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Facharbeit (12.2/ 2008) Goethe-Schule Essen Bredeney ... · PDF file Facharbeit (12.2/ 2008)...

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  • Facharbeit (12.2/ 2008) Goethe-Schule Essen Bredeney Grundkurs Kunst- Herr Koppenborg Abiturjahrgang 2009

    Nora Goepel

    Rembrandt Harmeszoon van Rijn- Was beeinflusste ihn und wie setzte er religiöse

    Thematiken um?

    Datum der Fertigstellung 02. März 2008

  • Inhatsverzeichnis

    Abschnitt Thema Seite

    1

    Entwicklung der Fragestellung 3

    1.1 Was für eine Bedeutung haben die Werke Rembrandt Harmeszoon van Rijns heute?

    3

    2 Welchen Einflüssen war Rembrandt während seiner Schaffensphasen ausgesetzt?

    4

    2.1 Die niederländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts- Das Goldene Zeitalter

    4

    2.2 Die familiären Verhältnisse 6

    2.2.1 Die Familie Harmen Gerritszoon ( später „van Rijn“) - Prägung in den frühen Jahren

    6

    2.2.2 Der Aufenthalt bei Lehrmeistern - Familien auf Zeit in der Ausbildung

    8

    2.2.3 Die Familie Rembrandt Harmeszoon van Rijn 9

    2.3 Religion in den Niederlanden zu Lebzeiten Rembrandts (ca.1600-1670)

    11

    3 Religiöse Themen in den Werken Rembrandt Harmeszoon van Rijns- Wie sieht Rembrandts Auseinandersetzung mit dem Thema Religion aus?

    12

    3.1

    Die Illustration von Bibelszenen

    13

    3.1.1 Die Blendung Simsons (1636) 14

    3.1.2 Die Opferung Isaacs (1636) 15

    3.2 Portraits von Familienangehörigen in religiöser Maskerade 16

    3.2.1 Bildnis der Mutter als Prophetin Hannah (1631) 17

    3.2.2 Titus als heiliger Franziskus (1660) 17

    3.2.3 Der verlorene Sohn verprasst sein Erbe im Bordell (Selbstportrait mit Saskia) (1635/36)

    18

    4 Fazit: Wieso üben Rembrandts Bilder eine so große Anziehungskraft und Faszination auf uns aus, dass jährlich Millionen von Menschen vor den Museen Schlange stehen, um sie zu besichtigen?

    19

  • 1. Entwicklung der Fragestellung

    1.1 Welche Bedeutung haben die Werke Rembrandt Harmeszoon van Rijns heute?

    Rembrandt. Allein die Tatsache, dass die Allgemeinheit den flämischen Maler Rembrandt

    Harmeszoon van Rijn (1606-1669) allein unter seinem Vornamen kennt, deutet darauf hin,

    dass ihm ein besonderer Status zuerkannt wird. Seine Bilder sind weltbekannt, das

    „Gruppenportrait der Kompanie des Frans Banning Cocq von der

    Büchsenschützengilde“(1642), das gemeinhin als „Die Nachtwache“ bekannt ist, kann sich

    in seiner Berühmtheit mit der „Monalisa“ von Leonardo da Vinci oder der „Erschaffung

    Adams“ (Sixtinische Kapelle) von Michelangelo messen. Viele von van Rijns Werken

    hängen in den berühmtesten Museen, darunter das Metropolitan Museum of Art (New

    York), die National Gallery in London, das Rijksmuseum in Amsterdam, das Louvre in

    Paris und die Staatlichen Museen zu Berlin.

    Auch welche Stellung der Künstler Rembrandt im 21. Jahrhundert auf dem internationalen

    Kunstmarkt einnimmt, lässt sich mit einem Blick auf die Preise, zu denen seine Werke

    gegenwärtig gehandelt werden, leicht klären: Am 25.01.2007 wurde das Gemälde „Sankt

    Jakobus der Ältere“ (1661) für 28,5 Mio. US Dollar im Auktionshaus „Sotheby“ in New

    York verkauft. Und das stellt noch nicht einmal die höchste Summe, die jemals für ein

    Werk des flämischen Malers ausgegeben wurde, dar, denn diese liegt bei 28,7 Mio. Dollar

    und wurde 2000 für das „Portrait einer Dame im Alter von 62 Jahren“ gezahlt.1

    Auch in weniger gut betuchten Kreisen findet der Vertreter des „Goldenen Zeitalters der

    Niederlande“ großen Anklang, was sich an den Besuchermassen, die am Wochenende vor

    den Toren der Rijksmuseums in Amsterdam auf Einlass warten, und von denen pro Jahr

    1Krauß, J.: Kein Rekord für Rembrandt - Trotz hoher Erwartungen hat ein Rembrandt-Gemälde bei einer Auktion in New York nicht die Höchstmarke für ein Werk des Meisters geknackt[u.U.] Online Focus, 26.01.2007 / dpa >>http://www.focus.de/kultur/kunst/auktion_aid_123438.html

  • über Eine Millionen durch das berühmteste Museum Amsterdams geschleust werden,

    zeigt.2 Wer aber nach den langen Wartezeiten und überfüllten Gängen des Museums noch

    nicht genug von der Kultur hat, findet in den Souvenirshops zahlreiche Bücher, Tassen,

    Postkarten und Reproduktionen, vor denen man zu Hause genauso fasziniert stehen bleiben

    kann, wie man, völlig gebannt bis die Massen einen weiter trugen, die Originale bestaunte.

