health 1507

Date post:05-Aug-2016
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  • medianet.at

    health economy

    Konflikte In der Steier-mark steigt der Druck in Krankenhusern 42

    Belastung Eine Studie zeigt: Ein Brexit belastet die Pharmabranche 43

    Prvention Die Ausgaben fr Gesundheitsfrde-rung steigen langsam 44

    Forschung Die Biotech-firma Valneva entwickelt eine Zika-Impfung 46

    Freitag, 15. Juli 2016 cover 41

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    rzte und Apotheker frchten FinanzinvestorenDie Regierung will freien Berufen ermglichen, Investoren an Bord zu holen. Genau das lsst diese um ihre Unabhngigkeit frchten. 42

    Manager fr IT-SparteJohannes Ambros

    Seit ber 20 Jahren entwickelt die Humanomed als Betreiber von privaten Gesundheitsein-richtungen prozessorientierte und praxisnahe IT-Systeme. Nun holt der Gesundheits-dienstleister mit Johannes

    Ambros (48) weiteres operati-ves Know-how an Bord.

    Wechsel bei Pharmamesse

    Siegrid Fellner-Gschl Nachdem Andrea Zchling,

    die bisherige Messeleiterin der austropharm, Ende Juni ihre

    Mutterschaftskarenz angetreten hat, bernimmt nun Siegrid Fellner-Gschl die Leitung

    der austropharm als Category Manager. Die Salzburgerin (43) verfgt ber langjhrige Erfah-rung als Messeleiterin bei Reed

    Exhibitions.

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    Brexit Das Logistikunternehmen Knapp kmpft um Englandumstze.

    Arzneimittel Die Ausgaben fr Medikamente sind im ersten Halbjahr schwcher gestiegen, als erwartet.

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    James Gathany/CDC/commons.wikimedia

  • medianet.at42 health:care Freitag, 15. Juli 2016

    Von Martin Rmmele

    WIEN. Die Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) wehrt sich gegen eine mgliche wirtschaftli-che Liberalisierung ihrer Berufs-stnde. Die Plne der Regierung, die Beteiligung von Finanzinves-toren bei rzten, Apothekern, Ar-chitekten oder Anwaltskammern zuzulassen, gefhrde deren Unab-hngigkeit und Glaubwrdigkeit, warnten Vertreter dieser Tage.

    Keinen Zweifel lieen BUKO-Prsident Kurt Frhwirth und der Vizeprsident der Bundesarchitek-tenkammer, Rudolf Kolbe, an ihrer

    Ablehnung von Kapitalgesellschaf-ten als Teilhaber der neun freien Berufsstnde, die in der BUKO ver-eint sind. Die freien Berufe seien Vertrauensberufe, betonte Frh-wirth. Keine Berufsfremden soll-ten sich in diesen Bereichen betei-ligen drfen.

    Regierung will LockerungKonkrete Umsetzungsplne der Regierung seien zwar noch nicht auf dem Tisch, hie es. Aber im Zu-ge einer vor einem Jahr beschlos-senen Verwaltungsvereinfachung sollen sich knftig groe Firmen und Investoren in heimische Kanz-

    leien oder Arztpraxen einkaufen drfen. Davon erwartet sich die Regierung einen Wachstumsschub von jhrlich 0,3% beziehungsweise 880 Mio. und zustzliche 6.000 Arbeitspltze.

    Fr die Volkswirtschafter Fried-rich Schneider und Stefan Jene-wein von der Johannes Kepler Universitt Linz eine berzogene Rechnung. Warum sollen pltz-lich so viel mehr rzte- und Archi-tektenleistungen nachgefragt wer-den, fragt Jenewein. Er frchtet im Gegenteil eine Marktmonopoli-sierung und in Folge eine Verteue-rung der Leistungen. Eine strkere

    konomisierung der freien Berufs-sparten trage das Risiko mit sich, dass diese Bereiche immer str-ker wirtschaftlichen Interessen unterworfen wrden mit fatalen Auswirkungen im Hinblick auf ge-winnmaximierende Kosteneffizienz im Gesundheitsbereich, aber auch bei Tierrzten, Steuerberatungs- und Notarleistungen.

    Genau das frchten vor allem auch rzte und Apotheker. Sie sor-gen sich, dass Entscheidungen ber Behandlungen nicht mehr aus gesundheitlichen Grnden getrof-fen werden, sondern eben aus wirt-schaftlichen. Bei den Apotheken knnte die Mglichkeit zur Beteili-gung zudem das Verbot zur Ketten-bildung aufweichen. Damit kmen wiederum lndliche Regionen un-ter Druck, weil der Fokus von In-vestoren auf lukrativen Standorten in Ballungszentren liegt. hnliche Sorgen haben auch die rzte im Hinblick auf die geplanten Primr-versorgungszentren.

    Sorge um SchweigepflichtFr den Patentanwalt Daniel Alge knnten durch unberschauba-re Firmenverflechtungen der Fi-nanzinvestoren die Unvereinbar-keitsregeln fr Anwlte und ihre Schweigepflicht ausgehebelt wer-den, sagte er am Rande der Presse-konferenz. Finanzinvestoren htten Einsicht in die Flle, wrden aber keinerlei Disziplinarpflicht unter-liegen, warnte er. Damit wrde der Aufweichung der Haftung Tr und Tor geffnet und der Glaube an die Unabhngigkeit von Anwlten, Beratern oder Ziviltechnikern be-schdigt.

