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Drucksache 656-IX Anlage - Wesel 2017. 1. 30.آ  • Frau Sonja Savic, Diplom-Psychologin...

Date post:29-Jan-2021
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    2014/15

    Arbeitsbericht der Regionalen Schulberatungsstelle für den

    Kreis Wesel

  • 2

    Herausgeber Kreis Wesel Der Landrat Reeser Landstraße 31 46483 Wesel

    Redaktion Regionale Schulberatung für den Kreis Wesel

    Fotos © Bert Butzke

    Datum Januar 2016

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    Vorbemerkungen

    Schulpsychologie bietet Beratung bei allen psychosozialen Themen und

    Problemen, die Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und natürlich

    Lehrkräfte sowie das pädagogische Personal an Schulen beschäftigen. Neben der

    Beratung geht es um – zeitlich befristete - Unterstützung und häufig um die

    Vermittlung von weiterführenden Hilfen. Dabei überschneidet sich die

    schulpsychologische Arbeit regelmäßig mit der von anderen beratenden Stellen.

    Die Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen ist für den Erfolg einer

    Beratung immens wichtig.

    Das Tätigkeitsspektrum der Schulpsychologie ist vielfältig. Schule wird als sozialer

    Lern- und Lebensraum gesehen, in dem ständig Veränderungsprozesse stattfinden.

    Das System Schule und die Schülerschaft bei diesen Neuerungen zu unterstützen

    ist Ziel der Beratung. Durch die Festlegung, bei der Einzelfallberatung zu

    schulischen Problemen einer Schülerin bzw. eines Schülers immer die zuständige

    Lehrkraft oder Schulsozialarbeit mit einzubeziehen, ist die Wirkung der Beratung

    auch immer systemisch angelegt. Indirekt kommen erfolgreiche Lösungsansätze

    über die Lehrkräfte bzw. das pädagogische Personal auch anderen Schülerinnen

    und Schülern zugute. Im Rahmen der Systemberatung leistet Schulpsychologie

    einen wichtigen Beitrag zur Professionalität von Schulen und zur Verbesserung

    der Schulqualität, bei der Entwicklung zur inklusiven Schule, dem Erhalt der

    Gesundheit von Lehrkräften, bietet Supervision und Coaching sowie

    Konfliktmoderation an, hilft bei der Bewältigung von Krisen im Schulalltag und

    bei allen im Kontext von Schule auftretenden Fragen.

    Im Schuljahr 2014/15 hat sich die Schullandschaft im Kreis Wesel weiter

    verändert. Im Bericht über die Entwicklungen im Bereich der Sekundarstufe I

    (Konsensbericht 2014) der Landesregierung Nordrhein-Westfalen wird auf

    diesen Wandel der Schulstruktur ausführlich eingegangen. Im Vorwort zieht die

    Ministerin für Schule und Weiterbildung Frau Löhrmann Bilanz: „Viele

    Schulträger haben sich aufgemacht, ihre Schullandschaft nachhaltig und

    zukunftsfest neu zu gestalten“. Demografischer Wandel und reduzierte

    Schülerzahlen sowie die Änderung des Schulwahlverhaltens führten in den

    letzten Jahren zu Umgestaltungen im Schulsystem. Die Sekundarschulen, die

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    Gemeinschaftsschule, die Gesamtschulen, die neu gegründet wurden,

    entwickeln sich im Kreis Wesel mittlerweile zu festen und vertrauten

    Bildungsangeboten. Im Gegenzug wurden eine weitere Hauptschule und eine

    Realschule geschlossen und andere Schulstandorte laufen aus. Diese

    Veränderungen stellen Lehrkräfte, Schulträger, