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Möglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung
Date post:04-Aug-2015
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1. Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Gtersloh, 02.07.2015 Vorabverffentlichung Studie von medpirica im Auftrag der Bertelsmann Stiftung 2. Zusammenfassung (1/2) Zielsetzung Status quo Empfehlungen Zielsetzung der Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen Sachlicher Beitrag zur Diskussion um Implementierung von digitalen Technologien Status quo Video-Konsultationen sind in der ambulanten Versorgung sinnvoll einsetzbar Sinnvolle Anwendungsbereiche fr Video-Konsultationen: unterversorgte lndliche Gebiete, Grostdte mit hohem Anteil berufsttiger Eltern, Untersttzung pflegender Angehriger Video-Konsultationen sollten v. a. komplementr im Rahmen bestehender Patienten-Arzt- Beziehungen zum Einsatz kommen Video-Konsultationen sind keine neue Behandlungsmethode sondern eine Prozessinnovation Rechtslage zu Video-Konsultationen wird restriktiver eingeschtzt als sie wirklich ist Ohne erkennbaren Nutzen berwiegen fr rzte Aufwand und Risiken von Video- Konsultationen 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 2 3. Zusammenfassung (2/2) Zielsetzung Status quo Empfehlungen Empfehlungen Akzeptanz von rzten zentraler limitierender Faktor von Video-Konsultationen, segmentierte Ansprache der rzteschaft ratsam Strkerer Einsatz von Video-Konsultationen erfordert fokussiertes Vorgehen ber konkrete Einsatzszenarien Praxisnahe Forschung und Beratung zur Praxisorganisation hilfreich fr Frderung des Einsatzes in der Breite Forderung nach Evidenz vor dem Einsatz von Video-Konsultation berzogen, Begleitung durch Versorgungsforschung empfehlenswert Auflsung des Fernbehandlungsverbots erscheint nicht sinnvoll, Klarstellung ber Einsatz hilfreich Eigene Abrechnungsziffer fr Video-Konsultationen frderlich, aber langwieriger Prozess; kurzfristig Klarstellung, unter welcher Ziffer Abrechnung erfolgen kann, hilfreich Umgang mit neuen Medien wie Video-Konsultationen in rztlicher Aus-, Fort- und Weiterbildung notwendig, um Vorbehalte frh abzubauen, Chancen aufzuzeigen, Qualitt zu steigern 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 3 4. Zielsetzung und Aufbau der Studie Zielsetzung der Studie ist es, die Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung als Ergnzung des klassischen Versorgungsprozesses aufzuzeigen und einen sachlichen Beitrag zur Diskussion um das Fr und Wider der Implementierung von digitalen Technologien in der Versorgung zu leisten Aufbau I. Untersuchungsdesign II. Status quo von Video-Konsultationen III. Bewertung von Video-Konsultationen versorgungspolitisch sozio-kulturell konomisch IV. Empfehlungen fr die weitere Etablierung von Video-Konsultationen V. Anhang Literaturverzeichnis Ansprechpartner 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 4 5. I. Untersuchungsdesign II. Status quo von Video-Konsultationen III. Bewertung von Video-Konsultationen versorgungspolitisch sozio-kulturell konomisch IV. Empfehlungen fr die weitere Etablierung von Video-Konsultationen V. Anhang Literaturverzeichnis Ansprechpartner 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 5 6. I. Untersuchungsdesign der Studie 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 6 81 Quellen (Studien, Artikel, Dokumente, Websites) 45 Quellen im engeren Sinne relevant Literaturrecherche 6 Interviews je 60 Minuten (mit Standesvertretern und rzten)Expertengesprche 13. April 2015 bis 24. Juni 2015Untersuchungszeitraum 7. I. Untersuchungsdesign II. Status quo von Video-Konsultationen III. Bewertung von Video-Konsultationen versorgungspolitisch sozio-kulturell konomisch IV. Empfehlungen fr die weitere Etablierung von Video-Konsultationen V. Anhang Literaturverzeichnis Ansprechpartner 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 7 8. II. Status quo von Video-Konsultationen Kernaussagen 1. Video-Konsultationen sind in Deutschland in der ambulanten Versorgung sinnvoll einsetzbar 2. Sinnvolle Anwendungsbereiche fr Video-Konsultationen sind insbesondere: unterversorgte lndliche Gebiete, Grostdte mit hohem Anteil berufsttiger Eltern sowie die Untersttzung pflegender Angehriger 3. Video-Konsultationen sollten v. a. komplementr im Rahmen bestehender Patienten-Arzt-Beziehungen zum Einsatz kommen 4. Video-Konsultationen sind keine neue Behandlungsmethode sondern eine Prozessinnovation 5. Deutsche rzte schtzen die Rechtslage als restriktiver ein als sie wirklich ist, betonen aber die Bedeutung eines persnlichen Erstkontaktes 6. Solange der Nutzen nicht klar ist, berwiegen fr die rzte Aufwand und Risiken von Video-Konsultationen 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 8 9. 