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pHakten 4. Quartal 2013
Date post:22-Oct-2015
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  • 1 4Flamingos pHakten 4. Quartal 2013

    Themen dieser Ausgabe:

    pHaktenNewsletter des 4Flamingos Verlages, Rheine - ohne Nebenwirkungen, Arzt oder Apotheker

    4. Quartal 2012

    Oktober 2013

    Amoklauf auf Rezept: Wenn Mediziner Verordnungen fr Mord ausstellen 3

    Ein Detail ber die Chemotherapie, das Sie wissen sollten 4

    Rauchstopp: Vernderte Darmflora macht dick 4

    Jhrlicher Pap-Test: Mehr Nachteile als Vorteile 5

    Die Wahrheit ber Omega 3-Fettsuren und Prostatakrebs 5

    Wie gefhrlich sind eigentlich Nadelbiopsien? 7

    Das Rezept des Monats: Karotten-Rosinen-Salat 8

    Warum Sie auf die Grippeschutz-Impfung verzichtenc sollten 8

    November 2013

    Die Soja-Kontroverse: Supernahrung oder Teufelszeugs? 10

    Rezeptpflichtige Mittel gegen ADHS: Verordnung europawit um das Vierfache gestiegen 14

    Sport bei Krebs: Tanzen Sie! 14

    Ihr Vitamin D-Vorrat fr den Winter 15

    Das Rezept des Monats: Aprikosen-Tarte 16

    Paracetamol: Bei der gemeinen Erkltung ohne Wirkung 16

    Dezember 2013

    Wenn Bill Gates nach Bollywood geht 18

    Autismusraten in Grobritannien deutlich zurckgegangen 20

    Teure Medikamente Wie die Pharmaindustrie unsere rzte schmiert 20

    Schon eine Portion fettreicher Fisch pro Woche stoppt Rheuma 21

    Massenschieereien und Psychopharmaka-Verordnung 22

    Wenn Viren Impfstoffe bertlpeln 23

    Arthrose mit Brokkoli vorbeugen 23

    Das Rezept des Monats: Sanddornkugeln 24

  • 24Flamingos pHakten 4. Quartal 2013

    Oktober 2013

    Liebe Leser,Auch ich habe mit Erleichterung glesen, dass jetzt aucheinige Mainstream-Mediziner zu der Erkenntnis gekom-men sind, dass cholesterinsenkende Statine, die von 8Millionen Briten zum Preis von 5 Euro-Cent pro Tageingenommen werden um deren Cholesterinwerte zusenken und (angeblich) vor Herzinfarkt und Schlagan-fall schtzen mit mehr Vorsicht verordnet werden soll-ten, da man zu wenig ber ihre Nebenwirkungen wei.

    Endlich tritt hier ein wenig Vernunft ein!

    Kopf im Loch

    Dennoch sieht es so aus, als bereite sich die Masseder Schulmediziner auf einen heftigen Disput ber dasVerhltnis zwischen Nutzen und Risiken dieser gefhr-lichen Stoffe vor.

    Gestern stie ich zufllig auf einen Zeitungsartikel, indem in hchsten Tnen das Lob einer neuen Untersu-chung gesungen wurde, die gezeigt haben soll, dassdie Statine das Alzheimer-Risiko um zwei Drittel sen-ken knnen.

    Fr diese Studie untersuchten die Forscher eine zufl-lig ausgesuchte Gruppe von einer Million Personen, beidenen keine Demenz vorlag und berwachte sie bereinen Zeitraum von etwa 5 Jahren. Wie sich zeigte, wie-sen die Personen, denen man hoch dosiert Statine ver-ordnet hatte, nur ein Drittel so hohes Risiko auf, an ei-ner Demenz zu erkranken, als die Personen, denen mandie Substanz nicht gegeben hatte.

    Stellen wir erst einmal klar: Das ist kompletter Bld-sinn. Diese Ergebnisse basieren auf EINER EINZIGENStudie, whrend in der Vergangenheit das Gegenteil voneiner Studie nach der anderen belegt worden ist.

