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Städtisches St.-Anna-Gymnasium, München

Date post:05-Mar-2016
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Projektdokumentation Umbau, Sanierung und Erweiterung eines denkmalgeschützten Schulgebäudes in München
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  • ST.-ANNA-GYMNASIUM MNCHEN

  • ST.-ANNA-GYMNASIUM MNCHEN

  • Inhalt

    Vorwort 5Historie 8Lage 13Erweiterung 14Grundrisse 17Bauabschnitte 20Baumanahme bei laufendem Betrieb 22Statische Ertchtigung 23Fassaden 25Klassenrume 28Turn- und Gymnastikhallen 30Aula 32Treppen 36Brandschutz 38Freianlagen 40Museum 42Signaletik 43Kunst am Bau 44Beleuchtungskonzept 45Wasserkraft 46Mensa 48Projektbeteiligte, Daten 54

  • Planen und Bauen sind blicherweise ein langer Prozess, der oft ber mehrere Jahre andauert. Von allen Beteiligten wer-den dabei Geduld und Ausdauer gefordert. Doch meistens berragt die Vorfreude auf das neue, funktionalere, grere, schnere und modernere Gebude die Anstrengung des Pla-nungsprozesses und die Mehrbelastung durch die Baustelle. Das Projekt der Generalsanierung und Erweiterung des St.-Anna-Gymnasiums war, was die Planung und vor allen Dingen den Bauablauf angeht, ein sehr auergewhnliches Projekt. Vor genau 8 Jahren erhielten wir von der Stadt Mnchen den Auftrag fr die Architekturplanung. Da der Planungspro-zess auf Grund haushalterischer berlegungen fr etwa 1 Jahre unterbrochen wurde, konnte erst im Sommer 2006 mit dem eigentlichen Bau begonnen werden. Die 4jhrige Bauzeit war fr alle Beteiligten natrlich ganz besonders fr Lehrer und Schler des St.-Anna-Gymnasiums und der angrenzen-den St.-Anna-Grundschule eine enorme Herausforderung. Da die rtliche Situation im Stadtteil Lehel keine Auslagerung der Schule zulie, mussten die Bauarbeiten in insgesamt vier

    kleinen, einzelnen Bauabschnitten erbracht werden. Neben den unvermeidbaren Beeintrchtigungen durch die Baustelle bedeutete dies vor allem viele Umzge innerhalb der Schule und ein Leben, Lernen und Lehren in Provisorien. Diese Kraft-anstrengung konnte nur durch das positive Miteinander aller Beteiligten von Beginn an gemeistert werden. Natrlich gab es immer wieder Situationen, in denen Bauablauf und Schulun-terricht entgegengesetzte Prioritten aufwiesen, jedoch konn-te durch das gemeinsame Wirken immer eine beiden Seiten gerecht werdende Lsung gefunden werden.Wir glauben im Namen aller Bauleute, Projektleiter, Planer, Bauleiter und Firmen zu sprechen, wenn wir uns hiermit bei den eigentlichen Nutzern, bei Schlern, Eltern und Lehrern, fr ihre konstruktive Zusammenarbeit und vor allen Dingen fr ihre Geduld bei der Realisierung dieses Projekts bedan-ken. Wir hoffen, dass das nun fertig gestellte, neue Schul-gebude die von ihnen erwarteten Qualitten, Funktionen und Rume fr einen erfolgreichen, lebendigen und konstruktiven Unterricht bereitstellt.

