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SICHER Winter 2012

Date post:08-Mar-2016
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- Interview mit Bernhard Russi - Spitalfinazierung 2012: Neues Abrechnungssystem - Herausforderung ADHS
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  • W I n T E R 2 0 1 2

    SICHER m i t m e i n e r K r a n k e n k a s s e

    Liebe KundinLieber Kunde

    Seit Anfang dieses Jahres rechnen Spit-ler nach dem neuen Fallpauschalen-System SwissDRG ab. Effizienz und Transparenz der Spitler sollen dadurch zunehmen und ln-gerfristig prmiendmpfend wirken. Damit verbunden sind ngste zum Beispiel vor vorzeitiger Entlassung aus dem Spital , die von unterschiedlichen Interessengruppen geschrt werden. Warum diese ngste unbe-grndet sind, erfahren Sie auf Seite 2.

    ADHS in Zusammenhang mit dem Medika-ment Ritalin ist ein hufiges Thema in den Medien. Die Diskussionen darber sind kon-trovers. Doch was steckt eigentlich hinter diesen vier Buchstaben? Ursula Ammann von der Schweizerischen Fachgesellschaft ADHS erklrt auf Seite 4, wie sich diese neu-robiologische Strung auswirkt und wie eine geeignete Behandlung aussehen sollte.

    Ob Joghurt, Kse oder Wurst: Probiotische Lebensmittel sind bei Konsumentinnen und Konsumenten beliebt. Immer mehr Produkte sind mit Milchsurebakterien angereichert, um einen gesundheitlichen Zusatznutzen zu erzielen. Doch halten die Produkte, was die Werbung verspricht? ber den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Studien informiert die Ernhrungsberaterin Steffi Schlchter auf Seite 6.

    Ich wnsche Ihnen eine spannende Lektre.

    Herzlich,

    Daniel HerzogDirektor RVK

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    Interview mit Bernhard Russi

    Der beste Trainingsort? Die Berge.

  • Mit eineinhalb Jahren stand Bernhard Russi das erste Mal auf Skiern. Auch heute noch ist der Wintersport die grosse Leidenschaft des 63-Jhrigen. Der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger hat sein Leben ganz dem Skisport verschrieben und ist glcklich, als Fernsehkommentator seinem Lieblingssport auch nach seiner Karriere als Skirennfahrer ganz nahe zu sein.

    Bernhard Russi, Ihr Leben dreht sich um den Skisport. Warum? In Andermatt fhrt jedes Kind Ski. Der Win-ter ist lang und andere Freizeitmglichkeiten gibt es keine. Mein Vater war ebenfalls ein Leistungssportler. Das Feuer hat mich relativ schnell gepackt.

    Ihre Paradedisziplin war die Abfahrt. Warum?Ich bin ber den Slalom gross geworden, habe dort auch erste internationale Siege gefeiert. Dann ging bei mir in der Abfahrt der Knopf auf ich wurde berraschend Weltmeister. Dies musste ich natrlich besttigen.

    Seit Ihrem Rcktritt als Rennfahrer sind mehr als 30 Jahre vergangen. Was hat sich im Skisport seitdem verndert?Etwas hat sich nicht verndert: der Siegeswille, alles zu geben und eben auch Risiken einzu-gehen. Das Restrisiko war immer da und wird auch immer bleiben. Die Sicherheitsvorkehrun-gen sind zwar besser geworden, oft sind sie

    aber verfhrerisch. Die Athleten whnen sich in falscher Sicherheit. Ein Hochsicherheitsnetz, montiert nach den neusten Kenntnissen, ist kein Garant, dass nichts passiert.

    Sie haben Ihre Karriere mit 30 Jahren be-endet. War es rckblickend gesehen der richtige Zeitpunkt?Genau richtig. Ich habe keine Sekunde gezgert und es nie bereut.