    Im Oktober 2012 berichtete die amerikanische Foodand Drug Administration (FDA) in einem ihrer Con-sumer Updates, dass Gedchtnisschwche, Ver-gesslichkeit und Verwirrung bei allen Statinen und inallen Altersgruppen vorkommen. Als Reaktion daraufvernderte die FDA die Sicherheitshinweise auf denStatinpackungen und warnte die potentiellen Anwenderdavor, das diese Medikamente zu Gedchtnisverlustund kognitiven Strungen fhren knnen.

    Die FDA war in der Vergangenheit nicht immer dieSchnellste, wenn es darum ging, vor den Gefahren vonMedikamenten zu warnen (vor allem wenn es sich da-bei um Top-Seller der Pharmaindustrie wie die Statinehandelte), aber wenn die Behrde denn endlich einederartige Warnung ausspricht, ist das ein sicheres Zei-chen dafr, dass da irgend etwas ganz und gar nichtstimmt.

    Auch Forschungsergebnisse, die Anfang dieses Jah-res verffentlicht wurden, haben gezeigt, dass Statine

    negative Auswirkungen auf Personen haben, derenGehirnfunktion a priori beeintrchtigt ist. In dieser Stu-die setzte man bei ltere Personen mit Alzheimer dieStatin-Einnahme fr sechs Wochen aus und begannsie danach erneut. Die Ergebnisse zeigten kurz ge-sagt dass sich die Gehirnfunktion der Betroffenen imsechswchigen Zeitraum OHNE Statine deutlich bes-serten. Kehrte man danach zu den Medikamenten zu-rck, verschlechterten sich die Hirnfunktionen wieder.

    Wie eine aktuelle Analyse zeigte, die im Journal ofAlzheimer's Disease verffentlicht wurde, kam es inklinischen Studien mit Patienten, die mit Statinen be-handelt wurden, danach zu keiner Verbesserung derGehirnfunktion.

    Und 2009 wurden zwei ordentlich konstruierte Studienmit mehr als 26.000 Personen durchgefhrt in keinerder beiden Studien bewirkte die Behandlung mit Statineneine Verbesserung der Gehirnfunktion. Im Gegenteil:Die Wissenschaftler wiesen sogar darauf hin, dass dieSenkung der Cholesterinspiegel wegen der wichtigenRolle, die diese Substanz bei der Funktion der Synapsen der Verbindungsstellen mit deren Hilfe die Nerven mit-einander kommunizieren- spielt, die Gehirnfunktionbeeintrchtigt.

    Im Gehirn kommt das Cholesterin besonders stark kon-zentriert vor und spielt dort eine Schlsselfunktion beider Herstellung von Hormonen, Vitamin D und Zellmem-branen.

    Eine weitere Studie hat niedrigere Cholesterinspiegelvon Mnnern mit einem hheren Risiko fr Depressio-nen in Verbindung gebracht. Eine Analyse dieser Un-tersuchung kommt zu dem Schluss, dass niedrige Cho-lesterinspiegel im Serum mit verschiedenenneuropsychiatrischen Strungen verknpft sind. Ernied-rigte Cholesterinspiegel scheinen vermutlich mit einemvermehrten Auftreten eines verfrhten Todes, Selbst-morden, aggressivem und gewaltttigem Verhalten,Persnlichkeitsstrungen und wahrscheinlich auchDepressionen, Demenz und Strafarresten unter jungenMnnern in Zusammenhang zu stehen.

    Sollte Ihr Arzt trotz allem versuchen, Ihre Symptomevon Gedchtnisverlust oder sogar eine frhe Demenzmit einem Statin zu behandeln, sagen Sie einfachNein und wenn Sie schon Statine einnehmen undZeichen von Gedchtnisschwche und Depressionenzeigen, ist es Zeit, mit Ihrem Arzt ber sicherere Alter-nativen zur Senkung Ihrer Cholesterinwerte zu spre-chen.QuellenPrevent Dementia With Statins? Don't Believe The Hype, Daily Healthe-Alert, 03. 09.2013Padala KP. Et al. The effect of HMG-CoA reductase inhibitors oncognition in patients with Alzheimer's dementia: a prospectivewithdrawal and rechallenge pilot study. Am J Geriatr Pharmacother.2012;10(5):296-302.Vilet PV. Cholesterol and Late-Life Cognitive Decline. J AlzheimersDis 20. Janura 2012 [Epub ahead of print]

    Mc Guinness B, et al. Statins for the prevention of dementia.Cochrane Database Syst Rev. 15. April 2009;(2):CD003160.

