Home >Documents >Lünendonk whitepaper brasiien
Lünendonk whitepaper brasiien
Date post:01-Nov-2014
Category:Documents
View:447 times
Download:0 times
Share this document with a friend
Description:
 
Transcript:
  • 1. Whitepaper Brasilien Ein lukrativer Markt fr deutsche Firmen Eine Publikation der Lnendonk GmbH Autor: Martin Igler
  • 2. Inhaltsverzeichnis INHALTSVERZEICHNIS....................................................................................................................... 3 DEUTSCHE FIRMEN SIND IN BRASILIEN GEFRAGT....................................................................... 4 DER BEDARF IST DA........................................................................................................................... 6 BEDARF KONKRET: MEDIZINTECHNIK............................................................................................ 9 BEDARF KONKRET: MASCHINENBAU............................................................................................. 12 BEDARF KONKRET: ENERGIEWIRTSCHAFT.................................................................................. 14 BEDARF KONKRET: UMWELTTECHNIK........................................................................................... 19 BEDARF KONKRET: INFRASTRUKTUR............................................................................................ 21 BEDARF KONKRET: HOCHWERTIGE KONSUMGTER................................................................. 27 FAZIT: ERFOLG IN UND MIT BRASILIEN IST MGLICH.................................................................. 32 CHECKLISTE FR ERFOLG IN UND MIT BRASILIEN...................................................................... 34 QUELLENVERZEICHNIS..................................................................................................................... 35 AUTORENPROFIL................................................................................................................................ 38 UNTERNEHMENSPROFIL................................................................................................................... 39
  • 3. B R A S I L I E N E I N L U K R A T I V E R M A R K T F R D E U T S C H E F I R M E N 4 Deutsche Firmen sind in Brasilien gefragt Am 13. Mai 2013 erffnete Bundesprsident Joachim Gauck gemeinsam mit der brasilianischen Prsidentin Dilma Rousseff das Deutsch- Brasilianische Jahr 2013/2014. Die hochrangige Besetzung zeigte, wie wichtig beiden Lndern der Ausbau der Handelsbeziehungen ist. Brasilien ist fr Deutschland der bedeutendste Handelspartner in Sdamerika, und umgekehrt ist Deutschland das wichtigste europische Ziel fr brasilianische Expor- te. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Eisen- erz, Kupfer, Kaffee, Sojabohnen sowie Flugzeuge und Rohl. Im Gegenzug beziehen die Brasilianer vor allem Autos, Autoteile, Maschinen sowie chemi- sche und pharmazeutische Produkte. Doch es ist noch reichlich Luft fr weitere gute Geschfte. Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung China geneigt und damit ein Problemfeld geschaffen, das auch Brasilien zu spren bekommt. Man wird immer strker von der Wirtschaft des asiatischen Riesen abhngig. Die Brasilianer haben das schon deutlich erfahren, waren doch die Chine- sen die grten Abnehmer der in Brasilien so reich- haltigen Rohstoffe. Mit dem Abschwchen der chi- nesischen Wirtschaft ging der Einbruch des immer noch stark Rohstoff-basierten brasilianischen PIB- Wachstums (PIB = BIP) einher. Deutschen Unter- nehmen steht diese Erfahrung wohl noch bevor, weil diese ihre fertigen Produkte in China verkaufen und eine abflauende Konjunktur daher erst spter versp- ren werden. Abbildung 1: Die Entwicklung des brasilianischen BIP 2004 - 2012 (in Prozent) Quelle: Internationaler Whrungsfonds, IBGE
  • 4. B R A S I L I E N E I N L U K R A T I V E R M A R K T F R D E U T S C H E F I R M E N 5 Ein verstrktes Engagement deutscher Unternehmen aber auch der deutschen Politik in Brasilien knnte beide Lnder aus der Abhngigkeit von Chi- na befreien. Seit Jahren weisen industrielle Interes- senverbnde auf den attraktiven brasilianischen Markt hin. Das hat in der Vergangenheit auch zu verstrkten Investitionen gefhrt. Leider wurden diese nicht von der Politik untersttzt und erfolgten teilweise auch berstrzt, so dass sich der vorherge- sagte und erwartete Erfolg nicht einstellte. Die Fol- gen einiger Fehlschlge waren und sind das vllige Abbremsen oder gar der Rckzug. Es wre allerdings zu einfach, die Schuld nur auf die politischen Rahmenbedingungen zu schieben. Sicher ist es nicht frderlich, dass Brasilien der einzige BRIC-Staat ist, mit dem Deutschland kein Doppel- besteuerungsabkommen unterhlt (und das schon seit 2005, als das bestehende aufgekndigt wurde). Doch mit entsprechender Detailkenntnis lsst sich ein unternehmerischer Erfolg in Brasilien trotz die- ses Missstandes erreichen. Weit schwerer