health 0605

Date post:29-Jul-2016
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  • medianet.at

    health economy

    Prvention Die SVA der gewerblichen Wirtschaft baut Angebot aus 51

    Werbepreis Die Shortlist fr das Goldene Skalpell steht fest 54

    Start up Das E-Health-Unternehmen Kiweno bringt neuen Test 55

    Auszeichnung Marino-met erhlt renommierten Forschungspreis 56

    Girls Day Ministerin Oberhauser und andere helfen Mdchen 56

    Freitag, 6. Mai 2016 cover 49

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    Amgen-Manager Munte ist neuer Pharma-PrsidentMartin Munte (Amgen) lst Robin Rumler (Pfizer) an der Spitze der Pharmaindustrie ab. Er fordert mehr Transparenz im System. 50

    Debatte ber Innovationen

    Ulrike rabmer-Koller Religise Vorstellungen haben

    die dem Menschen eigene Neugier und Schaffensfreude

    Hunderte, wenn nicht Tau-sende Jahre lang behindert.

    Aber wenn zum Beispiel in der modernen Onkologie bahnbre-chende Innovationen aus Preis-

    grnden nicht mehr bei den Patienten ankommen, sind sie sinnlos, hie es Montagabend bei einer Diskussionsveranstal-tung in der Nationalbibliothek in Wien. Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) hatte geladen, neben dem

    Philosophen Peter Sloterdijk und dem Wiener Onkologen

    Christoph Zielinski als Keynote-Sprecher nahmen an der Dis-kussion Ulrike Rabmer-Koller, Chefin des Hauptverbandes

    der Sozialversicherungstrger, Wiens KAV-Chef Udo Janen, Pharmig-Generalsekretr Jan Oliver Huber, Sylvia Hofinger

    (Fachverband der Chemischen Industrie) und der Medizin-ethiker Ulrich Krtner teil.

    Im Endeffekt brauchen das Gesundheitswesen und die So-zialversicherung Innovationen, sagte Rabmer-Koller. Das stark

    strukturierte Gesundheits-wesen behindere aber weiterhin eine Gesamtsicht, was Nutzen

    und Kosten angehe.

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    Forschung Das Grazer RCPE punktet mit Auftrgen fr die Industrie.

    Wachsender Druck Die Industrialisierung im Spitals-bereich macht den rzten zunehmend Sorgen.

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    BMG/Jeff Mangione

  • medianet.at50 coverstory Freitag, 6. Mai 2016

    Von Martin Rmmele

    WIEN. Die Pharmabranche hat ei-nen neuen Prsidenten: Bei der Ge-neralversammlung am Freitag wur-de Martin Munte, sterreich-Chef des Biotechnologie-Unternehmens Amgen, fr drei Jahre zum Prsi-denten bestellt. Er folgt auf Robin Rumler (Pfizer), der dem Verband ber zwei Amtsperioden insgesamt sechs Jahre lang vorstand. Dem neu gewhlten Prsidenten steht mit Chantal Friebertshuser (MSD) erstmals eine Vizeprsidentin zur Seite. Auch Rumler bleibt dem Ver-band als Vizeprsident erhalten. Neuer und damit dritter Vizeprsi-dent ist Wolfram Schmidt (Roche).

    In seiner Antrittsrede prsen-tierte Munte das Arbeitsprogramm und die Zielsetzung des Pharmig-Vorstands fr die kommenden drei Jahre. Die Schwerpunkte werden dabei auf den drei groen Themen-bereichen Standort sterreich, Zu-gang zu Innovationen und Image der Pharmaindustrie liegen. Der Industrie knne nicht, so Munte, die gesamte Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen angelastet werden. Die Pharmig sieht Munte im medianet-Gesprch als Partne-rin, die an klaren und planbaren Rahmenbedingungen mitarbeitet.

