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Informationsdienst SPORT SCHÜTZT UMWELT Ausgabe 117

Date post:24-Jul-2016
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Informationsdienst Ausgabe Nr. 117 Im Fokus: Klimaschutz und Nachhaltigkeit – Globale Herausforderungen gemeinsam gestalten · Dezember 2015
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  • InformationsdienstIm Fokus: Klimaschutz und Nachhaltigkeit Globale Herausforderungen gemeinsam gestaltenNr. 117 Dezember 2015

  • Informationsdienst SPORT SCHTZT UMWELT

    Umstellung auf E-Paper/Newsletter

    Liebe Leserinnen und Leser,

    wir mchten Sie gern erneut darauf hinweisen, dass wir die Druckauflage des Informations-dienstes SPORT SCHTZT UMWELT aus Ressour-censchutz- und Kostengrnden stark reduzieren werden. Wie Sie wissen, erscheint der Informati-onsdienst seit ber 25 Jahren vierteljhrlich als Druckausgabe und seit einigen Jahren auch als elektronischer Newsletter, der Ihnen auch zu-knftig als umweltpolitisches Medium des DOSB erhalten bleibt.

    Fr die Umstellung des Versands auf eine Zu-sendung als E-Paper/Newsletter, teilen Sie uns bitte formlos Ihre E-Mail-Adresse mit. Sollten Sie weiterhin eine Druckfassung bentigen, lassen Sie uns bitte Ihre Postanschrift wissen. Andernfalls erhalten Sie keine weitere Zusendung des Heftes.

    Fr den Bezug von SPORT SCHTZT UMWELTsenden Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse oder Postanschrift an [email protected] oder DOSB, Ressort Breitensport/Sportrume, Inge Egli, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main

    Haben Sie herzlichen Dank!Ihre Redaktion SPORT SCHTZT UMWELT

    Informationsdienst SPORT SCHTZT UMWELT auch unter www.dosb.de/ssu

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  • 3Verhaltensnderung des Einzelnen die zentrale Stell-schraube ist.

    Dass Naturschtzer und Natursportler gemeinsam die eigentlichen Ursachen der Klimaschdigung bekmp-fen sollen, fordert Dr. Heiner Geiler, Bundesminister a. D. und Ehrenvorsitzender der Kuratoriums Sport & Natur, im Kommentar dieser Ausgabe. Diejenigen, die ihren Sport in der Natur ausben, brchten aus urei-genem Interesse die Bereitschaft mit, die Natur zu schtzen und das Klima zu verbessern, schreibt er. Der ambitionierte Kletterer und Umweltaktivist mahnt, der Natursport sei fr den Klima- und Naturschutz unmit-telbar verantwortlich. Naturschtzer und Natursportler mssten zusammenstehen.

    Dazu passt, dass die von den Vereinten Nationen ver- abschiedete 2030-Agenda fr nachhaltige Entwick-lung den Sport ausdrcklich als untersttzenden Ak- teur wrdigt und ihn auffordert, sich im Rahmen seiner Mglichkeiten in die Umsetzung der Agenda einzubrin-gen. Vor allem in der internationalen Zusammenarbeit, der Wertevermittlung sowie bei den Themen des Umwelt- und Naturschutzes, der Gesundheit, Stadtent-wicklung, Inklusion, Chancengleichheit und Bildung lieen sich vielfltige Bezge zu den UN-Nachhaltig-keitsszielen herausarbeiten, heit es.

    Die Redaktion von Sport schtzt Umwelt wnscht Ihnen wie immer eine anregende Lektre und einen friedvol-len Jahresausklang. Wir freuen uns auf Ihr Interesse und auf eine fruchtbare Zusammenarbeit im neuen Jahr.

    Editorial

    (dosb umwelt) In unserer Dezember-Ausgabe widmen wir uns mit Blick auf die zurckliegenden Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung und zum Weltklima den gro-en Fragen, die uns alle angehen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stehen wir vor immensen globalen kologischen und sozialen Herausforderungen. Wir haben uns deshalb bei unseren Partnern umgeschaut und nach gemeinsamen Strategien gefragt. Fr die katholische Kirche beispielsweise erlutert in dieser Ausgabe Mattias Kiefer, Sprecher der Umweltbeauf-tragten der deutschen (Erz-)Bistmer, das Lehrschrei-ben Laudato Si, in dem Papst Franziskus seine tiefe Sorge um den Zustand des Planeten ausdrckt. Kirchliche Vorstellungen, schreibt Kiefer, treffen sich hier mit der Praxis des organisierten deutschen Sports, der als umweltbewusst handelnder, schpfungsfreund-licher Akteur zunehmend erkannt werde. So hat es im vergangenen Jahr drei gemeinsame Nachhaltig-keits-Fachtagungen mit den beiden groen Kirchen und dem DOSB gegeben.

    Maria Krautzberger, Prsidentin des Umweltbundes-amtes (UBA), erlutert im Interview, wie sich der Ein- zelne an den Klimawandel anpassen kann und welche Strategien Bund, Lnder und Kommunen hier verfol- gen. Die UBA-Prsidentin ist berzeugt, dass die

    Zentrale Stellschrauben

    Gabriele Hermani Redaktion SPORT SCHTZT UMWELT

  • 4Inhaltsverzeichnis

    Editorialvon Gabriele Hermani, Redaktion SPORT SCHTZT UMWELTZentrale Stellschrauben ....................................................................................................................................................................... 3

    IM FOKUS: Klima und Nachhaltigkeit Globale Herausforderungen gemeinsam gestalten 5Leitartikelvon Mattias Kiefer, Sprecher der Umweltbeauftragten der deutschen (Erz)BistmerPapst Franziskus Enzyklika Laudato Si, der Weltklimagipfel in Paris und wir ................................................................5

    Interviewmit Maria Krautzberger, Prsidentin des Umweltbundesamtes (UBA)Die Verhaltensnderung des Einzelnen ist die zentrale Stellschraube .................................................................................6

    Kommentarvon Dr. Heiner Geiler, Bundesminister a.D. und Ehrenvorsitzender des Kuratoriums Sport & NaturNaturschtzer und Natursportler gemeinsam die eigentlichen Ursachen der Klimaschdigung bekmpfen .....7

    Sport in Natur und Landschaft 9Taucher sind Jahressieger der UN-Dekade Biologische Vielfalt Verband Deutscher Sporttaucher .................................. 9Hecht wird Fisch des Jahres 2016 Verband Deutscher Sporttaucher ........................................................................................ 9Bergsteigerdrfer mit Tradition in die Zukunft Deutscher Alpenverein ..............................................................................10Mountainbiken mit Rcksichtnahme und Toleranz Deutscher Alpenverein .........................................................................11Luftige Begegnungen Wiederauszeichnung als UN-Dekade Projekt Deutscher Hngegleiterverband .....................11

    Umweltverbnde: mehr Anstrengungen zum Schutz der Artenvielfalt ...................................................................................12NABU: EU verfehlt selbst gesteckte Naturschutzziele ..................................................................................................................12 EU-Umweltminister befrchten Aufweichung des EU-Naturschutzrechts ..............................................................................13Online-Plattform will Jugendengagement im Alpenraum strken .........................................................................................13Outdoor: Gore investiert in Forschung alternativer Materiallsungen ...................................................................................14DBU frdert Filtertechnik in Schwimmbdern ................................................................................................................................14

    Sport und Nachhaltigkeit 15Agenda 2030: Sport fr nachhaltige Entwicklung Deutscher Olympischer Sportbund .....................................................15Preistrger des Nachhaltigkeitswettbewerbs stehen fest Landessportverband Baden-Wrttemberg ........................15

    DBU frdert Ideen fr Nachhaltigkeit ...............................................................................................................................................16Deutscher Umweltpreis geht an Nachhaltigkeits- und Klimaforscher ....................................................................................17

    Umwelt- und Klimaschutz im Sport 18Umweltbericht 2015 der Sportschule Malente liegt vor Landessportverband Schleswig-Holstein ................................18

    Mehr Frderung fr kommunalen Klimaschutz.............................................................................................................................18Klimawandel in Sportorganisationen ..............................................................................................................................................19

    Service 20Verffentlichungen und Multimedia ............................................................................................................................................ 20Veranstaltungen ................................................................................................................................................................................. 25

  • Im Fokus Leitartikel

    5

    (dosb umwelt) Ganz bewusst gewhlt hatte er ihn, den Monat Juni fr die Verffentlichung seines neuen Lehrschreibens Laudato Si. Wenige Monate vor dem UN-Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung und der Welt-klimakonferenz drckte Papst Franziskus darin seine tiefe Sorge aus um den Zustand des Planeten, das gemeinsame Haus der Menschheit. Angesichts der globalen kologischen und sozialen Herausforderun-gen zu Beginn des 21. Jahrhunderts ldt der Papst ALLE Menschen ein, sich ungeschminkt der Wirklichkeit der Welt zu stellen, auf der Ebene der Phnomene wie auf der Suche nach den tieferen Ursachen fr das vielfl-tige Leiden aller Kreatur; er ruft auf zu einer radikalen Umkehr des Herzens im Sinne einer ganzheitlichen kologie, denn alles ist mit allem verbunden. Aus dieser Umkehr des Herzens und aus einer Wirklichkeits-deutung von Menschen am Rand folgt eine radikale Systemkritik des Papstes, immer jedoch verbunden mit einem groherzig-optimistischen Blick auf den Men-schen, dem er die notwendige Transformation zutraut.

    Auch wenn mit diesem Lehrschreiben erstmals in der Geschichte der Ppste systematisch Umweltfragen thematisiert werden, ist es doch keine ko-Enzyklika, denn: Der Papst bettet seine diesbezglichen Aussa-gen ein in berlegungen zu Armut und Gerechtigkeit, verschrnkt mithin przise Analysen der kologischen Herausforderungen Klimawandel, Biodiversitt, Wasser etc. mit ebenso przisen Analysen ihrer sozialen Konse-quenzen, vor allem fr die rmsten der Armen.

    Die Enzyklika markiert die endgltige Absage an ein jahrhundertelanges, auch kirchliches, Missverstndnis, den sogenannten Herrschaftsauftrag Macht Euch die Erde untertan aus dem ersten Schpfungsbericht der Bibel zu verstehen als Freibrief fr jegliches menschli-che Handeln. Stattdessen gilt es, diesen zu lesen vom ebenfalls biblischen Auftrag her, die Erde zu bebauen und zu behten. Zentrale theoretische Anker fr dessen Umsetzung sind das Gemeinwohl-Prinzip und eine Renaissance der Vorstellung vom Kollektiveigen-tum aller an den natrlichen Ressourcen inklusive des Weltklimas: Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und fr alle. Dementsprechend gibt es auch eine Pflicht aller, dieses gemeinsame Gut zu schtzen.

    hnlich argumentiert hatte bereits im Oktober 2014 das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in seiner Erklrung Der Weltklimagipfel in Paris

    Wendepunkt fr unsere Erde!. Ausgehend vom Befund, dass der von Menschen verursachte Klimawandel Men-schenleben kostet schon jetzt und vor allem in den von Armut betroffenen Regionen (und die Europa in diesen Monaten erreichenden Flchtlingsstrme haben auch diese Ursache!), forderte das ZdK im Hinblick auf Paris, Klimaschutz am Zwei-Grad-Limit auszurichten: Ein reformierter Emissionszertifikatehandel knnte da- fr das entscheidende Instrument sein. Das ZdK sieht dabei vor allem diejenigen Lnder in der Pflicht, die gemessen an ihren Pro-Kopf-Emissionen bislang ent-scheidend zum Klimawandel beigetragen haben und jene, die technische wie finanzielle Mglichkeiten zur Umsetzung von Klimaschutzmanahmen haben. Fr Deutschland gelten weiter die Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz als die wichtigsten Hebel. Ohne einen weitreichenden Konsens in der Be- vlkerung aber wird Klimaschutz aus Sicht des ZdK nicht dauerhaft politisch durchzusetzen sein.

