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Energieprognose 2012 – 2012 – 2040 Deutschland Schwerpunkt: Erdgas: Brcken- oder Basisenergie?...

Date post:06-Mar-2018
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  • Energieprognose 2012 2040 Deutschland

    Schwerpunkt:

    Erdgas: Brcken- oder Basisenergie?

    VerkehrWrme Strom

  • 2

    Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende stellt Deutschland vor groe Herausforderungen. Der neue Energiemix soll im Wesentlichen auf einer Abkehr von der Kernenergie hin zu erneuerbaren Energien basieren. Deren Ausbau ist jedoch nicht un- eingeschrnkt mglich. Um die geforderten Klimaschutzziele dennoch zu erreichen, kann das Potenzial eines anderen Energietrgers genutzt werden: Erdgas. Schon heute be-weist der sauberste der fossilen Energielie-feranten seine Flexibilitt in verschiedenen Einsatzgebieten, die mehr umfassen als nur die Wrmeerzeugung.

    Im September 2010 verffentlichte die Bun-desregierung ihr Konzept fr eine sichere, umweltschonende und wirtschaftliche Ener- gieversorgung Deutschlands. Ausgelst durch den havarierten Kernreaktor in Fuku- shima wurde im Juni 2011 der vorzeitige Ausstieg aus der Kernenergie beschlos-sen. War zunchst eine Verlngerung der durchschnittlichen Laufzeiten um 12 Jahre geplant, gehen nun alle deutschen Kernkraft-werke innerhalb der nchsten zehn Jahre sukzessive vom Netz. Die 2010 formulier-ten, ambitionierten Klimaschutzziele haben weiterhin Bestand, mssen jetzt aber schon ab 2022 ohne die emissionsfrei betriebenen Kernkraftwerke erreicht werden. Wie soll das gehen?

    In ihren Szenarien zur Erreichung der Ziele setzt die Bundesregierung auf Energieeffi-zienz und erneuerbare Energien. Auch wir halten beides fr auerordentlich wichtig. In unserer ergebnisoffenen Prognose, deren Zeitraum wir erstmals bis ins Jahr 2040 er- weitert haben, orientieren wir uns jedoch an zu erwartenden Rahmenbedingungen. Deswegen gehen wir zum Beispiel nicht davon aus, dass die Erneuerbaren innerhalb der nchsten 28 Jahre im ntigen Umfang wirtschaftlich genutzt werden knnen. Ihrem Wachstum sind zum Teil auch natrliche Grenzen gesetzt.

    Um den bislang grten Wandel in der deut- schen Energieversorgung zu realisieren, wer- den deshalb alle Energietrger gebraucht. Ihr Mix wird sich ndern, ihre Nutzung muss sich flexibler, umweltfreundlicher und effizienter gestalten. Bei der Stromproduktion knnte dazu die CCS-Technologie beitragen. Wir ge-hen allerdings nicht davon aus, dass die Ab- scheidung und Speicherung von CO2 aus Verbrennungsabgasen bis 2040 auf breiter Basis in Deutschland zum Einsatz kommt. Gefordert sind daher andere intelligente Tech- nologien zum Beispiel fr die dezentrale Erzeugung von Strom und Wrme oder die hybride Nutzung verschiedener Energiequel-len. Im zuknftigen Energiesystem kommt Erdgas eine besondere Rolle zu. Ob es das Potenzial hat, sich auch langfristig als zuver-lssige Basisenergie zu etablieren, werden wir im Schwerpunktthema dieser Prognose genauer beleuchten.

    PrmissenDen Ausfhrungen unserer Energieprognose liegen folgende Annahmen zur volkswirtschaft- lichen Entwicklung zugrunde:

    Nach den wirtschaftlich starken Jahren 2010 und 2011 geht die durchschnittliche Steige-rungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2012 wieder zurck und weist am Ende des Prognosezeitraums nur noch ein Wachstum

    von rund 1 Prozent pro Jahr auf. Ein Grund dafr ist die Bevlkerungsentwicklung. Bis 2040 nimmt die Einwohnerzahl Deutschlands von ca. 82 Millionen im Jahr 2010 auf rund 77 Millionen Menschen ab. Die Lebenser-wartung steigt, der Anteil der Bevlkerung im arbeitsfhigen Alter geht jedoch zurck.

    PrimrenergieverbrauchDer Primrenergieverbrauch (PEV) sinkt von ca. 463 Millionen Tonnen SKE im Jahr 2011 auf rund 356 Millionen am Ende des Prognosezeitraums. Insgesamt geht er damit um fast ein Viertel zurck. Ein Grund dafr ist neben dem bewussteren Umgang mit Energie auch der Einsatz immer effiziente-rer Technologien. Zudem wirkt sich die mit dem Bevlkerungsrckgang einhergehende langsamer wachsende Wirtschaftsleistung mindernd auf den Verbrauch aus.