wiegt die weitgehende Unkenntnis der brasilianischen Mentalitt in den Fhrungsetagen deutscher Unternehmen. Mit der seit Mitte der neunziger Jahre herrschenden Stabilitt und dem teilweise strmischen Wirt- schaftswachstum ist das ohnehin schon groe Selbstbewusstsein der Brasilianer nochmals ange- stiegen. Als inzwischen siebtgrte Wirtschafts- macht der Welt wollen sie Vertretern der fhrenden Volkswirtschaften auf Augenhhe begegnen. Dieser Anspruch ist durchaus berechtigt, denn in einigen Aspekten knnen deutsche Unternehmer und Fh- rungskrfte von ihren brasilianischen Kollegen ler- nen. So verfllt in den dortigen Managementetagen niemand sofort in Panik oder Depressionen, wenn die Wirtschaft einmal nicht rund luft. Mit Kreativi- tt geht man daran, auch weiterhin seine Geschfte zu machen. Stehen dem die gegenwrtigen gesetz- lichen Regelungen im Wege, wird eifrig nach lega- len Mglichkeiten gesucht, die entstandenen Nach- teile auszugleichen und dennoch zum Ziel zu gelan- gen. Das gilt auch fr die jetzt immer wieder beschwore- nen Handelsbarrieren, die die brasilianische Regie- rung aufgebaut hat, um die heimische Wirtschaft zu schtzen. Dabei ist wie schon erwhnt der ge- naue Blick auf die Manahmen hilfreich. Abbildung 2: Wichtige Lieferlnder Brasiliens 2012 (Anteil am Import in Prozent) Quelle: IBGE, GTAI
  • 5. B R A S I L I E N E I N L U K R A T I V E R M A R K T F R D E U T S C H E F I R M E N 6 So gelten beispielsweise Automobilhersteller wie Volkswagen, Fiat, General Motors oder Renault als brasilianische Hersteller, weil sie in Brasilien ber Fabriken verfgen. Die Idee hinter dem Inovar- Auto-Konzept der Regierung ist einfach zu erklren. Neben den Herstellern will man auch die Zulieferer nach Brasilien locken, indem man die Hersteller dazu verpflichtet, dass ein bestimmter Prozentsatz der Wertschpfung in Brasilien zu erfolgen hat. Mit dem positiven Blick der Brasilianer erleichtert dieses Programm deutschen Zulieferern den Weg nach Brasilien. Ohne das zu kommentieren, bleibt Fakt: Auf die Perspektive kommt es an. Das gilt auch fr andere Segmente der brasiliani- schen Wirtschaft. Bei allem Protektionismus sind die Brasilianer auch Pragmatiker und Importzlle nicht in Stein gemeielt. Werden Produkte, die unter die Handelsbeschrnkungen fallen, in Brasilien dringend bentigt, dann verschwinden die Zlle schneller als sie eingefhrt wurden. So geschehen vor wenigen Jahren, als man den heimischen Maschinenbau str- ken wollte und Zlle auf eingefhrte Gebrauchtma- schinen erhob. Diese wurden schnell wieder fallen gelassen, als die Regierung durch die entsprechen- den und in Brasilien sehr mchtigen Syndikate und Interessenvereinigungen der Wirtschaft darauf hingewiesen wurde, dass man ohne die qualitativ hochwertigen Gebrauchtmaschinen den Anschluss verlre, weil die Eigenproduktion weder in der An- zahl und noch weniger in der Qualitt an das Ange- bot aus dem Ausland heranreiche. So hnlich war es auch Anfang des Jahres 2013, als die Regierung Rousseff 618 Importsteuern auf einen Schlag senkte. Auch das war eine Reaktion auf die Tatsache, dass Produkte und Gter dringend bentigt, diese aber von der heimischen Industrie nicht oder nicht in ausreichender Menge und/oder Qualitt angeboten werden. Gem der Struktur der Produkte, die von der Steuersenkung betroffen waren, sahen Experten die USA und Deutschland als die groen Profiteure DER BEDARF IST DA Bei vielen Lobeshymnen in den vergangenen Jahren ist vergessen worden, dass Brasilien selbst in schlechten Jahren ein Wachstum von etwa 2,5 Pro- zent erzielt hat. Auf diesem Niveau liegt in etwa der jhrliche Zuwachs des Geschfts mit Rohstoffen. Heute entstammen diese wesentlich den drei Grup- pen Mineralien, Petroleum und Landwirtschaft. In den Jahren des strmischen Wachstums, also den Jahren der Prsidentschaft von Jos Inacio Lula da Silva, wurde auch nicht so genau hingesehen, woher dieses Wachstum stammte. Einen groen Teil mach- ten damals der gestiegene Rohstoffhunger der Welt und der immerwhrende Konsum im Land aus. Schon frh warnten Experten davor, das Wachstum Brasiliens sei nicht nachhaltig. Der Populist Lula versumte es, in den guten Jahren die dringend notwendigen Reformen anzupacken. Nicht nur im administrativen Umfeld das Steuer- und Abgabensystem ist kompliziert und berfrachtet, das Rentensystem kollabiert schon mit der derzeit geringen Zahl von Altersruhegeldempfngern , sondern vor allem in die Wirtschaft wurde nicht investiert. Das latente Problem der maroden In- frastruktur wurde verdrngt, das Wachstum war ja da. Wer Brasilien kennt, wei, dass dieses Ver- haltensmuster der dortigen Kultur entspricht. Man plant nicht schon gar nicht langfristig , sondern reagiert zumeist kurzfristig auf sich ergebende Prob- lemstellungen. In der Wirtschaft erwuchs eine weitere Sule, die ihren Teil zum Wachstum beitrug: die Finanz- wirtschaft. Der ehemalige Finanzmini
Popular Tags:
Embed Size (px)
Recommended