    An diesem Punkt treffen sich kirchliche Vorstellungen mit der Praxis des organisierten deutschen Sports: Wie wenig andere Akteure untersttzt der Sport die Ent-faltung Einzelner, gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Frieden, alles Ziele, die auch die Enzyklika beschreibt. Auch sein Potenzial als umweltbewusst handelnder beziehungsweise in kirchlicher Diktion schpfungsfreundlicher Akteur wird zunehmend er-kannt: Drei Nachhaltigkeits-Fachtagungen zwischen den beiden groen Kirchen in Deutschland und dem DOSB haben vergangenes Jahr vielfltige Mglichkei-ten ausgelotet, einerseits selbst umwelt- und klima- freundlich zu handeln, andererseits dadurch und durch die damit einhergehende Bildungsarbeit an jenem oben vom ZdK geforderten demokratischen Meinungs- bildungsprozess und gesellschaftlichen Konsens mit- zuwirken. Ob Groveranstaltungen nach klaren Nach-haltigkeitskriterien geplant und durchgefhrt werden, ob sich das Alltagsleben in einem Gemeindehaus oder einer Sportsttte systematisch an einem Umweltma-nagementsystem orientiert, ob es Rahmenvertrge fr kostrombezug gibt, ob sich der Betrieb von kirchli-chen oder sportlichen Auenflchen mit den Anliegen des Naturschutzes vereinbaren lsst, der Mglichkei-ten auch der bereits realisierten! gibt es viele. Die Parallelen zwischen Kirche und Sport in Bezug auf praktische Schwierigkeiten und Chancen waren bei den genannten Fachtagungen so offenkundig wie fr die meisten Beteiligten berraschend. Eine strkere Zu-sammenarbeit vor Ort zwischen Kirchengemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Verbnden sowie den Sportvereinen htte erhebliches Potenzial.

    Ist man damit nicht weit weg, zu weit weg von der in-ternationalen Klimapolitik, wo sich das ganz groe Rad

    Papst Franziskus Enzyklika Laudato Si, der Weltklimagipfel in Paris und wir

    Mattias Kiefer Sprecher der Umweltbeauftragten der deutschen (Erz)Bistmer

  • 6Im Fokus Leitartikel/Interview

    dosb umwelt: Der Klimawandel ist nicht nur in den Kpfen der Menschen angekommen, sondern Kliman-derungen sind bereits auch vielerorts sprbar. Die Wis-senschaft geht davon aus, dass sich der Klimawandel und seine Folgen in Zukunft noch verstrken werden. Sie machen gerade auf eine Strategie des Bundes und der Lnder aufmerksam, die darum wirbt, dass wir uns rechtzeitig und effizient anpassen. Was ist unter An-passung an den Klimawandel zu verstehen?

    Krautzberger: Das Klima wandelt sich. Das merken wir vor allem dann, wenn durch extreme Regenflle, Hochwasser oder heftige Strme groe Schden ent-stehen. Oftmals sind es aber auch die schleichenden Vernderungen, die auf lange Sicht das Klima bei uns verndern: Auch in Deutschland ist es mittlerweile im Schnitt des Jahres ein Grad Celsius wrmer als vor 100 Jahren. Die Winter sind deutlich feuchter. Und: Wir haben mehr heie Tage mit Hchsttemperaturen ber 30 Grad Celsius. Bis 1950 gab es das durchschnittlich an drei Tagen pro Jahr. Heute sind wir im Mittel bei acht Tagen. Der Klimawandel hat also vielfltige Folgen: fr unser Wohnen, Arbeiten oder unsere Gesundheit. Ein Beispiel dafr ist auch, dass sich nun in Sddeutschland mancherorts die Tigermcke ausbreitet, die unter Um-stnden schwere Krankheiten wie das Dengue-Fieber bertragen kann. Die gute Nachricht ist: Wir knnen etwas tun und uns effektiv auf drohende nderungen vorbereiten. Aber: Nur eine rechtzeitige Anpassung an den Klimawandel wird Schden mindern oder ganz ver-meiden. Bund, Lnder und zunehmend auch Kommu-nen stellen sich daher zu Recht schon mit individuellen Strategien auf den Klimawandel ein.

    dosb umwelt: Welche Rolle kann der Sport dabei spielen? Und welche aktiven Anpassungsmanahmen eignen sich insbesondere fr die Vereine und Verbnde?

    Krautzberger: Die Anpassung an den Klimawandel ist enorm wichtig. Egal ob Politik, Wirtschaft oder Privat-personen und Vereine jeder kann etwas dazu beitra-gen. Sportvereine knnten zum Beispiel bei Hitzewel-len wichtige Informationen und Hinweise zu mglichen Risiken an ihre Mitglieder weitergeben, so dass diese sich auf die steigenden Temperaturen einstellen und ihr Training anpassen knnen. Bei hohen Ozonwerten, die mit hohen Temperaturen einhergehen, kann es auch ratsam sein, ganz auf Sport zu verzichten, wenn die Konzentrationen zu hoch sind. Auerdem knnen Ver-bnde und Vereine darauf achten, dass Sportsttten ausreichend Schatten etwa durch Bume bieten. Auch das Begrnen von Fassaden und Flachdchern khlt die Umgebungsluft und die Gebude selbst zustzlich ab. Wenn dann noch leicht zugngliche Trinkwasserspender aufgestellt werden, finden Sport-treibende auch an heien Tagen ideale Bedingungen.

    dosb umwelt: Die Vernderung des Klimas hat Einfluss auf unser gesamtes Leben auch auf unsere Gesund-heit und damit auch auf das Sporttreiben. Wie knnen sich Sportlerinnen und Sportler hier informieren und vorbereiten?

    Krautzberger: Vor allem Hitzewellen belasten die menschliche Gesundheit stark. Auch rasche Tempera-turnderungen zum Vortag und Temperaturschwan-kungen innerhalb des Tages belasten den Krper. Besonders ltere Menschen und Menschen mit chroni-schen Erkrankungen leiden unter diesen hohen bezie-hungsweise schwankenden Temperaturen. Eine Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ergab zum Bei-spiel, dass von 2000 bis 2010 die Sterblichkeit aufgrund von Herzerkrankungen whrend Hitzewellen im Mittel um 10 bis 15 Prozent anstieg. Eine gesunde und ausge-wogene Ernhrung, viel Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen knnen helfen, sich an die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels anzupas-sen. Sport hat daher auch eine gesundheitsvorsorgen-de Wirkung. Trotzdem ist es wichtig, extreme sportliche Aktivitten nicht gerade an heien Tagen einzuplanen. Auf der Website des Umweltbundesamtes findet man

    dreht? Ich meine nein, denn: Politik braucht notwendig die Untersttzung mglichst Vieler, und diese Vielen leben immer lokal in ihren jeweiligen alltglichen Bezgen und Zusammenhngen. Dort zu nderungen der eigenen Praxis, zu anderen, fr alle vertrglicheren Lebensstile zu kommen, ist Basis wie Lackmustest des Mittragens politischer Vernderungen. Und, in den Worten des Papstes: Man soll nicht meinen, dass diese

    Bemhungen die Welt nicht verndern. Diese Handlun-gen verbreiten Gutes in der Gesellschaft, das ber das Feststellbare hinaus immer Frchte trgt, denn sie ver-ursachen im Scho dieser Erde etwas Gutes, das stets dazu neigt, sich auszubreiten, manchmal unsichtbar.

    L Kontakt: www.kath-umweltbeauftragte.de, [email protected]

    Die Verhaltensnderung des Einzelnen ist die zentrale Stellschraube

    Maria Krautzberger Prsidentin des Umweltbundesamtes (UBA)

  • 7Im Fokus Interview/Kommentar

    unter www.umweltbundesamt.de zahlreiche ntzliche Informationen zur Anpassung an den Klimawandel. Zur Vorbereitung auf Hitzewellen kann man das online- Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes nut-zen. Der Deutsche Wetterdienst bietet auerdem auch eine kostenlose WarnWetter-App an, die unter anderem ber Gewitter informiert.

    dosb umwelt: Welche Rolle spielen Verhaltensnderun-gen bei der Anpassung an den Klimawandel und gibt es vielleicht sogar Chancen, die daraus entstehen?

    Krautzberger: Die Verhaltensnderung des Einzelnen ist die zentrale Stellschraube. Besonders an heien Tagen ist es wichtig, ausreichend und regelmig zu trinken. Sportliche Aktivitten sollten mglichst in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Freizeitsport ist be-sonders an Hitzetagen in einer schattigen Parkanlage weniger belastend als zum Beispiel das Joggen in der prallen Sonne.

    L Die Fragen stellte Gabriele Hermani. (dosb umwelt)

    (dosb umwelt) Was soll Sport mit Klimaschutz zu tun haben? Schlielich produzieren Sport treibende Men-schen nicht tonnenweise Methangase wie die Khe bei der Verdauung. Die Luft in den meisten Turn- und Sport-hallen knnte auch besser sein, vor allem wenn bei vollem Haus Hand- oder Basketball gespielt wird. Die Ballsportarten, von Tennis bis Fuball, gehren schon eher zu den klimafreundlichen Leibesbungen wenn sie eben nicht in der Halle, sondern im Freien statt-finden, es sei denn, dass man in manchen Arenen vor lauter Bengalos und Stinkbomben selbst aus den vor-deren Rngen das Spielfeld nicht mehr sehen kann. Den besten Zugang zum Thema findet man wahrscheinlich ber die Natursportler, also die Bergsteiger, Kletterer, Skibergsteiger, Wanderer, Gleitschirm- und Drachenflie-ger, Kanuten, Ruderer, Radfahrer und Mountainbiker, denn sie stinken und rauchen nicht und bringen aus ureigenem Interesse die Bereitschaft mit, die Natur zu schtzen und das Klima zu verbessern. Mit anderen Worten: Sie sind fr ihren Sport auf eine intakte Natur und frische Luft angewiesen.

    Noch vor 25 Jahren tobte ein erbitterter Streit zwischen den Naturschutz- und den Natursportverbnden. Klima- und Naturschtzer erhoben schwere Vorwrfe gegen die Natursportler und kolportierten Vorurteile wie zum Beispiel: Gleitschirmflieger vertreiben das Wild, Kletterer zerstren die Eiszeitflora, Kanuten die Ufer-bschungen und Mountainbiker die Bergwiesen. Dies ist heute nicht mehr der Fall, denn Klimaschutzfrevel konnte man ihnen eben nicht vorwerfen, auch keine Lrmerzeugung, keine Abgase und Luftverpestung und

    keine Produktion von Kohlendioxyden oder Stickoxyden wie VW zum Beispiel. Aber auch die Politik trgt zur Verunsicherung und zur Schaffung knstlicher Konflikte bei zum Beispiel durch das Biotopschutzgesetz in Ba-den-Wrttemberg: Ein Gesetz, das nahezu jede Gerll-halde zum geschtzten Biotop erklrt, was dazu fhrt, dass fast alle Felsen fr Kletterer gesperrt werden.

    Die eigentliche Gefhrdung der Natur und der Alpen kann man erleben, wenn man von Luzern zum Gott-hard-Tunnel fhrt, vom Vierwaldsttter See zum Gott-hard-Pass. Da sieht man, was eben nicht sein darf: Dass eine ganze Landschaft, die Urner Alpen, das Tal unter-halb vom Salbitschijen, einem der schnsten Kletter-berge der Alpen, durch den Autoverkehr wirklich in den Bankrott getrieben wird. Das Waldsterben kann man mit bloem Auge erkennen, und die Menschen sterben dabei auch. Das ist die Folge einer absolut verfehlten Verkehrspolitik, wobei man der Schweiz nicht einmal den Hauptvorwurf machen darf. Es geht vielmehr um die Unfhigkeit der Alpenlnder insgesamt, die Ver-kehrsstrme so zu regeln, dass das Ergebnis mglichst klimafreundlich ist. Die Schweiz kann man sogar als Vorbild nennen, denn sie hat schon viel Klimaschutz in ihrer Verkehrspolitik realisiert, und zwar erstens durch die Schiene und zweitens durch Untertunnelung. Tunnel sind meiner Ansicht nach immer eine landschaftserhal-tende und schonende Manahme. Darin haben es die Schweizer schon zur Perfektion gebracht, whrend wir in Deutschland beim Straenbau noch Hnge abtragen und ganze Wlder roden.

