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Informationsdienst Weihenstephan

Date post:10-Mar-2016
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  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Inhalt

    Forschung Hitzetoleranter Brokkoli: Screening mit 140 Testsorten aus aktuellen Zuchtlinien von agro-TIP

    Sichtung Calamintha-Sortiment geprft und abschlieend bewertet

    Unternehmensfhrung Optimierung Ihres Webauftritts (Teil 2)

    Pflanzenschutz Bellisrost; Botrytis an Myosotis; Kommaschildlaus an Buxus; Buchbesprechung

    Gemse und Kruter Ingwer und Pimpinelle

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Hitzetoleranter Brokkoli: Screening mit 140 Testsorten aus aktuellen Zuchtlinien von agro-TIP Brokkoli, bot. Brassica oleracea var. italica, stammt ursprnglich aus Sditalien. Von dort wurde er im 18.Jahrhundert auch nach Deutschland eingefhrt. Heute liegen die Hauptanbaugebiete in Italien, Sdfrankreich und den USA, dort hauptschlich in Kalifornien. Weltweit hat der Brokkolianbau in den letzten 20 Jahren an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt wegen seines hohen Gehaltes an Glucosinolaten, die in Zusammenhang mit einer krebsvorbeugenden Wirkung gebracht werden. Botanisch gesehen ist der Brokkolikopf der noch nicht voll entwickelte Bltenstand der Pflanze, die sich aus mehreren kleinen Bltenknospen zusammensetzt. Zu hohe Temperaturen whrend der Vernalisation (Anlage der Blte) fhren zu Qualitts-mngeln, die die Ware unverkuflich machen knnen. In dieser kurzen, aber sehr sensiblen Phase sind bereits Temperaturen ber 25 C problematisch. So kann eine Woche mit kritischen Temperaturen fr starke Missbildungen sorgen. Ist die Anlage der Blte abgeschlossen, stren hohe Temperaturen im weiteren Wachstums- und Entwicklungsverlauf nicht mehr.

    Abb. 1: Brokkoli-Testsorte 'AX11-274'

    Fr die international agierende Saatgut-Firma agro-TIP mit Sitz in Tostedt, Deutschland, ist die Verbesserung der Hitzetoleranz bei Brokkoli ein wichtiges Zuchtziel. Testsorten aktueller Zuchtlinien wurden fr erste berprfungsverfahren an verschiedene Standorte weltweit gegeben, darunter auch an das Institut fr Gartenbau an der staatlichen Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan. Am Standort Weihenstephan erfolgte der Anbau von 140 Testsorten von Frhjahr bis Herbst 2010 in drei Stzen. Der erste Satz fr die Frhsommer-Ernte umfasste 14,

  • der zweite Satz fr die Hochsommerernte 53 und der dritte Satz fr die Herbsternte 73 Testsorten. Ergnzend wurde in allen Stzen 'Marathon' (Sakata), 'Ironman' (Seminis) und 'Parthenon' (Hild) angebaut, die als Standardsorten in verschiedenen Anbaugebieten Deutschlands empfohlen werden. Alle Varianten wurden in Erdpresstpfe gest und mit einem Pflanzabstand von 50 cm x 50 cm dreireihig ausgepflanzt. Die Kulturtermine zu Aussaat, Pflanzung und Ernte sind in Tabelle 1 zu finden.

    Tab. 1: Kulturdaten Brokkoli Sortenscreening 2010

    Neben der Erfassung der Entwicklungsdauer und des durchschnittlichen Kopfgewichts wurden Pflanzenuniformitt, Kopfform, Kopffarbe, und Knospengre bonitiert und sonstige Aufflligkeiten beschreibend erfasst. Bestimmung und Beschreibung der Kopfform erfolgte mit dem in Abbildung 2 dargestellten Schema aus den USA. Weiterhin wurden alle Sorten fotografiert.

    Abb. 2: Schema zur Bestimmung der Kopfform bei Brokkoli (Quelle: www.ams.usda.gov/AMSv1.0/getfile)

  • Abb. 3: Witterungsverlauf Brokkoli-Sortenscreening 2010 (Daten vom Agrarmeteorologischen Messnetz Bayern - Wetterstation Nr. 8, Freising)

    Wie die Witterungsdaten in Abbildung 3 zeigen, wurde in keinem der drei Stze eine lngerfristige Tagesdurchschnittstemperatur von 25 C erreicht. Die Anbauzeitrume des ersten und dritten Satzes waren geprgt von hufigen und starken Niederschlgen und eher khlen Temperaturen. Fr den zweiten Satz lagen die schwierigsten Witterungsbedingungen vor. Sehr starke Temperaturschwankungen mit Temperaturspitzen ber 30 C und Trockenphasen in Abwechslung mit heftigen Niederschlgen fhrten insgesamt zu starken Qualittseinbuen wie Deformationen, Verfrbungen, Durchwuchs, Gelbfleckigkeit, Hohlstrnkigkeit, Blumenfulnis (Abb. 4).

    Abb. 4: Qualittsmngel bei Brokkoli am Beispiel einiger Testsorten, Freilandanbau 2010, Weihenstephan

  • Die Nummern-Sorte 'AX11-382' ging vorzeitig in Blte (Abb. 5). Auch bei den Standardsorten 'Ironman' 'Marathon' und 'Parthenon' gab es zum Teil Qualittsprobleme (Abb. 6).

    Abb. 6: Kopfqualitt von drei Brokkolisorten aus drei Anbaustzen, Freilandanbau 2010, Weihenstephan

    Der dritte Satz litt unter starken Befall mit Kohldrehherzmcke, die aufgrund der nassen Witterung nur unzureichend bekmpft werden konnte. Bei den meisten Sorten gab es daher massive Ausflle (zwischen 50 und 90 %) durch ausbleibende Kopfbildung. Ausnahme bildete die Testsorte'AX11-274', die weitgehend befallsfrei blieb und abgesehen von einer leichten Tendenz zum Durchwuchs eine brauchbare Kopfqualitt (Abb. 1) aufwies. Sie legte eine berraschend gleichmige Entwicklung an den Tag und konnte somit an einem Termin weitgehend abgeerntet werden. Da es sich bei einem Screening mit Testsorten um ein Vorauswahlverfahren fr anschlieende Exaktversuche handelt, knnen keine konkreten Sortenempfehlungen abgeleitet werden.

    Abb. 5: Vorzeitige Blte bei 'AX11-382'

  • Jedoch sind in Tabelle 2 die Sorten-Nummern im berblick zusammengestellt, die ein durchschnittliches Kopfgewicht von ber 300 g erreichten, sich weiterhin durch gute Kopfqualitt und gleichmige Kopfentwicklung auszeichneten und in diesen Punkten besser abschnitten als die 3 Standartsorten. Diese Bedingungen erfllten im ersten Satz 5, im zweiten Satz 3 und im dritten Satz 10 Testsorten, siehe Beispiel 'AX11-2182' in Abbildung 7.

    Tab. 2: agro-TIP Brokkoli-Testsorten der Stze 1, 2 und 3 mit einem durchschnittlichen Blumengewicht ber 300 g, guter Blumenqualitt und gleichmiger Blumenentwicklung

    Die Witterungsbedingungen 2010 erlaubten zwar nur bedingt Aussagen ber Hitzetoleranz, fhrten jedoch zu Stresssituationen, die interessante Informationen ber die generelle Anbaueignung der Testsorten gewhrten.

    Dipl.-Ing. (FH) Katrin Kell Institut fr Gartenbau

    Abb. 7: Brokkoli-Testsorte 'AX11-2182'

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Calamintha-Sortiment geprft und abschlieend bewertet Nach dreijhriger Prfung an den Standorten Dresden-Pillnitz, Heidelberg, Oeschberg, Wdenswil, Weihenstephan und Wien hat der Arbeitskreis Staudensichtung das Calamintha-Sortiment auf der diesjhrigen Arbeitstagung in Pillnitz abschlieend bewertet. Grundlagen der Bewertung waren Gesamteindruck, Vitalitt, Widerstandsfhigkeit gegen Krankheiten und Schdlinge, Standfestigkeit, berwinterungsverhalten, Bltenschmuckwirkung, Reichbltigkeit, Remontier-verhalten und Blattschmuckwirkung. Die meisten der geprften Formen erwiesen sich als gesund und wchsig. Krankheitsbefall war nicht zu verzeichnen, lediglich Zikaden trben das Erscheinungsbild gelegentlich aufgrund einer unansehnlichen Gelbsprenkelung der Blattspreiten. Im Handel ist ein knappes Dutzend unterschiedlicher Formen erhltlich, die im Wesentlichen auf drei Arten zurckgehen. Sorten von Calamintha nepeta Das Hauptverbreitungsgebiet der Kleinbltigen Bergminze reicht vom Mittelmeergebiet bis zu den Sdalpen und stlich bis Kleinasien. Die Wrme und Sonne liebende Art siedelt vornehmlich auf trockenen Untergrnden.

    Abb. 1: Calamintha nepeta 'Triumphator'

    Die beste Garteneignung besitzt zweifelsfrei ein Klon, der in den Staudengrtnereien unter der Bezeichnung Calamintha nepeta subsp. nepeta angeboten wird. Es ist die einzig sterile Variante im Sortiment, die demnach nicht als Unterart, sondern als Sorte gefhrt werden sollte. Bis zu sicheren Klrung der taxonomischen Zuordnung

  • des Klons sollten die Pflanzen daher unter dem Namen Calamintha nepeta 'Triumphator' gelistet werden. Die Sorte blht beraus lange, von Anfang Juli bis Anfang Oktober. Anders als bei den nachfolgend genannten Formen ist bei 'Triumphator' nach der ersten Hauptbltephase kein Rckschnitt notwendig, da keine Invasion von Smlingen zu befrchten ist. Gleichwohl treiben die glnzend grn belaubten Pflanzen nach einem vollstndigen Rckschnitt im Hochsommer wieder krftig durch und blhen dann ab Ende September ein zweites Mal. Beste Gesundheit, sehr hohe Vitalitt und absolute Standfestigkeit runden das hervorragende Bild der Pflanze ab und begrnden die ausgezeichnete Bewertung der Sorte.

    Abb. 2: C. nepeta 'Blue Cloud' Abb. 3: C. nepeta 'Lila Riese' Sehr gut bewertet wurden die beiden blauviolett blhenden Sorten 'Blue Cloud' und 'Lila Riese'. Beide Formen erweisen sich als sehr vital. Der Flor der geringfgig hheren 'Lila Riese' wirkt eine Nuance dunkler als 'Blue Cloud'. Von den reinwei blhenden Varianten erwies sich die wuchskrftige 'Weier Riese' als die beste. Um die Versamung der Sorten einzugrenzen, empfiehlt es sich diese Anfang August bodennah zurckzuschneiden. Die Pflanzen regenerieren gut und blhen dann ab Ende September bis zu den ersten Frsten ein zweites Mal.

    Abb. 4: C. nepeta 'Weier Riese'

    Abkmmlinge von Calamintha menthifolia (Syn. C. sylvatica) Die heimische Wald-Bergminze kommt in lichten Laubwldern und auf sonnigen Hngen vor. Sie bevorzugt mig trockene, kalkhaltige Untergrnde und ist in

  • Grnanlagen am besten auf Freiflchen und am sonnig-warmen Gehlzrand zu verwenden. Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Nordafrika ber den Mittelmeerraum bis nach Mitteleuropa und stlich bis zu den Karpaten. In grtnerischer Kultur befinden sich zwei Auslesen, die der Art zuzuordnen sind: Die gegenber anderen Sorten nicht immer besonders reich blhende 'Gottfried Khn' ziert mit violetten Blten und krftig purpurfarben getnten Stngel. 'Menthe' blht wei. Das aromatische Laub der Sorte duftet minzeartig. Die Horste der sehr wchsigen und attraktiven Form erweisen sich nicht immer als standfest. Nach einem vollstndigen Rckschnitt im Hochsommer zur Vermeidung einer starken Smlingsbildung bauen sich die Pflanzen jedoch wieder schn auf.

    Abb. 5: C. menthifolia 'Gottfried Khn' Abb. 6: C. menthifolia 'Menthe'

    Formen von Calamintha grandiflora Die von Nordafrika bis zu den Nordalpen, Kaukasus und Kleinasien verbreitete Grobltige Bergminze kommt im Unterwuchs von Buchen- und Buchen-Tannenwldern vor. Sie bevorzugt frische, humose Bden. Trockenheit und Kahlfrste vermgen die Pflanzenbestnde stark zu schdigen. Die Pflanzen sind am besten in lichten Schattenpartien und am Gehlzrand zu verwenden. Gegenber den vorgenannten Arten und Sorten blhen die Abkmmlinge von Calamintha grandiflora etwa 3 Wochen frher. Die rosavioletten Lippenblten bertreffen die der anderen Arten hinsichtlich Gre und Fernwirkung. Die Formen der Grobltigen Bergminze bilden durch kurze Auslufer allmhlich kleine Bestnde. Da die Art ein variables Erscheinungsbild zeigt, wurde sie nicht bewertet. Als gut wurde ein kompaktwchsiger Klon eingestuft, der von der Grtnerei Foerster zur Sichtung eingereicht und im Nachgang als 'Kobold' getauft wurde. Die Auslese wird nur knapp 30 cm hoch.

