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Institut für Völkerkunde, Universität zu Köln Einführungsseminar WS 2004/05 Lioba Lenhart

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Institut für Völkerkunde, Universität zu Köln Einführungsseminar WS 2004/05 Lioba Lenhart. 24.01.2005 25. Sitzung: Globalisierung. Peoples & Bailey, Kapitel 16: „ Globalization “. Themen: (1)Zum Begriff der Globalisierung (2)Entwicklung des Welthandels - PowerPoint PPT Presentation
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  • Institut fr Vlkerkunde, Universitt zu KlnEinfhrungsseminar WS 2004/05Lioba Lenhart24.01.200525. Sitzung: Globalisierung

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • Peoples & Bailey, Kapitel 16: GlobalizationThemen:(1)Zum Begriff der Globalisierung(2)Entwicklung des Welthandels(3)Entstehung der Weltwirtschaft(4) Auswirkungen der globalen konomie(5)Kulturelle Folgen der Globalisierungsierung: Ethnologische Perspektiven

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • (1)GlobalisierungGlobalisierung ist einer der heute am meisten benutzten Begriffe, mit dem der andauernde Prozess weltweiter Ver-netzung und Vernderungen in wirt-schaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Hinsicht bezeichnet wird.

    global weltweit, welt-, erdumfassend, gesamt

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • GlobalisierungNoch vor etwa 25 Jahren war dieser Begriff so gut wie nicht ge-bruchlich. Er findet sich beispielsweise weder in Wahrig Deutsches Wrterbuch von 1980, noch im Pons-Wrterbuch Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch von 1980.

    Isolierte, autarke, von den Einflssen der Auenwelt unberhrte Gesellschaften gab es auch in den 1980er Jahren schon lange nicht mehr.Inzwischen ist das Phnomen der Globalisierung jedoch in das allgemeine Bewusstsein gedrungen denn es ist selbst in der hintersten Ecke der Welt deutlich zu bemerken im Zusammenhang mit Welthandel, Arbeitsmigration, Tourismus, Flchtlingen, internationalen Organisationen, multinationalen Konzerne, Massenmedien, Internet, Weltreligionen, politischen Ideologien und Kriegen.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • GlobalisierungGlobalisierung ist nicht nur ein konomischer Prozess, obschon der konomische Wandel die Triebfeder der Globalisierung darstellt;Globalisierung hat auch weit reichende politische, soziale und kulturelle Auswirkungen.

    Die Anfnge der Globalisierung liegen etwa 500 Jahre zurck (1492 Reise von Columbus).Der Prozess der Globalisierung untergliedert sich in zwei Phasen:1. Phase: 1500 Mitte des 20. Jahrhunderts:Entwicklung eines globalen Handelsnetzwerkes, durch das alle Vlker der Erde direkt oder indirekt miteinander verbunden sind;2. Phase: Ende des 2. Weltkriegs heute:Entwicklung der weltweiten Vermarktung von Produkten und Entstehen einer globalen konomie.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • GlobalisierungDas Lehrbuchkapitel zur Globalisierung fokussiert konomische Prozesse. Es vermittelt allgemein/also auch fr Ethnolog/innen wichtiges, historisches und politisches Hintergrundwissen - nicht aber spezifische ethnologische Erkenntnisse.

    Letztere werden zum Schluss der Sitzung in Bezugnahme auf andere Literatur ergnzt.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • (2)Entwicklung des WelthandelsWegbereiter der Globalisierung war die europische Expansion ab 1500 (Columbus (Wieder-)Entdeckung von Amerika 1492, Seeweg nach Indien 1498).

    Fernkontakte und Fernhandel gab es auch schon sehr viel frher (Bsp.e: Transsahara-Handel; oder sdostasiatisches Seehandelsnetz, das China und Indien sowie die arabische Welt verband);neu war das Ausma der Verbindungen, die schlielich weltum-spannend wurden.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • Alte Welt und Neue WeltVor 1500 waren zentrale Regionen der verschiedenen Kontinente voneinander relativ isoliert. Der Fernhandel zwischen Europa und China sowie zwischen Europa und Afrika beinhaltete selten direkte Kontakte zwischen Mitgliedern der betreffenden Gesellschaften/Kulturen der Handel lag vielmehr in Hnden zwischengeschalteter Gruppen, die als Mittels-mnner fungierten.

    Alte Welt:Europa, Afrika, Asien bildeten vor 1500 bereits eine Einheit infolge von Kontakten und Handel (wenn auch in noch sehr begrenztem Mae), wodurch sich Technologien und Institutionen verbreiteten. Neue Welt:Amerika, Australien, Ozeanien waren vor 1500 nicht in dieses Handels-netzwerk eingebunden, entwickelten andere Technologien und Institutionen.!Termini sind zwar ethnozentrisch, machen aber aus kulturhistorischer Sicht nichtsdestotrotz Sinn.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • Europische Expansion und Entwicklung des Welthandels: Phasen 1500-1800 Europische Expansion, merkantile Phase