    Ludwig Karl und Markus ProbstOktober 2010

    Vorwort

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  • HistorieDas St.-Anna-Gymnasium wurde in den Jahren 1911-1912 nach Plnen des Architekten Josef Rehlen als Hhere Md-chenschule errichtet. Der Architekt Hermann Leitenstorfer erweiterte das Gebude im Jahr 1929 um einen Anbau an den Nordflgel und entfernte bei Umbauarbeiten im Inneren der Schule im Sinne der Neuen Sachlichkeit einen Teil der historisierenden Elemente in der Aula. Bei Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs 1944/1945 wurde das Gymnasium, wie auch die angrenzende Kirche und das Kloster St. Anna, stark beschdigt. Der gesamte Westflgel musste deshalb abgebrochen werden. 1958 kam es dann zu strukturellen Ver-nderungen: Aus der Hheren Mdchenschule wurde das Stdtische St.-Anna-Gymnasium. Ab diesem Zeitpunkt war die Schule auch fr Jungen geffnet. Im Jahre 1960 wurde an den Nordflgel die Grundschule St.-Anna-Strae angebaut. Auch der Sdflgel erhielt einen kleinen Anbau mit zustzli-chen Toiletten und schulischen Nebenrumen. Das St.-Anna- Gymnasium wurde 1973 in die bayerische Denkmalliste auf-genommen und blieb bis zum Beginn der Sanierungs- und Erweiterungsmanahmen weitestgehend unverndert. Aufgrund verschiedener baulicher Mngel im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes sowie einer notwendig gewor-denen statischen Ertchtigung veranlasste die Landeshaupt-stadt Mnchen 2002 eine Generalsanierung des Gebudes. Im Zuge dieser Manahmen sollte auch die dringend notwen-dige rumliche Erweiterung des Gymnasiums erfolgen.Richtfest 1912

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  • 1912

    1929 Anbau an den Nordgel durch Hermann Leitensdorfer

    1944/45 Zerstrung des gesamten West-gels, Rckbau

    1960 Anbau der Grundschule an den Nordf-gel

    2006 - 2010 Generalsanierung und Erweite-rung

    1912

    1929 Anbau an den Nordgel durch Hermann Leitensdorfer

    1944/45 Zerstrung des gesamten West-gels, Rckbau

    1960 Anbau der Grundschule an den Nordf-gel

    2006 - 2010 Generalsanierung und Erweite-rung1912

    1929 Anbau an den Nordgel durch Hermann Leitensdorfer

    1944/45 Zerstrung des gesamten West-gels, Rckbau

    1960 Anbau der Grundschule an den Nordf-gel

    2006 - 2010 Generalsanierung und Erweite-rung

    1912

    1929 Anbau an den Nordgel durch Hermann Leitensdorfer

    1944/45 Zerstrung des gesamten West-gels, Rckbau

    1960 Anbau der Grundschule an den Nordf-gel

    2006 - 2010 Generalsanierung und Erweite-rung

    1912

    1929 Anbau an den Nordgel durch Hermann Leitensdorfer

    1944/45 Zerstrung des gesamten West-gels, Rckbau

    1960 Anbau der Grundschule an den Nordf-gel

    2006 - 2010 Generalsanierung und Erweite-rung

    1911-1912, Neubau als Schule fr hhere Tchter nach Planung von Josef Rehlen

    1944/45, Zerstrung und darauf folgender Rckbau des Westflgels

    1960, Anbau der Grundschule an den Nord-flgel und Aufstockung des Sdflgels

    2006 - 2010, Generalsanierung und Er weiterung

    1929, Erweiterung des Nordflgels durch Hermann Leitenstorfer

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  • Sdfassade 1912

    Sdfassade 2004

    Sdfassade 2010

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  • Lehel

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    Altstadt

    Stadt Mnchen

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  • Das St.-Anna-Gymnasium liegt im innerstdtischen Mnch-ner Stadtteil Lehel. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich die 1887-1892 errichtete, neuromanische Pfarr-kirche St. Anna. Das Gebude war das Ergebnis eines 1885 ausgelobten Architektenwettbewerbs, den der Architekt Gab-riel von Seidl fr sich entschieden hatte. Nach Einschtzung namhafter Kunsthistoriker gehrt die Kirche zu den besten Werken des Historismus in Mnchen. Das Lehel, die lteste der Mnchner Vorstdte, ist ein beliebtes