1. Video-Konsultationen sind in Deutschland in der ambulanten Versorgung sinnvoll einsetzbar (1/2) Sinnvoll bedeutet entweder Einen konomischen Nutzen z. B. Patienten sparen Zeit und Anfahrtswege ohne zustzliche Belastung der Solidargemeinschaft Einen versorgungspolitischen und/oder medizinischen Nutzen z. B. die Verbesserung der Versorgung in unterversorgten Gebieten oder die Untersttzung pflegender Angehriger Einen Nutzen fr die Praxisorganisation, z. B. Substitution von Hausbesuchen, Verkrzung der Wechselzeiten zwischen Terminen u. . Empirische Studien zeigen Nutzungsbereitschaft in der Bevlkerung 37 % knnen sich vorstellen, Video-Konsultationen zu nutzen (TK-Meinungspuls Gesundheit 2014; hnliche Ergebnisse vgl. Burkhart 2014; Stbler 2014) Bei lteren Menschen, die das Internet regelmig nutzen, knnen sich 24 % die Nutzung von Video-Konsultationen vorstellen (Pentsi & Mentzinis 2015) 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 9 10. 1. Video-Konsultationen sind in Deutschland in der ambulanten Versorgung sinnvoll einsetzbar (2/2) Bei geeigneten Indikationen sind Video-Konsultationen medizinisch gleichwertig zu persnlichen Konsultationen (Literaturreview bei Cerbo et al. 2015), dadurch knnen Video-Konsultationen auch zu einer Steigerung der Adhrenz beitragen Patienten sind mit Video-Konsultationen zufrieden (Clasbrummel 2006; Johansson et al. 2014; Jury et al. 2013) 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 10 11. 2. Sinnvolle Anwendungsbereiche fr Video-Konsultationen (1/2) I. Haus- oder fachrztlich unterversorgte (lndliche) Gebiete ber Video-Konsultationen knnen Versorgungslcken geschlossen werden. Einsparung von Anfahrtswegen fr insbesondere immobile Patienten Ersatz von Hausbesuchen Einfaches Hinzuziehen von vor Ort nicht vorhandener Fachexpertise II. Nicht unterversorgte Gebiete, insbesondere Grostdte mit hohem Anteil berufsttiger Eltern Hier wohnen eher die Lead User und Early Adopters; jnger, gebildet, berufsttig und mit kleinen Kindern Nachfrage und wahrscheinlich auch Zahlungsbereitschaft aufgrund von Zeitknappheit. 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 11 12. 2. Sinnvolle Anwendungsbereiche fr Video-Konsultationen (2/2) III. Untersttzung pflegender Angehriger Video-Konsultationen sind ein effizientes Mittel, um Untersttzung sicherzustellen; Fokus ist hier jedoch weniger Interaktion Patient-Arzt, sondern Angehriger-Pflegedienst-Arzt. International ist die Wirksamkeit belegt (Chi & Demiris 2015) Aufgrund der demographischen Entwicklung und Fachkrftemangel in der Pflege nimmt der Umfang der durch Angehrige erbrachten Pflegeleistungen zu Pflegende Angehrige sind oft durch Beruf und Familie zustzlich belastet Pflegende Angehrige bentigen fachliche und psychologische Untersttzung 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 12 13. 3. Video-Konsultationen sollten v. a. komplementr im Rahmen bestehender Patienten-Arzt-Beziehungen zum Einsatz kommen Video-Konsultationen knnen und drfen nach Meinung der befragten Experten persnliche Konsultationen nicht ersetzen; es muss vorher aus rechtlichen, ethischen und handwerklichen Grnden eine persnliche Untersuchung durch mindestens einen Kollegen stattgefunden haben Anwendungsmglichkeiten sind aus Sicht der Experten alle Gesprche, bei denen eine erste Begutachtung bereits stattgefunden hat, also Rckfragen, Beratungen, Befundbesprechungen, Zweitmeinungen, Begleitung (insbesondere von Chronikern), ggf. auch durch anderes medizinisches Fachpersonal (wie bei Depressionen aktuell schon telefonisch) Video-Konsultationen knnen eine Vorfilterfunktion erfllen, im Hinblick darauf, ob eine persnliche Konsultation notwendig ist Es drfe nicht zu einer Deprivation sozialer Kontakte durch Telemedizin kommen 02.07.2015 (Vorabverffentlichung) Studie Mglichkeiten und Grenzen von Video-Konsultationen in der ambulanten Versorgung Seite 13 14. 4. Video-Konsultationen sind keine neue Behandlungs- methode sondern eine Prozessinnovation Video-Konsultationen sind nur eine Erweiterung des Kommunikations-Kanals Telefon Telefonische Beratung ist in Deutschland in der Medizin etabliert und in EBM und GO abrechenbar, aber es besteht bei rzten Unsicherheit ber die Abrechenbarkeit von Video-Konsultationen; durch fehlenden medizinischen Innovationscharakter sieht die GKV keine eigenstndige bzw. zustzliche Abrechenbarkeit (Expertenmeinung) Die technischen Voraussetzungen fr Video-Konsultationen (Inter

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