    Abb. 7: C. grandiflora 'Kobold'

  • Bewertung des Calamintha-Sortiments

    Quellen: HEGI, G., 1975 : Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, Teil 4 HESS et al., 1972: Flora der Schweiz, Band 3.

    Text: Prof. Dr. Bernd Hertle Bilder: Dipl. Ing. (FH) Hedwig Klinkan

    Institut fr Gartenbau

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Checkliste zur Optimierung Ihres Webauftritts (Teil 2) 3 Suchmaschinenoptimierung (... denn nur wer gefunden wird, existiert) Die Bedeutung von SEO ist seit Bestehen des Webs kontinuierlich gestiegen. Ein Podestplatz in den Suchlisten ist hochbegehrt, denn es ist bekannt, dass viele Verbraucher erstmal "googeln", wenn sie ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung bentigen, dabei aber nur die erste Seite und hufig lediglich die ersten drei Treffer einer Suchliste wirklich anschauen. SEO ist zu einer kleinen Wissenschaft mit Ku-Klux-Klan-Charakter geworden, seit die Betreiber von Suchmaschinen allen voran Google die exakte Arbeitsweise ihrer Indexier- und Sortier-Algorithmen geheim halten und zudem noch fters ndern, weil sie dadurch Missbrauch zumindest erschweren wollen. Ein wenig Verstndnis fr das Vorgehen von Suchmaschinen (Google, Bing, Yahoo etc.) ist allerdings notwendig, um SEO zu betreiben. Google & Co. setzen Programme bezeichnet als Crawler, Spider oder Agenten - ein, um permanent das Internet von einem Hyperlink zum nchsten zu durchstreifen und die Seiten nach gefundenen Begriffen zu indizieren. Dabei basiert die Wertigkeit auf dem sog. Page-Rank und weiteren seitenspezifischen Kriterien, und zwar:

    das Vorkommen der Suchbegriffe im Domainnamen, den URL's der Unterseiten, im TITLE- und DESCRIPTION-Kommando sowie im Text der Seiten

    die Aktualisierungsfrequenz und das Alter des Domainnamens die Link-Popularitt (wird bestimmt durch die Anzahl der externen Links, die

    auf Ihre Seite verweisen, wobei wiederum Verweise von wichtigen Seiten strker gewichtet werden); Sie knnen diese Link-Popularitt Ihrer Webseite unmittelbar ber www.ranking-check.de berprfen.

    die Einhaltung von Standards (sog. HTML-Validitt) das Verhltnis von Content zum Umfang des HTML-Codes

    Diese grundstzlichen Kriterien sind bekannt, die genaueren Details leider nicht. Die zentrale Frage, die zunchst zur Vorbereitung von SEO zu klren ist, lautet: 3.1 Welche Suchbegriffe haben Relevanz fr meine Website? D.h. es ist zu prfen, ber welche Keyword-Eingaben eine Ihrer Webseiten gefunden werden soll. Dazu sollten Sie sich nach Mglichkeit in die Lage Ihrer potentiellen Kundschaft versetzen. Auch wenn Sie sich beispielsweise als Gartenbaubetrieb

  • verstehen, kann der Begriff Grtnerei als Suchbegriff viel wichtiger sein, weil der Durchschnittskunde meist nach diesem Wort sucht. In zweifelhaften Fllen knnen Sie eine Keyword-Datenbank (z.B. www.ranking-check.de) befragen. Dort erfahren Sie fr das erwhnte Beispiel, dass nach Grtnerei ungefhr 100 mal hufiger als nach Gartenbaubetrieb gesucht wird. Sie sollten sich bei dieser Analyse auf die allerwichtigsten Suchbegriffe konzentrieren und dabei die Branche (Gemse, Floristik, Friedhof, ) angeben. Fr einen Produktionsbetrieb wird die Angabe der Hauptkulturen, fr einen Endverkaufsbetrieb wird die Einbeziehung von Ortsbezeichnungen als Keywords Bedeutung haben. 3.2 Wo mssen diese Suchbegriffe in meine Website eingebunden werden? Aus den oben beschriebenen Kriterien bzgl. der Arbeitsweise von Suchmaschinen und Ihrer Analyse von Suchbegriffen lassen sich einige konkrete Handlungs-Empfehlungen ableiten:

    Optimal ist sicherlich, wenn Sie Ihren Firmennamen in der Bezeichnung Ihrer Domain unterbringen knnen (z.B. www.gaertnerei-muster.de). Allerdings sollte dieser Domainname natrlich auch mglichst kurz sein, so dass sich die Verwendung mehrerer bzw. lngerer Begriffe verbietet. Eventuell kann die Verwendung von 2 Domainnamen (davon eine Kurzform, die im Alltag verwendet wird und direkt auf den zweiten verweist) eine intelligente Lsung sein. Verwenden Sie zur Bezeichnung von Unterseiten (sog. URLs) mglichst Ihre relevanten Suchbegriffe (z.B. www.gaertnerei-muster.de/kraeuter.html). Als gute Strategie ist zu empfehlen, fr jeden relevanten Suchbegriff, ber dessen Eingabe Sie gefunden werden wollen, eine eigene Unterseite mit entsprechender URL anzulegen, die genau diesen Begriff zu 100% abdeckt. Falls Sie ein Content-Management-System (CMS) verwenden, sollte darauf geachtet werden, dass als URL-Namen nicht die internen ID's (Zahlencodes), sondern diese suchbaren Namen eingesetzt werden.

    Der im sog. TITLE-Kommando angegebene Text erscheint beim Aufruf einer Webseite in der obersten, blau hinterlegten Bildschirmzeile und bei der Anzeige von Suchergebnissen in der ersten Zeile (Beispiel siehe Abbildung 4) ein Indiz dafr, dass die Suchmaschinen dem Inhalt des TITLE-Kommandos eine wichtige Bedeutung beimessen. Dies mssen Sie unbedingt fr Ihre einzelnen Webseiten durch geschickte Wahl von Titeln, in denen Ihre Ziel-Suchbegriffe vorkommen, ausnutzen. Dies gilt analog auch fr Ihre Eintragungen im META-Kommando, die zwar dem surfenden Nutzer gar nicht angezeigt, aber fr Suchmaschinen von Bedeutung sind. Beispielsweise wird in den Trefferlisten der Suchmaschinen die im DESCRIPTION-Feld angegebene Information als zweite Zeile angezeigt (siehe Abbildung1).

  • Abb. 1: Auswirkung der TITLE- und DESCRIPTION-Angabe einer Website auf das Google-Suchergebnis

    Falls Ihr Betrieb bei Eingabe eines Fachbegriffes (z.B. Grtnerei, Baumschule, Stauden, Gemse, Floristik, Kbelpflanzen etc.) und einem Ortsnamen bei Google mit hoher Prioritt gelistet werden soll, wre nach dem letzten Punkt beispielsweise der TITLE "Gartenbau Muster Ihre Grtnerei in Beispielstadt" zielfhrend. Sie sollten aber zustzlich unbedingt Ihre Website bei Google-Maps ber den Dienst Google-Places anmelden, damit der Nutzer bei einer entsprechenden Suche auch sofort die Karte mit Eintragung der Lage Ihres Betriebes erhlt.

    Die Auflistung der allerwichtigsten Suchbegriffe (z.B. 5 bis 10) in den sog. Meta-Tags sollte vorgenommen werden, wobei deren Bedeutung auf Grund vieler Missbrauchsflle zurckgestuft wurde. Insbesondere die mehrfache Auflistung solcher Begriffe in unsichtbaren Bereichen (Meta-Tags oder im normalen Text in einer Schriftfarbe, die identisch zum Hintergrund ist) wird von Google mittlerweile mit einer Rckstufung der Wertigkeit sogar "bestraft".

    Beim Einbinden von Bildern oder Animationen in Ihre Website knnen Sie die Dateinamen frei whlen. Dabei sollten Sie wiederum an Ihre Suchbegriffe denken und eine Bilddatei, die einen Strau Ihrer Floristik-Abteilung zeigt, nicht Bild10257.JPG, sondern beispielsweise Blumenstrau.JPG nennen. Auerdem sollten Sie alle Bilder mit einer alternativen Textbeschreibung versehen (Parameter ALT im HTML-Kommando IMG-SRC), weil nur diese von Google & Co indiziert werden kann.

    3.3 Was kann ich noch unternehmen, um meine Trefferquote zu verbessern?

    Sie sollten Ihre Seite laufend aktualisieren (wchentlich oder monatlich, in jedem Fall mit Regelmigkeit, auch wenn nur eine Kleinigkeit gendert wird), um bzgl. Aktualisierungsfrequenz zu punkten.

    Sie sollten kontrollieren, ob Sie in wichtigen Listen bzw. Portalen auftauchen, in denen Betriebe aufgelistet werden oder suchbar sind, und andernfalls um Aufnahme bitten. Dies verbessert aufgrund externer Links Ihren PageRank. Solche Listen werden meist von den Stdten und Gemeinden, von den IHKs, von der Fachschule Gartenbau in Landshut (www.fachschule-gartenbau.de), vom ZVG (www.ihre-gaertnerei.de) bzw. vom BdB/BdS fr die Mitgliedsbetriebe und vielen anderen Institutionen im Web gefhrt.

  • Eine weitere Mglichkeit, den PageRank zu verbessern, ist die Grndung einer Betriebe-Gemeinschaft mit Erstellung einer gemeinsamen Webseite, von der aus Links zu den Einzelbetrieben fhren (Beispiel: Die Raumbegrner siehe www.dieraumbegruener.de)

    Bei der Erstellung einer guten Webseite wird mglichst nur Standard-HTML verwendet und auf die Nutzung von Zusatz-Features, die von unterschiedlichen Browsern (Firefox, Internet-Explorer, Opera etc.) verschieden interpretiert werden, verzichtet. D.h. Sie sollten nicht alles aufbieten, was technisch mglich ist. berprfen Sie in jedem Fall die HTML-Validitt Ihrer Webseite mit dem sog. Validator (siehe www.validator.de).

    4 Eignung fr Mobilgerte Alle Experten sind sich darin einig, dass das Internet der Zukunft mobil wird. Die Forderung, dass eine Webseite auch per PDA oder Handy in brauchbarer Qualitt aufrufbar ist, wird derzeit von den wenigsten Webauftritten erfllt. Es ist aber zu erwarten, dass diese Anforderung knftig an Bedeutung gewinnt. 4.1 Wie kann ich meine Website auch fr Mobilgerte nutzbar machen? Am einfachsten ist dies derzeit realisierbar ber die Erstellung einer zustzlichen Website, die mit Hilfe des WAP-Protokolls speziell fr Mobilgerte konzipiert wird. Die WAP-Homepage erhlt statt www.gaertnerei-muster.de den Namen wap.gaertnerei-muster.de und wird durch eine extreme Reduktion der Information auf das Allerwesentlichste an die Gre eines Mobilgertes angepasst. Nachteil dabei ist allerdings, dass Sie dem Kunden zwei Webadressen vermitteln mssen. Ein Beispiel fr dieses Vorgehen liefert uns die Bundesbahn mit den beiden Websites www. bzw. wap.bahn.de. Da ein Webserver aber u.a. den Betriebssystem-Typ und die Auflsung des Gertes, von dem der Aufruf einer Webseite stammt, abfragen kann, ist es ber entsprechende Programmierung auch mglich, dem Nutzer automatisch die fr sein Gert optimierte Seite zu liefern. Diese Funktionalitt liefern im Moment wegen des erhhten Programmieraufwandes nur wenige Seiten (z.B. www.google.de). Dies knnte sich allerdings in den nchsten Jahren auf Grund des zu erwartenden Mobilitts-Booms schnell ndern und dann natrlich auch fr Gartenbau-Betriebe wichtig werden.

    Prof. Dr. Georg Ohmayer

    Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan

    Hinweis Dieser Beitrag ist der zweite einer Serie zum Thema "Optimierung Ihres Webauftritts" (Teil 1) Diese Beitrge sind jeweils zuerst in der Fachzeitschrift TASPO-Magazin, Nr. 6/2010, erschienen (z.T.) leicht verndert. Wir danken der Redaktion TASPO fr Ihre Zustimmung zur nochmaligen Verffentlichung im "Infodienst Weihenstephan".

  • Glossar B2B: Business to Business, d.h. Abwicklung von Geschften zwischen

    Unternehmen, z.B. eines Handelsbetriebs mit seinen Lieferanten.

    B2C: Business to Consumer, d.h. Abwicklung von Bestellungen der Endkunden.

    Blog: Internet-Tagebcher (sog. Web-Logs), in denen Online-Chronisten ihre Erlebnisse ausbreiten und Leser ihre Kommentare dazu abgeben knnen.

