkeit in medizinischen Beru-fen strker gewichtet werden sowie Erfahrungen im Rahmen von Studien-, Ausbildungs- oder Praxiszei-ten im Gesundheits- und/oder Pflegebereich bzw. durch ehrenamtliches Engagement in einem medizinnahen Bereich als Nachweis einer beson-deren Motivation fr den Arztberuf bercksichtigt werden. Empfohlen wird der Einsatz von Studier- fhigkeitstests und Auswahlgesprchen. In diesem Sinne wird die Universittsmedizin Mainz die Einsatzmglichkeiten weiterer strukturierter und standardisierter Testverfahren fr das Studienplatz-vergabeverfahren prfen. Hierbei knnten insbeson-dere Situational Judgement Tests zur Erfassung sozialer Kompetenzen in Betracht gezogen werden.

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Projekt Mainzer Allgemeinmedizin Begleitetes Studieren (MA-BS)

Die Universittsmedizin setzt seit 1. Oktober 2016 dieses Projekt zur Strkung der Allgemein- medizin im Studium um. Ziel ist es, Studierende fr den Hausarztberuf zu begeistern und damit einen Beitrag zur Sicherung der hausrztlichen Versorgung zu leisten. Kern des Projekts ist eine intensive Betreuung der Medizinstudieren-den vom 5. bis zum 10. Semester. Im Rahmen von eng verzahnten Praxis- und Theorieveran-staltungen soll deren Interesse am Hausarztbe-ruf gestrkt und langfristig gefrdert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Ein-bindung von Studierenden in die Patientenbe-treuung. Einmal im Semester findet ein Praxistag statt, an dem Studierende ihre Patienten mit-betreuen und so die Hausarztttigkeit ganz prak-tisch erfahren knnen. An die Patientenbetreu-ung schliet sich eine intensive Reflexion an. In gemeinsamer Gruppenarbeit werden die jeweili-gen Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert. Ergn-zend sind Exkursionen zu Praxen in lndlichen Regionen vorgesehen. Darber hinaus profitieren die Studierenden vom engen Austausch mit dem Hausarztverband, der Kassenrztlichen Vereini-gung und wissenschaftlichen Gesellschaften.

Die Resonanz der beteiligten Studierenden ist bisher durchweg positiv. Es konnten enge Kon-takte zwischen Lehrarzt, Studierenden und Patienten geknpft und gefestigt werden. Nicht zuletzt die groe Nachfrage nach entsprechen-den Pltzen von Seiten der Studierenden besttigt das Konzept der longitudinalen Lehre in der Allge-meinmedizin.

Die Stiftung Perspektive Hausarzt frdert das MA-BS Projekt derzeit mit 45.000 Euro fr die gesamte Projektdauer von 4,5 Jahren. Die Partner des Masterplans werden sich dafr einset-zen, dass das Programm fortgesetzt wer

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