    Aber auch der Natursport ist fr den Klima- und Natur-schutz unmittelbar verantwortlich. ber eine Million Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV) und Milli-onen von Skifahrern fahren hunderttausende Kilometer mit ihren Pkw in die Alpen. Das muss in diesem Ausma nicht sein. Es gibt Fahrgemeinschaften und Zge ins

    Naturschtzer und Natursportler gemeinsam die eigentlichen Ursachen der Klimaschdigung bekmpfen

    Dr. Heiner Geiler Bundesminister a. D. und Ehrenvorsitzender des Kuratoriums Sport & Natur

  • 8Im Fokus Kommentar

    Gebirge. Die Zahl der nichtorganisierten Bergsportler geht bekanntlich in die Millionen. Deswegen hat der DAV sich unmissverstndlich gegen den Bau neuer Berghtten und Skipisten ausgesprochen. Die Erschlie-ung der Skigebiete, verbunden mit der Regulierung der Wildflsse und dem Planieren der Skipisten, war der Beginn der eigentlichen Umweltgefhrdung in den Bergen. Grundstzlich muss aber klar sein, dass wie jede Pflanze und jedes Tier eben auch der Mensch zur Natur gehrt. Naturschtzer und Natursportler mssen zusammenstehen und die eigentlichen Ursachen fr die Klimaschdigung gemeinsam bekmpfen: zum

    Beispiel die Ausrottung wildlebender Tiere, Monokul-turen, Agrarfabriken, Einsatz von Pestiziden, berdn-gung, Kahlschlge, Entwsserungen, berfischungen, CO2- und FCKW-Emissionen, Ausbeutung und Armut, berbevlkerung, genetische Uniformitt von Sorten und Arten und die damit verbundene Abhngigkeit von Chemikalien. Dies sind die eigentlichen Bedrohungen des Klimas, der Artenvielfalt und des kologischen Gleichgewichts.

    L Siehe auch: www.kuratorium-sport-natur.de

    D

    OSB

    sportdeutschland.defacebook/sportdeutschland#sportdeutschland

    Deutschland macht das Sportabzeichen. Mach mit!Alle Infos auf deutsches-sportabzeichen.deDeutschland macht das Sportabzeichen. Mach mit!Deutschland macht das Sportabzeichen. Mach mit!Deutschland macht das Sportabzeichen. Mach mit!

  • 9SP RT IN NATUR UND LANDSCHAFTTaucher sind Jahressieger der UN-Dekade Biologische VielfaltVerband Deutscher Sporttaucher

    (dosb umwelt) Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) wurde fr sein Projekt Bringe Verborgenes ans Licht Entdecke andere Arten! als Jahressie-ger der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. DOSB-Vorstand Karin Fehres und Elsa Nickel vom Bundesum-

    weltministerium bergaben den bundesweit bedeuten-den Naturschutzpreis am 14. November 2015 in Berlin im Rahmen des 7. Nationalen Forums zur biologischen Vielfalt.

    Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein bedeutendes Zeichen fr das Engagement fr die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt und eine ihrer Bedrohungen, die weitere Ausbreitung nicht heimischer Lebewesen (Neobiota), thematisiert. ber eine Internetplattform knnen Sporttaucher sowie andere Interessierte, Beobachtungen zu diesen aquatischen Neobiota, wie zum Beispiel dem Ochsenfrosch, melden. Die Platt-form bietet Informationen zu verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, zeigt Verbreitungskarten und dient als Grundlage fr wissenschaftliche Arbeiten. Auf diese Weise leisten die Sporttaucher einen konkreten Beitrag zum Erhalt und Schutz unserer Gewsser und der Biodiversitt.

    Karin Fehres wrdigte das umfassende Naturschutzen-gagement der Sportorganisationen und wies darauf hin, dass der DOSB krzlich ein mehrjhriges Grundla-genprojekt Sport bewegt Biologische Vielfalt erle-ben abgeschlossen hat, welches die Zusammenhnge und Handlungspotenziale zum Thema aufarbeitete. Zu den im Naturschutz engagierten Aktivposten im DOSB gehren seit vielen Jahren die Sporttaucher. Sie

    sind in bestem Wortsinne "citizen scientists", die sich zustzlich zum Sporttreiben dem Thema "Biologische Vielfalt" widmen, sagte Karin Fehres. Der VDST wird nicht nur fr sein Dekade-Jahresprojekt ausgezeichnet, sondern stellvertretend auch fr das Naturschutz-En-gagement des Sports hierfr knnte es keinen besse-ren Preistrger geben. Durch diese Auswahl wurde un-terstrichen, dass es ebenso mglich wie notwendig ist, auch mit dem Medium Sport das Thema "Biologische Vielfalt" in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

    L Weitere Informationen unter: www.neobiota.info, www.vdst.de, www.dosb.de und www.undekade-biologischevielfalt.de

    Hecht wird Fisch des Jahres 2016Verband Deutscher Sporttaucher

    (dosb umwelt) Der Hecht (Esox lucius) wird Fisch des Jahres 2016. Der Hecht ist eine der grten und bekann-testen heimischen Fischarten. Mit dem Hecht wurde eine Art gewhlt, durch die die Zusammenhnge zwi-schen Natur- und Artenschutz sowie nachhaltiger, ver-antwortungsvoller Naturnutzung verdeutlicht werden knnen. Wenn Ufer und Auen renaturiert oder in einem naturnahen Zustand erhalten werden, dienen sie dem Hecht als Rckzugsraum und Laichplatz. Damit wird einerseits der Bestand dieses von vielen Anglerinnen und Anglern geschtzten Speisefisches gesichert und gleichzeitig der Lebensraum vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten verbessert.

    Jahresprojekt UN-Dekade Biologische Vielfalt 2015. Dr. Elsa Nickel,

    Abteilungsleiterin Naturschutz beim BMUB (links auen) und Vorstand

    Dr. Karin Fehres vom DOSB (rechts auen) mit den Preistrgern Prof. Dr.

    Franz Brmmer (2. von links) und Dr. Ralph Schill (2. von rechts).

    D

    OSB

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  • 10

    Ausgewhlt wurde der Hecht gemeinsam vom Deut-schen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt fr Naturschutz (BfN) in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem sterreichi-schen Kuratorium fr Fischerei und Gewsserschutz (KF). Mit seiner unverwechselbaren Gestalt zhlt der Hecht zu den bekanntesten heimischen Fischarten, sagte Dr. Christel Happach-Kasan, Prsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes. Markant sind der langgestreckte Krper, die nach hinten verlagerte Rcken- und Afterflosse und vor allem das enten-schnabelartige Maul. Er besiedelt stehende Gewsser vom kleinen Tmpel bis zum groen See, aber auch Fliegewsser vom Oberlauf bis hinab in die ksten-nahe Brackwasserregion. Der Hecht ist beispielgebend fr die vielen Fischarten, die zur Fortpflanzung auf intakte Ufer- und Auenbereiche entlang der Gewsser angewiesen sind. Nur wenn solche naturnahen Lebens-rume erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden, knnen die Bestnde des Hechtes sowie vieler weiterer Fischarten zuknftig in unseren Flssen erhalten werden, sagte die Prsidentin des Bundesamtes fr Naturschutz, Prof. Beate Jessel. Erfolgreiche Renaturie-rungsmanahmen zeigen, dass es gelingen kann, nicht nur dem Hecht, sondern auch zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten wieder neuen Lebensraum zu geben. Besatzmanahmen durch Angelfischer und Vereine sind auf Dauer keine Lsung. Aber sie helfen bei der Bestandsentwicklung in beeintrchtigten Gews-sern, ergnzte Happach-Kasan.

    L Weitere Informationen: Verband Deutscher Sporttaucher, Dr. Ralph Schill, [email protected], www.vdst.de

    Bergsteigerdrfer mit Tradition in die ZukunftDeutscher Alpenverein

    (dosb umwelt) Der Tourismus der Zukunft steht vor einer schweren Aufgabe: an den Klimawandel anpassen, nachhaltig sein und gleichzeitig alpine Landschaft und Umwelt bewahren. Mit dem

    Projekt Bergsteigerdrfer unternehmen die Alpenver-eine den Versuch, diese Anforderungen unter einen Hut zu bringen und setzen sich auf internationaler Ebene fr eine alternative Tourismusentwicklung ein. Eine Entwicklung, die ohne technische Erschlieungsma-nahmen auskommt und keine Funparks oder Erlebnis-installationen am Berg braucht. Eine Entwicklung, bei der die naturbelassene alpine Landschaft ganz ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstrker das wichtigste Kapital ist und Bewegung aus eigener Kraft im Mittel-punkt steht.

    Die Initiative des sterreichischen Alpenvereins (AV) wurde bereits 2008 ins Leben gerufen. Dabei wurde eine Handvoll an Gemeinden gesucht und zu einem Netzwerk vereint. Die Orte haben genau das nicht, wovon die Alpen schon zu viel haben: tlerverbindende Skigebiete, technische Beschneiung, Funparks, groe Hotelburgen und Tradition im Alpenkitsch. Die Bergstei-gerdrfer stellen ganz bewusst einen Gegenpol zu den groen Tourismuszentren dar: Diese kleinen Orte haben weniger als 2.500 Einwohner, sie haben keine groen Gewerbegebiete und kommen im besten Fall ganz ohne technische Aufstiegshilfen aus. Aber sie knnen noch mehr bieten als das: intakte Natur, Potenzial fr Bergsport und Authentizitt! Die Gemeinden pflegen aktiv ihre alpinen Traditionen und legen grten Wert auf Wertschpfung aus lokalen Produkten. Am wich-tigsten aber sind die Bewohner selbst: Sie sind verrckt auf ihre Berge vor der Haustr, haben Alpinkompetenz und sind davon berzeugt, dass der naturnahe und ressourcenschonende Bergsport genau der richtige Weg ist fr die weitere Gemeindeentwicklung!

    21 Orte drfen sich Bergsteigerdrfer nennen: 20 davon in sterreich und seit September 2015 auch die Deutsche Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden. Gemeinsam bilden sie ein starkes Netzwerk mit einem gemeinsamen Ziel: die Frderung naturnaher und res-sourcenschonender Tourismusformen.

    Verfolgen Gemeinden die Lebenseinstellung der Initiative Bergsteigerdrfer, haben sie bereits einen groen Schritt zur erfolgreichen Anpassung an den

  • 11

    Toleranz und Rcksicht zu begegnen. Mountainbiker passen ihre Fahrweise dem Fugngerverkehr an und gewhren im Bedarfsfall Vorrang. Wenn eine Lenkung notwendig wird, gibt der DAV differenzierten Lsungen den Vorzug vor pauschalen Sperrungen und Verboten. In der MTB-Fachbungsleiter-Ausbildung des DAV sowie bei den Jugendleiterfortbildungen und dem Schulprojekt Check Your Risk der JDAV werden sportfachliche, naturschutzfachliche und methodische Inhalte vermittelt, mit dem Ziel Risiko-, Umwelt- und Sozialkompetenz der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu frdern. Der Grundkonsens des Positionspapiers lautet demnach: Rcksichtnahme und Toleranz sowie ein respektvolles Miteinander. Dass diese Prinzipien nicht immer gelebt werden, zeigte auch ein krzlich beendetes Gerichtsverfahren um eine verkehrsrechtlich angeordnete Wegesperrung fr Radfahrer zum Schutz von Fugngern. Das Urteil des Bayerischen Verwal-tungsgerichtshofes hob die Wegesperrung auf und erklrte zudem, dass das Radfahren auf hierfr [] geeigneten Waldwegen grundstzlich erlaubt ist (Az. 11 B 14.2809). Der DAV begrt diese Entscheidung und mchte mit dem Positionspapier hnlichen Konflikten in Zukunft vorbeugen. Mit dem Positionspapier gibt der DAV in erster Linie seinen Mitgliedern und Sektionen etwas an die Hand, woran sie sich beim Ausben der Sportart orientieren knnen. Darber hinaus mchte der DAV auch externe Akteure erreichen und auffordern, fr ein harmonisches Miteinander im Mountainbike-sport zu werben.

    L Das gesamte Positionspapier als PDF-Datei zum Herunterladen gibt es unter www.alpenverein.de/chameleon/public/ 5501ec6a-7060-c42e-821f-014b9cd5f340/DAV- Posittionspapier-Mountainbiken_26249.pdf

    L Weitere Informationen: Deutscher Alpenverein, T +49 89 14003-142, www.alpenverein.de

    Luftige Begegnungen Wiederauszeichnung als UN-Dekade ProjektDeutscher Hngegleiterverband

    (dosb umwelt) Das Projekt Luftige Begegnungen des Deutschen Hngegleiterver-bandes (DHV), Deutschen AeroClubs (DAeC) und Natio-

    nalparks Berchtesgaden wurde erneut als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

    Klimawandel getan. Whrend viele Gemeinden nach wie vor einzig und alleine auf den Skitourismus und weitere technische Erschlieungen setzen, haben die Bergsteigerdrfer das ganze Jahr im Fokus. Ihr Kapitel fr heute und morgen: intakte Natur ohne technische Erschlieung, Bewegung aus eigener Kraft und Wert-schpfung durch lokale Produkte aus der Region. Jedes einzelne Bergsteigerdorf steht daher fr Umweltschutz durch Bergsport und Authentizitt.

