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Leitfaden für Solaranlagen Kanton Graubünden
Date post:22-Jun-2015
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<ul><li> 1. Amt fr Raumentwicklung Uffizi per il svilup dal territori Ufficio per lo sviluppo del territorio Leitfaden fr Solaranlagen Verfahren und Gestaltungsempfehlungen </li></ul><p> 2. Die Nutzung von Wasserkraft hat in Graubnden eine lange Tradi- tion. Nun gewinnt eine weitere natrliche Energiequelle an Bedeu- tung: die Solarenergie. Sowohl fr die Nutzung von Wasserkraft wie auch von Solarenergie bietet das inneralpine Trockenklima Graubn- dens ideale Voraussetzungen: Wenig Niederschlag und kaum Nebel sorgen fr viele Sonnenstunden. Der Kanton Graubnden mit seiner einmaligen Natur ist aber mehr als ein grosser Energiewandler. Er ist Heimat dreier Sprachen, besitzt schne Drfer und ein ber Jahrhunderte geformtes Kulturland. Und: Er ist Reiseziel fr unzhlige Besucherinnen und Besucher. Die Solarenergie leistet einen wichtigen Bestandteil zur Energiewende und trgt dazu bei, Graubndens Werte zu erhalten. Dabei muss nicht ein Wert zugunsten eines anderen geopfert wer- den. Die Solaranlagen knnen so installiert werden, dass sie sich bestmglich ins Gesamtbild eines Gebudes einfgen. Gerade in Graubnden ist dies wichtig, da das Dach die fnfte Fassade bildet und oft von weither gesehen wird. Das hufig vorgebrachte Argument, eine Solaranlage msse exakt ausgerichtet werden, damit sie einen optimalen Ertrag liefere, ist ein Trugschluss insbesondere, wenn man die vermeintlich wirtschaft- lichen Vorteile und die optische Beeintrchtigung eines Gebudes gegeneinander abwgt. Mit diesem Leitfaden mchten wir Ihnen sei es als Bauherrschaft, Baubehrde oder Anlagenplanerin aufzeigen, wie man bei der Planung von Solaranlagen mit wenig Grundregeln eine hohe Quali- tt erreicht. Nicht zuletzt geht es auch darum, Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz von Solaranlagen in der Bevlkerung zu steigern. Einleitung 3. Ausgangslage: Anpassung Bundesgesetz und Bundesverordnung ber die Raumpla- nung (RPG und RPV) Am 1. Mai 2014 ist eine RPG-Revision und damit auch eine nderung des Art. 18a RPG betreffend Solaranlagen auf Dchern in Kraft ge- treten. Der genderte Art. 18a RPG bestimmt im Wesentlichen, dass Solaranlagen, die auf Dchern gengend angepasst sind, knftig in Bau- und Landwirtschaftszonen keine Baubewilligung mehr bentigen. Davon ausgenommen sind Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkmlern von kantonaler oder nationaler Bedeutung oder sofern das kantonale Recht dies will solche in Schutzzonen. Am 1. Mai 2014 trat zudem eine Teilrevision der eidg. Raumplanungs- verordnung (RPV) in Kraft. In Art. 32a Abs. 1 RPV wird umschrieben, was unter gengend angepasst im Sinne von Art. 18a Abs. 1 des Gesetzes zu verstehen ist. Dies trifft auf Solaranlagen zu, welche die Dachflche im rechten Winkel um max. 20 cm berragen (Abb. 1 und 2); von vorne (also in der Ansicht) und von oben (= Draufsicht) gese- hen nicht ber die Dachflche hinausragen (Abb. 1 und 3); reflexionsarm sind; und als kompakte Flche zusammenhngen. Bewilligungspflicht bei Solaranlagen auf Dchern Dachhaut max.20cm Abb. 1: Perspektive 4. Hinweise: Auf den ersten Blick scheinen leicht (d.h. um max. 20 cm) aufge- stnderte Anlagen als gengend angepasst zu gelten (Abb. 4). Die Anlagen mssen berdies aber auch eine kompakte zusammen- hngende Flche bilden. Die Baubewilligungsfreiheit gilt gemss dem Wortlaut von Art. 18a Abs. 1 RPG nur in Bau- und Landwirtschaftszonen. Im brigen wird in Art. 32a Abs. 3 RPV1 eine Meldepflicht einge- fhrt. Das heisst, die Bauherrschaft muss der kommunalen Baube- willigungsbehrde vor Baubeginn Meldung bezglich der geplanten Solaranlage erstatten. Verfahren fr Solaranlagen nach dem 1. Mai 2014 Solaranlagen, die