    Als Co-Kommentator und Rennanalyst beim Schweizer Fernsehen verfolgen Sie die Ren-nen immer noch aus nchster Nhe. Was ge-fllt Ihnen an dieser Arbeit?Ich bin ganz nahe an meinem Lieblingssport. Im Moment drfen wir immer um den Sieg mit-fiebern. Das macht Spass. Dazu kommt, dass links, manchmal auch rechts, von mir Matthias Hppi sitzt der wohl kompetenteste Kommen-tator im Ski alpin. Das macht ebenfalls Spass und gibt Sicherheit.

    Was raten Sie Nachwuchstalenten, die eine Karriere als Profisportler starten mchten?Die Basis ist das Bekenntnis zum Leistungs-sport. Egal, wohin es einmal fhren wird. Wenn jemand nur Leistungssport betreibt, um Olym-piasieger zu werden, dann gehts schief.

    Welche Plne haben Sie fr Ihre Zukunft?So lange wie mglich fit und gesund zu bleiben, um einige meiner Trume zu realisieren: Hima-

    laya, Antarktis oder Patagonien. Aber einige Trume drfen auch Trume bleiben.

    Und was tun Sie, um mglichst lange fit und gesund zu bleiben?Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Ich klettere zum Beispiel viel und gerne. Meistens ein- bis zweimal in der Woche. Wenn ich nicht klettere, finde ich sicher irgendwo einen Kraftraum oder ein Fitnessstudio. Zudem ernhre ich mich aus-gewogen. Das habe ich schon als Berufssportler getan, als ich die ganze Zeit unterwegs war. Spe-zielle Diten musste ich aber nie einhalten.

    Und wo erholen Sie sich? Auf einer Bergtour, ganz alleine.

    SICHER 1/20122

    I n T E R V I E W

    Ich bin ein sehr aktiver Mensch.

    Bernhard Russi

    GeburtsortAndermatt

    HobbysSkisport, Klettern

    Darauf bin ich besonders stolzStolz ist vielleicht das falsche Wort. Aber wenn meine Kinder sagen Du bist der beste Vater, dann entsteht schon etwas wie Stolz.

    Schnstes ErlebnisDie grossen Siege (Weltmeisterschaft und Olympia) stehen ganz oben auf der Liste. Aber zuoberst stehen die beiden Geburten meiner Kinder Ian und Jenny.

    Seit Anfang Januar rechnen die Spitler nach einem neuen System ab. Effizienz und Trans-parenz der Spitler sollen zunehmen und lngerfristig prmiendmpfend wirken.

    Die neue Spitalfinanzierung SwissDRG (Swiss Di-agnosis Related Groups) ist seit 1. Januar 2012 in Kraft. Sie regelt die Entschdigungen fr sta-tionre akutsomatische Spitalleistungen. Wenn also eine stationre Behandlung erfolgt, rechnet das Spital nicht mehr nach Tagespauschale oder Einzeltarif ab, sondern nach einem schweizweit einheitlichen Fallpauschalensystem, dem Swiss-

    DRG. Kurz: Die Spitler verrechnen alle Behand-lungen mit einer Pauschale. Damit lassen sich nun die Leistungen der Spitler vergleichen. Dies bringt den Patienten einen wesentlichen nutzen, denn die Spitler mssen sich vermehrt dem Wettbewerb stellen Effizienz und Transpa-renz nehmen zu. Lngerfristig erhofft man sich dadurch eine prmiendmpfende Wirkung.

    Keine Angst vor blutigen AustrittenInteressengruppen stellen immer wieder ngs-te in den Raum zum Beispiel vor blutigen Austritten. Darunter versteht man die vorzei-

    S P I T A L F I n A n Z I E R U n G 2 0 1 2

    Neues Abrechnungssystem in Kraft

    Mit SwissDRG soll die Qualitt der Dienstleistungen erhht werden.

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    M E D I Z I n

    Vorbeugen ist besser als heilen

    Unter Prvention versteht man vorbeugen-de Massnahmen, um eine unerwnschte Ent-wicklung zu vermeiden. In der Krankenleis-tungsverordnung (KLV) sind die Leistungen aufgefhrt, die helfen, unerwnschte Proble-me zu vermeiden, und die von der Kranken-kasse bernommen werden. Der wachsende Gesundheitsmarkt schafft jedoch Angebo-te und Bedrfnisse, die nicht alle durch die Grundversicherung abgedeckt werden knnen.