    L Mehr Informationen ber das Projekt unter: www.alpenverein.de/bergsteigerdoerfer; www.bergsteigerdoerfer.de

    Mountainbiken mit Rcksichtnahme und Toleranz Deutscher Alpenverein

    (dosb umwelt) Der Mountainbikesport hat sich lngst vom Trend-sport zum Breitensport entwickelt: 37 Prozent der Mitglieder des Deutschen

    Alpenvereins (DAV) sind an rund 33 Tagen im Jahr mit dem Mountainbike unterwegs. Allerdings fhrt das Mountainbiken auch immer wieder zu Auseinanderset-zungen mit anderen Interessensgruppen insbeson-dere mit Fugngern und Waldbesitzern. Das Moun-tainbiken hat fr den DAV einen festen Platz im Kreis alpiner Sportarten, sagt Hanspeter Mair, Geschfts-bereichsleiter Htten, Naturschutz und Raumordnung des DAV und ergnzt: Als Bergsport- und Naturschutz-verband sehen wir uns somit in der Verantwortung, zwischen den verschiedenen Akteuren zu vermitteln, um Konflikte zu vermeiden. Diese Verantwortung nimmt der DAV mit dem im Juli 2015 verabschiedeten Positionspapier Mountainbiken wahr. Darin spricht er Handlungsempfehlungen fr ein verantwortungsbe-wusstes Ausben der Sportart aus und bietet eine part-nerschaftliche Zusammenarbeit fr alle Akteure an.

    Das Positionspapier bringt deutlich zum Ausdruck, dass sich Bergsport und Naturschutz nicht wider-sprechen mssen. Mit gutem Willen von allen Seiten knnen Konflikte vermieden und eine gemeinsame Linie gefunden werden, sagt Mair. Dass sich Vertreter aller Interessensgruppen an der Erarbeitung des Posi-tionspapiers beteiligten, spiegelt sich auch in den fnf Grundpositionen des DAV zum Mountainbiken wider:Der DAV beurteilt das Mountainbiken als sportliche Aktivitt mit vielfltigen positiven Wirkungen, die eine groe Zahl seiner Mitglieder anspricht. Rcksicht auf Natur und Umwelt sowie die Interessen anderer Nutze-rinnen und Nutzer sind Leitlinien des DAV fr die Aus-bung des Mountainbikens. Der DAV setzt sich dafr ein, dass Wege aller Art grundstzlich von Wanderern und Mountainbikern gemeinsam genutzt werden kn-nen. Er appelliert an beide Gruppen, sich mit Respekt,

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    Luftige Begegnungen mit Steinadlern, Bussarden und Geiern erleben Luftsportler beim Fliegen sehr oft. Hufig kreisen Vgel zusammen mit Gleitschirmen und Drachen Flgel an Flgel im Aufwind. Um mehr ber die Grnde fr die gemeinsamen Flge zu erfahren, haben der DHV und der DAeC das Projekt Luftige Begegnun-gen im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Ziel der Aktion ist es, die Piloten fr die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren, sie fr die Artenvielfalt zu begeistern und eine Datengrundlage zu schaffen, die wissen-schaftlich ausgewertet werden kann.

    Dank des Engagements der Luftsportler wurden bis Ende August 2015 knapp 1.750 Flge im Meldeportal auf www.luftige-begegnungen.de eingegeben, die nun ausgewertet werden knnen. Aufgrund des groen Po-tenzials des Projektes haben DHV und DAeC beschlos-sen, die Aktion Luftige Begegnungen fortzufhren. Das hat auch die UN-Dekade Fachjury berzeugt, die der Wiederauszeichnung des Projektes Luftige Begegnun-gen zustimmte.

    Sportaktive engagieren sich vor Ort fr die biologi-sche Vielfalt. Ein gelungenes Beispiel hierfr ist das Gemeinschaftsprojekt Luftige Begegnungen, das bereits zum zweiten Mal als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wird. Luftsportlerin-nen und Luftsportler haben mit den dokumentierten Flgen ihre Verantwortung fr die biologische Vielfalt wahrgenommen, so Andreas Klages, stellvertretender Geschftsbereichsleiter Sportentwicklung des Deut-schen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Mitglied der Jury zur erneuten Auszeichnung.

    In Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtes-gaden-Team wird derzeit ein neues Projekt entwickelt: Ein Gleitschirmverein am Alpenrand mchte eine Pa-tenschaft fr seine Adler im Bereich des Fluggebietes bernehmen. Angedacht ist eine Implementierung der Aktion in das Projekt Luftige Begegnungen. Im Frhjahr 2016 sollen erste Schritte umgesetzt werden.

    L Infos zum Projekt unter www.luftige-begegnungen.de und zur UN-Deka-de unter www.undekade-biologischevielfalt.de

    L Kontakt: Deutscher Hngegleiterverband, Bettina Mensing, T +49 8022 967510, [email protected]

    Umweltverbnde: mehr Anstrengungen zum Schutz der Artenvielfalt

    (dosb umwelt) Anlsslich der Bekanntgabe einer neuen Initiative zum Schutz der biologischen Vielfalt durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert eine Allianz der groen deutschen Umweltverbnde ein konsequentes Handeln der gesamten Bundes-regierung. Nach Einschtzung von BUND, DNR, DUH, NABU und WWF knnen die selbstgesteckten Ziele der Bundesregierung zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bis 2020 nur noch erreicht werden, wenn massiv umgesteuert werde. Ziele, die bis sptestens 2015 htten erreicht werden sollen, wurden nach Auffassung der Verbnde klar verfehlt. Zahlreiche Schutzgebiete, so die Kritik, seien in einem schlechten Zustand, es gebe keine ausreichende Vernetzung und der Artenschwund in Deutschland sei weiterhin unge-bremst dramatisch. Die angekndigte Umsetzungsini-tiative wurde in einer gemeinsamen Erklrung der Um-weltschutzorganisationen als dringend notwendiges Zeichen zur rechten Zeit bewertet. Bundesregierung und Lnder mssten jetzt endlich dafr sorgen, dass die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) mit Leben gefllt und umgesetzt werde. Ausdrcklich begrt wurde, dass Bundesministerin Hendricks mit der Forderung nach einer grundlegenden Neuausrich-tung der Agrarsubventionen eine lngst berfllige Diskussion angestoen habe.

    L Mehr unter: www.bund.net, www.dnr.de, www.duh.de, www.nabu.de, www.wwf.de

    NABU: EU verfehlt selbst gesteckte Naturschutzziele

    (dosb umwelt) Die EU werde ihr Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen, nicht errei-chen knnen. Dies zeigt nach Auffassung des NABU der Zwischenbericht der EU-Kommission. Der Naturschutz-bund fordert deshalb eine zgigere Umsetzung der Richtlinien und einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Die Staatschefs hatten sich im Jahr 2010 verpflichtet, bis 2020 den weiteren Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und geschdigte kosysteme wiederher-zustellen. Um diese Ziele zu erreichen, wurde 2011 eine EU-Biodiversittsstrategie mit sechs prioritren Zielen beschlossen, darunter an erster Stelle die vollstndige Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien (Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie). Die Daten des Kommissionsberichtes besttigten die Forschungsergebnisse von BirdLife International, wo- nach einige Arten und Lebensrume dort profitiert ht-ten, wo die Richtlinien konsequent umgesetzt wurden. Insgesamt wiesen aber erst weniger als 25 Prozent aller untersuchten Arten und Lebensrume einen guten Erhaltungszustand auf, und das Netzwerk von mari-nen Natura-2000-Gebieten sei noch sehr lckenhaft. Besonders dramatisch sei die Situation auerhalb von

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    Natura-2000-Gebieten: Als drittes Ziel der EU-Strategie hatten sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die negativen Auswirkungen der Landwirtschaft auf die biologische Vielfalt und die kosysteme zu reduzieren. Zudem sollen umweltschdliche Subventionen bis zum Jahr 2020 abgebaut werden. Die Analyse zeige jedoch, dass zum Beispiel der Bestand von Feldvogelarten wei-ter massiv zurckgehe.

    L Mehr unter: ec.europa.eu/environment/nature/biodiversity/comm2006/2020.htm

    EU-Umweltminister befrchten Aufweichung des EU-Naturschutzrechts

    (dosb umwelt) Die Umwelt-minister von neun EU-Ln-dern haben die EU-Kommis-sion vor einer Aufweichung der europischen Richtlinien zum Naturschutz gewarnt. Die beiden Richtlinien zum

    Vogelschutz und zu Natura 2000 htten ihren Wert unter Beweis gestellt und seien ein wesentlicher Be-standteil des Biodiversittsschutzes in Europa ge-worden, heit es in einem Brandbrief an EU-Umwelt-kommissar Karmenu Vella. Zu den neun Unterzeichnern gehren Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihre franzsische Kollegin Sgolne Royal sowie die Umweltressortchefs von Italien, Spanien, Kroatien, Polen, Rumnien, Slowenien und Luxemburg. Anlass fr die Intervention der Umweltministerinnen und ihrer Kollegen ist ein Fitness-Check (REFIT), mit dem die Kommission die Naturschutz-Richtlinien unter der Fahne des Brokratieabbaus derzeit einer Prfung unterzieht. Die beiden Richtlinien zum Vogelschutz und zu Natura 2000 seien ein wesentlicher Bestandteil des Biodiver-sittsschutzes in Europa geworden, heit es in dem Schreiben. Ohne sie wird es ein Ding der Unmglich-keit, die Ziele der EU-Biodiversittsstrategie fr 2020 zu erreichen. Statt ber nderungen der Richtlinien nachzudenken, komme es vielmehr darauf an, sie zu strken und ihre Umsetzung weiter voranzubringen. Die mit den Richtlinien geschaffene Rechtssicherheit fr alle Beteiligten drfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Zuvor hatten sich bereits ber 500.000 EU-Brgerinnen und Brger bei einer ffentlichen Konsultation der Europischen Kommission fr die unvernderte Beibe-haltung der Richtlinien ausgesprochen.

    Durch die EU-Vogelschutz- und die Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie kurz FFH-Richtlinie wurde in den letzten 30 Jahren das weltweit grte Schutzgebiets-netz Natura 2000 aufgebaut. Es deckt ber 15 Prozent der Flche Deutschlands ab und umfasst EU-weit ber 26.0000 Schutzgebiete.

    L Weitere Informationen: www.bmub.bund.de/P456 und www.bmub.bund.de/N52432

    Online-Plattform will Jugendengagement im Alpenraum strken

    (dosb umwelt) Alpine Netzwerke bemhen sich um aktive Beteiligung interessierter junger Menschen. Nun knnen sich Jugendliche auf der Webplattform YAPP ber Organisationen und Initiativen informieren, die sich mit Jugendbeteiligung und nachhaltiger Entwick-lung im Alpenraum beschftigen. Dies berichtet die In-ternationale Alpenschutzkommission CIPRA, die damit Jugendpartizipation und Umweltbildung in den Alpen-lndern frdern will. Unter www.yapp-network.org fin-den junge Menschen, die sich engagieren und austau-schen mchten, bersichtlich aufbereitete Informatio-nen ber Organisationen, welche sich fr nachhaltige Jugendbeteiligung im Alpenraum einsetzen. Diese knnen ihre Daten sowie ihre Jugendprojekte, Veran-staltungen oder Ausbildungsmglichkeiten kostenfrei eintragen. Die Informationen werden thematisch und geographisch auf der ansprechend gestalteten und be-nutzerfreundlichen Website gefiltert. Eine Landkarte veranschaulicht zudem die geographische Verteilung der Organisationen. Die Inhalte sind in den Alpen- sprachen Deutsch, Franzsisch, Italienisch und Slo-wenisch sowie stets auch in Englisch verfgbar. In weiteren Schritten werden auch Informationen ber Fi-nanzierungsmglichkeiten von Projekten verffentlicht sowie weiterfhrende Unterlagen und Materialien ge-sammelt, aufbereitet und zum Download bereitgestellt.

    YAPP ist ein Ergebnis aus dem CIPRA-Projekt Youth Alpine Dialogue. Gefrdert wurde YAPP vom europ-ischen Programm Jugend in Aktion und der Gerda Techow Stiftung.

    L Mehr unter: www.yapp-network.org und www.cipra.org

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    Outdoor: Gore investiert in Forschung alternativer Materiallsungen

    (dosb umwelt) Der Outdoor-Bekleidungshersteller Gore plant, in den kommenden fnf Jahren mehr als 15 Millionen US-Dollar in die Suche nach alternativen, dauerhaft wasserabweisenden Imprgnierungen (DWR) zu investieren. Ziel ist es, neue Lsungen mit einem verbesserten kologischen Profil zu finden. Gleich-zeitig sollen Komfort und Langlebigkeit der aktuell leistungsfhigsten DWR beibehalten oder bertroffen werden. Gore arbeitet bereits seit Beginn der PFC-Dis-kussion in Fachkreisen daran, DWR Imprgnierungen umweltfreundlicher zu machen. Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore Fabrics: Gore hat eine Vorreiterrolle in der Outdoor-Industrie angenommen, wenn es um den nachhaltigen Umgang mit PFCs geht. Wir haben viel investiert und sind eines der ersten Unternehmen, das die Substanz PFOA aus allen Einsatzstoffen seiner gesamten Textilkollektion verbannt hat.

    Derzeit nutzt Gore Fabrics eine DWR Imprgnierung mit deutlich verbessertem Umweltprofil. Bernhard Kiehl: Wir sind davon berzeugt, dass unsere derzeitige DWR Imprgnierung die beste Kombination aus hohem Komfort, dauerhafter Funktionalitt und niedrigem kologischen Fuabdruck bietet.

    Gore erreicht durch seine derzeitige DWR Imprg-nierung eine hohe Dauerhaftigkeit der wasserab-weisenden Eigenschaft, die eine lange Lebensdauer funktionaler Wetterbekleidung von Gore ermglicht. kobilanzstudien (Life Cycle Assessments), die mit kri-tischer Begleitung durch das ko-Institut Freiburg e.V. durchgefhrt wurden, belegen, dass die Langlebigkeit der wirksamste Faktor ist, um den kologischen Fuab-druck von funktionaler Bekleidung zu reduzieren.

    L Siehe auch: www.gore-tex.de/de-de/erlebnis/ verantwortung/umwelt/oekobilanz

    DBU frdert Filtertechnik in Schwimmbdern

    (dosb umwelt) In der Bundesre-publik gibt es zurzeit rund 6.700 ffentliche Frei- und Hallenb-der. Der Schwimmsport besitzt unter den Deutschen noch immer einen hohen Stellenwert.

    Der Bderbetrieb ist aber nicht nur mit hohen Kosten fr die Kommunen verbunden. Durch einen hohen Energieverbrauch und Reststoffe aus der Wasserdes-infektion wird die Umwelt stark belastet, erklrt Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretr der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Beim Wasseraufbereiten will das bayerische Unternehmen W.E.T. Wasser.Energie.Technologie (Kasendorf) nun Abhilfe schaffen. Ein Ver-fahren, bei dem mit einer neuartigen Membrantechnik aus dem Wasser kleinste Partikel und auch teilweise gelste Stoffe herausgefiltert werden, soll Desinfek-tionsnebenprodukte verringern und so die Umwelt und die Gesundheit der Schwimmer schonen. Die DBU untersttzt das Vorhaben fachlich und finanziell mit insgesamt ber 400.000 Euro. Davon gehen 128.000 Euro in die nun startende zweite Projektphase.

    Dass dieses Vorhaben sehr vielversprechend ist, bele-gen bereits die Ergebnisse der ersten Projektphase. Bei einer dreimonatigen Testphase konnte im Rheintalbad Frischwasserqualitt erreicht werden, besttigt Dr. Florencia Saravia vom Engler-Bunte-Institut, die die Wasserproben im Labor untersuchte. DBU-Experte Heidenreich: Das gibt nicht nur Sicherheit mit Blick auf die Gesundheit. Weniger Rckstnde belasten die Um-welt und ganz nebenbei wird so auch der kommunale Geldbeutel geschont.

    L Ansprechpartner fr Fragen zum Projekt: W.E.T. Wasser. Energie.Technologie GmbH, Dipl.-Ing. Michael Reis, T +49 9228 99609-20, [email protected]; weitere Informationen ber: www.dbu.de

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    Agenda 2030: Sport fr nachhaltige EntwicklungDeutscher Olympischer Sportbund

    (dosb umwelt) Die Vereinten Nationen (VN) haben am 25. September 2015 in New York die 2030-Agenda fr nachhal-tige Entwicklung verabschie-det. Der Sport wird darin aus-drcklich als untersttzender Akteur gewrdigt.

    Die Agenda beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele als Nachfolger der acht Millennium Entwicklungsziele und fordert alle Staaten der Weltgemeinschaft auf, ihren Beitrag zu leisten. In Paragraph 37 wird der Sport in der Agenda 2030 ausdrcklich als untersttzender Akteur gewrdigt.

    Zentrale Themen der Agenda und der Nachhaltig-keitsziele sind Armutsreduzierung, Chancengleichheit, Gleichstellung der Geschlechter, Bildung, Gesundheit, Klimawandel, Umweltschutz, Wachstum und Be-schftigung, Beseitigung von Hunger und Mangeler-nhrung, demographische Entwicklung, Migration, Stadtentwicklung, Frieden, Menschenrechte und gute Regierungsfhrung sowie den Aufbau einer globalen Partnerschaft. Die 2030-Agenda nimmt alle VN-Natio-nen gleichermaen in die Pflicht und verbindet soziale, wirtschaftliche und kologische Zieldimensionen.

    Auch der Sport ist als gesellschaftlicher Akteur auf-gefordert, sich im Rahmen seiner Mglichkeiten in die Umsetzung der Agenda einzubringen und kann an vielen Stellen einen wertvollen Beitrag leisten. Vor allem im Kontext der internationalen Zusammenarbeit und der Wertevermittlung sowie bei den Themen des Umwelt- und Naturschutzes, der Gesundheit, Stadtent-wicklung, Inklusion, Chancengleichheit und Bildung lassen sich vielfltige Bezge zu den Nachhaltigkeits-zielen herausarbeiten.

    Das IOC hat bereits ein Positionspapier The Con-tribution of Sport to the SDGs and the post-2015 development agenda the IOC Position (February 2015) verffentlicht und die Bezge zwischen den Nachhaltigkeitszielen und dem Sport dargestellt. Die

    vielfltigen Verbindungslinien zwischen der Nachhal-tigkeitsagenda und dem Sport sowie deren Veranke-rung in Paragraph 37 untersttzen die Politikfhigkeit der Sportorganisationen und verdeutlichen ihr gesell-schaftspolitisch wirksames Leistungsspektrum. Auch im IOC-Reformprozess spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle.

    Preistrger des Nachhaltigkeitswettbewerbs stehen festLandessportverband Baden-Wrttemberg

    (dosb umwelt) Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstra-tegie des Landes Baden-Wrttemberg verleihen der Landessportverband Baden-Wrttemberg und das Ministerium fr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in diesem Jahr zum zweiten Mal den Nachhaltigkeitspreis fr Sportfachverbnde. Der Badische Leichtathle-tik-Verband erhlt den diesjhrigen Hauptpreis, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Der Badische Turner-Bund, der Schwimmverband Wrttemberg und der Handballver-band Wrttemberg folgen auf Platz zwei. Insgesamt wurde ein Preisgeld von 90.000 Euro an acht Preistr-ger ausgeschttet. Die Verleihung der Preise fand am 1. Oktober 2015 in Stuttgart statt.

    Mit dem Nachhaltigkeitspreis ehren wir unsere Sportfachverbnde fr ihr Engagement im Bereich kologie, konomie und Soziales. Die Fachverbnde haben ambitionierte und qualitativ wertvolle Projekte eingereicht, die sie in den nchsten zwei Jahren umset-zen werden, freut sich LSV-Prsident Dieter Schmidt-Volkmar ber die Entscheidung der Juroren. Insgesamt haben sich 19 Sportfachverbnde um die Auszeichnung beworben. Allesamt mit guten Projektvorhaben. Mein Dank gilt dem Umweltministerium fr die besondere Untersttzung und die Zusammenarbeit.

    Die prmierten Konzepte zeigen, wie nachhaltiges Handeln im Sportbereich konkret umgesetzt werden kann, erklrte Umweltminister Franz Untersteller in Stuttgart. Besonders bemerkenswert sei zum Beispiel das groe Engagement der Preistrger, um behinderten Menschen den Zugang und die Integration in die Sport-vereine zu ermglichen. Und mit einem guten Mobili-ttskonzept knnten die Vereine nicht nur ihre Kassen, sondern auch das Klima schonen. Ich wnsche den

    SP RT UND NACHHALTIGKEIT

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    Sport und Nachhaltigkeit

    Gewinnern viel Erfolg bei der Umsetzung der Projekte und wnsche mir, dass der Wettbewerb noch weitere Fachverbnde und deren Vereine zu nachhaltigem Handeln inspiriert.

    In der Jury des Wettbewerbs saen Prof. Dr. Franz Brmmer, Vorsitzender der LSV-Kommission Sport und Umwelt, Anette Brellochs, Studienrtin im Referat Sport und Sportentwicklung des Kultusministeriums, Volker Wehle, Leiter des Referats Grundsatzfragen der Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, nachhaltiges Wirtschaf-ten des Umweltministeriums, SWR-Sportchef Harald Dietz und LSV-Prsident Dieter Schmidt-Volkmar. Die Projekte sind auf eineinhalb Jahre angelegt. Die Hlfte des Geldes wird bereits in diesem Jahr ausgeschttet, die andere Hlfte nach Abschluss des Projekts. Die Sportfachverbnde konnten Projekte in den Kategorien kologische Verantwortung, Faire Produkte, Bildung fr nachhaltige Entwicklung und Soziale Verantwortung einreichen.

    In der Kategorie kologische Verantwortung gewann der Landesverband Baden-Wrttemberg des Deutschen Alpenvereins mit dem Projekt Kletterland Baden-Wrt-temberg. Mit dem Preisgeld von 8.000 Euro soll nun ein tragfhiges Konzept fr die Felsen in Baden-Wrt-temberg mit allen Akteuren erarbeitet werden. Die Gesamtkletterregelung aus den 1990er-Jahren soll behutsam fortgeschrieben und nachhaltig weiterent-wickelt werden. Dabei sollen der Sport und der Natur-, Arten- und Biotopschutz, aber auch die Mobilitt Be-rcksichtigung finden.

    Der Volleyball-Landesverband Wrttemberg etabliert mit seinem Preisgeld von 7.500 Euro ein ganzheitliches Projekt zum Thema nachhaltige Mobilitt. Die Um-weltbelastung, die aus Fahrten zu Spielen entsteht, soll durch eine optimale Spielplangestaltung verringert werden, indem die Summe aller Wege minimiert wird. Zudem soll ein Verkehrsbund gewonnen werden, der den Vereinen Mannschaftstickets zur Verfgung stellt.

    L Weitere Informationen: Landessportverband Baden-Wrttemberg, Ulrike Hoffmann, T +49 711 28077-858, [email protected], www.lsvbw.de

    DBU frdert Ideen fr Nachhaltigkeit

    (dosb umwelt) Ob Migration, Klimawandel oder biologische Vielfalt: Unter dem Motto Zukunft selber machen Junge Ideen fr Nachhaltigkeit entwickel-ten 150 junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren beim Jugendkongress in Osnabrck 17 Projekte, die im Nachgang finanziell von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) untersttzt werden. Nachhaltig leben bedeutet vor allem eins: seine Perspektive ndern und die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft nach kologischen Kriterien ausrichten, sagte DBU-Gene-ralsekretr Dr. Heinrich Bottermann zum Abschluss des Kongresses. Die Teilnehmer des Kongresses htten mit ihren Ideen viele Wege aufgezeigt, wie wir Nachhal-tigkeit auch langfristig in unseren Alltag integrieren knnen. Ich bin gespannt und freue mich schon darauf, zu sehen, wie die Projekte umgesetzt werden, so Bottermann. Ausrichter des Kongresses waren das Bun-desumweltministerium (BMUB) und die DBU.

    Whrend des Kongresses entwickelten die jungen Teilnehmer innerhalb von drei Tagen in acht Arbeits-kreisen Ideen und Konzepte zur Bildung fr nachhaltige Entwicklung, die sie in Zukunft weiter verfolgen und ausarbeiten werden zum Beispiel zu den Themen Migration, Armutsbekmpfung, Menschenrechte und Frieden", Verantwortungsvoll Wirtschaften", Arten-vielfalt in Gefahr?", Energiewende" oder Konsum und Lebensstile". Selbst entscheiden durften die jungen Teilnehmer auch darber, welche Projekte Frdermittel von der DBU erhalten. Auf einem Markt der Mglich-keiten hatten die Jugendlichen Gelegenheit, Interesse fr ihre Projekte zu wecken und neue Mitstreiter zu finden. In der anschlieenden Abstimmung berspran-gen 17 von insgesamt 23 vorgestellten Ideen die selbst gesteckte Minimalfrderhhe und erhalten fr ihre Umsetzung fachliche und finanzielle Untersttzung der Stiftung. Zwischen 200 und 1.370 Euro vergibt die DBU an die ausgewhlten Projekte. Deren Inhalte sind bunt gefchert: von einer Radiosendung zum Thema Nachhaltigkeit ber die Grndung des Youth Sustaina-bility Networks bis zu kologischen Bildungsprojekten

    Auf kulinarische Entdeckungsreise begab sich DBU-Generalsekretr Dr.