    Wohngebiet nicht zuletzt wegen seiner zentralen Lage und der noch in weiten Teilen vorhandenen, gut gepflegten Altbausubstanz. Die beengte Lage der Schule in dieser his-torisch gewachsenen Stadtstruktur brachte fr die Bauma-nahme besonders hohe Anforderungen an den Gebudeent-wurf und spter auch an die Umsetzung der Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb mit sich. Der Innenhof zwischen dem St.-Anna-Gymnasium und der Grundschule St. Anna dient als intensiv genutzter Pausenhof fr beide Schulen. Aus diesem Grund wre eine Erweiterung des Gymnasiums, die diesen ohnehin schon knappen Raum weiter eingeschrnkt htte, nur wenig sinnvoll gewesen.

    a Gymnasiumb Grundschulec Pfarrkirche St. Annad St.-Anna-Platze Klosterkirche St. Anna mit Kloster

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    Lage

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  • Im Vorfeld der ab 2001 untersuchten Umbau- und Ausbau-manahmen wurden unterschiedliche Erweiterungsvarian-ten wie beispielsweise der Ausbau des Dachgeschosses zu Klassenrumen oder ein Anbau an den Sdflgel ge-prft, jedoch von Seiten des Denkmalschutzes und der Stadt-planung verworfen: Ein Anbau an den Sdflgel htte die gewohnte Blickachse von der Kreuzung Liebig-/St.-Anna-Strae zur St. Anna-Kir-che verstellt. Zudem durfte ein Neubau keinesfalls den scht-zenswerten Baumbestand auf dem Pausenhof gefhrden, dessen ohnehin schon knapp bemessene Flche beschnei-den oder die gemeinsame Nutzung mit der benachbarten Grundschule behindern. Die Unterbringung neuer Klassen-zimmer im Dachgeschoss htte erstens nur zu beengten, nicht den heutigen Anforderungen entsprechenden Ru-men gefhrt und zweitens groe Gauben erfordert, die die Dachlandschaft des denkmalgeschtzten Gebudes stark beeintrchtigt htten.

    Im Zuge eines 2002 durchgefhrten VOF-Verfahrens erhielt unser Bro den Auftrag, die Architektenleistungen fr die Pla-nung der Generalsanierung und der Erweiterung zu erbringen.Unser Entwurfskonzept sieht einen aufgestnderten, zwei-geschossigen Erweiterungsbau vor, der den Brckenschlag zwischen Nord- und Sdflgel vollzieht. Dieses Konzept umgeht nicht nur alle Probleme, die bei den ursprnglichen Lsungen aufgetreten wren, sondern es verbessert die be-stehende Situation mageblich: Die vorhandenen Pausen-hofflchen bleiben komplett erhalten und gewinnen durch die berdachung zustzliche Aufenthaltsqualitt. Zudem wird die Erschlieungssituation innerhalb der Schule durch das Brckenbauwerk wesentlich optimiert: Die bisherige U-Form des Bestandsgebudes wird in den Obergeschossen zu einer ringfrmigen, geschlossenen Erschlieung. Im Erweiterungsbau sind insgesamt sechs Klassenzimmer mit Nebenrumen untergebracht. Der nach Westen hin offene, bis zum Boden verglaste Flur des Neubaus bildet mit sei-ner Transparenz und Lichtflle einen wohltuenden Kontrast und wichtigen rumlichen Ausgleich zu den innenliegenden, knstlich belichteten Fluren der bestehenden Schule.

    Erweiterung

  • Grundriss 1. Obergeschoss, o.M. a Klassenraumb Museumc Aulad Bhnee Lehrerzimmerf Silentiumg Verwaltungh Arzti Lehrmittelk Elternsprechzimmerl Kopierraum / Garderoben Nachbarbebauung

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    GrundrisseDie Grundstruktur des Schulbaus wurde bei der Neuordnung der Funktionen und Raumzusammenhnge weitgehend bei-behalte

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