  • 3 4Flamingos pHakten 4. Quartal 2013

    Ancelin ML, et al. Gender and genotype modulation of the associationbetween lipid levels and depressive symptomatology in community-dwelling elderly (the ESPRIT study). Biol Psychiatry 2010;68(2):125-32Martinez-Carpio PA, et al. Relation between cholesterol levels andneuropsychiatric disorders. Rev Neurol 2009;48(5):261-4

    Amoklauf auf Rezept: Wenn Mediziner Verord-nungen fr Mord ausstellen

    Unvollstndige Wissenschaft kann unserer Gesund-heit schaden. Weitere Untersuchungen von Antide-pressiva jetzt wichtiger denn je

    Viele moderne wissenschaftliche Errungenschaften sindzweifelsohne beeindruckend und haben unser Lebendramatisch verndert. Von den ersten NASA-Astronau-ten auf dem Mond ber Radios bis hin zu Personal-computern, die zum World Wide Web kombiniert wer-den knnen: Die Macht des menschlichen Geistes frKreativitt ist buchstblich ein Wunder.

    Marie Curies Entdeckung der Radioaktivitt zu Beginndes 20. Jahrhunderts hatte so weit reichende Auswir-kungen, das wir auf diesem Fachgebiet erst beginnen,an der Oberflche zu kratzen. Sie war brillant und istnach wie vor die einzige Person, der es gelungen ist,den Nobelpreis fr zwei Gebiete der Wissenschaft zugewinnen Chemie und Physik. Leider starb sie an ei-nem Krebs, der durch die radioaktiven Stoffe verursachtwurde, mit denen sie arbeitete. Sie sah keine Gefhren,trug stndig Reagenzglser voll mit radioaktiver Stof-fen mit sich herum, lagerte sie in ihrer Schreibtisch-schublade und freute sich darber, wie sie im Dunklenleuchteten. So genial Madame Curie auch war, heutewissen wir, dass da mehr Untersuchungen offensicht-lich Sinn gemacht htten.

    Ein weiterer Fall, bei dem sich anfngliche wissenschaft-liche Untersuchungen im Nachhinein als unzureichenderwiesen hatten, war ein Medikament, das im Jahre1954 patentiert worden war. Thalidomid (Contergan)sollte eigentlich als Schlafmittel eingesetzt werden, er-wies sich aber bald als ein probates Medikament ge-gen die morgendliche belkeit Schwangerer. Obwohles in den USA nie zugelassen wurde, hatte man Millio-nen von Thalidomid-Tabletten gratis an rzte ausgege-ben, die sie dann an ihre schwangeren Patientinnenweiterreichten. Erst spter stellte sich heraus, dassThalidomid/Contergan zu schwersten Geburtsdefektenfhren kann.

    1988 wurde mit Pauken und Trompeten ein weiterespatentiertes Medikament auf dem Markt geworfen: DasAntidepressivum Prozac. Prozac gehrt zu einer Grup-pe von Medikamenten, die man als SSRIs (selectiveserotonin reuptake inhibitors = selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) bezeichnet. Andere Mitteldieser Klasse sind die Medikamente Paxil, Celexa,Zoloft, Luvox und Effexor. Heute werden diese SSRIshufig von Allgemeinmedizinern verordnet, die ihre In-formationen ber diese Medikamente fast ausschlie-lich von Pharmareferenten beziehen. Nach Angabe vonFrau Dr. Alice Domar von der medizinischen Fakultt

    der Harvard- Universitt ist alles, was Sie tun mssenum ein SSRI-Rezept zu erhalten, in ein Arztpraxis zugehen und darber zu klagen, dass Sie sich nicht gutfhlen und eher letharg

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