    CAPTCHA: Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart, d.h. ein Test zur Unterscheidung, ob das Gegenber bei einem Dialog im Internet ein Mensch oder eine Maschine ist.

    CMS: Content-Management-System, Software zum Aufbau und zur Pflege einer komplexen Website durch mehrere Mitarbeiter im Unternehmen, die unterschiedliche Rechte haben (z.B. nur Textinhalte aktualisieren).

    Cookie: kleine Datei mit Daten einer Firma, die von deren Webserver auf den Rechner des Surfers bertragen und bei dessen nchsten Besuch ausgelesen werden, wodurch zumindest eine anonyme, aber doch eindeutige Identifizierung ermglicht wird.

    ePayment: elektronische Abwicklung von Zahlungsvorgngen ber Kreditkarten- oder Onlinebezahlsysteme (z.B. PayPal oder Click&Buy).

    HTML: HyperText Markup Language, Sprache zur Beschreibung von Inhalt und Form einer Webseite mit einzelnen HTML-Kommandos, auch Tags genannt.

    Podcast: setzt sich aus den beiden Wrtern "iPod" und "Broadcast" zusammen. Es handelt sich um Audiodateien, die jeder Nutzer frei herunterladen und abspielen kann.

    SEO: Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung, d.h. Modifikation einer Website mit dem Ziel, dass sie von den Suchmaschinen nicht nur gefunden, sondern bei einer Suche nach wichtigen Suchbegriffen mglichst auf der ersten Seite der Trefferliste angezeigt wird.

    SSL: Secure Socket Layer, d.h. Protokoll zur sicheren Datenbertragung zwischen Browser und Server, realisiert durch Datenverschlsselung; der Nutzer sieht, ob per SSL bertragen wird, wenn die Webadressen nicht nur mit http sondern mit https beginnen, bzw. wenn der Browser das Symbol eines geschlossenen statt eines geffneten Schlosses anzeigt.

    Spam: Belstigende Massennachrichten in eMail-Form (Werbe- oder Kettenbriefe), welche die eigene Mailbox verstopfen.

  • URL: Uniform Resource Locator, d.h. eindeutige Adresse einer einzelnen Webseite (z.B. www.gaertnerei-muster.de/rosen.html)

    WAP: Wireless Application Protocol, d.h. Protokoll fr den Internet-Zugang von mobilen Gerte (Handys, Handhelds); WAP-Seiten sind besonders einfach und zugeschnitten auf kleine Bildschirme und Tastenbedienung.

    Website: Summe aller einzelnen Webseiten, die zu einem Webauftritt (z.B. www.gaertnerei-muster.de) gehren.

    WWS: Warenwirtschaftssystem, d.h. ein EDV-System zur gesamten Auftragsabwicklung in einem Handelsbetrieb.

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Ergebnisse aus dem Diagnoselabor In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen einige unserer Diagnosen vorstellen, die wir in den letzten Wochen zu eingelieferten Proben, Anfragen per E-Mail oder Brief oder auch zu Schden, die uns selbst aufgefallen oder zugetragen worden sind, gestellt haben. Bellisrost

    Auf den Blttern zeigen sich anfangs helle, gewlbte Flecke. Spter bilden sich an diesen Stellen blattunterseits gelbliche Sporenlager (Aecidien). Neben den Blttern werden auch Blatt- und Bltenstiele befallen. Verursacher ist Puccinia distincta, der aufgrund seiner eigentlichen Heimat auch als Australischer Bellisrost bekannt ist. Neben diesem gibt es bei uns heimische Rostarten an Bellis, die jedoch einen Wirtswechsel mit Hainsimse (Luzula-Arten) durchlaufen.

    Botrytis an Myosotis Eine lngere Blattnssedauer, auch mit bedingt durch geringe Nachttemperaturen und einen dichten Stand oder ein Gieen der Pflanzen berkopf, sind frderlich fr einen Befall mit Botrytis (Grauschimmel). Der spter mausgraue Belag, bestehend aus baumartig verstelten Trgerstrukturen, tritt auf Bltter, Trieben und auch Blten auf. Geschdigte Pflanzen zeigen Welkeerscheinungen und faulen rasch. Je nach Wahl des Pflanzenschutzmittels kann auch der teilweise mit an Myosotis auftretenden Echte Mehltau bekmpft werden.

    Gelbliche Sporenlager (blatt-unterseits)

    Myosotis-Pflanzen mit Grau-schimmel

  • Kommaschildlaus an Buxus Nicht selten tritt bei Buchsbaum an Blttern und Trieben ein Befall mit der Kommaschildlaus auf (Lepidosaphes ulmi). Diese sehen uerlich einer Miesmuschel hnlich, messen ausgewachsen 2-3 mm und treten meist gesellig auf. Die berwinterung erfolgt als Ei, die sich zu etwa 90 Stck unter dem Schild befinden (entspricht der Schutzhlle des abgestorbenen Weibchens). Das Schild lsst sich - im Gegensatz beispielsweise zu den verwandten Napfschildlusen - leicht abnehmen.

    Neue Buchbesprechungen zum Pflanzenschutz Bibliographische Angaben: Jens Jacobsen: Weg mit der Whlmaus: Strenfriede und Schdlinge vertreiben. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN: 978-3-80001-6745-6, Preis: 12,90 Euro. Format: 23x17 cm Inhalt: Zu einer Vielzahl von Strenfrieden im Garten werden Hinweise zur Biologie, Vertreibung und teils auch Bekmpfung angefhrt. Behandelt werden jeweils Strenfriede unter den Vgeln (u.a. Elstern und Krhen; 10 Seiten), Strenfriede unter den Sugetieren (u.a. Whlmaus, Steinmarder, Bisam, Maulwurf, Wildschwein; 48 Seiten), Strenfriede unter den Insekten (u.a. Wespen, Hornissen, Ameisen; 17 Seiten) sowie Strenfriede Schnecken (10 Seiten). Illustriert ist das 94 Seiten umfassende Buch mit 45 Farbfotos und 6 Zeichnungen. Empfehlung: Ein Buch fr den interessierten Hobbygrtner, der hier neben den klassischen Problemen wie Schnecken, Maulwurf und Whlmaus auch interessante biologische Ausfhrungen und Zusammenhnge zu anderen Strenfrieden und Lstlingen im Garten erhlt. Besuchen Sie unsere bersicht der Pflanzenschutz-Buchbesprechungen

    Dipl.-Ing. agr. Thomas Lohrer

    Institut fr Gartenbau

    Einzelne Kommaschildlaus

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Januar 2011

    Gemse und Kruter im Portrait

    Ingwer (Zingiber officinalis) Herkunft und Botanik

    Familie: Ingwergewchse (Zingiberaceae) Heimat: Sdostasien, Anbau in Indien,

    Indonesien, Vietnam, China, Japan, Australien, Sdamerika und Nigeria

    Botanik: mehrjhrige, schilfartige Pflanze bildet ein horizontal im Boden kriechendes und

    stets neu verzweigendes, dichtes und knolliges Rhizom mit feinen Haarwurzeln aus

    nicht frosthart Verwendung

    wegen seines aromatischen scharfen Geschmacks wurde und wird Ingwer als Gewrz verwendet

    getrocknet und gemahlen ist Ingwer Bestandteil des Currypulvers

    im westlichen Kulturkreis wird Ingwer eher s verwendet, in Sspeisen, Ginger Ale, kandierter Ingwer, Ingwermarmelade, Kekse, Tee

    er wird geschlt oder ungeschlt, gekocht oder roh, getrocknet oder frisch verwendet

    weit ber 2000 Jahren bereits medizinisch eingesetzt; Ingwer wirkt appetitanregend, magenstrkend und verdauungsfrdernd; beugt belkeit vor bei Reisen oder Chemotherapie

    da Ingwer die Speichelsekretion frdert und die Darmbewegung aktiviert, ist er auch Bestandteil von Arzneimitteln gegen Verdauungsstrungen

  • Standort sehr wrmebedrftig Halbschatten liebt hohe Luftfeuchtigkeit ideal fr Gewchshaus und

    Wintergarten Anbau

    Anzucht durch im Fachgeschft gekaufte Ingwerknollen Knollen im Frhjahr vorsichtig teilen, in halb mit Substrat gefllte Tpfe legen,

    danach Tpfe ganz auffllen

    leicht feucht halten bei guter Unterwrme nach einigen Wochen erscheinen die jungen Triebe, die man dann in grere

    Gefe umsetzen kann

    Kultur in Tpfen ganzjhrig im Haus an einem hellen Fenster oder im warmen Wintergarten mglich

    Kultur im Freiland ungeeignet Pimpinelle (Pimpinella saxifraga) Herkunft und Botanik

    Familie: Doldengewchse (Umbelliferae) Heimat: Mittelmeerregion zweijhrige Staude, Anbau meist

    einjhrig

    bis 30 cm Wuchshhe wchst im ersten Jahr rosettenartig

    Verwendung

    passt zu Blattsalaten, Kartoffel- und Gurkensalat, Mischgemse beim Schneiden etwas Zitronensaft zugeben, nicht Mitkochen Wurzelextrakt wirkt schleimhautberuhigend und hustenstillend

    Standort

    tiefgrndige, nicht zu Staunsse neigende Bden gnstig mige Temperaturansprche, vollsonnig selbstunvertrglich, Anbauphase 4 Jahre mit Umbelliferae

  • Anbau Anzucht durch Aussaat in Tpfen

    (15-20 Korn/9cm Topf) ab Mrz

    Keimtemperatur mind. 15 C, Dunkelkeimer, mit Substrat bersieben

    Pflanzung ab April ins Freie, 30x40 cm

    Kopfdngung nach 4-6 Wochen frderlich

    Ernte und Lagerung Ernte ab Juni bis Oktober vor der Blte Konservieren am besten durch Einfrieren

    Katrin Kell (Dipl. Ing. FH); Thomas Jaksch (Dipl. Ing. FH)

    Institut fr Gartenbau

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Inhalt

    Forschung Gewebekultur im Gartenbau

    Substrate Torffreie Substrate bewhren sich auch bei ungnstiger Witterung

    Unternehmensfhrung Optimierung Ihres Webauftritts (Teil 3)

    Pflanzenschutz Trauermcken auf Gelbtafeln; Gallmilben an Yucca; Hallimasch; Buchbesprechung

    Gemse und Kruter Kapstachelbeere und Japanischer Grner Meerrettich (Wasabi)

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Gewebekultur im Gartenbau Die Stichworte Gewebekultur, in vitro-Kultur und Meristemkultur werden im Zusammenhang mit Pflanzenvermehrung, aber auch in der Biotechnologie, hufig verwendet. Doch was verbirgt sich dahinter? Dieses Verfahren wird zum Beispiel im Gartenbau nicht nur fr die Forschung, sondern auch in der tglichen Praxis in umfangreicher Weise genutzt. Anzucht von Orchideen Alle Orchideen Samen haben nur die Gre eines Staubkornes. Auf einer normalen Erde ausgest, knnen sie nicht keimen, da ihnen eingelagerte Nhrstoffe, wie sie die meisten anderen Pflanzensamen besitzen, fehlen. In der Natur wird dieses Problem kompensiert, indem spezielle Pilze (Mycorrhizapilze-Wurzelpilze) in die Samen eindringen und den Samen Nhrstoffe liefern, so dass die Orchideensamen keimen knnen. In der Natur entwickelt sich aber weniger als 1 % der Samen. Da dies im Gartenbau nicht zufrieden stellend ist, werden keimfreie Orchideensamen auf speziellen Nhrbden ausgest, um die sonst fehlenden Nhrstoffe verfgbar zu machen.

    Abb. 1: Samenkapsel einer Orchideel Abb. 2: Auf Nhrboden gekeimte Orchideen

    Dabei steigt die Keimungsrate der Samen auf ca. 90 %. Gewissermaen alle Orchideenpflanzen, die im gngigen Handel angeboten werden, haben ihr Leben im "Reagenzglas" begonnen. Im Jahr 2009 waren es in Europa ca. 100 Mio. Stck. Schnelle Vermehrung von einzelnen Pflanzensorten In der Pflanzenzchtung werden immer neue, attraktive Sorten mit verbesserten Eigenschaften gewonnen. Oft ergeben sich nur einzelne Pflanzen aus den vielen Nachkommen einer Kreuzung, die bestimmte Eigenschaften (z. B. Bltenfarbe,

  • Geschmack, Wuchsform etc.) besitzen. Um diese mglichst schnell zu vermehren, bei Erhaltung der gleichen Eigenschaften wie die der Mutterpflanze, wird eine Klonierung (Teilung der Pflanzen) durchgefhrt, die unter sterilen Bedingungen in vitro ("im Reagenzglas") stattfindet. Krankheitsfreimachung / Meristemkultur von Pflanzen Immer wieder kommt es vor, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen sind, die nicht mit herkmmlichen Methoden (z.B. Pflanzenschutzmitteln) bekmpft werden knnen. Entweder weil es keine Mittel dagegen gibt oder keine Prparate zur Bekmpfung zugelassen sind. Beispiele fr solche Krankheitserreger sind Viren, Bakterien oder Nematoden. Der Wachstumskegel (Sprossmeristem) an der Pflanzenspitze bzw. in den Knospen besteht aus sehr kleinen, sich relativ schnell teilenden Zellen. Diese sind meist keimfrei, das heit frei von Krankheitserregern. Sie sind aber in der Regel mit einer Gre von 0,1 - 2 mm sehr klein.