    Mit einem Anteil von zusammen fast 60 Prozent bleiben Minerall und Erdgas auch 2040 die wichtigsten Energietrger. Erdgas ist flexibel einsetzbar und hat einen niedrigen CO2-Gehalt. Ab 2030 lst es Minerall als Energietrger Nr. 1 ab. Die Kernenergie spielt bereits 2020 kaum noch eine Rolle, ab 2023 ist sie aus dem Energiemix verschwunden. Die Bedeu-tung der Kohle, 2011 noch zweitgrter Ener-gietrger, geht zurck. Warum? Der fossile Energietrger emittiert bei der Verbrennung am meisten CO2, das aufgrund der noch fehlenden CCS-Nutzung in die Atmosphre gelangt. 2040 trgt Kohle deswegen mit

    Energieprognose 2012 2040

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    Bruttoinlandsprodukt Mrd. Eur

    Primrenergieverbrauch (Pev)

    als Primrenergie bezeichnet man die in natrlichen energietrgern (z. b. minerall) vorhandene energie, die noch nicht umgewandelt oder aufbereitet wurde (z. b. in benzin oder Diesel). Der Pev wird in Steinkohleeinheiten (SKe) angege-ben. 1 kg SKe entspricht der ener-giemenge, die beim verbrennen von 1 kg Steinkohle frei wird.

    Bevlkerung

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    Mio.

    ber 18 Jahre unter 18 Jahre

    vs. Vorjahr %

  • Minerall Erdgas Kohle Kernenergie Erneuerbare Energien Sonstige Energietrger Stromauenhandelssaldo

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    Mio. t SKE

    PEV gesamt

    t CO2 /KopfEnergieeffizienz CO2-Emission/Kopf in Deutschland

    3

    45 Millionen Tonnen SKE nur noch 13 Pro-zent zum Mix bei.

    Die erneuerbaren Energien verzeichnen das grte Wachstum: Bis 2040 werden sie ge-genber 2011 um ca. 80 Prozent zunehmen. Ihr Anteil am gesamten PEV erhht sich auf rund 25 Prozent und zieht damit fast mit Minerall gleich.

    Biomasse und Biogas werden auch 2040 zusammen noch etwas mehr als zwei Drittel der erneuerbaren Energien ausmachen. Im Gegensatz zu Wind und Sonne stehen beide unabhngig vom Wetter zur Verfgung. Die Frage der Nachhaltigkeit spielt besonders bei der Biogasproduktion eine Rolle. Deshalb fllt der Anstieg bei Biogas moderater aus als bei der anderen Biomasse.

    Der Ausbau der Windenergie schreitet deutlich voran, ihr Beitrag verdreifacht sich nahezu. Die Anteile von Photovoltaik und Solarthermie werden sich mehr als verdop-peln, tragen aber bis Ende des Prognosezeit-raums insgesamt nur 8 Prozent zum Mix der Erneuerbaren bei. Wasserkraft, Geothermie, Wrmepumpen und sonstige erneuerbare Energien spielen bis 2040 nur eine unterge-ordnete Rolle.

    Energieeffizienz In Deutschland wird Energie schon heute sehr effizient genutzt. Die Energiesparpoten-ziale sind jedoch lngst noch nicht ausge-schpft. Der CO2-Aussto, umgelegt auf die Bevlkerungszahl, zeigt das deutlich: Er reduziert sich von 1990 bis 2040 um nahezu 60 Prozent. Wachsendes Energiebewusst-sein, eine gezielte Klimapolitik sowie immer energieeffizientere technologische Entwick-lungen bewirken diesen Erfolg. Beispiele, wie man die Energieeffizienz frdern kann, sind Emissionsvorgaben fr Industrieanlagen und Autos ebenso wie das Formulieren von Effizienzzielen fr Gebude, Haushaltsgerte oder Unterhaltungselektronik.

    energieeffizienz

    ziel der energieeffizienz ist es, einen angestrebten nutzen (eine energie-dienstleistung) mit mglichst wenig energieeinsatz zu erreichen. Die energieeffizienz ist umso hher, je geringer die energieverluste bei der gewinnung, umwandlung, verteilung und nutzung von energietrgern fr die jeweilige energiedienstleistung sind.

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    14 45 49 72 81 88

    PEV Erneuerbare Energien

    andere Biomasse Biogas Wind Wasserkraft Solarthermie Photovoltaik Wrmepumpen (Strom)/Sonstige

    Mio. t SKE

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  • Energiebedingte CO2-Emissionen

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    CO2 gesamt CO2-Mengeneffekt CO2-Mixeffekt

    % vs. 1990

    andere Biomasse Biogas Wind (on-/offshore) Wasser (ohne Pumpspeicherkraftwerke) Photovoltaik

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