    medianet: Wo werden Sie die Schwerpunkte Ihrer Prsident-schaft setzen? Martin Munte: Ein wichtiges The-ma ist die Transparenz. Der Begriff wird im Gesundheitswesen oft ver-wendet, aber ich meine damit, dass wir Wert darauf legen, in dieser reglementierten Branche die Leis-tungen und Geschftsbeziehun-gen knftig wirklich transparent darzustellen. Sptestens ab ersten Juli werden wir nach den Richt-linien des europischen Verban-des unsere Geschftsbeziehungen mit Angehrigen und Institutio-nen der Fachkreise in sterreich

    ver ffentlichen. Damit wollen wir auch sagen, dass wir durchaus dazu stehen, wofr wir Geld aus-geben. Wir wollen aber eben auch genau zeigen, wofr es ausgegeben wird. Dafr arbeiten wir ja auch mit der rztekammer zusammen.

    medianet: Was ist der Grund?Munte: Wir wollen auch Trans-parenz dahingehend, dass wir die Leistungen der Pharmawirtschaft darstellen. Das bedeutet eben auch Transparenz in Richtung Innovati-onen. Pharmazeutische Forschung ist ja auch ein groes Risiko. Das wollen wir aufzeigen. Wir wollen aber auch klar zeigen, welchen Nutzen neue Medikamente bringen. Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen, dass Transparenz auch aufseiten der Kostentrger erfolgt.

    medianet: Die Krankenkassen kritisieren die hohen Preisforde-rungen der Industrie und Kostenanstiege bei Medikamenten.Munte: Wir mssen hier wegkom-men von einer reinen Betrach-tung der Kosten und hin zu einer gesamthaften Betrachtung von Therapien. Tatschlich machen die Arzneimittelkosten ja nur 12,2 Pro-zent der Gesundheitsausgaben aus. Bei den Krankenhusern sind etwa die Kosten und vor allem die Inef-fizienzen viel hher auch deshalb braucht es Transparenz und eine Diskussion ber die Fakten.

    medianet: Wie sehen Sie das?Munte: Beim Rahmen-Pharmaver-trag zahlen wir heuer 125 Millio-nen Euro als Solidarbeitrag auch, um planbare und partnerschaft-liche Rahmenbedingungen zu ha-ben. Wir pochen aber eben auf die Fakten: Im Vorfeld der Gesprche ber den neuen Vertrag wurde viel von Kostenexplosionen im Arznei-mittelbereich gesprochen. Jetzt liegen die Zahlen fr das Vorjahr vor, und wir sehen, dass nichts ex-

    plodiert ist. Es gab ein Plus von 5,4 Prozent, wir lagen aber insgesamt in den vergangenen Jahren im vereinbarten Korridor der Ausga-bensteigerungen. Im ersten Quar-tal 2016 gibt es sogar nur ein Plus von knapp ber einem Prozent. Wir wissen, dass es auch individuelle Rabattvertrge zwischen Firmen und Kassen gibt. Auch wenn uns die Hhe nicht bekannt ist, ver-mutlich gibt es insgesamt sogar ein Minus im Markt.

    medianet: Wie sehen Ihre Forde-rungen aus?Munte: Es braucht eben Transpa-renz. Alle Rabatte mssen einge-

    rechnet werden. Das ist vor allem wichtig, weil jetzt auch ber eine Modifikation des Erstattungs kodex verhandelt wird. Wenn wir die Fak-ten auf dem Tisch haben, dann sind wir auch bereit, den Kassen in allen Bereichen entgegenzukommen und Kompromisse zu suchen. Natrlich htte man die Diskussion vonsei-ten der Industrie positiver fhren knnen und zeigen, dass eben diese neuen Medikamente auch viele an-dere teure und belastende Behand-lungen verhindern.