    Abb. 3: Meristem einer Phlox-Pflanze Abb. 4: Starke Vergrerung des Meristems

    Diese Meristeme werden unter dem Mikroskop aus der Sprossspitze herausprpariert und unter keimfreien Bedingungen ebenfalls auf speziellen Nhrbden zu normalen Pflanzen weiterkultiviert. Diese neu gewonnen Pflnzchen werden dann im Labor auf Freiheit von Krankheitserregern geprft. Sind sie als gesund eingestuft, werden sie nach dem Verfahren der schnellen Vermehrung vervielfltigt, um wieder fr den normalen Anbau in der Grtnerei zur Verfgung zu stehen.

    Abb.5: Frisch versetzte Pfl.teile auf Nhrboden Abb 6: Phlox nach einer Kulturzeit von 4 Wochen

  • Abb. 7: In Perlite pikierte Phlox-Pflanzen nach Entnahme aus der Gewebekultur

    Arterhaltung von Pflanzen Bei seltenen Pflanzenarten und Sorten kann man mit Hilfe der in-vitro Kultur fr die Erhaltung dieser Arten sorgen. Die Vermehrung geht schneller und kann zudem unabhngig von den Jahreszeiten durchgefhrt werden. Auch knnen mit diesem Verfahren wertvolle Pflanzen im Labor ber lngere Zeit (Monate bis Jahre) gelagert werden. Das Verfahren der in vitro Kultur / Gewebekultur Bei diesem Anzuchtverfahren werden die Pflanzen(-teile) im "Reagenzglas" (in-vitro kommt von dem lateinischen Wort vitrum = Glas) oder in sterilen Plastikbehltern kultiviert. Die Pflanzen wachsen auf einem knstlichen Nhrboden. Die Nhrbden werden je nach Pflanzenart und -sorte speziell hergestellt, da die Ansprche der einzelnen Arten sehr unterschiedlich sein knnen. Bestandteile sind verschiedene Wirkstoffe z.B. Stickstoff, Phosphor, Eisen, Natrium usw., Zucker, Vitamine und verschiedene Pflanzenhormone. Die Bestandteile werden in Wasser gelst und mit Agar Agar versehen. Agar Agar wird aus Algen gewonnen und hat die Eigenschaft zu gelieren, ohne die anderen Bestandteile chemisch zu verndern. Die flssige Lsung wird dank Agar Agar nach dem Sterilisieren fest. Sterilisiert, also keimfrei gemacht, werden die Nhrbden im so genannten Autoklaven, wo sie fr 20 Minuten auf 121 C erhitzt werden. Nach dem Erkalten knnen die Pflanzen auf dem Nhrboden kultiviert werden. Aber auch das Pflanzenmaterial muss keimfrei, also frei von Bakterien und Pilzsporen, gemacht werden. Da Erhitzen bei Pflanzen nicht mglich ist, werden die Pflanzenteile in eine desinfizierende Lsung gelegt. Dafr verwendet man hufig 1%ige Natriumhypochloridlsung, die anschlieend mit sterilem Wasser abgesplt wird.

  • Abb.8: Sterile Werkbank fr die Gewebekultur

    Alle Arbeiten mit dem sterilen Pflanzenmaterial und den sterilen Nhrbden werden an einem speziellen Arbeitsplatz, der Sterilbank, durchgefhrt. In der Sterilbank wird gefilterte, keimfreie Luft ber den Arbeitsbereich geblasen. So wird verhindert, dass Pilzsporen oder Bakterien in die Kulturen gelangen knnen. Die Pflanzen wachsen in einem Gewebekulturraum. In diesen Rumen werden Temperatur und Licht je nach Bedarf der Pflanze eingestellt. (z.B. bei Phlox auf 20 C und 16 Stunden Licht pro Tag).

    Abb. 9: Gewebekulturraum mit frisch vermehrten Pflanzen in Plastikbechern

    Je nach Pflanzenart werden die Pflnzchen alle vier bis sechs Wochen umgesetzt, das heit auf ein neues Nhrmedium gebracht und dabei nach Bedarf geteilt. Einige Arten, wie zum Beispiel Orchideen knnen deutlich lnger auf einem Nhrboden verbleiben, bevor ein Umsetzen notwendig ist. Haben die Pflanzen im sterilen Becher eine gewisse Gre erreicht, stellt sich die Frage, wie sie zur Ausbildung von Wurzeln angeregt werden knnen. Dazu ist in der Regel das Umsetzen auf einen Nhrboden mit einer anderen Zusammensetzung notwendig.

  • Weiterkultur der Gewebekultur-Pflanzen in der Grtnerei Nachdem die in vitro vermehrten Pflnzen zur Bewurzelung angeregt wurden, werden sie den sterilen Bedingungen der Gewebekultur-Gefe entnommen, vom anhaftenden Nhrboden befreit und dann in ein geeignetes Kultursubstrat/Erde gepflanzt. Da diese Pflnzchen noch sehr empfindlich sind, ist es wichtig, sie bei schwachem Licht und unter sehr hoher Luftfeuchtigkeit (gespannter Luft) einige Wochen im Gewchhaus anzutreiben. Nach der Entwicklung neuer unempfindlicher Bltter und Wurzeln knnen die Pflnzchen pikiert und herkmmlich weiter kultiviert werden. Da diese Pflnzchen relativ teuer sind, werden sie hufig als Mutterpflanzen zur Gewinnung gesunder normaler Stecklinge verwendet. Probleme bei der Gewebekultur Die Ansprche der einzelnen Pflanzengattungen, -arten und Sorten sind sehr unterschiedlich. So muss fr jede Sorte die ideale Zusammensetzung des Nhrmediums gefunden werden, um Wachstumsprobleme zu vermeiden. Die Entwicklung einer neuen Nhrbodenzusammensetzung kann viele Monate in Anspruch nehmen. Schon kleinste Abweichungen in der Zusammensetzung des Nhrbodens knnen zu nderungen des Wuchsverhaltens fhren. Die Einrichtung eines Gewebekulturlabors bringt erhebliche Kosten mit sich. Die Anschaffung von Autoklav und Sterilbank stellen hierbei die grten Kostenfaktoren dar. Auch der Arbeitsaufwand ist sehr hoch. Am Institut fr Gartenbau der Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan, Abt. Pflanzenschutz wird Gewebekultur derzeit zur Krankheitsfreimachung von Phlox und Delphinium Sorten, sowie zur Vermehrung von speziellen oder gefhrdeten Sorten von Beet- und Balkonpflanzen sowie von Meerrettich erfolgreich eingesetzt.

    Prof. Dr. Wolfgang W. P. Gerlach Martina Thesing-Herrler

    Konstanze Weiser Institut fr Gartenbau

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Torffreie Substrate bewhren sich auch bei ungnstiger Witterung Ein wesentliches Argument fr die Verwendung von Torf als Kultursubstrat sind seine gnstigen physikalischen Eigenschaften. Neben der sehr hohen Wasserspeicher-fhigkeit ist dabei v. a. der ausreichend hohe Luftgehalt bei Wassersttigung hervorzuheben. Dieses Merkmal kann bei Balkonksten von groer Bedeutung sein, da die hierzu verwendeten Substrate bei Wasserberschuss z.B. aufgrund anhaltender Niederschlge nicht "vernssen", d.h. die Wurzeln der Balkonpflanzen weiterhin mit gengend Sauerstoff versorgt und Schden an den Wurzeln vermieden werden. Dass dies offensichtlich auch auf torfreduzierte und torffreie Substrate zutrifft, zeigte ein Versuch mit unterschiedlichen Torfersatzstoffen im Sommer 2010, bei dem unter den gegebenen ungnstigen Witterungsbedingungen sehr ansehnliche Balkonksten kultiviert werden konnten. Es wurden 8 torffreie und 4 torfreduzierte (mit 50 Vol.-% Torfanteil) geprft, wobei Sodenweitorf, Cocopeat (CP), Xylit, Grngutkompost (GGK), Rindenhumus (RH), Holzfaser (HF) und Kokosfaser (KF) als Substratkomponenten verwendet wurden. Die Zusammensetzung der im Versuch geprften Mischungen ist in Tabelle 1 dargestellt.

    Mit der Grunddngung wurden alle Substrate auf einen Stickstoffgehalt von 250 mg N/l aufgedngt. Fr Phosphat und Kalium wurden Mindestgehalte von 75 mg P2O5/l und 250 mg K2O/l angestrebt, auf die bei Bedarf aufgedngt wurde, berhnge z.B. beim Kalium in den Varianten mit Grngutkompost wurden bei der Dngung nicht bercksichtigt. Bei allen torffreien und den beiden torfreduzierten Mischungen mit Grngutkompost lagen die pH-Werte der Substratmischungen bereits ohne Kalkung bei 6,0 bis 7,0. Die beiden torfreduzierten Mischungen ohne Kompost wurden auf

  • vergleichbare pH-Werte aufgekalkt. Als Kontrolle diente ein entsprechend aufgedngter und aufgekalkter Sodenweitorf. Der Versuch wurde in 1 m Kunststoffksten mit 30 l Volumen, bepflanzt mit je einer hngenden und einer aufrecht wachsenden Geranie (Pelargonium x peltatum und Pelargonium x hortorum), einer Fcherblume (Scaevola saligna), einem Kap-krbchen (Osteospermum ecklonis) und einer Surfinia-Petunie (Petunia x atkinsiana), durchgefhrt (Anordnung siehe Abbildung 1).

    Abb. 1: Anordnung der Pflanzen im Kasten

    Die Ksten wurden bei Bedarf von Hand mit Freisinger Leitungswasser (LF 700 S/cm, 16 KH, 20 GH) gegossen. Alle Varianten wurden gleichermaen wchent-lich mit Ferty Mega 3 gedngt, wobei die verabreichte Nhrstoffmenge an die Pflanzenentwicklung angepasst wurde. Wie in Abbildung 2 dargestellt, hatten sich die Pflanzen in allen Varianten bis Mitte Juli sehr gut entwickelt - trotz der bis zu diesem Zeitpunkt relativ ungnstigen Witterung. Bis in das zweite Junidrittel hinein lagen die Tageshchstwerte meist nur bei 10 - 15 C, gepaart mit hufigen und intensiven Niederschlgen, wohingegen im letzten Junidrittel eine Hitzeperiode mit Temperaturen ber 30 C einsetzte.

    Abb. 2: Balkonksten Mitte Juli 2010

  • Trotz der auch weiter zu khlen und nassen Witterung entwickelten sich die Pflanzen bis zum Herbst in allen Varianten sehr gut und boten zu Versuchsende ein durchaus ansehnliches Erscheinungsbild (Abbildung 3).

    Abb. 3: Pflanzenentwicklung zu Versuchsende Anfang Oktober

    Eindeutige Unterschiede im Pflanzenwachstum waren nicht zu erkennen, weder hinsichtlich der Frischmasse der einzelnen Pflanzen noch der Gesamtfrischmasse je Kasten (Abbildung 4).

    Abb. 4: Frischmasse je Kasten zu Versuchsende Anfang Oktober

  • Einmal mehr (s. Infodienst Juni 2008) erwiesen sich verschiedene qualitativ hochwertige torffreie bzw. torfreduzierte Substratmischungen einem reinen Torfsubstrat als absolut ebenbrtig. Daran nderten auch die ungnstigen Witterungsbedingungen im Sommer 2010 nichts. Da im Gegensatz zu Weitorf die Eigenschaften der meisten Torfersatzstoffe sehr stark schwanken knnen (z.B. Salz- und Nhrstoffgehalte bei Komposten, Natrium- und Chloridgehalte bei Kokosmaterialien) muss bei diesen Stoffen besonderes Augenmerk auf die Qualitt gelegt werden. Fr hochwertige Substrate sollten nur solche Rohstoffe verwendet werden, die nach der RAL-Gtesicherung zertifiziert sind oder zumindest die dort gestellten Anforderungen erfllen.

    Dieter Lohr, Dipl. Ing. (FH) Institut fr Gartenbau

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Checkliste zur Optimierung Ihres Webauftritts (Teil 3) 5. Einsatz von Techniken des Web 2.0 bzw. Web 3.0 Mit der unter dem Stichwort Web 2.0 bekannten Weiterentwicklung des Internets, dem sog. Mitmach-Web, sollen mehr interaktive Elemente beim Surfen im Netz eingefhrt werden. 5.1 Wo und wie kann ich das Web 2.0 fr meinen Betrieb sinnvoll einsetzen? Einem Gartenbaubetrieb, dem Kundenbindung wichtig ist, kann die Integration entsprechender Formulare fr Besucherreaktionen empfohlen werden, beispielsweise mit dem Hinweis "Wir sind an Ihrer kritischen Meinung sehr interessiert, denn wir wollen Sie als unser Kunde zufrieden stellen". Auch die Realisierung einer Fotobrse vom Tag der offenen Tr, die Einrichtung eines Firmen-Blogs oder das Anbieten eines Podcast knnen zu einer Image-Verbesserung insbesondere bei jungen Kunden fhren. Voraussetzung dafr ist allerdings, dass solche Manahmen nicht halbherzig betrieben, sondern konsequent umgesetzt, d.h. Kunden-Reaktionen auch mit der gebotenen Sorgfalt beantwortet werden. 5.2 Wie kann ich meine Marketing-Aktivitten ins Internet verlagern? Im Gegensatz zum undifferenzierten Massenmarketing beispielsweise durch eine Zeitungs-Beilage wird durch Internet-Marketing die Ansprache von Kundengruppen bis hin sogar zum einzelnen Kunden mglich. Bei diesem sog. One-to-one-Marketing versucht man genau genommen das alte Prinzip des Tante-Emma-Ladens zu kopieren, in dem alle Kunden ganz individuell bedient wurden. Dazu mssen Sie zunchst fr eine Personalisierung sorgen, indem sich die Kunden entweder als solche anmelden und sich bei jedem Besuch in einem Login identifizieren, oder indem bei einem Kundenbesuch ein Cookie gesetzt wird. Dadurch wird eine zwar anonyme, aber eindeutige Identifikation mglich, um ber das Surfverhalten die Interessen eines Kunden zu protokollieren und entsprechend fr Marketing-Aktivitten auszunutzen.

  • Grundprinzip dieses I-Marketings ist es (siehe Abbildung 1), potentielle Kunden in einem ersten Schritt erfolgreich anzulocken, dann zweitens durch Ihren Webauftritt zu begeistern, danach drittens mglichst als Neu-Kunden zu gewinnen und schlussendlich viertens durch gute Leistung zufrieden zu stellen und damit an das Unternehmen zu binden. 5.3 Was sollte ich beim sog. eMail-Marketing beachten? Es gibt spezielle Formen des Internet-Marketings, beispielsweise das sog. eMail-Marketing: Dabei geht es um den Versand von eMails auch als Newsletter bezeichnet - an die Mitglieder einer Zielgruppe mit dem klaren Ziel, diese zum Besuch einer Webseite mit speziellen Angeboten zu locken. Diese sog. Landing-Page ist i.d.R. nicht die HomePage der Firma, sondern sollte eine speziell fr die jeweilige Aktion sorgfltig aufbereitete Unterseite sein. Dieses Ziel ist - das zeigen viele Studien - viel eher zu erreichen, wenn es gelingt, einen Kunden personalisiert anzusprechen. Das bedeutet, Hauptproblem beim eMail-Marketing ist der Aufbau eines adquaten Adressbestandes. Dabei ist natrlich hilfreich, wenn im Betrieb Kundenkarten eingefhrt sind. Auerdem bilden Spamfilter ein Hindernis, das es berwinden gilt (man schtzt, dass bis zu 50% der Newsletter als Spam aussortiert werden). Es ist in diesem Zusammenhang sicher nicht ratsam, eine Schlagzeile im Newsletter mit dem Satz "Nichts hat mehr Sexappeal als dieser Strau roter Rosen" zu verwenden. Die nchste Hrde besteht darin, die Werbe-eMail fr den Kunden so attraktiv zu gestalten, dass er sie auch ffnet. Dazu bietet es sich zwar an, statt Text-Mails sog. HTML-Mails, bei denen der schlichte Text mit Bildern verschnert werden kann, zu verschicken, aber die meisten Surfer haben derzeit ihren eMail-Client auf Bildblockade eingestellt und dann sehen solche HTML-Mails schrecklich aus. 5.4 Welche anderen Formen des I-Marketings knnten interessant sein? Es gibt viele weitere Spielarten von Internet-Marketing, beispielsweise die bekannte Banner-Werbung. Dies bedeutet, dass Sie das Angebot einer mglichst stark frequentierten Website annehmen, gegen Entgelt auf deren Seite ein Werbe-Banner mit Link zu Ihrem Webauftritt zu platzieren (siehe Beispiel in Abbildung 2). Die Tatsache, dass sich die mittlere Klickrate auf solche Banner in den 4 Jahren von 2004 bis 2008 glatt halbiert hat, zeigt allerdings deutlich, dass wir als Surfer diesbezglich schon ziemlich bersttigt sind.

    Abb.2: Werbebanner fr eine Gartenbauversicherung und einen Gartenbaubetrieb auf der Seite www.gabot.de

    Abb. 1: Basis des Internet-Marketings

  • In ganz bestimmten Fllen kann die umgekehrte Form interessant sein, d.h. Sie nehmen eine Werbeanzeige einer anderen Firma auf Ihre Homepage, um Kunden auf deren Angebote zu verweisen. Bekannt ist dies als sog. Affiliate- bzw. Partner-Marketing. Ein Beispiel dafr zeigt Abbildung 3 mit einer Werbung fr Fleurop. Dieses Unternehmen hat derzeit schon ca. 7.300 solche Affiliate-Partner, die bei einer erfolgreichen Kunden-Vermittlung 15 % des Netto-Blumenwertes erhalten. Grundstzlich wichtig bei allen Aktionen des I-Marketings ist, dass Sie jegliche Aufdringlichkeit vermeiden, Seriositt demonstrieren und alles zu tun, um Vertrauen zu gewinnen. Ratsam erscheint auerdem, eventuell eine professionelle Internet-Agentur einzuschalten. 5.5 Wie kann ich das Klickverhalten meiner Kunden auswerten? Die Kenntnis, welche Informationen sich die Kunden wie lange anschauen bzw. welche Webseiten wie oft angeklickt werden, ist fr alle Formen des I-Marketings bedeutsam, um die Kunden-Interessen aufzuspren. Technisch mglich wird dies entweder ber die Auswertung von Logfiles durch eigene Programmierung oder ber den Einsatz fremder Auswertungstools. Beispielsweise bietet Google-Analytics einen solchen Dienst, den Firmen auf ihrer Homepage einbinden knnen, um das Klickverhalten ihrer Kunden zu analysieren. Problem dabei ist, alle Daten werden zu Google bertragen und dort ausgewertet, was aber vor allem aus Datenschutz-Sicht problematisch erscheint. Die von Kritikern gebrauchten Aussagen "Google wei alles" oder "Google ist die grte Detektei" werden schnell Realitt. 5.6 Ist der Einsatz von Techniken des Web 3.0 schon angebracht? Es wird gelegentlich auch schon von einer dritten Generation, dem Web 3.0 bzw. dem semantischen Web, gesprochen. Ziel dabei ist die Entwicklung von digitalen Agenten, die selbststndig Aufgaben wie beispielsweise die Suche eines Produktes zum gnstigsten Preis bernehmen. Auch intelligente Suchmaschinen, die Suchfragen in Umgangssprache, wie beispielsweise "Auf welchen Schdling deutet buchtenartiger Blattfra bei meinen Hortensien hin und wie kann ich ihn bekmpfen?" beantworten knnen, sind in Entwicklung. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber noch keine, fr einen Gartenbaubetrieb ntzlichen Anwendungen, d.h. die gestellte Frage ist zu verneinen. 6. Integration eines Online-Shops Der Online-Handel boomt (Umsatz-Zunahme 2009 gegenber 2008: 19%), wobei allerdings vornehmlich Bcher, CDs, Elektronik und nur ganz am Rande Agrarprodukte beteiligt sind. Grnde dafr sind vielfltig: Verderblichkeit, schwierige Transportfhigkeit, begrenzte Verfgbarkeit, saisonale Schwankungen bzgl. Qualitt bis hin zu der Tatsache, dass keine realistische unverbindliche Preisempfehlung fr einzelne Produkte festzulegen ist. Trotzdem sind inzwischen auch einige Gartenbau-

    Abb. 3: Beispiel fr Affiliate-Marketing (Fleurop)

  • Webshops erfolgreich, in denen Pflanzen tendenziell hufig Raritten angeboten werden. 6.1 Was sollte ich beim Aufbau eines Online-Shops beachten? Ein Webshop muss unbedingt mit dem im Betrieb verwendeten WWS gekoppelt sein, um Mehrfacheingaben bei Produkt- oder Preis-nderungen zu vermeiden. Dabei sollte die Auswahl von Artikeln fr den Shop sowie deren Preiseinstellungen variabel vorzunehmen sein. Weiter sollte eine Bestellung im Shop automatisch einen Auftrag im WWS auslsen und eine Bestellung bei einem Lieferanten vorbereiten, falls irgendwelche Artikel nicht vorrtig sind. Die Anlage von Kundenprofilen, die entsprechende Marketingaktionen untersttzen knnen, sollte im Shopsystem mglich sein. Aus all diesen Grnden ist es ratsam, mit dem WWS-Hersteller ber die Wahl des geeigneten Shopsystems zu reden. Fr die Shopseiten, die der Kunde zu sehen bekommt, ist eine ansprechende Produktprsentation, mglichst mit kleinen Bildern, die bei Bedarf zu vergrern sind, genauso wie eine klare Benutzerfhrung wichtig (siehe Abbildung 4).

    Abb. 4: Beispiel eines Webshops zur Vermarktung von Stauden

    Der Kunde sollte nach einer Bestellung eine Empfangsbesttigung per eMail erhalten. Interessant, aber nicht ganz leicht realisierbar ist der von Amazon eingefhrte Service "Nutzer mit einem hnlichen Geschmack wie dem Ihren mochten auch folgende Bcher". Es ist aber davon auszugehen, dass solche Empfehlungsdienste im Sinne des sog. Cross-Selling knftig im Netz ziemlich populr werden. 6.2 Welche Mglichkeiten des Zahlungsverkehrs kann ich nutzen? Klassische Varianten sind Vorkasse, Nachnahme, Lastschrift (bei Verfgbarkeit der Kontoverbindung mit Einverstndnis des Kunden) oder Rechnungsverkauf (nur bei vertrauenswrdigen Kunden). Alternativen bestehen in der Zulassung von Kreditkarten (VISA, MasterCard, American Express) oder dem Einsatz von Onlinebezahlsystemen (Marktfhrer PayPal, Click&Buy etc.). Dabei richtet der Kunde

  • beim Onlinebezahldienst ein Konto mit Bankverbindung oder Kreditkartendaten ein und kann dann bei Shops, die das jeweilige System akzeptieren, einkaufen. 6.3 Mit welchen Manahmen kann ich die Sicherheit erhhen? Abschlieend ist noch dringend darauf hinzuweisen, dass als Reaktion auf die steigende Cyberkriminalitt dem Datenschutz verstrktes Gewicht beizumessen ist. Zunchst sollte die gesamte Kommunikation in einem Webshop grundstzlich durch SSL-bertragung, d.h. entsprechende Verschlsselung aller Daten abgesichert werden. Zum Schutz vor unerwnschten Bestellungen von Computersystemen, die erfolgreich LOGIN-Daten ausgespht haben, ntzt der CAPTCHA-Test, der vom Besteller das Abtippen einer Zeichenkombination aus einem kleinen Bildchen verlangt (siehe Beispiel in Abbildung 5). Selbstverstndlich muss eine konsequent und regelmig durchzufhrende Sicherung des gesamten Datenbestandes genauso zum Standard im Betrieb gehren wie die Sensibilisierung aller Mitarbeiter hinsichtlich der potentiellen Gefahren durch Internet-Kriminalitt.

    Prof. Dr. Georg Ohmayer Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

    Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan Hinweis Dieser Beitrag ist der dritte einer Serie zum Thema "Optimierung Ihres Webauftritts" (Teil 1) (Teil 2) Diese Beitrge sind jeweils zuerst in der Fachzeitschrift TASPO-Magazin, Nr. 6/2010, erschienen (z.T. leicht verndert). Wir danken der Redaktion TASPO fr Ihre Zustimmung zur nochmaligen Verffentlichung im "Infodienst Weihenstephan". Glossar B2B: Business to Business, d.h. Abwicklung von Geschften zwischen Unternehmen, z.B. eines Handelsbetriebs mit seinen Lieferanten. B2C: Business to Consumer, d.h. Abwicklung von Bestellungen der Endkunden. Blog: Internet-Tagebcher (sog. Web-Logs), in denen Online-Chronisten ihre Erlebnisse ausbreiten und Leser ihre Kommentare dazu abgeben knnen. CAPTCHA: Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart, d.h. ein Test zur Unterscheidung, ob das Gegenber bei einem Dialog im Internet ein Mensch oder eine Maschine ist.

    Abb. 5: Beispiel fr den CAPTCHA-Test

  • CMS: Content-Management-System, Software zum Aufbau und zur Pflege einer komplexen Website durch mehrere Mitarbeiter im Unternehmen, die unterschiedliche Rechte haben (z.B. nur Textinhalte aktualisieren). Cookie: kleine Datei mit Daten einer Firma, die von deren Webserver auf den Rechner des Surfers bertragen und bei dessen nchsten Besuch ausgelesen werden, wodurch zumindest eine anonyme, aber doch eindeutige Identifizierung ermglicht wird. ePayment: elektronische Abwicklung von Zahlungsvorgngen ber Kreditkarten- oder Onlinebezahlsysteme (z.B. PayPal oder Click&Buy). HTML: HyperText Markup Language, Sprache zur Beschreibung von Inhalt und Form einer Webseite mit einzelnen HTML-Kommandos, auch Tags genannt. Podcast: setzt sich aus den beiden Wrtern "iPod" und "Broadcast" zusammen. Es handelt sich um Audiodateien, die jeder Nutzer frei herunterladen und abspielen kann. SEO: Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung, d.h. Modifikation einer Website mit dem Ziel, dass sie von den Suchmaschinen nicht nur gefunden, sondern bei einer Suche nach wichtigen Suchbegriffen mglichst auf der ersten Seite der Trefferliste angezeigt wird. SSL: Secure Socket Layer, d.h. Protokoll zur sicheren Datenbertragung zwischen Browser und Server, realisiert durch Datenverschlsselung; der Nutzer sieht, ob per SSL bertragen wird, wenn die Webadressen nicht nur mit http sondern mit https beginnen, bzw. wenn der Browser das Symbol eines geschlossenen statt eines geffneten Schlosses anzeigt. Spam: Belstigende Massennachrichten in eMail-Form (Werbe- oder Kettenbriefe), welche die eigene Mailbox verstopfen. URL: Uniform Resource Locator, d.h. eindeutige Adresse einer einzelnen Webseite (z.B. www.gaertnerei-muster.de/rosen.html) WAP: Wireless Application Protocol, d.h. Protokoll fr den Internet-Zugang von mobilen Gerte (Handys, Handhelds); WAP-Seiten sind besonders einfach und zugeschnitten auf kleine Bildschirme und Tastenbedienung. Website: Summe aller einzelnen Webseiten, die zu einem Webauftritt (z.B. www.gaertnerei-muster.de) gehren. WWS: Warenwirtschaftssystem, d.h. ein EDV-System zur gesamten Auftrags- abwicklung in einem Handelsbetrieb.

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Ergebnisse aus dem Diagnoselabor In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen einige unserer Diagnosen vorstellen, die wir in den letzten Wochen zu eingelieferten Proben, Anfragen per E-Mail oder Brief oder auch zu Schden, die uns selbst aufgefallen oder zugetragen worden sind, gestellt haben. Trauermcken auf Gelbtafeln Auf Gelbtafeln kleben hufig nicht nur die bekannten Trauermcken sondern auch andere Fliegen- und Mckenarten. Bei einer strkeren Vergrerung lassen sich einige charakteristische Merkmale fr die Trauermcken erfassen und so Falschdiagnosen vermeiden: Dunkle Farbe, nur wenige Millimeter gro (ca. 3 mm), lange Fhler sowie als charakteristisches Kennzeichen ist die Flgeladerung mit einer auffllig weit gegabelten Mittelader anzufhren (roter Pfeil in der Abbildung). Gallmilben an Yucca

    Ein Befall mit freilebenden Gallmilben (Cecidophyopsis hendersonii) zeigt sich an Yucca in Form eines mehltauhnlichen Belages, der auf den ersten Blick fr ein ungeschultes Auge leicht zu Falschdiagnosen fhren kann. Erst bei nherer Betrachtung sind die nur 0,2 mm kleinen wurmfrmigen Gallmilben mit ihren, allerdings dann erst mikroskopisch sichtbar, zwei vorderen Beinpaaren erkennbar (obgleich sie systematisch zu den Milben bzw. Spinnentieren gehren, die im Regelfall vier Beinpaare besitzen).

    Trauermcke auf einer Gelbtafel

    Schadbild an Yucca

  • Hallimasch Der bekannte Pilz (Armillaria sp.) dringt ber Wunden oder auch ber die Rinde der Wurzeln aktiv ein. Lst man frisch befallene Rindenpartien ab kommt darunter ein weies, flchiges Myzel zum Vorschein. Das andere Erscheinungsbild sind die Rhizomorphen, praktisch Schnrsenkeln vergleichbare Strnge (dunkelbraun, bis zu 3 mm dick, kreisfrmiger Querschnitt). Diese Strukturen (Abbildung) finden sich ganzjhrig im Wurzel- und damit Bodenbereich als auch in lteren Befallsstellen am Stamm wieder.

    Neue Buchbesprechungen zum Pflanzenschutz Bibliographische Angaben: Landwirtschaftskammer Niedersachsen et al. (Hrsg.): Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten, 2010, Preis: 6,45 Euro (inklusive Versand). Format: 21x15 cm (Link zur Bestellung) Inhalt: Nach einigen grundlegenden Hinweisen u.a. zum Integrierten Pflanzenschutz, Abiotischen Schadursachen und den Rechtsgrundlagen (45 Seiten) folgt ein greres Kapitel zu allgemein auftretenden Schaderregern (ca. 30 Seiten, u.a. Echte Mehltaupilze, Hallimasch, Trauermcken, Maulwurf). Alle Schaderreger werden hier mit jeweils auf einer Seite mit 2-3 Bildern sowie einem erluternden Text mit den Punkten Schadbild, Biologie, Vorbeugung und Bekmpfung nher und fr den Hobbygrtner sprachlich zugeschnitten vorgestellt. Dem schlieen sich in hnlicher Weise strukturiert wichtige Schadursachen bei Gemse (34 Seiten), bei Obst (56 Seiten), bei Zierpflanzen (46 Seiten) und bei Rasen (8 Seiten) an. Insgesamt umfasst das Taschenbuch 230 Seiten wobei etwa 160 Schadursachen vorgestellt werden. Empfehlung: Eine gut bebilderte und informative, zudem kostengnstige Broschre fr die wichtigsten Krankheiten und Schdlinge im Hobbygarten. Inhaltlich hnelt es etwas der bereits im Mai 2008 vorgestellten Broschre "Sachgerechter Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten". Besuchen Sie unsere bersicht der Pflanzenschutz-Buchbesprechungen

    Dipl.-Ing. agr. Thomas Lohrer Institut fr Gartenbau

    Rhizomorphen am Stamm

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Februar 2011

    Gemse und Kruter im Portrait

    Japanischer Grner Meerrettich (Wasabia japonica) Herkunft und Botanik

    Familie: Kreuzbltler (Brassicaceae) Die sogenannte "Wasabiwurzel" ist in Wahrheit

    ein vertikal wachsender bebltterter Wurzelstock

    In Japan wird dieses Gewrz oft frisch verwendet, aber auerhalb Japans ist Wasabi nur getrocknet (als blagrnes Pulver) oder als grne Paste erhltlich

    Viele, wenn nicht die meisten, der im Handel erhltlichen Wasabiprodukte sind allerdings Flschungen und bestehen im wesentlichen aus gefrbtem Kren. Beim Einkauf sollte man immer bedenken, dass Wasabi niemals billig sein kann. Die Pflanze ist sehr schwierig zu kultivieren, weil sie nur in flieendem Wasser gut gedeiht. Wasabi aus traditionellem Anbau in Bergbchen erzielt bessere Bewertung als das durch Hydrokultur erzeugte Massenprodukt. Verwendung

    Bltter als Dekoration meerrettichhnlich zum Sushi

    Kapstachelbeere, Inkapflaume (Physalis peruviana) Herkunft und Botanik

    Familie: Nachtschattengewchse (Solanaceae) Heimat: stammt aus den Anden, eng mit der

    Lampionblume verwandt

    wurde im 19. Jhd. im Sden Afrikas am Kap der guten Hoffnung eingefhrt

  • Ernhrungsphysiologische Werte reich an Vitaminen, besonders Vitamin C und Provitamin A hohe Gehalte an Eisen, Phosphor, Protein, Fett und Rohfaser

    Verwendung

    s-saures Aroma, erinnert an Ananas und Stachelbeere als Obst, Dekoration, in Obstsalaten

    Standort

    nicht winterhart, treibt aber nach leichtem Frost wieder aus im Freiland einjhrig, wird 1 bis 2 m hoch ab Mitte Mai ins geschtzte Freiland

    Anbau

    kann als Kbelpflanze kultiviert und auch berwintert werden geringerer Nhrstoffbedarf als Tomaten Entwicklungsdauer Blte bis Frucht etwa 2 Monate ab Mitte Mai an einen geschtzten Platz im Freien oder in einen Container

    pflanzen Ernte und Lagerung

    genussreif, wenn die Hlle sich verfrbt und strohig trocken wird unreif geerntete Frchte sind ungeniebar und reifen kaum nach

    Katrin Kell (Dipl. Ing. FH)

    Thomas Jaksch (Dipl. Ing. FH) Institut fr Gartenbau

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Mrz 2011

    Inhalt

    Forschung und Lehre Student aus Frankreich sammelt Erfahrungen an FGW und HSWT

    Molekulare Kche Moderne Ernhrungsformen - ein Stck Lebensqualitt im Alter bzw. bei Erkrankungen

    Landschaftsarchitektur Kulturlandschaftsgliederung Bayern - neue Wege fr Naturschutz und Planung

    Pflanzenschutz Grauschimmel an Cyclamen; Virusverdacht an Ranunkeln; Thripsschden an Philodendron; Buchbesprechung

    Gemse und Kruter Maca und Pilzkraut

  • Informationsdienst Weihenstephan

    Ausgabe Mrz 2011

    Franzsischer Student sammelt Erfahrungen an der FGW und HSWT Im Rahmen einer Erasmus-Kooperation der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) mit zahlreichen auslndischen Hochschulen absolvierte der Student Anthony Droui von der Partner-Hochschule in Angers (Agrocampus-ouest, Institut National de lHorticulture et du Paysage, Frankreich) ein viermonatiges Praktikum an der Staatlichen Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan, die an die HSWT angegliedert ist. Anthony Droui von der Partner-Hochschule in Angers (Agrocampus-ouest, Institut National de lHorticulture et du Paysage, Frankreich) war als Austauschstudent in der Abteilung Pflanzenschutz der Forschungsanstalt fr Gartenbau Weihenstephan beschftigt. Herr Droui wurde whrend des Praktikums von Mitarbeitern der Abteilung betreut und hat an verschiedenen Projekten mitgearbeitet. Neben Arbeiten mit Gewebekultur und Infektionsversuchen mit Bakterien an Orchideen war er hauptschlich mit der Diagnose von Krankheiten und Schdlingen an Stauden im Labor beschftigt. Hintergrund Es gibt in Deutschland viele Gartenbau-Betriebe, die sich auf die Kultur von Stauden spezialisiert haben. Ungefhr 6000 Betriebe kultivieren Stauden und Beetpflanzen bundesweit. Der Markt ist hauptschlich von kleinen und mittelgroen Grtnereien geprgt, davon haben 83 % eine Kulturflche von weniger als einem Hektar (Statistisches Bundesamt Deutschland, 2009). Die Vielfalt an Kulturen in den Staudengrtnereien hat als Folge, dass dort zahlreiche Krankheiten und Schdlinge auftreten. Die Betriebsinhaber mssen schnell reagieren und Bekmpfungsmanahmen durchfhren, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. Man braucht also umfangreiche und aktuelle Literatur, um diese "Kulturfeinde" zu identifizieren und eine Bekmpfungsstrategie zu entwickeln. Es gibt leider nur wenige Autoren, die sich mit diesem Thema beschftigt haben. Dies hat die Arbeitsgruppe Pflanzenschutz vor einigen Jahren dazu bewogen, sich intensiv mit dem Problem zu beschftigen und eine Datenbank auf einer CD "Krankheiten und Schdlinge an Stauden" zu verffentlichen. Die erste Version war sehr erfolgreich bei den Grtnern, so dass eine zweite Version erstellt wurde, die 2008 auf den Markt kam.

    Abb. 1: Anthony Droui

  • Bilanz der zweiten Version Im Rahmen von Betriebsbesuchen im Sommer 2010 wurden Staudengrtner zu Nutzen und Aufbau der Diagnose-CD befragt. Die meisten fanden die CD sehr hilfreich und gaben an, dass die Ergebnisse der Diagnosen sehr leicht in den Betrieben umzusetzen waren. Besonders beliebt war die Prsentation der Schadbilder und die Krankheitsbeschreibung sowie die Hinweise zur Bekmpfung (siehe Abbildung 2). Zudem ist aufgefallen, dass sich die Wirkstoffangaben zur richtigen Bekmpfung als sehr ntzlich erwiesen, um sich bei der Auswahl des Pflanzenschutzmittels den nderungen der aktuellen Zulassungen anpassen zu knnen.

