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Date post: 11-Aug-2019
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Author: vuongcong
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126 201 6/17 Umweltbewusstsein in Deutschland Wird ein Umweltskandal aufgedeckt, steigt der Pegel der öffentlichen Erregung zuverlässig an. Wie aber ist es um die längerfristige Wahrnehmung der Umweltqualität bestellt? Gibt es Umweltprobleme, die den Menschen dauerhaft Sorgen bereiten? Welchen Stellenwert hat die Umwelt im Vergleich zu anderen Poli- tikbereichen? Wie verändern sich die Stimmungen und Einstellungen zu den wichtigen Bereichen des Umweltschutzes? Antworten darauf geben Meinungsumfragen, wie sie vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt seit 1996 alle zwei Jahre in Auftrag gegeben wurden. Die im Sommer 2016 durchgeführte repräsentative Umfrage zeigt, dass Umweltgefährdung und Umwelt- schutz auch durch drängende aktuelle Probleme wie die Flüchtlingszuwanderung und die Bedrohung durch den Terrorismus nicht aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt wurden. Ein Fünftel der Be- fragten nannte den Umwelt- und Klimaschutz als eines der beiden dringendsten Probleme, denen sich die Bundesrepublik gegenübersieht. Die Hälfte bis zwei Drittel der Bürger sehen im Umwelt- und Klima- schutz sogar eine Vorbedingung für die Bewältigung anderer politischer Herausforderungen, zum Beispiel Arbeitsplätze zu schaffen, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand zu sichern oder die Globalisierung zu be- wältigen. Andere sind zwar der Meinung, dass von Fall zu Fall Kompromisse zwischen Umweltpolitik und anderen Politikbereichen eingegangen werden müssen. Aber nur eine Minderheit weist dem Umweltschutz eine nachgeordnete Rolle zu. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, werden die globalen Umweltrisiken von den Bürgern besonders ernst genommen. Fast alle Befragten sehen die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll als „sehr bedrohlich“ (74 %) oder doch als „eher bedrohlich“ (23 %) für den Zustand der Umwelt an. Fast ebenso stark ausgeprägt ist die Sorge um die Abholzung der Wälder. Und je etwa die Hälfte der Befragten empfin- det das Artensterben, den Klimawandel, die Schadstoffbelastung von Böden, Gewässern und Luft sowie Schadstoffe in Lebensmitteln als „sehr bedrohliche“ Erscheinungen. Auch das Wachstum der Weltbevölke- rung, die Entstehung von Megastädten und die Verknappung von Rohstoffen geben den Bürgern Anlass zur Sorge. Zwar werden Probleme außerhalb der unmittelbaren Lebensumwelt erfahrungsgemäß meist in dunkleren Farben gesehen, doch sprechen die Antworten zugleich dafür, dass die Bürger ein Bewusstsein für die weltumspannende Dimension der Umweltthematik entwickelt haben und sie als Aufgabe betrach- ten, die über die Grenzen des eigenen Landes hinausgeht.
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  • 126 2016/17

    Umweltbewusstsein in DeutschlandWird ein Umweltskandal aufgedeckt, steigt der Pegel der öffentlichen Erregung zuverlässig an. Wie aberist es um die längerfristige Wahrnehmung der Umweltqualität bestellt? Gibt es Umweltprobleme, die denMenschen dauerhaft Sorgen bereiten? Welchen Stellenwert hat die Umwelt im Vergleich zu anderen Poli-tikbereichen? Wie verändern sich die Stimmungen und Einstellungen zu den wichtigen Bereichen desUmweltschutzes? Antworten darauf geben Meinungsumfragen, wie sie vom Bundesumweltministeriumund vom Umweltbundesamt seit 1996 alle zwei Jahre in Auftrag gegeben wurden.Die im Sommer 2016 durchgeführte repräsentative Umfrage zeigt, dass Umweltgefährdung und Umwelt-schutz auch durch drängende aktuelle Probleme wie die Flüchtlingszuwanderung und die Bedrohungdurch den Terrorismus nicht aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt wurden. Ein Fünftel der Be-fragten nannte den Umwelt- und Klimaschutz als eines der beiden dringendsten Probleme, denen sichdie Bundesrepublik gegenübersieht. Die Hälfte bis zwei Drittel der Bürger sehen im Umwelt- und Klima-schutz sogar eine Vorbedingung für die Bewältigung anderer politischer Herausforderungen, zum BeispielArbeitsplätze zu schaffen, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand zu sichern oder die Globalisierung zu be-wältigen. Andere sind zwar der Meinung, dass von Fall zu Fall Kompromisse zwischen Umweltpolitik undanderen Politikbereichen eingegangen werdenmüssen. Aber nur eineMinderheit weist demUmweltschutzeine nachgeordnete Rolle zu.Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, werden die globalen Umweltrisiken von den Bürgern besondersernst genommen. Fast alle Befragten sehen die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll als „sehrbedrohlich“ (74%) oder doch als „eher bedrohlich“ (23%) für den Zustand der Umwelt an. Fast ebensostark ausgeprägt ist die Sorge um die Abholzung der Wälder. Und je etwa die Hälfte der Befragten empfin-det das Artensterben, den Klimawandel, die Schadstoffbelastung von Böden, Gewässern und Luft sowieSchadstoffe in Lebensmitteln als „sehr bedrohliche“ Erscheinungen. Auch dasWachstum derWeltbevölke-rung, die Entstehung von Megastädten und die Verknappung von Rohstoffen geben den Bürgern Anlasszur Sorge. Zwar werden Probleme außerhalb der unmittelbaren Lebensumwelt erfahrungsgemäß meist indunkleren Farben gesehen, doch sprechen die Antworten zugleich dafür, dass die Bürger ein Bewusstseinfür die weltumspannende Dimension der Umweltthematik entwickelt haben und sie als Aufgabe betrach-ten, die über die Grenzen des eigenen Landes hinausgeht.


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