    Die neun freien Berufe sind Pflichtmitglieder ihrer jeweiligen Berufsvertretungen, der Kammern. Eine Gefahr fr das in sterreich bestehende Kammersystem sehen die Vertreter aber nicht im Gegen-teil: Lnder, die bisher ungeregelte bzw. liberalere Regelungen beses-sen htten, etwa die Schweiz oder skandinavische Lnder, strebten ebenfalls eine strkere Regulierung an.

    liberalisierung weckt ngsterzte, Apotheker, aber auch andere freie Berufe machen sich Sorgen um ihre Freiheit. Sie kritisieren die Regierung, dass diese Beteiligungen von Finanzinvestoren zulassen will.

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    GRAZ. An der Universittsklinik fr Unfallchirurgie am LKH Graz sind zwei Unfallchirurgen frist-los entlassen worden. Einer der beiden Oberrzte soll monatelang rund 150 Arztbriefe nicht freigege-ben haben; dem anderen wird vor-geworfen, er sei einer unerlaubten Nebenbeschftigung in einem Sa-natorium nachgegangen. Die bei-den Mediziner wiesen die Vorwrfe aufs Schrfste zurck.

    Das war jetzt nur das Ende einer langen Kette von Verfehlungen der beiden Mitarbeiter, meinte hinge-gen KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg. Dass von dem einen Mediziner die Arztbrie-fe angeblich nicht weitergegeben wurden und offenbar durch einen Zufall bekannt wurde, dass der andere Oberarzt trotz geltendem

    Verbots in einem Sanatorium t-tig war, sei die Spitze des Eisbergs gewesen, die zu Wochenbeginn zu den Entlassungen gefhrt habe.

    Genug PersonalDass Patienten durch die zeitlich stark verzgerte Weiterleitung der Arztbriefe zu Schaden gekommen sein knnten, hielt Tscheliessnigg nach persnlicher Einsichtnahme in die Akten fr unwahrscheinlich, wenn es auch nicht gnzlich ausge-schlossen werden knne. Die rzt-liche Versorgung auf der Unfallchi-rurgie sei aufgrund der aktuellen Entlassungen nicht gefhrdet, be-tonte der KAGes-Chef. Wir haben jetzt 18 Oberrzte, das sind so viele wie schon lange nicht mehr.

    Die betroffenen Mediziner gehen mit ihrem Anwalt gegen die Ent-

    lassungen vor. Jener, der in einem Sanatorium gearbeitet haben soll, bestritt, auf einem ihm vorgeleg-ten Foto zu sehen zu sein. Auf dem Bild, das angeblich ihn in OP-Mon-tur zeige, sei er nicht zu erkennen. Er erklrte, dass er schon vor Mo-naten eine Mobbing-Klage gegen die KAGes eingebracht hatte.

    Der Mediziner vermute, dass sei-ne Entlassung und das Mobbing mit seiner Kritik zu tun habe: Es gibt zu wenig qualifiziertes Perso-nal auf der Unfallchirurgie; Fehlbe-handlungen kommen sicher einmal pro Woche vor, weil es einer macht, der es eben nicht kann. Der zwei-te entlassene Chirurg unterstrich die Kritik. Zum Vorwurf, er habe 150 Arztbriefe nicht weitergeleitet, stellte er klar: Das ist eine Lge und ich kann es beweisen. (red)

    Konflikt in SpitalsgruppeIn Krankenhusern kommt es zunehmend zu Personalkonflikten und Mobbing; diesmal wurden in Graz zwei rzte fristlos entlassen.

    An der Unfallchirurgie der Uniklinik in Graz herrscht beim Personal dickt Luft.

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    Eine Ermglichung von Finanzbeteiligungen an Apotheken knnte auch das Verbot der Kettenbildung aufweichen.

    Wenn der Markt versagtMartin rmmele

    Es ist eine wiederkehrende Diskussion, die bis heute zu keiner Klrung gefunden hat: Wie viel Markt vertrgt das Gesundheitswesen? Unbestritten ist, dass das viele Geld, das im System bewegt wird immerhin zehn Prozent des BIP Begehrlichkeiten weckt. Unbestritten ist auch, dass ob der enormen Summen selbst ein geringes Effizienzpotenzial gleich Hunderte Millionen Euro sind. Dennoch werden Mrkte im Gesundheitswesen selbst in marktwirtschaftlichen Lndern reguliert. Der Grund ist, dass Patienten nach der medizinischen Notwendigkeit und nicht nach den mglichen Gewinnen behandelt werden sollen. Umgekehrt erzeugt die Bedrftigkeit im Fall von Krankheit auch enorme Abhngigkeiten.Selbst Wirtschaftsliberale sprechen deshalb von einem Marktversagen: Denn das ist ein wirtschaftswissenschaftliches Konzept fr Situationen, in denen die Koordination ber den Markt nicht zu einer optimalen Allokation der Ressourcen fhrt. Als zentrale Ursachen von Marktversagen gelten Informationsasymmetrien, Externalitten, natrliche Monopole sowie ffentliche Gter. Tatschlich agieren auch jetzt Gesundheitsanbieter zunehmend gewinnorientiert. Nicht jeder Arzt und Apotheker hat nur das Wohl des Patienten im Sinn; genau deshalb muss hier aber genau von der Politik beachtet werden, wohin ein Spardruck im System fhrt.

  • medianet.at

    WIEN. Die Apothekerkammer, die Interessenvertretung der Pharma-industrie (Pharmig) und der Ver-band der Arzneimittelgrohndler (Phago) haben ihre Zahlen fr das erste Halbjahr vorgelegt; demnach sind die Arzneimittelausgaben von Jnner bis Juni um 3,1% im Ver-gleich zum Vorjahr gestiegen. Fr Pharmig-Generalsekretr Jan Oli-ver Huber ist damit belegt, dass die Medikamente nicht der Kosten-treiber bei den Gesundheitsaus-gaben sind, wie er am Samstag in einer Aussendung betonte.

    Niedriger als erwartetDie von Branche genannten 3,1% Kostenst

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