    Abb. 2: Bildschirmabdruck des Ergebnisses einer Diagnose am Beispiel Epimedium

    Auch Bilder von Schdlingen waren erwnscht, da sie bei der Identifizierung in der Praxis das wichtigste Element sind. Insgesamt wird die CD hauptschlich whrend den arbeitsrmeren Zeiten der Produktion vom Personal genutzt, um sich genauer ber die whrend der Saison auftretenden Krankheiten zu informieren. Eine direkte Nutzung der Datenbank in den Kulturen findet laut Umfrage selten statt, da in den Betrieben in der Regel keine Computer mit in die Anbauflchen genommen werden. Dritte Version in Bearbeitung Um den Kreis der mglichen Anwender zu erweitern, ist eine dritte Version der CD gerade in Bearbeitung und sollte im nchsten Jahr verffentlicht werden. Die Hauptverbesserung bei dieser Version wird in mikroskopischen Fotos von Sporen mglichst vieler pathogener Pilze liegen. Dies kann vor allem in Diagnoselabors und in der Forschung hilfreich sein. Zudem wird der gesamte Inhalt der CD dann in englischer bersetzung vorliegen.

  • Arbeitsmethode Im Laufe des Sommers 2010 wurden zahlreiche Staudengrtnereien besucht. Kranke Pflanzen wurden mitgenommen, im Labor analysiert, Bilder von Sporen gemacht und die jeweilige Information ber die Diagnose gespeichert. Die Sporen sind leider nicht immer direkt auf der Pflanze verfgbar und man unterscheidet drei Mglichkeiten, die zu einem Ergebnis einer Diagnose fhren:

    Der Pilz hat sich weit genug entwickelt und trgt schon Sporen. Diese werden dann direkt fotografiert.

    Schadsymptome sind charakteristisch, aber es haben sich noch keine Sporen gebildet.

    Kranke Pflanzenteile werden dann in einer feuchten Kammer (Abb. 3) bei Raumtemperatur eingelegt und mit Wasser besprht, bis der Erreger sporuliert. Die hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Entwicklung des Pilzes.

    Abb. 3: Feuchte Kammer mit Proben

    Symptome sind nicht charakteristisch und es sind keine Sporen vorhanden. Der Erreger muss dann auf Nhrmedium bei 22 C im Brutschrank kultiviert werden (Abb. 4), um das Myzelwachstum und spter die Sporulation zu frdern.

    Abb. 4: Isolierung auf Nhrmedium

    Man benutzt fr die Identifizierung des Erregers Fachliteratur, in denen die Sporen fr jede Pilzgattung beschrieben und schematisiert sind.

  • Fotografie der Sporen Ein Sporentyp und die Ausbildung von Fruchtkrpern sind oft charakteristisch fr eine Pilzgattung (Form, Gre, Septierung, Farbe...) und bilden das sicherste Merkmal fr eine korrekte Bestimmung eines Erregers, da Symptome manchmal unterschiedlich aussehen knnen. Sporen knnen innerhalb einer Gattung oder sogar einer Art variieren, deren Beobachtung ist also bei einer Pilz-Diagnose unabdingbar. Um die Sporen zu fotografieren wird ein optisches Mikroskop benutzt, auf dem eine Kamera montiert ist (Abb. 5).

    Abb. 5 + 6: Mikroskop mit Kamera und Bildschirmaufnahme der Bearbeitung des Fotos mit der Software

    Erst wird ein Prparat mit Objekttrger und Deckglas unter dem Mikroskop beobachtet, um die Sporen zu lokalisieren. Dann wird eine optimale Stelle gesucht und die Tiefenschrfe geregelt. Eine Spindel (siehe oben orange auf der Abb. 5) erlaubt zuletzt, den Lichtstrom vom Objektiv in die Kamera umzuleiten und die Sporen auf dem Bildschirm des Computers zu beobachten. Die mikroskopische Software Axio VisionLE (Abb. 6) erlaubt es, feinere Einstellungen zu benutzen und das Bild direkt am Computer zu bearbeiten. Neben der Bildaufnahme kann zustzlich eine przise Messung der Sporen (Lnge, Breite) durchgefhrt werden, die bei der Analyse besonders wichtig ist. Einige Beispiele von Aufnahmen sind hier dargestellt:

    Abb. 7: Typischer 'Igel' Fruchtkrper des Pilzes Colletotrichum mit Sporen Objektiv x 20

  • Abb. 8: Sporen von Cylindrocarpon Objektiv x 20 Abb. 9: Mycel von Peronospora mit Sporangium x40

    Zum Schluss werden die Fotos in die Datenbank neben dem jeweiligen Schadbild eingefgt, um die Diagnosen zu ergnzen.

    Text und Fotos: Anthony Droui Student an der HSWT 7. Semester

    Literatur : - Statistisches Bundesamt Deutschland (Destatis), 2009, Korrektur von "Zierpflanzenbau 2008: rcklufige Grundflche, weniger Produzenten" Statistisches Bundesamt Pressestelle

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    Ausgabe Mrz 2011

    Moderne Ernhrungsformen - ein Stck Lebensqualitt im Alter bzw. Hilfe bei Erkrankung Der deutliche Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zunehmend auch bei jngeren Menschen, und die sich drastisch verndernde Altersstruktur der Gesellschaft lassen erahnen, dass gerade die untersttzende Funktion der Ernhrung bei der Behandlung unterschiedlichster Krankheiten einen deutlich zunehmenden Stellenwert einnimmt. Die Altersgruppe der 65-Jhrigen und lteren wird um rund 40 % von knapp 16 Millionen im Jahr 2005 auf ber 22 Millionen Personen im Jahr 2030 ansteigen. Eine starke Zunahme wird es auch bei der Anzahl der Pflegebedrftigen geben, es sind fr das Jahr 2030 mehr als 3 Millionen Pflegebedrftige zu erwarten, dies entspricht einem Anstieg seit 2007 um ca. 50 %. Gerade bei diesen Menschen rcken gewohnter Geschmack, geregelte Mahlzeiten und der Genuss beim Essen in den Vordergrund. Viele Krankheitsbilder haben allerdings zur Folge, dass die dem gesunden Menschen so einfach erscheinende Nahrungsaufnahme wesentlich erschwert wird. Der Patient verliert damit ein groes Stck Lebensqualitt. Eine der hufigsten Nebenerscheinung vieler Erkrankungen sind Schluckstrungen (auch Dysphagien genannt). Dies sind Strungen beim Trinken, Essen oder Schlucken des eigenen Speichels, die einer besonders berwachten Nahrungsaufnahme bedrfen. Davon betroffen sind nicht nur ltere Menschen, z B. nach einem Schlaganfall oder aufgrund von Demenzerkrankung; sondern auch viele jngere Erwachsene sind nach Unfllen oder aufgrund einer Krebserkrankung auf besondere Ernhrungsformen angewiesen. Wenn die Umstellung von Breikost auf feste Nahrung zu frh erfolgt oder Missbildungen im Rachen- oder Mundbereich vorliegen, knnen sogar Kleinkinder von diesen Einschrnkungen betroffen sein. Ein erwachsener Mensch schluckt bis zu 2000 mal am Tag, da kann man sich lebhaft vorstellen, wie hufig es zu Komplikationen kommen kann, wenn dieser Vorgang gestrt ist. Nachvollziehbar wird diese Problematik nach einem Besuch beim Zahnarzt mit Betubung und dem damit verbundenen Wahrnehmungs- und Kontrollverlust im Mundraum. Wenn so Flssigkeiten oder Nahrungsbestandteile unkontrolliert in den Rachenraum gelangen, knnen die damit verbundenen Schluckstrungen schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Erstickungsanflle und Lungenentzndung durch Aspiration von kleinsten Nahrungsbestandteilen in den Atemwegen zur Folge haben. Ca. 60 % der von diesen Einschrnkungen betroffenen Patienten erliegen nicht ihrer primren Erkrankung, sondern sie sterben an den Folgen einer Lungenentzndung, die nicht selten durch eine falsche Ernhrungsform hervorgerufen wird. Daher wird es zuknftig von entscheidender Bedeutung sein, dass ein Patient eine auf seine Bedrfnisse mglichst optimal zugeschnittene

  • Ernhrungsform erhlt. Die diesbezglich geeigneten Ernhrungs- oder Kostformen knnen in folgende Gruppen eingeteilt werden: Fingerfood Eine Kostform, die vor allem dann von Bedeutung ist, wenn das Essen mit dem Besteck aufgrund von Demenzerkrankungen zum Problem wird. Eat by walking "Essen beim Gehen" stellt eine Kostform dar, die in erster Linie bei starker Unruhe und unkontrolliertem Bewegungsdrang eine ausreichende Ernhrung ermglicht. Nahrungsmittel werden als leicht verzehrbare Hppchen auf den gewohnten Wegen des Demenzkranken platziert, von diesem aufgenommen und anschlieend verzehrt. Prierte Kost Eine ideale Kostform fr Patienten mit Kaubeeintrchtigungen. Passierte Kost Diese Kostform wird bei Kau- und Schluckstrungen eingesetzt. Die Herstellung eines wohlschmeckenden, gut aussehenden Essens gelingt hier vor allem durch Formstabilisierung der zuvor passierten Produkte mittels eines natrlichen Gelbildners. Schaumkost Eine vllig neue Kostform wandelt Lebensmittel in geschmacksintensive Schume um, die vor allem Patienten mit Kau- und Schluckbeschwerden ein vllig neues Geschmackserlebnis ermglichen. Diese neuen und innovativen Kostformen erffnen den betroffenen Patienten neben einem neuen Lebensgefhl vor allem auch die Mglichkeit, sich langsam, vorsichtig und gefahrlos an die normale Nahrungsaufnahme zu gewhnen und evtl. verlorene physiologische Kau- und Schluckvorgnge wieder neu zu erlernen. Die Angst vor der Nahrungsaufnahme wird dem Patienten genommen und er kann sein Essen unbeschwert genieen. Die am Institut fr Lebensmitteltechnologie in Industriekooperation entwickelte Produktreihe innovativer natrlicher Texturgeber untersttzt durch schnelle und einfache Handhabung in der Kche, zu Hause und im Pflegebereich die Herstellung von Speisen und Getrnken in angedickter, schaumartiger oder fester Form. Dabei sind nur vier Produkte notwendig, um die angesprochenen Kostformen zu realisieren:

    Ein Geliermittel zur Herstellung von Fingerfood oder gelierter passierter Kost Ein Verdickungsmittel zur Andickung von Flssigkeiten Ein Schaumbildner zur einfachen Herstellung von Schumen im

    Sahnespender

  • Ein Schaummittel zur Herstellung von leichten Schumen zur basalen Stimulation

    Das Geliermittel eignet sich zur Zubereitung von festen Gelen und Fingerfood aus fast allen Lebensmitteln (Abb. 1). Durch Variation der Dosierung kann die Konsistenz der gebildeten Gele individuell eingestellt werden. Die entstandenen Gele sind gefrier-tau-stabil und knnen bis auf 75 C wiedererwrmt werden.

    Abb. 1:Herstellung eines Fruchtgels

    Das Verdickungsmittel wird zum Andicken von sauren, salzigen, fetthaltigen und auch alkoholischen Flssigkeiten verwendet. Die entwickelte Pulvermischung ist kalt lslich und die Verdickung ist nach 10 Minuten vollstndig entwickelt (Abb. 2). Der Grad der Andickung wird auch hier durch individuelle Dosierung bestimmt und an die Ausprgung der Schluckstrung angepasst.

    Abb. 2: Angedickter Ananasfruchtsaft

  • Der Schaumbildner dient der Herstellung von Lebensmittelschumen. Heie oder kalte Schume knnen einfach und schnell mit einem Sahnesiphon oder durch Aufschlagen mit einem Handrhrgert hergestellt werden. Die Schume zeichnen sich durch eine hohe Standfestigkeit (bis ber 24 h; Abb. 3) aus. Fr hochkalorische Diten ist sogar ein lzusatz bis zu 50 % mglich. Wie bereits dargelegt, wird auch diese innovative Kostform vor allem bei Kau- oder Schluckeinschrnkungen eingesetzt.

    Abb. 3: Fruchtschaum nach 24 Stunden Standzeit

    Abb. 4: "Luft mit Geschmack" aus Fruchtsaft

    Einen wichtigen Anwendungsbereich fr das Schaummittel stellt die basale Stimulation bei Schwerstkranken und Palliativpatienten dar. Jegliche Flssigkeiten knnen durch einfaches Einrhren des Pulvers, das das Schaummittel enthlt, in einen leichten, luftigen Schaum (Air) berfhrt werden. Mit diesen Schumen kann Patienten, die aufgrund eines fehlenden Schluckreflexes ausschlielich ber eine Magensonde ernhrt werden mssen, wieder ein intensives und abwechslungsreiches Geruchs- und Geschmackserlebnis vermittelt werden. Zum ersten Mal ist es mit dem innovativen Schaummittel mglich, jedem Patienten seinen individuellen Lieblingsgeschmack auf einfachste Art zugnglich zu machen. Die Herstellung dieser luftigen und geschmacksintensiven Schume aus Flssigkeiten ("Luft mit Geschmack"; Abb. 4) gelingt mittels einer handelsblichen Membranpumpe

  • (z. B. Luftpumpe fr das Aquarium; Abb. 5). Der dabei entstehende Schaum wird mit einem Lffel abgeschpft.