    Was aber macht Rembrandt zu dieser „Ikone“, zu einem der berühmtesten Maler

    Westeuropas? Wie kommt es, dass er, dessen Werk größtenteils von Historienmalereien,

    Portraits und Selbstportraits gebildet wird, sowohl von Kritikern als auch von Laien so

    hoch geschätzt wird? Wieso sind auch die Darstellungen von Bibelszenen immer noch

    beliebt, während die Kirche allgemein an Bedeutung verliert? Wer war der Mensch

    Rembrandt Harmeszoon van Rijn und was bewegte ihn dazu, die uns heute vorliegenden

    Bilder, in ihrer Thematik, Ausführung und vielleicht auch in gerade dieser Reihenfolge, zu

    verwirklichen?

    In dieser Arbeit möchte ich versuchen, diese Fragen nach bestem Vermögen zu

    beantworten; besonderes Augenmerk werde ich dabei auf die bereits erwähnten Genres der

    Portrait- und Historienmalereien, vor Allem aber auf die religiös inspirierten und vielleicht

    weniger bekannten Arbeiten van Rijns, sowie auf die äußeren Einflüsse seines Lebens und

    deren Wirkung auf sein Schaffen legen.

    2. Wer war der Mensch Rembrandt Harmeszoon van Rijn und was bewegte ihn dazu,

    die uns heute vorliegenden Bilder in ihrer Thematik, Ausführung -und vielleicht auch

    in gerade dieser Reihenfolge- zu verwirklichen?

    2.1 Die niederländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts- Das Goldene Zeitalter

    Die Niederlande,

    [s]ie bestanden nunmehr aus siebenzehn Landschaften: den vier

    Herzogtümern Brabant, Limburg, Luxemburg, Geldern, den sieben

    Grafschaften Artois, Hennegau, Flandern, Namur, Zütphen,

    Holland und Seeland, der Markgrafschaft Antwerpen und den fünf

    Herrlichkeiten Friesland, Mecheln, Utrecht, Oberyssel und

    2 Amerstedam.info - Museen in Amsterdam- Das Reichsmuseum Amsterdam Hrsg. Pastirik, O. © 2003-2007 Amsterdam Stadtführer >>http://www.amsterdam.info/de/museen/

  • Gröningen, welche verbunden einen großen und mächtigen Staat

    ausmachten, der mit Königreichen wetteifern konnte[,]3

    stellten im 17. Jahrhundert nicht nur eine Konkurrenz für England, Spanien, Italien und die

    anderen europäischen Mächte dar, für dieses eine Jahrhundert, das aus ebendiesem Grund

    das „Goldene Zeitalter der Niederlande“ genannt wird, waren sie die oberste

    Handelsmacht. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass die Niederlande, wie sie

    Schiller beschreibt (s. Zitat, S. 4) seit Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Hegemonie des

    spanischen Königs Phillip II. standen, der sie gnadenlos ausbeutete und die Anhänger des

    Protestantismus, der sich in Mitteleuropa schnell ausgebreitet hatte, verfolgen ließ.

    1609 errangen sieben der 17 Provinzen in der Ewigen Union von Utrecht ihre

    Unabhängigkeit, befanden sich aber noch bis 1648 im Krieg gegen Spanien, bis dieses die

    calvinistisch orientierte Republik im Westfälischen Frieden anerkannte. Aber auch

    während der Kriegsjahre blühten die Vereinigten Niederlande wirtschaftlich auf, da durch

    das geschickte Taktieren Prinz Frederik Hendriks „nur noch in den Grenzgebieten und auf

    dem Meer gekämpft wurde“.4

    Die junge Republik, zu diesem Zeitpunkt abgesehen von der konstitutionellen Monarchie

    Englands die einzige parlamentarische Staatsform der Welt, wurde von der Bürgerschicht

    dominiert, die sowohl durch kontinentalen, als auch durch Seehandel reich geworden war.

    Sie vertrat Glaubensfreiheit, was zu einer enormen Zuwanderung religiöser Minderheiten,

    beispielsweise der Hugenotten aus Frankreich, aber auch vieler Freidenker wie Descartes

    führte. Zwar herrschte der Kalvinismus in seinen Variationen, die vom Heidelberger

    Katechismus5 ausgingen, weitgehend vor, wurde aber nie zur offiziellen Staatsreligion.

    Auch in den Wissenschaften stellten die Niederlande mit der 1575 von Wilhelm von

    Oranien gegründeten Universität zu Leiden, die auch Rembrandt kurzzeitig besuchte (s.

    2.2.1/ Seite 6), und die von der in der jungen Republik umgesetzten Meinungs- und

    Forschungsfreiheit profitierte, eine führende Kraft dar.

    Das Wesen des niederländischen Bürgers beschreibt Friedrich Schiller in „Die Geschichte

    des Abfalls der vereinigten Niederlande“ (1879) mit den Worten

    3Schiller, F.: Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande. Phillip der Zweite, Beherrscher der Niederlande. J.G. Cotta’sche Buchhandlung. Stuttgart 1879. Gef. in: Spiegel Online. Projekt Gutenberg © 1994- 2007 abc.de Internet Dienste>>http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&xid=2429&kapitel=6&cHash= de7592e7b6niede13#gb_found

  • Gleichmuth, Mäßigkeit und ausdauernde Geduld, Geschenke d

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