die Anforderungen von Art. 18a Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 32a Abs. RPV erfllen ... ... gelten als baubewilligungsfreie Bauvorhaben im Sinne von Art. 40 Abs. 1 KRVO. Dabei sind die Gemeinden nicht befugt, diese Solaran- lagen gesttzt auf Art. 50 Abs. 2 KRVO dem Meldeverfahren nach kantonalem Recht (= vereinfachtes Baubewilligungsverfahren nach Art. 50 Abs. 1 KRVO) zu unterstellen. Solche Solaranlagen sind gesttzt auf Art. 32a Abs. 3 RPV der kom- munalen Baubewilligungsbehrde zu melden. Diese Meldung darf 1 Art. 32a Abs. 3 RPV: Bewilligungsfreie Vorhaben sind vor Baubeginn der Bau- bewilligungsbehrde oder einer anderen vom kantonalen Recht fr zustndig erklrten Behrde zu melden. Das kantonale Recht legt die Frist sowie die Plne und Unterlagen, die der Meldung beizu- legen sind, fest. 20cm Abb. 4: Aufgestnderte Anlage max.20cm Abb. 2: Ansicht Giebelseite Abb. 3: Ansicht Traufseite 5. nicht mit dem Meldeverfahren gemss Art. 50ff. KRVO (welches ein vereinfachtes Baubewilligungsverfahren darstellt) verwechselt resp. gleichgesetzt werden. Es wird den Gemeinden empfohlen, die Meldung nach Art. 32a Abs. 3 RPV in schriftlicher Form zu verlangen, begleitet von einer Visuali- sierung der Solaranlage auf dem Dach (Skizze oder dergleichen). Dies ist ntig, damit die Baubewilligungsbehrde prfen kann, ob die Solaranlage die Voraussetzung gengend angepasst erfllt und damit baubewilligungsfrei ist. Sofern die Baubewilligungsbehrde der Meinung ist, dass die geplante Solaranlage die Voraussetzung gengend angepasst nicht erfllt, teilt sie dies umgehend der Bauherrschaft mit, damit diese ein ordentliches Baubewilligungsver- fahren einleiten kann. Zudem wird den Gemeinden empfohlen, dem Gesuchsteller den Eingang der Meldung sowie die Bewilligungsfreiheit schriftlich zu be- sttigen (s. Muster fr Bndner Gemeinden). Dies ist unter anderem deshalb hilfreich, da jede Solaranlage einer Installationsbewilligung des Eidgenssischen Starkstrominspektorates (ESTI) bentigt (Art. 6 der Niederspannungs-Installationsverordnung; NIV). Diese wiede- rum bedarf einer Besttigung der zustndigen Baubehrde, dass die Anlage baurechtlich abgesegnet ist. Alle anderen Solaranlagen ... ..., also alle Solaranlagen, welche die Anforderungen von Art. 18a Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 32a Abs. 1 RPV nicht erfllen oder diese zwar erfllen, aber auf Kultur- und Naturdenkmlern von kantonaler oder nationaler Bedeutung geplant sind, bedrfen einer Baubewilligung im normalen Baubewilligungsverfahren. Dabei sind materiell die Vorschriften von Art. 73 KRG (Gestaltung), allfllige spezifische Ge- staltungsvorschriften der kommunalen Nutzungsplanung sowie neu auch Art. 32a Abs. 2 RPV anzuwenden. Anpassung KRG und KRVO Als Folge der vorstehend beschriebenen nderungen des RPG und der RPV werden das KRG und die KRVO zu gegebener Zeit in ver- schiedenen Punkten angepasst. 6. Meldeblatt fr PVA zu beziehen ber www.aev.gr.ch Mustervorlage fr Meldeformular zu beziehen ber www.are.gr.ch Amt fr Energie und Verkehr Graubnden Uffizi d'energia e da traffic dal Grischun Ufficio dell'energia e dei trasporti dei Grigioni Abteilung Energieversorgung Rohanstrasse 5, 7001 Chur Telefon: 081 257 36 24 I Fax: 081 257 20 31 I E-Mail: armin.tanner@aev.gr.ch I Internet: www.aev.gr.ch Datenblatt Photovoltaik - Anlagen Bauherr / Betreiber: Anlagetyp / Hersteller: Baujahr: Panel - Flche: (m2) Leistung: (kWp) Erwartete Jahresleistung: (kWh) Dachneigung: (%) Exposition: Sd Kategorie: Freistehend Sd-Ost Angebaut (Dach) Sd-West Intergriert Koordinaten: x y Ort / Datum: Unterschrift: AEV 2012 Meldeformular fr Solaranlage (Muster fr Bndner Gemeinden) Gemss Art. 32a Abs. 3 der eidg. Raumplanungsverordnung (RPV) mssen Solaranlagen, die nicht der Baubewilligungspflicht unterstehen, vor der Installation der