    So knnen zum Beispiel Check-up-Untersuchun-gen, um den Gesundheitszustand zu prfen,

    nicht aus der Grundversicherung bezahlt werden. Eine Ausnahme davon bilden die regelmssigen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im Vor-schulalter. rztinnen und rzte kontrollieren, ob sich das Kind normal entwickelt. Insgesamt werden acht Untersuchungen aus der Grundver-sicherung finanziert.

    Frherkennung wichtigIn der Prvention weit verbreitet ist der gyn-kologische Vorsorgeuntersuch inklusive Krebsab-strich. Spezialisierte Labors untersuchen dabei Zellen aus dem Muttermund. Der sehr gefhrli-

    che Muttermundkrebs kann so frhzeitig erkannt und behandelt werden. Zur Diskussion hingegen steht immer wieder die Zweckmssigkeit von Vorsorgeuntersuchungen zur Frherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom). Brustkrebs ist bei Frauen die weitaus hufigste Krebserkrankung die Zahl steigt weiter an. neben der Selbstunter-suchung, die jede Frau durch regelmssiges Ab-tasten beider Brste durchfhren kann, stehen die bildgebenden Verfahren Mammografie und MRI der Mamma zur Verfgung. Unbestritten ist, dass durch Frherkennung die Prognose der Krankheit wesentlich verbessert werden kann. Unklar ist jedoch, in welchem Alter, in welchen Abstnden und mit welcher Methode die Unter-suchungen erfolgen sollen. Ab dem 50. Alters-jahr bernimmt zurzeit die Grundversicherung alle zwei Jahre die Kosten einer Mammografie.

    Mnner benachteiligtIn der KLV nicht aufgefhrt sind die Vorsorgeun-tersuchungen bei Mnnern. Im Zentrum stehen die Vernderungen der Prostata, die bereits ab 45 oder 50 Jahren einsetzen knnen. Was zu-nchst als altersbedingte und gutartige Vergrs-serung dieser Drse leichte Beschwerden beim Wasserlsen verursachen kann, entpuppt sich nicht selten als bsartige Vernderung (Prosta-takarzinom). Der Prostatakrebs gehrt zu den hufigsten Krebserkrankungen bei Mnnern. Zur regelmssigen Untersuchung durch den Hausarzt gehrt daher die rektale Abtastung der Prostata; bei unklarem Befund braucht es weiterfhrende Abklrungen beim Urologen.

    Dr. med. Ruedi Huptle, Vertrauensarzt

    Medizinische Vorsorgeuntersuchungen sollen helfen Krankheiten vorzubeugen.

    tige Entlassung aus dem Spital. Verschiedene Studien aus Deutschland, wo das DRG-System seit Jahren angewendet wird, belegen, dass dem nicht so ist. Denn die Spitler mssen ei-nen Abschlag in Kauf nehmen, falls der Patient frher als vorgesehen aus dem Spital austritt. Ausserdem erhalten sie keine zustzliche Fall-pauschale, wenn der Patient wegen des glei-chen Leidens wieder spitalbedrftig wird.

    Spitalzusatzversicherung weiterhin sinnvollDie Einfhrung der neuen Spitalfinanzierung und der SwissDRG hat von allen Parteien ei-

    nen gewissen Aufwand gefordert: Die Kantone mussten neue Spitallisten definieren. So sind beispielsweise einige Spitler aus wirtschaft-lichen Grnden nicht mehr aufgefhrt. Aber auch die Spitler selbst sowie die Kranken-versicherer mussten sich neu orientieren. Die Spitalversorgung ist jedoch nicht gefhrdet, denn es stehen immer noch gengend Spitler zur Verfgung. Auch die neue Regelung, dass die Grundversicherung nun schweizweit zahl

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