    Heinrich Bottermann am Stand von Marie-Claire Rys, die vegetarische

    und vegane Kochkurse anbietet.

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    fr unbegleitete minderjhrige Flchtlinge durch die Osnabrcker Initiative Freizeit fr Flchtlingskinder. Beeindruckt vom Engagement der jungen Menschen stockte der NABU die Gesamtfrdersumme fr die Pro-jekte spontan um 1.500 Euro auf.

    In Qualifizierungsworkshops zu den Themen Fund-raising, Projektmanagement und Presse- und ffent-lichkeitsarbeit erhielten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Impulse fr weitere Finanzierungsmg-lichkeiten und ffentlichkeitsarbeit. Fachexperten von DBU und BMUB standen nicht nur whrend des Kongresses fr Fragen zur Verfgung, sondern bleiben auch darber hinaus Ansprechpartner fr die jungen Projektmanager.

    L Eine Liste der gefrderten Projekte ist unter www.dbu.de/123artikel36376_2362.html zu finden.

    L Mehr unter: www.dbu.de

    Deutscher Umweltpreis geht an Nachhaltigkeits- und Klimaforscher

    (dosb umwelt) Von der Verleihung des Deutschen Umweltpreises soll ein Signal fr den Schutz der Erde ausgehen, damit auch zuknftig Entwicklung auf ihr

    mglich bleibt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) appelliert damit auch an die internationale Staatengemeinschaft, die Weichen in Richtung Zu-kunftssicherung der Menschheit auf einem stabilen Planeten zu stellen. Am 8. November wurden in Essen von Bundesprsident Joachim Gauck der global agie-rende Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Johan Rockstrm und der Klima- und Meeresforscher Prof. Dr. Mojib Latif mit dem hchstdotiertesten Umweltpreis Europas ausgezeichnet. Den Ehrenpreis der DBU fr sein Lebenswerk erhlt der Naturschtzer Prof. em. Dr. Michael Succow. Der Preis ist mit insgesamt 500.000 Euro dotiert.

    L Mehr unter: www.dbu.de

    Die Trger des Deutschen Umweltpreises 2015 der DBU (v.l.n.r.):

    Prof. Dr. Mojib Latif, Prof. Dr. Johan Rockstrm und Ehrenpreistrger

    Prof. em. Dr. Michael Succow.

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    UMWELT- UND KLIMASCHUTZ IM SP RTUmweltbericht 2015 der Sportschule Malente liegt vorLandessportverband Schleswig-Holstein

    (dosb umwelt) Das Sport- und Bildungszentrum (SBZ) und das

    Bildungswerk in Malente be-teiligten sich bereits seit 1998 damals als erste Sportschule europaweit am ko-Audit- System der EU. Die Teilnahme

    wurde mit Wirkung zum Frhjahr 2012 beendet. Dennoch wird gem den Umweltleitlinien des Landessportverbandes jhrlich ein Umweltbericht verffentlicht. Als wesentliches Berichtselement enthlt er in einer Tabelle zusammengefasst alle Angaben zu den umweltrelevanten Stoff- und Ener-gieflssen und den wesentlichen, auch kologischen Standortvernderungen.

    Die vergangenen Jahre waren dadurch geprgt, den Neubau des Sport- und Seminargebudes und das damit genderte, erhhte Dienstleistungs- und Nutz-flchenangebot in die umweltgerechte Betriebsfhrung zu integrieren. Modernisierungsarbeiten im Bettenhaus bewirkten weitere nderungen der Energieverbrauchs-situation. Ebenfalls wurden die restlichen Teile des Schwimmbeckenkopfes in der Schwimmhalle saniert. Der damit zusammenhngende Betriebsstillstand in der Schwimmhalle hatte ebenfalls Auswirkungen auf das Energieverbrauchsniveau sowie weitere Ver- brauchsparameter. Die Vielzahl der durch die Bau- und Sanierungsmanahmen genderten, blichen Nut-zungsmglichkeiten der Einrichtungen zeigte deutliche Auswirkungen auf die bei Normalbetrieb zu erwarten-de Verbrauchsstruktur. Ein Vergleich zu vorhergehenden Betriebsjahren ist daher auch in diesem Jahr nur bedingt mglich.

    Bemerkenswert fr das aktuelle, wie bereits auch fr das letzte Berichtsjahr ist die Tatsache, dass die Kosten fr die Stromversorgung und die Einnahmen durch die Einspeisevergtung des produzierten BHKW- und Photovoltaikstroms ausgeglichen sind. Interne ber-prfungen (sogenannte Interne Audits) zeigen, dass

    auch die aktuell genderten Betriebsbedingungen gut in das Managementsystem eingepasst wurden und vom Personal getragen werden. Da alle internen Anforderungen an das EMAS-System (Europisches Management- und Audit-System) aufrecht erhalten werden, ist die Motivation das System zu leben, bei allen Beteiligten nach wie vor hoch.

    Der Bericht enthlt eine Vielzahl von Anregungen, wie interessierte Vereine und Verbnde in ihren eigenen Einrichtungen zur Reduzierung von Umweltauswir-kungen beitragen und damit auch die Vereinskasse entlasten knnen.

    L Bezug: Die ausfhrliche Version des Umweltberichts kann auf der LSV-Homepage www.lsv-sh.de im Bereich Sportthemen (unter Sport und Umwelt/Umwelterklrungen/SBZ Malente) eingesehen oder in der LSV Geschftsstelle in Kiel abgefordert werden.

    L Kontakt: Landessportverband Schleswig-Holstein, Dr. Sven Reitmeier, T +49 431 6486-118, [email protected], www.lsv-sh.de

    Mehr Frderung fr kommunalen Klimaschutz

    (dosb umwelt) Die Frderung von Klimaschutzprojek- ten in Kommunen wurde deutlich verbessert. Fr finanzschwache Kommunen sowie Kitas, Schulen, Ju- gendfreizeiteinrichtungen, Sportsttten und Schwimm-hallen wurden die Frderquoten erhht. Neue Frder- mglichkeiten gibt es auerdem fr nachhaltige Mobi-litt, Energiesparmodelle und LED-Beleuchtung.

    Mit der neuen Kommunalrichtlinie des Bundesumwelt-ministeriums (BMUB) werden beispielsweise die Sa-nierung von Auen-, Straenbeleuchtungs- und Licht-signalanlagen durch LED-Beleuchtung zustzlich zum Einbau hocheffizienter LEDs bei der Sanierung von In-nen- und Hallenbeleuchtung gefrdert. Weiterhin wer-den die Sanierung und der Austausch raumlufttechni-scher Gerte bezuschusst. Fr Klimaschutzinvestitionen

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    in Anlagen und Gebuden von Kindertagessttten, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Sportsttten und Schwimmhallen wird ein neuer Frderschwerpunkt mit erhhten Frderquoten eingefhrt. Die Frderung nachhaltiger Mobilitt wird erweitert und erhht. Hier profitiert insbesondere der Radverkehr. Bei Energiespar-modellen gibt es ein neues Starterpaket. Hier werden Ausgaben fr pdagogische Arbeit und geringinvestive Manahmen bezuschusst.

    Die Neuerungen der Kommunalrichtlinie setzen auch Manahmen aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 sowie niederschwellige Klimaschutzmanahmen aus dem Programm Sanierung kommunaler Einrich-tungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung um.

    L Antrge knnen bis zum 31. Mrz 2016 beim Projekttrger Jlich (PtJ) eingereicht werden. Vom 1. Juli bis zum 30. September 2016 sowie in 2017 sind weitere Zeitrume fr die Antragstel-lung vorgesehen.

    L Mehr unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

    Klimawandel in Sportorganisationen von Dr. Alexandra Hildebrandt

    (dosb umwelt) Wenn es um den Klimawandel geht, schauen wir zwar hin, haben aber meistens scheinbar Wichtigeres zu tun, als uns um so ein abstraktes Thema zu kmmern. Wir nehmen Drren, Hungersnte, ber-schwemmungen und Artensterben zur Kenntnis, aber all das bleibt nicht lange im Bewusstsein und lsst uns emotional abstumpfen. Dabei ist gerade die Empathie eine der wichtigsten Fhigkeiten, die wir brauchen, um eine lebenswerte Zukunft zu schaffen.

    Leider tun sich auch die Medien oft schwer, ein solches Thema durchgehend prsent zu halten. Einige spre-chen sogar von Mitleidsmdigkeit. Es ist deshalb wichtig im groen Mastab zu denken, aber tief unten anzusetzen. Was uns fehlt, sind nach Meinung des englischen Umweltaktivisten Rob Hopkins die sozialen Werkzeuge, um Menschen zu bewegen, gemeinsame Visionen umzusetzen.

    Die Transition-Bewegung ist einer dieser Versuche, solche Werkzeuge in die Welt zu bringen. Unter dem Dachbegriff Transition Towns sammeln sich viele weitere Initiativen, die sich mit dem gesellschaftli-chen Wandel und dem konkreten Handeln vor Ort

    auseinandersetzen: Gemeinsam, pragmatisch und visionr werden innovative Konzepte erprobt und umgesetzt.

    Der Klimawandel ist ein Weckruf fr die Zivilisation (Naomi Klein), bei dem es vor allem darum geht, auch unsere Denkweise zu ndern. Er kann ein Katalysator fr einen positiven Wandel in Wirtschaft und Gesell-schaft werden. In seiner ersten Umwelt-Enzyklika Laudato Si (ber die Sorge fr das gemeinsame Haus), die Umweltaspekte, Ethik, Politik und Religion verbindet, charakterisiert Papst Franziskus, wie es mit unserer Erde und uns bestellt ist: Die aktuellen Probleme sind negative Folgen der heu-tigen Wegwerfgesellschaft: Umweltverschmutzung, voranschreitender Klimawandel, Ressourcenknappheit, Rckgang der Biodiversitt, sozialer Zerfall, zunehmen-de Gleichgltigkeit und Ohnmacht. Es geht darum, ber das Weltgemeinwohl nachzudenken, zu dem vor allem Gerechtigkeit und eine Umkehr des Denkens gehren. Der unverantwortliche Gebrauch und Missbrauch" der Natur schade vor allem den Entwicklungslndern. Kri- tisiert wird auch, dass die Lnder mit den grten Res-sourcen am wenigsten fr einen kologischen Wandel tun. Im Vatikan, wo tglich bis zu sechs Tonnen Mll anfallen, werden inzwischen Abflle sauber getrennt. Die Audienzhalle verfgt ber ein Solardach, die Wand- und Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle sind mit LED-Leuchten ausgestattet und Dienstwagen haben unter Franziskus weniger Hubraum.

    Das richtige Klima in Sportorganisationen ist nicht nur eine Frage der entsprechenden Infrastruktur fr den Verkehr, die Versorgung oder des Energie- und Abfall- managements. Es wird vor allem von Menschen beein-flusst, die die Herausforderungen der Gegenwart als Chancen begreifen. Sport kann andere zum Nachah-men und Weitermachen ermutigen. Eine an den Prin-zipien der Nachhaltigkeit ausgerichtete Organisation dahinter sichert die Wettbewerbsfhigkeit, schafft neue Arbeitsfelder, strkt die Innovationskraft einer Region, bietet attraktive Sponsoringmglichkeiten fr Unternehmen und steigert zudem die Lebensqualitt. Die Sehnsucht nach Machbarkeit zeigt sich auch im Sport eine Besttigung dafr, dass es um nichts ande- res als um den Punkt geht, den jeder in der Welt setzt. Dort, wo er gerade steht, denn nur vor Ort werden kom-plexe Probleme gesehen und durch kreatives und prag-matisches Handeln gelst.