    1800-ca. Ende Kolonialzeit, 2. Weltkrieg Phase der industriellen Revolution

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • 1500-1800 Europische Expansion, merkantile PhaseEuropa war um 1500 weder die bevlkerungsreichste, noch die in technologischer Hinsicht am meisten entwickelte Region der Welt. In Asien gab es sehr viel grere Reiche, die Europa technisch und militrisch ebenbrtig, wenn nicht berlegen waren und selber expandierten.Trotzdem vernderte sich die Welt zwischen 1500 und 1800 infolge der europischen Expansion dramatisch.Die Spanier und spter die Portugiesen, Englnder, Franzosen und Niederlnder erreichten den amerikanischen Kontinent, unterwarfen oder vertrieben die einheimischen Bevlkerungen und kontrollierten bald fast das gesamte Gebiet und seine Ressourcen.Gleichzeitig errichteten dieselben europischen Mchte ein maritimes Handelsnetzwerk, das bald alle Menschen der Welt in direkten oder indirekten Kontakt miteinander brachte. Dieses Netzwerk brachte den Austausch von Technologie, Anbauprodukten, domestizierten Tieren und Menschen, aber auch Krankheiten mit sich.Im spten 18. Jahrhundert lassen sich Auswirkungen der europischen Expansion auf die Kulturen fast aller Vlker der Erde in der ein oder anderen Weise konstatieren.

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  • 1500-1800

    Phase der Schaffung von Handelsimperien durch die jeweiligen europischen Staaten:Aufbau unabhngiger, vollstndig unter eigener Kontrolle stehender Handelssysteme

    in den einzelnen Kontinenten mit sehr unterschiedlichen Auswirkungen

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  • Amerikaals einziger Erdteil flchenkolonisiert, anfangs fr Gold und Silber, spterfr Zuckerplantagen in der Karibik

    Mittel-/Sdamerika1492: Ankunft von Columbus16. Jh.: Eroberungen/Unterwerfung durch die Spanier und Portugiesen, die groe Teile des Kontinents unter ihre Kontrolle brachtenBeginn der MissionierungDiffusion von bestimmten Getreidesorten, Tierarten, Gtern, aber auch Krankheiten u.v.a.Extremer Rckgang der einheimischen Bevlkerung infolge von Ermordung, Krankheiten, Versklavung - Folge dessen im 16./17. Jh. Boom des afrikanischen Sklavenhandels

    Nordamerika und West IndiesAnfang 17. Jh.: Ankunft von anderen europischen Mchten, England, Frankreich, NiederlandeAuch sie in Sklavenhandel mit Afrika involviertEinheimische Bevlkerung wird nicht versklavt, sondern vertriebenStarker Bevlkerungsrckgang, massive Vernderungen ihrer Kultur und Lebensweise (Bsp.: Pferd bei Prrie-Indianern)

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • Subsahara-AfrikaMitte des 15. Jh.s: erste Kontakte durch PortugiesenErrichtung von Handelsposten (Gter: Gold, Elfenbein), die auch als Stationen fr Schiffe auf dem Weg nach Asien fungiertenMissionierungSklaven werden wertvollstes Handelsgut

    Sklavenhandel:ca. 1490er Jahre bis 1870, Hhepunkt im 18. Jh.schtzungsweise 10-50 Millionen versklavte MenschenZunchst nur durch Portugiesen, die mit afrikanischen Verbndeten kooperierten, dann auch Frankreich, England, Niederlande u.a.Zentrum: Westafrika, Zentralafrika,Verbindung von Waffen- und Sklavenhandel Eskalation von Kriegen, DestabilisierungEinfhrung von neuen Getreidesorten (Mais, Maniok), dadurch hhere Produktivitt, Bevlkerungswachstumdadurch ev. Auffangen der Verluste infolge von Sklavenhandel

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • Asien OzeanienAsien:deutlich andere Situation als in Amerika und Afrika: Asien war Europa klar voraus 1498: Portugiesen als erste Europer in Asien, zunchst dominanteher periphere europische Beteiligung als Mittelsmnner am bereits bestehenden innerasiatischen Handelssystem fr Gewrze, bei Errichtung einzelner Handelspostenerst nach 1600 mehr Einfluss

    Ozeanien:nur wenig von der merkantilen Phase beeinflusst

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  • 1800-Ende 2. Weltkrieg Kolonialzeit, Phase der industriellen RevolutionTechnologischer Fortschritt und Industrialisierung festigten die militrische, politische und wirtschaftliche Vormachtstellung Europas.

    Vernderung der Art des Kontaktes zwischen Europern und Nicht-Europern - vom Handel hin zu Kolonialismus und politischer Domi-nierung:19. Jh. Periode der imperialen Expansion;um 1900 dann Beginn der Restrukturierung der Wirtschaftssysteme der kolonialen Besitztmer zugunsten europischen Bedarfs (Rohstoffe fr Export, Absatzmrkte fr europische Manufakturgter), Einfhrung von Besteuerung, Zllen;Europer fhlten sich nicht nur wirtschaftlich und politisch, sondern auch kulturell berlegen.

    Einfhrungsseminar WS 2004/05 (L. Lenhart): Globalisierung

  • KolonialisierungGrobritannien bildete die Vormacht, gefolgt von Frankreich;spter dann auch viele andere europische Staaten einschlielich Deutschland sowie USA und Japan;Amerika war inzwischen wieder weitgehend unabhngig, die restliche Welt war nun fast gnzlich aufgeteilt - wobei auch die wenigen formal unabhngigen Staaten (z.B. Thailand) unter indirekte Kontrolle der Kolonialmchte gerieten.

    Technologischer Fortschritt brachte schnellere und grere Schiffe, Eisenbahnen u. . und somit effektivere Transportmglich-keiten.

    konomisches Interesse verlagerte sich mehr und mehr von Zahlungs- (Gold, Silber) und Genussgtern (Kaffee, Tee, Kakao, Zuck

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