    medianet: Der Vorwurf der Kran-kenkassen ist, dass Anleger und Investoren die Industrie zu den hohen Preisen drngen, um rasch Renditen zu erzielen.Munte: Viele Unternehmen sind brsenotiert und haben klare Fi-nanzziele. Das hohe Risiko der Forschung bedingt auch, dass Investoren eine Verzinsung ihrer Beteiligungen wnschen. Gleich-zeitig belebt aber auch die Kon-kurrenz das Geschft. Wir sind aber gefordert, bei hochpreisigen, innovativen Produkten mehr zu kommunizieren. Das Beispiel und die Folgen von Hepatitis C sind in vielen Chefetagen verstanden wor-den. Aber wir mssen auch zeigen, dass die Entwicklung eben nicht dazu gefhrt hat, dass die Kassen ber Gebhr belastet worden sind. Wir wollen hier Transparenz, aber keine Polemik.

    Amgen-Boss ist neuer PharmachefDie Pharmig, der Verband der Pharmaindustrie in sterreich, hat einen neuen Prsidenten: Martin Munte ( Amgen) folgt auf Robin Rumler (Pfizer).

    Prsidium Martin Munte steht fr die kommenden drei Jahre als Prsident mit den folgenden wieder- und neugewhlten Vor-standsmitgliedern an der Verbandsspitze: Robin Rumler (Vizeprsident, Pfizer), Chantal Frieberts-huser (Vizeprsidentin, MSD) Wolfram Schmidt (Vizeprsident, Roche).

    vorstand Roman Gamerith (GSK), Martin Hagenlocher (Bayer), Philipp von Lattorff (Boehringer Ingelheim), Ana Kostova (AstraZeneca), Johann F. Kwizda (Kwizda), Martin Peithner (Austroplant), Sabine Radl (Sanofi), Ingo Raimon (AbbVie), Martin Spatz (Ratio-pharm), Wolfgang Wacek (Sanova), Georg Wager (Eisai), George Zarkalis (Novartis).

    Generalsekretr Jan Oliver Huber, Gene-ralsekretr der Pharmig, ist ber die Wahl Muntes erfreut: Wir haben die Pharmig nachhaltig als wesentlichen Player im Gesundheitswesen eta-bliert. Diesen Weg werden wir weitergehen, denn Munte wei sehr genau, wo im Gesundheitswesen angesetzt werden muss.

    Schwergewichte im Verband

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    IndustrIe

    Debatte ber Fortbildung WIEN. Die Pharmig weist Kritik an bezahlten rztefort-bildungen zurck: Die Zusam-menarbeit zwischen Pharma-industrie und rzteschaft sei notwendig, um sowohl die Ge-sundheitsversorgung als auch den medizinischen Fortschritt weiter zu gewhrleisten. rz-te selbst sind im Sinne einer modernen Versorgung zur Fort-bildung gesetzlich verpflichtet. Die pharmazeutische Industrie untersttze durch geldwerte Leistungen rztliche Fort- und Weiterbildungsmanahmen, um gemeinsam die Versorgung stetig zu verbessern. Das bedeutet Information ber laufende Studien, ber Trends in der Medizin oder auch ber neu am Markt befindliche medikamentse Therapien, erklrt Jan Oliver Huber, Gene-ralsekretr der Pharmig.

    Wir mssen wegkommen von einer rei-nen Betrachtung der Kosten und hin zu einer gesamthaften Betrachtung von Therapien.

    Martin Munte (Amgen) ist neuer Prsident der Pharmaindustrie in sterreich. Er fordert mehr Transparenz von allen Stakeholdern.

    Gesunde Betriebe frdernMartin rmmele

    Zur altersgerechten Gestaltung von Arbeitspltzen und einem Stopp der Stigmatisierung lte-rer im Beruf rief Sozialminister Alois Stger im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien auf. An-lass war der Start der aktuellen Kampagne der Europischen Agentur fr Sicherheit und Ge-sundheitsschutz am Arbeitsplatz, EU-OSHA. Gesunde Arbeitsplt-ze seien die Voraussetzung fr einen Verbleib lterer im Beruf, betonte Stger und l

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