    L Kontakt: Dr. Alexandra Hildebrandt, Publizistin und Nachhaltigkeitsexpertin, [email protected]

    L Mehr unter: www.gesichter-der-nachhaltigkeit.de

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    VERFFENTLICHUNGEN UND MULTIMEDIA

    SERVICE

    DOSB: Broschren und Filme zu Sport und biologischer Vielfalt verffentlicht

    Der DOSB hat krzlich das Projekt Sport bewegt Biologische Vielfalt erleben abgeschlossen. Wesentliche Projektmodule waren u.a. die Erstellung einer Grundlagen-broschre zum Themenfeld Sport und Biologische Vielfalt und die Erarbeitung von Aus-

    bildungsmaterialien fr das Qualifizierungssystem im Sport (einschl. einer CD mit Imagefilmen zum Thema). Beide Materialien sind nun verffentlicht worden und stehen den DOSB-Mitgliedsorganisationen sowie weiteren Interessierten innerhalb und auerhalb des Sports fr ihre inhaltliche Arbeit zur Verfgung.

    Das erfolgreich abgeschlossene DOSB-Projekt war und ist fr die Weiterentwicklung der Umweltarbeit von Sportorganisationen von groer Bedeutung. Es hat deutlich gemacht, dass die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt den Handlungsrahmen fr naturschutzaktive Sportvereine und -verbnde erwei-tert. Darber hinaus hat das Projekt im Sport fr den Erhalt der biologischen Vielfalt sensibilisiert, neue Brcken zwischen Sport und Naturschutz gebaut und neue Kooperationen gefrdert, den Informations- und Kommunikationsbedarf der Mitgliedsorganisationen verdeutlicht sowie der Naturschutzarbeit des Sports

    neue und positive Impulse gegeben. Es wurde vom Bundesamt fr Naturschutz mit Mittel des Bundesum-weltministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefrdert.

    L Das Material kann heruntergeladen werden unter: www.dosb.de/bio und www.dosb.de/de/ sportentwicklung/sportstaetten-umwelt-und- klimaschutz/service/downloads/sport-und-natur/

    L Ansprechpartner und weitere Informationen: Deutscher Olympischer Sportbund, Karsten Dufft, T +49 69 6700-252, [email protected], www.dosb.de/umwelt

    Buch: Energiewende als sportliche Herausforderung

    (dosb umwelt) Die Heraus-forderungen, mit denen Sportorganisationen in Zeiten der Energiewende konfrontiert sind, aber auch Chancen und Perspektiven, beschreiben Hans-Joachim Neuerburg von der Initiative Sport mit Einsicht und Bianca Quardokus vom Deutschen Olympischen Sportbund in ihrem Beitrag Sport in Zeiten der Energiewende in dem

    von Dr. Alexandra Hildebrandt und Werner Landhuer herausgegebenen Buch CSR und Energiewirtschaft.

    Im Vorwort schreiben die Herausgeber: Der wachsende Energiebedarf bei begrenzten natrlichen Ressourcen stellt Energieversorger, Industrie und Verbraucher gleichermaen vor immer neue Herausforderungen. Die Energiewende steht fr Neuanfang, fr Pionierarbeit, aber auch fr Unsicherheit, die vor allem die konkrete Umsetzung betrifft. Sie kann nur gelingen, wenn sie fr den Einzelnen fassbar wird und fragmentierte Debat-ten, Sichtweisen und Interessenlagen zusammenge-fhrt werden.

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    Die Energiewende knne nur gelingen, wenn sie mit einer nderung des eigenen Verhaltens einhergehe und die Eigenverantwortung gestrkt wrde. Zu Wort kommen Autorinnen und Autoren aus den unterschied-lichsten Lebens- und Arbeitsbereichen.

    L Bezug: www.springer.com/de/book/9783662465820

    Greenpeace Nachhaltigkeitsstudie untersucht Jugend-Engagement

    (dosb umwelt) 92 Prozent der Jugendlichen setzen sich fr das kologische und soziale Wohlergehen ein. Wofr und wie sich junge Menschen engagieren, richtet sich nach ihrer Lebenswirklichkeit und dem persnlichen Interesse. Dies zeigt eine Vorab-Verffentlichung aus dem zweiten Nachhaltigkeitsbarometer, eine repr-sentative Studie der Leuphana Universitt Lneburg im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

    L Mehr unter: www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-studie-junge-generation- unterstuetzt-die-energiewende

    Klimafreundlicher Bergsport Klimaschutz im DAVvon Maximilian Witting, DAV-Bundesgeschftsstelle, Projekt Klimafreundlicher Bergsport

    (dosb umwelt) Auch wenn die Gletscherschmelze in diesem uerst heien Sommer den Rekordwert aus dem Jahr 2003 nicht ganz erreicht hat, ist einmal mehr deutlich geworden, was den Alpen in Zukunft droht. Auch deshalb sind

    die internationale Klima- politik sowie die Themen Klimaschutz und -an-passung wieder einmal in den Fokus gerckt. Als

    bundesweit anerkannter Naturschutzverband ist sich auch der DAV gemeinsam mit seinen Sektionen bereits seit Jahren seiner Verantwortung gegenber der Natur und Umwelt sowie im Speziellen gegenber dem hochsensiblen kosystem der Alpen bewusst. Mit dem Start des Projekts Klimafreundlicher Bergsport im Jahr 2014 wurden bereits bestehende Klimaschutz-bemhungen nun strker gebndelt. Vom Bayerischen Staatsministerium fr Umwelt und Verbraucherschutz im Rahmen der Bayerischen Klima-Allianz gefrdert, zielt das Projekt auerdem darauf ab, Sensibilitt fr das Thema zu schaffen und den CO2-Fuabdruck der Bergsportler, Bergsportlerinnen und des DAV durch

    wirkungsvolle Manahmen zu verkleinern. Die neue Broschre Klimawandel im Alpenraum Auswirkungen und Herausforderungen leistet ihren Beitrag dazu. Sie zeigt die Folgen des Klimawandels im Alpenraum auf und stellt dar, welche Herausforderungen fr Mensch und Infrastruktur damit verbunden sind. In diesem Zu-sammenhang veranstaltet der DAV am 29./30. April 2016 in Garmisch-Partenkirchen das Klimaschutzsym-posium Impulse. Austausch. Kooperation. Schwer-punkt des Symposiums liegt auf dem Austausch unter den Teilnehmern aus Gesellschaft, Politik und For-schung. Ziel ist es, im Rahmen von Diskussionsforen gemeinsame Klimaschutzaktivitten zu diskutieren.

    L Mehr unter: www.alpenverein.de/klimaschutz-symposium

    Studie: Klimafreundliche Komplettwende bis 2050 mglich

    (dosb umwelt) Die globale Energieversorgung bis 2050 vollstndig auf Erneuerbare umzustellen, ist technisch mglich, finanziell attraktiv und knnte Millionen neu-er Arbeitspltze schaffen. Zu diesem Schluss kommt die neue Greenpeace-Studie Energy Revolution, die zusam-men mit dem Institut fr Technische Thermodynamik, Systemanalyse und Technikbewertung des Deutschen Luft- und Raumfahrt Zentrums (DLR) erarbeitet wurde. Die darin durchgerechnete Umstellung kann zudem den CO2-Aussto so weit senken, dass der Tempera-turanstieg unter der kritischen Grenze von zwei Grad bleibt. Die Studie belegt, dass der Ausbau klimafreund-licher Erneuerbarer Energien weitaus schneller als bis-lang voranschreiten kann. Zudem htte sie auch enorm positive Auswirkungen. Danach erfordert eine globale Energiewende bis 2050 jhrliche Investitionen von durchschnittlich etwa einer Milliarde US Dollar. Gleich-zeitig wrde die Umstellung auf Erneuerbare Energien jedoch Brennstoffkosten in Hhe von 1,07 Milliarden US Dollar pro Jahr einsparen. Der kostenneutrale Umbau des weltweiten Energiesystems kann zudem weltweit 20 Millionen zustzlicher Arbeitspltze schaffen. Whrend die Zahl der Beschftigten der globalen Ener-giebranche ohne beschleunigte Energiewende bis zum Jahr 2030 leicht auf 28 Millionen sinkt, wrde die Bran-che bei einer Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare im gleichen Jahr 48 Millionen Menschen Arbeit geben.

    L Download: bit.ly/1YsHXRg; mehr unter: www.greenpeace.de

    Bundeskabinett beschliet Umweltbericht 2015

    (dosb umwelt) Auf Vorschlag von Bundesumweltminis-terin Barbara Hendricks hat das Bundeskabinett den Umweltbericht 2015 beschlossen. Der Bericht belegt auch fr die vergangenen Jahre eine erfolgreiche Bilanz

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    Service

    der Umweltpolitik in Deutschland. In vielen Bereichen konnte das Schutzniveau fr Umwelt und Gesundheit weiter erhht und damit eine Verbesserung der Lebens- qualitt erreicht werden. Bundesumweltministerin Hendricks verwies insbesondere auf die Fortschritte bei der Luftreinhaltung. Bei Staub seien die Emissionen um 85 Prozent gegenber 1990 zurckgegangen, bei Schwefeldioxid sogar um mehr als 90 Prozent. Auch bei der Verringerung der Feinstaubbelastung seien in den vergangenen Jahren erkennbare Fortschritte gemacht worden. Trotz dieser Erfolge mssen wir zum Schutz der menschlichen Gesundheit die Emissionen von Partikeln und von Gasen, die wie Ammoniak zur Bildung von Feinstaubpartikeln beitragen, an der Quel-le weiter reduzieren, sagte Hendricks.

    Der Bericht benennt zugleich die umweltpolitischen Herausforderungen, denen sich Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft stellen mssen. Dazu gehren insbesondere der Klimawandel, der Rck-gang der biologischen Vielfalt und der bermige Verbrauch natrlicher Ressourcen. Aufgrund des neuen Ressortzuschnitts, in dem die Bereiche Umwelt, Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zusammenge-fhrt wurden, enthlt der Umweltbericht erstmals auch ein eigenes Kapitel zur nachhaltigen Stadtentwicklung.

    Zu den wichtigen Erfolgen der Umweltpolitik gehrt der Aufbau einer modernen Abfall- und Kreislaufwirt-schaft, deren Effekte die Umwelt erheblich entlasten. Die Sanierung von Altlasten, die Erhhung der Ressour-cenproduktivitt, die Steigerung der Anlagensicherheit, Fortschritte im Meeresschutz, der Erhalt oder die Wiederherstellung naturnaher Gewsserstrukturen, die stark erhhte Chemikaliensicherheit, die gewachsene Flche und verbesserte Qualitt geschtzter Gebiete reihen sich ebenfalls in die Erfolgsbilanz ein. Nicht zuletzt seien der Atomausstieg, die Energiewende und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen wichtige Grundpfeiler fr eine erfolgreiche, in die Zukunft ge-richtete Politik und belegten die internationale Vor-reiterrolle Deutschlands.

    Bundesumweltministerin Hendricks pldiert dafr, die soziale Bedeutung von Umweltpolitik strker in den Vordergrund zu rcken: Umweltschutz macht unser Land gerechter. Es sind vor allem die sozial Be-nachteiligten, die unter negativen Umwelteinflssen wie etwa Lrm oder Feinstaub leiden. Eine soziale Umweltpolitik, die auf ffentlichen Nahverkehr, mehr Grn in der Stadt, eine lebenswerte Gestaltung unserer Siedlungen und auf Energieeffizienz setzt, ist gut fr die Umwelt und gut fr die Gesundheit und Lebensqualitt der Menschen.

    L Download: www.bmub.bund.de/themen/ strategien-bilanzen-gesetze/nachhaltige- entwicklung/strategien-nachhaltige-entwick-lung-download/artikel/umweltbericht-2015/ ?tx_ttnews%5BbackPid%5D=289

    Report: Chemischer Fuabdruck in Gebirgsregionen besorgniserregend

    (dosb umwelt) Die globale Verbreitung von gesundheits-schdlichen per- und poly- fluorierten Chemikalien (PFC) belegt eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisa-tion Greenpeace. In Schnee- und Wasserproben aus acht entlegenen Gebirgsregionen hat Greenpeace PFC festge-stellt. Diese stammen auch aus der Outdoor-Branche. Mit Sorge sehen wir, wie sich diese gefhrlichen Stoffe global

    verteilen, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. In Naturparadiesen von China ber die Schweiz bis Patagonien hinterlassen unter anderem Outdoor-Marken ihren chemischen Fuabdruck. In derTextilindustrie werden PFC fr wetterfeste Funktions-kleidung verwendet. Mit der Kampagne Detox will Greenpeace Textilhersteller berzeugen, auf derartige Risiko-Chemikalien zu verzichten.

