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Fachinformation des BfN zur „Naturschutz-Offensive · PDF fileFachinformation des BfN...

Date post:28-Jul-2018
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  • Fachinformation des BfN zur Naturschutz-Offensive 2020

    des Bundesumweltministeriums Status, Trends und Grnde

    zu den prioritr eingestuften Zielen der NBS

    Beitrge von: Thomas Arndt, Sandra Balzer, Achim Benzler, Franz Bhmer,

    Marita Bttcher, Jrg Bruker, Katharina Dietrich, Rainer Drschmeister, Thomas Ehlert, Gtz Ellwanger, Barbara Engels, Peter Finck, Ralf Forst, Markus Geupel, Annette Hagius, Claudia Hildebrandt, Anke Hltermann,

    Beate Job-Hoben, Carolin Kie, Manfred Klein, Jochen Krause, Rudolf May, Florian Mayer, Steffen Matezki, Detlev Metzing,

    Andreas Mues, Bernd Neukirchen, Gabriele Niclas, Jakob Pllath, Christian Pusch, Michael Ptsch, Ulrike Raths,

    Uwe Riecken, Karin Robinet, Volker Scherfose, Heiko Schumacher, Burkhard Schweppe-Kraft, Ulrike Seyfert,

    Ursula Stratmann, Christoph Strau, Ulrich Sukopp, Karin Ullrich, Wiebke Zghart, Henning von Nordheim,

  • Titelbild: Buntspecht (Dendrocopos major) vor der Ftterung seiner Jungen (A. Au/UN-Dekade)

    Adressen der Autorinnen und Autoren der Beitrge: Thomas Arndt, Dr. Sandra Balzer, Achim Benzler, Marita Bttcher, Katharina Dietrich, Rainer Drschmeister, Dr. Thomas Ehlert, Gtz Ellwanger, Barbara Engels, Dr. Peter Finck, Ralf Forst, Annette Hagius, Claudia Hildebrandt, Dr. Anke Hltermann, Beate Job-Hoben, Dr. Carolin Kiess, Dr. Manfred Klein, Dr. Jochen Krause, Rudolf May, Florian Mayer, Dr. Detlev Metzing, Andreas Mues, Bernd Neukirchen, Gabriele Niclas, Jakob Pllath, Dr. Christian Pusch, Ulrike Raths, Dr. Uwe Riecken, Karin Robinet, Dr. Volker Scherfose, Dr. Heiko Schumacher, Dr. Burkhard-Schweppe-Kraft, Ulrike Seyfert, Ursula Stratmann, Dr. Christoph Strau, Dr. Ulrich Sukopp, Dr. Karin Ullrich, Dr. Wiebke Zghart, Prof. Dr. Henning von Nordheim Bundesamt fr Naturschutz

    Markus Geupel, Steffen Matezki Umweltbundesamt

    Redaktion im BfN: Barbara Engels Fachgebiet I 2.2 Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Tourismus und Sport

    Diese Verffentlichung wird aufgenommen in die Literaturdatenbank DNL-online (www.dnl-online.de).

    BfN-Skripten sind nicht im Buchhandel erhltlich. Eine pdf-Version dieser Ausgabe kann unter http://www.bfn.de heruntergeladen werden.

    Institutioneller Herausgeber: Bundesamt fr Naturschutz Konstantinstr. 110 53179 Bonn URL: www.bfn.de

    Der institutionelle Herausgeber bernimmt keine Gewhr fr die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollstn-digkeit der Angaben sowie fr die Beachtung privater Rechte Dritter. Die in den Beitrgen geuerten An-sichten und Meinungen mssen nicht mit denen des institutionellen Herausgebers bereinstimmen.

    Das Werk einschlielich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschtzt. Jede Verwertung auerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des institutionellen Herausgebers unzu-lssig und strafbar.

    Nachdruck, auch in Auszgen, nur mit Genehmigung des BfN.

    Druck: Druckerei des Bundesministeriums fr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

    Gedruckt auf 100% Altpapier

    ISBN 978-3-89624-153-5

    Bonn - Bad Godesberg 2015

  • Inhaltsverzeichnis 1 cker und Wiesen ....................................................................................................... 7

    2 Meere.......................................................................................................................... 17

    3 Auen ........................................................................................................................... 21

    4 Wald ........................................................................................................................... 23

    5 Wildnis ....................................................................................................................... 27

    6 Schutzgebiete, Natura 2000 und Biotopverbund .................................................... 29

    7 Stadtgrn und Gesellschaft ...................................................................................... 37

    8 Internationale Verantwortung ................................................................................... 41

    9 Kennen und Wissen .................................................................................................. 47

    10 Finanzierung .............................................................................................................. 51

    3

  • 4

  • Vorbemerkung

    Im Oktober 2015 verffentlichte das Bundesministerium fr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Naturschutz-Offensive 2020 - Fr biologische Vielfalt!. Die-ses Handlungsprogramm macht deutlich, in welchen Handlungsfeldern die grten Defizite bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) bestehen und wie diese bis zum Jahr 2020 abgebaut werden knnen. Insgesamt enthlt das BMUB-Handlungsprogramm Naturschutz-Offensive 2020 in zehn prioritren Handlungsfeldern 40 vordringliche Manahmen.

    Um zu den Handlungsfeldern des vorliegenden BMUB-Handlungsprogramms zu gelangen, wurden die rund 330 Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt in einem nach-vollziehbaren und transparenten Verfahren priorisiert.

