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HaysWorld: Teams (Gesamtausgabe 01/2014)

Date post:29-Nov-2014
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Liebe Leserinnen und Leser, auf welche Position man sich heute auch bewirbt – eine Kompetenz ist immer gefordert: Teamfähigkeit. Und das aus gutem Grund. Um dem stetig wachsenden Wettbewerbsdruck zu begegnen, suchen Unternehmen nach effizienteren und flexibleren Arbeitsformen. Dabei setzen sie zunehmend auf Projektarbeit in wechselnden Teams. Denn Teams, so die Erwartung, arbeiten produktiver, innovativer und qualitativ hochwertiger. Eine Ansicht, die der Volkswirt Matthias Sutter teilt: „Durch die Kooperation mehrerer Personen in einem Team können alle zusammen mehr erreichen“, bestätigt der Professor für Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Innsbruck im Interview. Mehr noch: „Teams handeln klüger und lernen schneller als Individuen.“ Das haben seine Forschungen zum ökonomischen Entscheidungsverhalten von Individuen und Gruppen ergeben. Wirklich? Managementguru Manfred K. Sprenger ist da ganz anderer Meinung. Das Team sei die Unterwerfung der Begabten unter die Mittelmäßigen, kritisiert der Bestsellerautor immer wieder. Ähnlich hart urteilt der Teamforscher Dietrich von der Oelsnitz: Teamarbeit sei weit davon entfernt, das Allheilmittel für alle Tätigkeiten zu sein, und fungiere nur allzu oft als Deckmäntelchen für Entscheidungsschwache, Faulenzer und Minderleister. „Teamfähigkeit wird auch in Zukunft eine gefragte Kompetenz sein.“ Haben Teams demnach ausgedient? Keineswegs! Mit der Schnelllebigkeit der globalen Wirtschaftswelt und ihren hochkomplexen Geschäftsprozessen kommen gut funktionierende Arbeitsgruppen allemal besser zurecht als Einzelpersonen. Nur eignet sich diese Arbeitsform eben nicht für alle Aufgaben. Und: Es gibt sie nicht zum Nulltarif. Im Gegenteil. Sie erfordert eine kluge und eindeutige Rollenverteilung, klar formulierte Ziele und Regeln und bedeutet einen nicht unerheblichen Kommunikations- und Koordinationsaufwand. Sind die einzelnen Mitglieder bereit, diesen Invest zu leisten, dann funktioniert ein Team auch unter besonderen Umständen, wie die Artikel über virtuelle Teams, Krisenteams und Kreativteams beschreiben. Keine dieser Arbeitsgruppen bietet Platz für Kuschelecken, dafür eine Menge Teamgeist, der sich von Einsatzbereitschaft, Verantwortung, gegenseitigem Respekt und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie die der anderen nährt. Teamarbeit hat eben nichts mit Lagerfeuerromantik zu tun, sondern bedeutet in der Regel „eine Komplexitätsstufe mehr“, wie Gabriele Fischer im Wirtschaftsmagazin brand eins einmal geschrieben hat. So gesehen, wird Teamfähigkeit auch in Zukunft eine gefragte Kompetenz sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre. Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG
Transcript:
  • 1. TEAMS HAYSWORLDDas Kundenmagazin fr Deutschland, sterreich und die Schweiz 01/2014
  • 2. 02 | HaysWorld 01/2014 #KAFFEEPAUSE Das Erfolgsrezept fr virtuelle Teams: Nhe trotz rumlicher Distanz. Zum Beispiel durch den virtuellen Plausch in der Cloud. HAYSWORLD 01/2014 TEAMS 04 Teams sind schlau und egoistisch Interview mit Professor Matthias Sutter 09 Klettergarten statt Konferenzraum? Worauf es bei der Teambildung wirklich ankommt 12#Kaffeepause Damit das Arbeiten in virtuellen Teams gelingt, brauchen die Teammitglieder Nhe trotz rumlicher Distanz 16 Allzweckwaffe oder Mythos? Pro und Kontra Teamarbeit 18 Unter Druck am besten Fr Krisenteams ist die Katastrophe Alltag 21 Mrderisch teamfhig Beim Autoren-Duo Klpfel und Kobr geht das Konzept kreativer Teamarbeit auf 23 And Action: berhmte Film- und Fernsehteams Strken, Schwchen und Verbesserungsvorschlge fr bekannte TV- und Kinoteams 26 Im Gehirn gibt es keinen Chef Interview mit Professor John-Dylan Haynes 30 HaysWorld online und Gewinnspiel 31 News und Termine 12 MRDERISCH TEAMFHIG Die Schpfer der erfolgreichen Kluftinger-Krimis Volker Klpfel und Michael Kobr geben Einblick in ihre Arbeitsweise als Autorenteam. 