Baubewilligungsbehrde der Gemeinde ge- meldet werden. Dies betrifft Anlagen, die (kumulativ) nicht ber die bestehende Dachflche hinausragen, die Dachflche im rechten Winkel um hchstens 20 cm berragen, reflektionsarm sind und als eine kompakte Flche zusammenhngen. Das ausgefllte Meldeformular ist sptestens 30 Tage vor der Installation an folgende Adresse einzu- reichen: . Fr telefonische Ausknfte wenden Sie sich bitte an: . Falls gleichzeitig eine thermische Solaranlage und eine Photovoltaikanlage realisiert werden, kann die Meldung auf dem gleichen Meldebogen erfolgen. 1. Standort der Solaranlage Eigentmer: . Parzellen-Nr.: .......... Strasse: . Haus-Nr.: .. 2. Angaben zur Solaranlage Thermische Solaranlage (Wrmeproduktion) Flachkollektoren Rhrenkollektoren fr Brauchwarmwasser fr Heizungsuntersttzung Photovoltaikanlage (Stromproduktion) Gesamtleistung der Anlage: kWpeak Erwartete Jahresleistung: . kWh/Jahr Voraussichtlicher Zeitpunkt der Inbetriebnahme: ....................... Gesamtflche der Anlage: .. m2 Farbton Absorberflche: schwarz/dunkel anderer: Farbton Einfassungen: schwarz/dunkel anderer: 3. Kontaktangaben fr Rckfragen (Bauherrschaft, Vertreter) Name: . Adresse: . Tel. Nr.: . E-Mail: . 4. Beilage Bitte legen Sie einen einfachen Grundrissplan, einen Schnitt mit der eingezeichneten Solaranlage (Handskizzen reichen) sowie das ausgefllte Datenblatt Photovoltaik-Anlagen des Amts fr Energie und Verkehr (AEV) bei. 5. Die Richtigkeit der Angaben besttigt die Liegenschaftseigentmerschaft oder deren Vertretung. Name/Unterschrift: . Datum: Das Meldeverfahren grndet auf der Selbstverantwortung der Bauherrschaft. Realisierte Vorhaben, wel- che die Bedingungen fr baubewilligungsfreie Solaranlagen nicht erfllen, werden nachtrglich einem ordentlichen Baubewilligungsverfahren unterzogen. Baubewilligung notwendig: Fr Solaranlagen, die eine der oben genannten Anforderungen fr die Bewilligungsbefreiung nicht erfl- len, sowie fr solche in Schutzzonen/-bereichen und auf Kultur- oder Naturdenkmlern von kantonaler oder nationaler Bedeutung ist immer eine Baubewilligung notwendig. 7. Die Photovoltaik-Module erzeugen mittels Sonneneinstrahlung elektrische Energie. Das Modul besteht in der Regel aus einer Glasab- deckung, den laminierten Solarzellen und einer Rckseitenfolie oder zweiten Glasabdeckung. Die Module sind mit Elektroleitungen ver- bunden, welche den erzeugten Gleichstrom zu einem Wechselrichter fhren. Der Wechselrichter transformiert den Strom in Wechselstrom, welcher ins ffentliche Netz eingespeist werden kann. 1 m2 Photovoltaik erzeugt 90 bis 100 kWh Strom pro Jahr. Der durch- schnittliche Stromverbrauch eines Haushalts mit vier Personen be- trgt 4000 kWh/a fr Beleuchtung und Elektrogerte. Demnach kann der Bedarf eines durchschnittlichen Haushaltes mit 40 m2 Photovol- taikflche gedeckt werden. E D C B A A auf Flachdach B Aufbau auf Fassade C Parallel zur Fassade D Aufbau auf Dach E Einbau in Dach Photovoltaik-Anlagen (PVA) Solaranlagen: Grundstze und Begriffserklrungen 8. Die thermischen Kollektoren produzieren bei Sonneneinstrahlung warmes Wasser oder warme Luft. Der Kollektor besteht in der Regel aus einer Glasabdeckung, einem Metallkrper (Absorber), in wel- chem Wasserleitungen eingebaut sind; einer Wrmedmmschicht, welche Wrmeverluste verhindert und einer Rckseite. Die zirkulie- rende Flssigkeit in den Leitungen wird durch Pumpen in einen Spei- cher transportiert und dient der Erwrmung von Brauchwasser, der Beheizung von Gebuden oder wird fr gewerbliche und industrielle Prozesse genutzt. Zwischen dem Kollektor und dem Speicher besteht ein geschlossener Kreislauf, welcher dank Frostschutzmittel auch die Zirkulation im Winter gewhrleistet. Ein vierkpfiger Haushalt kann mit ca. 8 m2 Kollektorflche ungefhr 70 % des jhrlichen Warmwasserbedarfs decken. Dies