    Fr den Report Chemie in unberhrter Natur haben im Mai und Juni 2015 acht Greenpeace-Teams Schnee- und Wasserproben auf drei Kontinenten in Chile, China sowie Italien, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Trkei, Slowakei und Schweiz genommen. In Proben al-ler Expeditionen wies ein unabhngiges Labor Spuren von PFC nach. Die in Europa festgestellten Konzentrati-onen sind etwas hher als in Asien oder den Anden. Die geringsten Mengen fanden sich auf 5.000 Metern Hhe in China.

    PFC hat viele industrielle Anwendungen. Auch bei der Herstellung von Outdoor-Kleidung werden PFC-Mole-kle freigesetzt, whrend ihrer Nutzung und Entsor-gung. Sie reisen mit der Atmosphre und den Meeres-strmungen auch in abgeschiedene Gebiete. PFC blei- ben ber viele Jahrzehnte in der Natur und reichern sich durch Trinkwasser und Nahrung im Krper an. Greenpeace warnt auch vor dem steigenden Einsatz kurzkettiger PFC, die an fast allen Expeditionsorten ge-funden wurden. Diese flchtigen Molekle wirken zwar weniger toxisch als die herkmmlichen langkettigen PFC, sind aber ebenso langlebig und verteilen sich noch leichter in der Umwelt.

    PFC wie die verbotene Perfluoroctansulfonsure (PFOS) hat Greenpeace bereits mit den Untersuchungen Chemie fr jedes Wetter (2012) und Chemie fr Gip-felstrmer (2013) in Outdoor-Artikeln nachgewiesen. Dennoch rsten die Marktfhrer Northface und Pata-gonia Kleidung und Schuhe weiter mit PFC auf, sagt Manfred Santen. Die Outdoor-Branche wirbt zwar mit unberhrter Natur, verbreitet aber mutwillig umwelt-schdliche Chemie.

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    Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace bereits ber 30 Modemarken und Discounter dazu bewegt, auf PFC und andere Risiko-Chemikalien zu verzichten. Hndler wie Lidl, Rewe und Aldi haben PFC bereits aus Regen-kleidung fr Kinder entfernt. Auch Adidas und Puma haben sich verpflichtet, Alternativen zu entwickeln und bis Ende 2017 in die Lden zu bringen. Kleinere Outdoor-Marken wie Paramo, Pyua, Rotauf und R'adys zeigen lngst, dass Funktionskleidung frei von giftiger Chemie sein kann: Sie arbeiten mit fluorfreien recycelten Membranen aus Polyester und fluorfreien Imprgnierungen.

    L Report-Download unter www.greenpeace.de/detox

    L Weiterfhrende Informationen: www.greenpeace.de

    Broschre: Allianz Umweltstiftung zur Umweltpolitik

    (dosb umwelt) Was hat die deutsche Umweltpolitik in den vergangenen 25 Jahren bewirkt? Wo hat sie ihre Ziele verfehlt? Und wo liegen die zuknftigen He-rausforderungen? Vortrge und Diskussionsbeitrge der Benediktbeurer Gesprche der Allianz Umweltstiftung 2015 mit Alois Glck, Prsi-dent des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken,

    Eberhard Brandes, Geschftsfhrender Vorstand WWF-Deutschland, Prof. Dr. Matthias Freude, Prsi-dent des Landesamtes fr Lndliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg, Volker Angres, ZDF-Ressortleiter Umwelt sowie Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung wurden jetzt in einer reich bebilderten, 100-seitigen Broschre verffentlicht. Sie kann kostenlos bei der Stiftung ange-fordert werden.

    L Download: https://umweltstiftung.allianz.de/aktuelles/news/doku-bb15/

    Neuer Sammelband beleuchtet innovative Sportinszenierungen

    Sportentwicklung schreitet stndig fort. Ein neuer Sammelband mit dem Titel Sportentwicklung vor Ort Projekte in deutschen Quartieren widmet sich speziell solchen innovativen Sportinszenierungen, die gegenwrtig irgendwo vor Ort bei uns im Lande stattfinden. Die Autorinnen und Autoren haben es sich dabei jeweils zur Aufgabe gemacht, das exemplarische

    bzw. modellhafte an diesen Initiativen herauszustellen, so dass die Beitrge als Anregungen dienen knnen, das Gelungene und Bewhrte an den Manahmen auch anderswo im Quartier fortzusetzen. Damit wendet sich der Sammelband an alle Interessierten aus Wissenschaft und Sportpraxis, an Verantwortliche in Politik und Verwaltung sowie an diejenigen, die in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen arbeiten und dabei den Sport im Blick haben.

    Der Sport gilt gemeinhin als verlsslicher Partner zur Gestaltung alter und neuer gesellschaftlicher Heraus-forderungen. Schon in seinem Vorwort verweist Walter Schneeloch als Vizeprsident Breitensport/Sportent-wicklung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf die neue Marke SPORTDEUTSCHLAND und fhrt dazu weiter aus: Der Sport ist ein zentrales Politik- und gewichtiges kommunales Handlungsfeld geworden. Er schafft Bindung, steht fr Identifikation und gemein-schaftlichen Zusammenhalt.

    In ihrem Beitrag mit dem Titel Sportvereine in Deutsch-land Sportanbieter Nr. 1 und gesellschaftspolitischer Faktor beschftigen sich Christian Siegel und Andreas Klages aus dem Geschftsbereich Sportentwicklung im DOSB mit dem Sportverein als dem Motor der Sportentwicklung und stellen in zehn Punkten seine gesellschaftlichen Potenziale heraus, bevor sie den Bo-gen spannen zur Stadtentwicklung, fr die Sportvereine wichtige Beitrge leisten, die letztlich auf ein Mehr an Lebensqualitt der Menschen abzielen.

    L Bezug: Eckart Balz, Detlef Kuhlmann (Hrsg.): Sportentwicklung vor Ort Projekte aus deut-schen Quartieren. Aachen 2015. Shaker Verlag. 190 S. 48,80 Euro.

    Stdtische Freirume fr Sport, Spiel und Bewegung

    Das Thema Sport, Spiel und Bewegung in der Stadt ist zu einem umfassenden Thema von Mobilitt der Men-schen und damit mittlerweile auch zu einem wesentli-chen Element des Vereinssports und einer Integrierten Stadt- und Freiraumentwicklung geworden. Stdtische Freirume sind aber ein knappes Gut. Insbesondere gilt das fr die ffentlichen Rume in den Stdten, die fr das Spielen, Sport Treiben der Mitglieder von Sportvereinen und fr die informellen sportlichen Aktivitten der Bevlkerung nutzbar sind. Einerseits werden Freirume in verdichteten Rumen abgebaut oder gar nicht erst geplant. Anderseits scheint es eine Renaissance des ffentlichen Raums als Ort fr ver-einsbezogene und private, informelle freizeitliche T-tigkeiten zu geben, die den gewandelten Bedrfnissen der Menschen nach selbstbestimmten Aktivitten mehr Aufmerksamkeit gibt. Neueste Erkenntnisse lassen darauf schlieen, dass durchschnittlich ein Viertel der Vereinsmitglieder bereits auch den ffentlichen Raum

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    Service

    fr ihren Sport nutzen. Welche Erklrungen dazu und welche Antworten darauf knnen gegeben werden?

    Die Kommission Sport und Raum nimmt sich erstmals dieses hoch aktuellen Themas an und legt mit diesem Band eine umfassende, interdisziplinr ausgerichtete bersicht ber den derzeitigen Erkenntnisstand der bewegungsspezifischen kommunalen Freiraumthe-matik vor. Die Beitrge enthalten aus der Sicht unter-schiedlicher Fachdisziplinen theoretischen Grundlagen, neueste Forschungsergebnisse, aber auch konkrete praktische Beispiele und Anregungen fr eine zuknf-tige stdtische Freiraumplanung fr Sport, Spiel und Bewegung. Fr Vereine und Verbnde, die sich mit dem Thema intensiver beschftigen wollen, gibt der Band, der auch mit Untersttzung des DOSB erstellt wurde, wertvolle Anregungen.

    L Bestellt werden kann das Buch fr 25,00 Euro zzgl. Verpackungs- und Versandkosten bei der dvs-Geschftsstelle, [email protected]

    Neues Portal fr Naturerlebnisse

    (dosb umwelt) NaTourPur nennt sich ein neues On-lineportal fr gefhrte Naturerlebnisse. Naturliebhaber finden dort gefhrte Touren und Exkursionen, Tierbeob-achtungen, Naturreisen, Naturaktivitten fr die ganze Familie, knstlerische Aktivitten in der Natur sowie

    Angebote zur Umweltbildung. NaTourPur bietet zudem Informationen rund um das Thema Natur erleben.

    L Mehr unter: www.natourpur.com

    Umwelt-Video aus Baden-Wrttemberg

    (dosb umwelt) Das Umweltengagement des VfR El-gersweier 1926 ist auch Thema eines YouTube-Videos zur Energiewende in Offenburg. Der Film wurde vom Land Baden-Wrttemberg im Rahmen seiner Energie-wende-Kampagne finanziert. Seit 2009 ist der VfR im Umweltbereich aktiv. Der Verein wurde fr seine Arbeit im Rahmen der UN-Dekade Bildung fr nachhaltige Entwicklung schon mehrfach auch vom DOSB ausge-zeichnet. 2011 erhielt der VfR den Umweltpreis Grner Stern fr Baden Wrttemberg. Einen weiteren Grnen Stern gab es 2013 fr die Ausrichtung eines Klima-schutzaktionstages. Im Dezember 2014 wurde der VfR Sieger beim Porsche-Nachhaltigkeitswettbewerb.

    L YouTube-Video unter: www.youtube.com/watch?v=2Ifhw1M5Do0

    L Mehr unter: www.vfr-elgersweier.de/aktuelles.html und http://energiewende.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/

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    VERANSTALTUNGENDBU-Forum: Bildung fr Nachhaltigkeit in Zeiten groer Herausforderungen

    (dosb umwelt) Damit Nach-haltigkeit gelingt, mssen mglichst viele Menschen begeistert mitmachen und globale Ziele mit ganz konkretem Handeln vor Ort umsetzen. Am 19. und 20. Januar 2016 ldt die Deut-

    sche Bundesstiftung Umwelt zum nchsten DBU-Forum Umweltbildung ein. Die Veranstaltung mit dem Titel Bildung fr Nachhaltigkeit in Zeiten groer Heraus-forderungen findet im DBU Zentrum fr Umweltkom-munikation in Osnabrck statt. Diskutiert werden soll darber, welche Bildung ntig ist und welche Anste, Konzepte, Kompetenzen, gesellschaftliche Debatten und welches Wissen fr eine nachhaltige Gesellschaft gebraucht wird.

    Das Forum richtet sich an Bildungsakteure aus ver-schiedenen Bildungsbereichen wie Umweltbildung und Bildung fr nachhaltige Entwicklung (BNE), MINT-Bil-dung und politische Bildung. Umweltbildung, BNE, MINT-Umweltbildung und politische Bildung sollen zusammen gedacht und gemeinsam diskutieren wer-den. Im Teilnehmerbeitrag von 75,00 Euro (Studierende 60,00 Euro) ist die Verpflegung enthalten.

    L Anmeldung unter: www.dbu.de/123artikel36474_537.html

    Bundesprsident und DBU laden zur Woche der Umwelt ein

    (dosb umwelt) Bundesprsident Joachim Gauck ldt am 7. und 8. Juni 2016 in seinen Berliner Amtssitz zur Woche der Umwelt ein, die in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zum fnften Mal stattfindet. Rund 170 Unternehmen, Forschungs-institute, Vereine und Verbnde knnen in der zwei-tgigen Leistungsschau im Park von Schloss Bellevue

    konkret und anschaulich ihre Arbeit prsentieren und mit ihren innovativen Umweltprojekten unter Beweis stellen, dass sich konomie und kologie erfolgreich ergnzen. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich erneut als Aussteller fr die Woche der Umwelt 2016 beworben. Eine Jury wird die Teilnehmer auswhlen. Ein Auswahlverfahren der innovativsten Unternehmen wird einmal mehr verdeutlichen, dass Ressourcenschutz und Energieeffizienz Garanten fr eine generationengerechte Zukunft sind, betont DBU- Generalsekretr Dr. Heinrich Bottermann.

    Erwartet werden rund 12.000 Besucher aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Kernstck der Woche der Umwelt wird eine fast 4

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Informationsdienst Im Fokus: Klimaschutz und Nachhaltigkeit – Globale Herausforderungen gemeinsam gestalten Nr. 117 · Dezember 2015
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