21 IMPRESSUM Herausgeber: Hays AG Marketing/Corporate Communications, Frank Schabel Willy-Brandt-Platz 13, 68161 Mannheim Auflage: 26.400 Chefredaktion: Alexandra Maier Autoren dieser Ausgabe: Susanne Faschingbauer, Judith-Maria Gillies, Jana Nolte, Frank Schabel, Bernd Seidel Gestaltung: srg werbeagentur ag, Mannheim Fotos: Ecowin, Mathias Ernert, Fotolia, getty images, Horst Hamann Druck: Dinner Druck GmbH, Schlehenweg 6, 77963 Schwanau, Ortsteil Allmannsweier Kontakt: HaysWorld-Redaktion Telefon: +49 621 1788-1490 E-Mail: info@haysworld.de Nachdruck: Fr den Nachdruck von Beitrgen auch auszugsweise ist die schriftliche Genehmigung der Redaktion erforderlich. Dies gilt auch fr die Aufnahme in elektronische Datenbanken und fr die Vervielfltigung auf elektronischen Datentrgern. INHALT
  • 3. EDITORIAL Teamfhigkeit wird auch in Zukunft eine gefragte Kompetenz sein. HaysWorld 01/2014 | 03 LIEBE LESERINNEN UND LESER, Sind die einzelnen Mitglieder bereit, diesen Invest zu leisten, dann funktioniert ein Team auch unter besonderen Umstnden, wie die Artikel ber virtuelle Teams (S. 12), Krisenteams (S. 18) und Kreativteams (S. 21) beschreiben. Keine dieser Arbeitsgruppen bietet Platz fr Kuschel- ecken, dafr eine Menge Teamgeist, der sich von Einsatz- bereitschaft, Verantwortung, gegenseitigem Respekt und Vertrauen in die eigenen Fhigkeiten sowie die der anderen nhrt. Teamarbeit hat eben nichts mit Lagerfeuerromantik zu tun, sondern bedeutet in der Regel eine Komplexittsstufe mehr, wie Gabriele Fischer im Wirtschaftsmagazin brand eins einmal geschrieben hat. So gesehen, wird Teamfhigkeit auch in Zukunft eine gefragte Kompetenz sein. In diesem Sinne wnsche ich Ihnen eine anregende Lektre. Klaus Breitschopf Vorstandsvorsitzender der Hays AG PS: In einem Weltmeisterschaftsjahr kann man sich natrlich nicht mit Teams beschftigen, ohne an Knig Fuball zu denken. Deshalb haben wir Ihnen fr die bevor- stehende WM in Brasilien einen handlichen Spielplan beigelegt, in dem Sie die Ergebnisse aller Mannschaften festhalten knnen. Auf dass das Team mit dem besten Zusammenspiel gewinnen mge! auf welche Position man sich heute auch bewirbt eine Kompetenz ist immer gefordert: Teamfhigkeit. Und das aus gutem Grund. Um dem stetig wachsenden Wettbe- werbsdruck zu begegnen, suchen Unternehmen nach effi zienteren und flexibleren Arbeitsformen. Dabei setzen sie zunehmend auf Projektarbeit in wechselnden Teams. Denn Teams, so die Erwartung, arbeiten produktiver, innovativer und qualitativ hochwertiger. Eine Ansicht, die der Volkswirt Matthias Sutter teilt: Durch die Kooperation mehrerer Personen in einem Team knnen alle zusammen mehr erreichen, besttigt der Professor fr Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universitt Innsbruck im Interview (S. 04). Mehr noch: Teams handeln klger und lernen schneller als Individuen. Das haben seine Forschungen zum konomischen Entscheidungsverhalten von Individuen und Gruppen ergeben. Wirklich? Managementguru Manfred K. Sprenger ist da ganz anderer Meinung. Das Team sei die Unterwerfung der Begabten unter die Mittelmigen, kritisiert der Bestseller- autor immer wieder. hnlich hart urteilt der Teamforscher Dietrich von der Oelsnitz (S. 17): Teamarbeit sei weit davon entfernt, das Allheilmittel fr alle Ttigkeiten zu sein, und fungiere nur allzu oft als Deckmntelchen fr Entscheidungs- schwache, Faulenzer und Minderleister. Haben Teams demnach ausgedient? Keineswegs! Mit der Schnelllebigkeit der globalen Wirtschaftswelt und ihren hochkomplexen Geschftsprozessen kommen gut funk tionierende Arbeitsgruppen allemal besser zurecht als Einzelpersonen. Nur eignet sich diese Arbeitsform eben nicht fr alle Aufgaben. Und: Es gibt sie nicht zum Nulltarif. Im Gegenteil. Sie erfordert eine kluge und eindeutige Rollen- verteilung, klar formulierte Ziele und Regeln und bedeutet einen nicht unerheblichen Kommunikations- und Koordi nationsaufwand.