entspricht einer Einsparung von rund 250 bis 300 Litern Heizl pro Jahr. Grundstzlich werden zwei Typen von thermischen Kollektoren un- terschieden: die Flachkollektoren und die Vakuumrhrenkollektoren. Vakuumrhrenkollektoren sind 20 bis 40 % leistungsfhiger; zudem spielt die Neigung des Kollektors eine untergeordnete Rolle. Flach- kollektoren hingegen haben ein besseres Preis-Leistungs-Verhltnis und sind seit 20 Jahren erprobt. F D B E A C A Sonnenkollektoren B Zirkulationsleitung C Speicher D Pumpe E Zusatzheizung F Zapfstelle fr Warmwasser Thermische Solaranlagen FlachkollektorenVakumkollektoren 9. Ausrichtung und Neigung Fr die Montage einer Solaranlage gibt es verschiedene Mglich- keiten: Sie kann in der Dachhaut eingebaut werden (etwa bei einem Blech- oder Ziegeldach), auf die Dachhaut aufgesetzt, auf die Fassa- de oder an einer Brstung montiert oder frei aufgestellt werden. Oft wird befrchtet, der Verlauf des Daches und die Ausrichtung der Solaranlage seien massgebend fr den Ertrag der Anlage. Diese Befrchtung kann stark relativiert werden: Einen hundertprozen- tigen Ertrag liefern Thermische Anlagen und Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen), die gen Sden ausgerichtet sind und eine Horizontal- neigung von 30 bis 45 Grad aufweisen. Aber auch mit Anlagen, die von dieser Idealausrichtung deutlich abweichen, werden immer noch hohe Ertrge erzielt: Eine nach Osten orientierte Anlage mit 25 Grad Neigung beispielsweise kann einen Ertrag von knapp 85 Prozent liefern. Die Ausrichtung eines Daches oder einer Fassade stimmt nicht immer mit der technischen Ausrichtung berein, die optimal fr die Solaran- lage wre. Oft kann diese Diskrepanz wettgemacht werden, indem man bei sthetisch guten Lsungen etwa bei der Integration der Solarmodule in die Dachhaut die Kollektorflche minim vergrssert. Diese Lsung ist einer Aufstnderung der Solarmodule vorzuziehen: In der Regel knnen nmlich die hheren Kosten, die eine Aufstn- derung mit sich bringt, praktisch nie mit dem geringen Mehrertrag wettgemacht werden. Bei thermischen Anlagen ist zudem der Wr- meverlust, der durch die Aufstnderung erfolgt, deutlich hher. 70 95 9 75 100 80 8 70 0 0 6 5 S O W W 65 95 70 100 7 65 0 5 5 S O 9 5 90 Skizze Ausrichtung von thermischen Kollektoren (links) und Photovoltaikanlagen. Dachaufbau Dacheinbau Aufstnderung auf Flachdach Fassadenanbau Fassaden-Aufstnderung 10. Ein in Graubnden oft vorgebrachter Punkt ist das Zusammenwirken von Solaranlage und Schnee. Dabei stehen zwei Aspekte im Vorder- grund: Sicherheit und Ertragseinbusse. Zur Sicherheit: Um Dachlawinen vorzubeugen, mssen mit dem Bau- projekt Massnahmen definiert werden, die der Solaranlage und dem Gebude entsprechen. Wir empfehlen, entweder das Kollektorfeld ganzflchig bis zur Trau- fe zu planen (damit der Schnee laufend abrutschen kann) und den Zugang unter der Traufe fr Mensch und Tier entsprechend abzu- sperren; oder das Abgleiten des Schnees mit einem ausreichenden Schneefang ganz zu verhindern. Dabei muss beachtet werden, dass Dachlawinen auch darunterliegende Dcher (z. B. Wintergrten) be- schdigen knnen, und das schon bei relativ kleinen Fallhhen. Die Kollektoren mssen was Ausfhrungsart und Befestigung betrifft den Standortbedingungen bezglich Wind und Schnee ent- sprechen. Die berarbeitete SIA Norm 261, die sich mit Einwirkungen auf Tragwerke befasst, liefert Zahlen betreffend Schnee- und Wind- lasten. Ein Problem knnte im Weiteren die einseitige Dachbelastung dar- stellen, die entsteht, wenn Schnee auf der Nordseite eines Daches lie- genbleibt, whrend er auf der Sdseite abgerutscht ist. Dieser Faktor muss bei der Dimensionierung eines Daches bercksichtigt werden. Fr die Planung einer Solaranlage sollte ohnehin eine Fachperson beigezogen werden. Weite...</p>
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