    Die vorliegende Fachinformation des Bundesamtes fr Naturschutz enthlt ergnzende Sachinformationen zu den zehn Handlungsfeldern des Handlungsprogramms. Es wird je-weils der aktuelle Stand der Forschung zur Erreichung der priorisierten NBS-Ziele und zu den zeitlichen Trends dargelegt. Zustzlich zu diesen Daten und Trends werden die Ursa-chen fr die Nichterreichung der priorisierten NBS-Ziele erlutert und durch Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Damit sollen die den Manahmen des Hand-lungsprogramms zugrunde liegenden Begrndungen und Analysen dargestellt und erlutert und so die Diskussion zur verstrkten Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt fachlich untersttzt werden.

    5

  • 6

  • 1 cker und Wiesen

    1.1 Wo stehen wir? Informationen zu Status und Trend der im BMUB-Handlungsprogramm Naturschutz-Offensive 2020 (2015) als prioritr eingestuften Ziele der NBS

    Landwirtschaft 1.1.1

    Der Rat von Sachverstndigen fr Umweltfragen hat bereits 1985 in seinem Sondergutach-ten Umweltprobleme der Landwirtschaft (SRU 1985) erstmals systematisch herausgearbeitet, dass und warum die Landwirtschaft die Hauptverursacherin des Verlustes an biologischer Vielfalt in Deutschland ist. 30 Jahre spter muss ungeachtet der mittlerwei-le fundamental vernderten agrarpolitischen Rahmenbedingungen sowie aller bislang unternommenen Reformversuche der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zum Trotz festge-stellt werden, dass sich die Situation des Schutzgutes Biodiversitt [] seit 1985 weiter verschlechtert hat (Heienhuber et al. 2015: 2).

    Auch die im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) verankerten Indikatoren sind hier eindeutig: Um den Zustand von Natur und Landschaft unter dem Ein-fluss vielfltiger Nutzungen auf der gesamten Flche Deutschlands in zusammenfassender Form zu bewerten, wurde ein Indikator entwickelt, der die Vernderungen der Bestnde aus-gewhlter Vogelarten darstellt, die die wichtigsten Landschafts- und Lebensraumtypen in Deutschland reprsentieren. Die Gre der Bestnde (nach Anzahl der Reviere bzw. Brut-paare) spiegelt die Eignung der Landschaft als Lebensraum fr die ausgewhlten Vogelarten wider. Da neben Vgeln auch andere Arten an eine reichhaltig gegliederte Landschaft mit intakten, nachhaltig genutzten Lebensrumen gebunden sind, bildet der Indikator Artenviel-falt und Landschaftsqualitt indirekt auch die Entwicklung zahlreicher weiterer Arten in der Landschaft und die Nachhaltigkeit der Landnutzung ab (BMUB 2015). Der statistisch signifi-kante Rckgang des Wertes bei diesem Schlsselindikator in den letzten zehn Beobachtungsjahren (2001 2011) beruht dabei praktisch ausschlielich auf der besorgnis-erregenden Entwicklung des Teilindikators fr das Agrarland. Whrend der Gesamtindikator 2011 mit 63 % des fr das Jahr 2015 angestrebten Zielwertes seinen bislang tiefsten Wert erreicht hat, lag der Teilindikator fr das Agrarland gerade einmal bei 56 %.

    Seit 2009 werden zustzlich Werte fr den sogenannten High Nature Value-Farmland (HNV)-Indikator erhoben. Er misst den Anteil von Landwirtschaftsflchen mit hohem Natur-wert an der gesamten Agrarlandschaftsflche. Dazu gehren Nutzflchen, wie beispielsweise extensiv bewirtschaftete cker, artenreiches Magergrnland, Brachen und Landschaftselemente wie Hecken und Sume. Der Gesamtwert des Indikators sank allein zwischen 2009 und 2013 von einem Wert von 13,1 % auf 11,8 %, was einem relativen Fl-chenverlust dieser fr die Biodiversitt ungemein wichtigen Bestandteile der Agrarlandschaft von knapp 10 % entspricht. Der quantitativ bedeutendste Rckgang ging hierbei mit 7,4 % zu Lasten des artenreichen Grnlands, das umgekehrt mit ber 40 % die wichtigste Einzelkom-ponente des HNV-Indikators bildet. Deutliche Abnahmen sind aber auch bei den insgesamt seltener anzutreffenden HNV-ckern und -Brachen zu verzeichnen. Dass die Verschlechte-rung insgesamt gesehen fast ausschlielich die Nutzflchen betrifft, whrend der Anteil strukturierender Landschaftselemente im Betrachtungszeitraum weitgehend stabil geblieben ist, stellt ein deutliches Indiz fr die anhaltende Tendenz zur Intensivierung auf den Nutzfl-chen dar. Der strkste Rckgang wurde bei den Flchen der niedrigsten Qualittsstufe (mig hoher Naturwert) festgestellt, also bei Flchen, die gerade noch nicht in der bli-

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  • chen Intensitt bewirtschaftet werden, aber auch noch keiner Schutzkategorie zuzuordnen sind. Es verschwinden also v. a. bergangsflchen in groem Mastab. Das bedeutet eine weitere Verinselung der wenigen wertvollen Bestandteile der Agrarlandschaft und

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