    Abb. 5: Air-Set mit Membranpumpe

    Die Schwerpunkte bei der Entwicklung der neuen Produktreihe am Institut fr Lebensmitteltechnologie lagen auf einer universellen Einsetzbarkeit, einer einfachen Dosierbarkeit (Dosierlffel) und der hervorragenden Lslichkeit der Produkte. Die entwickelten Texturgeber stammen aus verschiedenen Pflanzen und Mikroorganismen und knnen daher auch in vegetarische und vegane Ernhrungskonzepte integriert werden. Sie sind geschmacksneutral und haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Aufgrund der geringen Dosiermengen haben sie nur einen geringen Einfluss auf den Brennwert der Zubereitung. Es bedarf nur kurzer Vor- und Zubereitungszeiten und die einfache Herstellung gelingt meist mit gngigen Haushaltsgerten. Wir freuen uns, dass die innovativen Produkte mittlerweile im Rahmen der Produktreihe Seneopro von dem kooperierenden Industrieunternehmen vermarktet werden und somit nicht nur fr die Kche im Alten- und Pflegeheim, sondern auch fr pflegende Angehrige zu Hause eine enorme Erleichterung bei der Zubereitung von Sonderkostformen darstellen. Als Beispiel finden Sie abschlieend noch ein Rezept fr leckere Pfirsichhppchen (Abb. 6), das die erwhnte Einfachheit der Einsetzbarkeit der entwickelten Produkte verdeutlicht: 60 g Dosenpfirsiche werden mit 40 g des Dosensaftes mit einem Stabmixer priert und mit Zucker und Zitronensaft abgeschmeckt. Nach Zugabe von 8 Dosierlffeln Gelea Instant wird kurz gemixt und die Mischung 3 Minuten lang aufgekocht. Nach dem Ausgieen in eine flache Form und Erkalten, kann das Gel in Stcke geschnitten werden.

    Abb. 6: Pfirsichgelee

  • Michaela Thalhammer Prof. Dr. Thomas Ltzbeyer

    Institut fr Lebensmitteltechnologie Quellen: biozoon.de kostkonform.de dysphagiezentrum.de statistik-portal.de

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    Ausgabe Mrz 2011

    Kulturlandschaftsgliederung Bayern - neue Wege fr Naturschutz und Planung Das Institut fr Landschaftsarchitektur erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl fr Strategie und Management der Landschaftsentwicklung der Technischen Universitt Mnchen im Auftrag des Bayerischen Landesamts fr Umwelt das Forschungsvorhaben "Entwurf einer Kulturlandschaftsgliederung Bayern als Beitrag zur Biodiversitt". Ziel des von September 2009 bis Juni 2011 anberaumten Projektes ist es, Bayern flchendeckend in ca. 60-70 Kulturlandschaftsrume zu gliedern und diese in Steckbriefen zu beschreiben. Die Raumabgrenzung orientiert sich dabei im wesentlichen an tradierten, im Bewusstsein der Bevlkerung verankerten Kulturlandschaftsbezeichnungen wie z.B. "Hallertau", "Pfaffenwinkel" oder "Guboden". Fr jeden Raum wird anhand definierter Kriterien dessen charakteristische landschaftswirksame Eigenart herausgearbeitet, z.B. in Bezug auf typische Landschaftselemente, Landnutzungsweisen, Siedlungs- und Bauformen, durch Nutzung entstandene Biotope aber auch kulturhistorische, sprachliche und weitere landeskulturelle bzw. landschaftsbezogene Besonderheiten.

    Typische Streifenfluren im Inneren Bayerischen Wald (Foto: Stegmann)

    Die Arbeiten am Projekt werden untersttzt durch eine Projekt begleitende Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern unterschiedlicher mit dem Thema Kulturlandschaft befasster Behrden, Verbnde und Forschungseinrichtungen.

  • Darber hinaus werden in einem offenen Beteiligungsprozess weitere Experten, insbesondere regionale Gebietskenner, einbezogen. Projektleitung: Prof. Dr. Markus Reinke Projektmanagement: Peter Blum, Dipl. Ing. Bearbeitung: FGW, Institut fr Landschaftsarchitektur: Johannes Reh, Dipl. Ing. (FH) Peter Blum, Dipl.-Ing. TU Mnchen, Lehrstuhl fr Strategie und Management der Landschaftsentwicklung: Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert (Projektleitung TUM) Dr. Isabel Augenstein Hansjrg Haslach, Dipl.-Ing. Laufzeit: 01.09.2009 - 30.06.2011 Auftraggeber: Bayerisches Landesamt fr Umwelt (LfU) Hintergrund und Zielsetzung Dem klaren gesetzlichen Auftrag zum Schutz der Kulturlandschaften steht ein deutliches Vollzugsdefizit gegenber. Zwar besteht sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ein breiter gesellschaftlicher Konsens ber die Bedeutung unserer Kulturlandschaften, zum Beispiel fr die kologie oder fr das Empfinden von Heimat. Auch wird der Belang von zahlreichen Fachdisziplinen wie z.B. Naturschutz, Denkmalpflege oder Heimatpflege vertreten. Dennoch ist eine seit Jahrzehnten anhaltende und nach wie vor andauernde berprgung und Vereinheitlichung der vielfltigen traditionellen Kulturlandschaften im Zuge eines beschleunigten Nutzungswandels insbesondere durch Siedlungsentwicklung, Strukturwandel und Intensivierung der Landwirtschaft sowie Infrastrukturmanahmen zu beobachten. Als ein wesentlicher Grund hierfr wird der vorherrschende Mangel an Datengrundlagen, Methoden und Bewertungsmastben angesehen, die es erschweren, das Schutzgut Kulturlandschaft bei rumlichen Planungsentscheidungen angemessen zu bercksichtigen. Whrend eines der Hauptdefizite - das Fehlen einer Inventur noch vorhandener historischer Kulturlandschaftselemente - auf absehbare Zeit nicht zu beheben sein wird, besteht das Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes vornehmlich darin, die unterschiedlichen Kulturlandschaften Bayerns landesweit zu erfassen und die wesentlichen, wertbestimmenden Merkmale der einzelnen Kulturlandschaften herauszuarbeiten und zu dokumentieren. Wichtige Merkmale der erfassten Kulturlandschaften sind z.B.:

    Typische Nutzungen, wie z.B. die Schafbeweidung im Jura, Nutzungsmuster und spezielle, an die landschaftlichen Gegebenheiten angepasste Landnutzungsformen, z.B. Fischteiche in feuchten Niederungen, sowie der Nutzungswandel im Laufe der Zeit

    Siedlungs- und Bauformen

  • Charakteristische, hufig aus regionsspezifischen Nutzungsweisen hervorgegangene Kulturlandschaftselemente, wie z.B. Lesesteinwlle, Be- und Entwsserungssysteme, Felsenkeller, etc.

    Territorialgeschichte Spezielle Sprachprgungen Assoziative Aspekte, etwa im Zusammenhang mit bedeutenden

    archologischen oder religisen Sttten Damit wird gleichzeitig ein Bezugsrahmen bereitgestellt, um planungsbezogene Bewertungen der Kulturlandschaft, z.B. in der Bauleitplanung oder bei der Beurteilung von Eingriffen, vornehmen zu knnen. Vorgehensweise Die Kulturlandschaftsgliederung soll sich - unter Beachtung der vorgegebenen landesweiten Mastabsebene (Mastab 1:200.000 bis 1:500.000) - in erster Linie an allgemein bekannten, im Bewusstsein der Bevlkerung verankerten Landschaftsbezeichnungen orientieren. In einem ersten Schritt wurden daher tradierte Kulturlandschaftsnamen ermittelt. Die so ermittelten Rume wurden anschlieend abgegrenzt. Die dabei entwickelten Abgrenzungskriterien wurden um weitere, die spezifische Eigenart der Rume bezeichnende Kriterien ergnzt und dienen sowohl zur Abgrenzung weiterer Kulturlandschaftsrume, als auch zu deren Charakterisierung im Rahmen von Kulturlandschaftssteckbriefen. Alle Ergebnisse und Zwischenergebnisse werden periodisch von einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe diskutiert. Stand der Arbeiten und Ausblick Derzeit (Stand Februar 2011) liegt ein flchendeckender Entwurf der Kulturlandschaftsgliederung Bayerns vor. Die Gliederung umfasst 61 Rume fr die, neben einem Angrenzungsvorschlag, Steckbriefe zur Charakterisierung angelegt und einem erweiterten Expertengremium ber eine eigens eingerichtete projektbezogene Internetseite zur Abstimmung und Ergnzung zugnglich gemacht wurden. Noch im Frhjahr 2011 soll die Arbeit im Entwurf fertig gestellt sein und im Rahmen regionaler Workshops diskutiert werden. Der Abschluss des Projekts ist fr Mitte 2011 vorgesehen.

    Peter Blum, Dipl. Ing. Prof. Dr. Markus Reinke

    Johannes Reh, Dipl. Ing. (FH) Institut fr Landschaftsarchitektur

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    Ausgabe Mrz 2011

    Ergebnisse aus dem Diagnoselabor In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen einige unserer Diagnosen vorstellen, die wir in den letzten Wochen zu eingelieferten Proben, Anfragen per E-Mail oder Brief oder auch zu Schden, die uns selbst aufgefallen oder zugetragen worden sind, gestellt haben. Grauschimmel an Cyclamen Insbesondere bei einem nchtlichen Temperaturabfall und einer Unterschreitung des Taupunktes knnen schnell Grauschimmel-Infektionen (Botrytis cinerea) stattfinden. Die Schadsymptome zeigen sich durch nassfaule Blattflecken und Blattstiele, auf denen sich insbesondere bei einer hheren Luftfeuchte der namensgebende mausgraue Sporenbelag ausbildet, dessen Sporen schon bei geringster Berhrung der Pflanze aufwirbeln und leicht verbreitet werden. Der Pilz ist auch fhig sich saprophytisch zu ernhren. Virusverdacht an Ranunkeln Die zu den Tospoviren gehrenden Viren INSV und TSWV knnen an einer Vielzahl von Zierpflanzen (u.a. Gerbera, Pelargonie, Tagetes, Ranunkeln) als auch einigen Gemsepflanzen (u.a. Tomate, Gurke, Bohne) zu Pflanzenschden fhren; in der Summe sind ber 350 Wirtspflanzen beschrieben. Die Symptome sind vielfltig, an Ranunkeln zeigen sie sich meist in Form von verbrunten Blattflecken und Missbildungen. Eine diagnostische Sicherheit liefert aber nur ein Virusnachweis (z.B. ELISA).

    Mausgrauer Pilzbelag

    Auffllige Blattsymptome

  • Thripsschden an Philodendron Thripse sind mit einer Gre von etwa 1 mm sehr kleine, mit bloem Auge nahezu kaum erkennbare Schdlinge. Die Schden an Philodendron (hier an Xanadu) zeigen sich bei dieser Pflanze in aufflligen gelben Verfrbungen blattoberseits, denen blattunterseits teils flchige, warzenartige Strukturen gegenberstehen, die bei einem starken Befall zu einer teils deutlichen Beeintrchtigung fhren. Zustzlich finden sich schwarze Kottropfen an den Saugstellen sowie vereinzelt einige Larven (wie auch hier oft in der Nhe von Blattadern).

    Neue Buchbesprechungen zum Pflanzenschutz Bibliographische Angaben: Landesanstalt fr Umwelt, Messungen und Naturschutz LUBW (Hrsg.): Die Rsselkfer Baden-Wrttembergs. Verlag Regionalkultur, Heidelberg 2010, ISBN: 978-3-89735-608-5, Preis: 49,50 Euro. Format: 17x24 cm Inhalt: Das auf hochwertigem Papier gedruckte, knapp 950 Seiten starke Buch gliedert sich in acht Kapitel. Auf den ersten rund 140 Seiten werden einfhrende Kapitel zur Biologie und kologie der Rsselkfer, ber die Lebensrume sowie zur Gefhrdung und Schutz vorgestellt. Dem schliet sich der Hauptteil zur Systematik an, in dem alle rund 800 in Baden-Wrttemberg vorkommenden Rsselkferarten vorgestellt werden. Neben einem Bestimmungsschlssel der Gattungen und Arten werden die Arten mit ihrer Lebensweise, wirtschaftlichen Bedeutung, Verbreitung und Gefhrdung nher vorgestellt. Illustriert sind die einzelnen Kapitel mit insgesamt (geschtzten) 1000 farbigen Abbildungen. Im Anhang des Buches finden sich zustzlich r

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Informationsdienst Weihenstephan Ausgabe Januar 2011 Inhalt Forschung Hitzetoleranter Brokkoli: Screening mit 140 Testsorten aus aktuellen Zuchtlinien von agro-TIP Sichtung Calamintha-Sortiment geprüft und abschließend bewertet Unternehmensführung Optimierung Ihres Webauftritts (Teil 2) Pflanzenschutz Bellisrost; Botrytis an Myosotis; Kommaschildlaus an Buxus; Buchbesprechung Gemüse und Kräuter Ingwer und Pimpinelle
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