  • 4. 04 | HaysWorld 01/2014 Foto:EcowinbeiBeneventoPublishing
  • 5. HaysWorld 01/2014 | 05 Herr Professor Sutter: Wieso spielt der Teamgedanke in der Arbeitswelt eine so zentrale Rolle? Schon in der Frhgeschichte der Menschheit war das Erreichen groer Ziele wie etwa das Erlegen eines Mammuts nur durch gemeinschaftliche Anstrengungen mglich. In der konomischen Forschung wurde dafr vor fast 200 Jahren der Begriff der Arbeitsteilung eingefhrt. Er besagt nichts anderes, als dass verschiedene Menschen unterschiedliche Fhigkeiten haben und dass sie sich durch Zusammenarbeit besserstellen knnen. Moderner formuliert: Durch die Kooperation mehrerer Personen in einem Team knnen alle zusammen mehr erreichen. Sie haben zahlreiche Studien zum Entscheidungs verhalten von Teams durchgefhrt. Wie lassen sich Ihre Ergebnisse zusammenfassen? Ganz knapp gesagt handeln Teams klger und lernen schneller als Individuen. Und gleichzeitig gehen Teams egoistischer und rationaler vor. Zur Erluterung der zwei- ten Feststellung mchte ich eines unserer Experimente vorstellen: In einem sogenannten Vertrauensexperiment bekommt Partei A immer 100 Euro und kann davon einen Betrag zwischen 0 und 100 Euro an die Partei B abgeben. Die Partei B erhlt dann jeweils das Dreifache dieses Betrages. Was kann die Partei B nun tun? Sie kann vom verdreifachten Betrag eine beliebige Summe an die Partei A zurckgeben, ist jedoch nicht dazu verpflichtet. Wenn man dieses Spiel nchtern unter der Annahme betrachtet, dass jede Partei mglichst viel Geld gewinnen will, dann fhrt das zu folgender Prognose: Die Partei B wird kein Geld zurckschicken und die Partei A wird das korrekt antizipieren und darum berhaupt kein Geld an Partei B abgeben. Unsere Ergebnisse zeigen nun, dass Teams in der Rolle der Partei A weniger Geld an Partei B senden und als Partei B weniger Geld an Partei A zurcksenden als Indi viduen. Ein Beleg dafr, dass Teams eigenntziger handeln als der Einzelne. Spieltheoretisch betrachtet, also unter der Annahme von Gewinnmaximierung, sind Teams deshalb als rationaler einzustufen. Hat Sie dieses Ergebnis berrascht? Nein. berrascht hat mich, dass Teams in einer anderen Situation effizienter handeln und schneller lernen als Indi- viduen. In Experimenten, in denen es darum ging, dass sich Entscheidungstrger auf eine bestimmte Handlung koordinieren, konnten wir feststellen, dass sich Gruppen deutlich besser und effizienter koordinieren, als Individuen das tun und dass sie auch sehr viel schneller lernen, dies zu tun. In solchen Situationen schafft es also einen Effizienzvorteil, wenn Gruppen anstelle von Individuen die Entscheidungs- trger sind. Teams antizipieren offensichtlich besser die Entscheidungen anderer Teams, als es ein Individuum tut. Das knnte fr Unternehmen bedeuten, dass eine Organi- sation in Teams effizientere Arbeitsablufe mit sich bringt. Das Interview fhrte Jana Nolte Interview mit Professor Matthias Sutter Entscheiden Gruppen konomischer als Individuen? Mit dieser und anderen Fragen beschftigt sich Matthias Sutter, Professor fr Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universitt Innsbruck und fr Angewandte konomie am European University Institute in Florenz. Seine Ergebnisse berraschen und sind ein klares Statement fr Teamarbeit. TEAMS SIND SCHLAU UND EGOISTISCH Durch die Kooperation mehrerer Personen in einem Team knnen alle zusammen mehr erreichen.
  • 6. 06 | HaysWorld 01/2014 Was macht ein gutes Team aus? Wichtig sind meiner Meinung nach eine gute und regel- mige Kommunikation zwischen den Mitgliedern und gemeinsame, klar formulierte Ziele, die auch nur gemein- sam erreicht werden knnen. Welche Faktoren beeinflussen Teamarbeit positiv oder negativ? Hufig entstehen Probleme in Teams durch eine Trittbrett- fahrermentalitt, also wenn sich einzelne Mitglieder zurck- ziehen und andere vorangehen lassen. Verhindern lsst sich dies durch die Formulierung von Zielen, die den Einsatz wirklich jedes Einzelnen erfordern. Dafr ist es wichtig, dass derjenige, der das Team zusammenstellt, die Aufgaben im Team klar zuordnet und darauf achtet, dass sich die Fhigkei
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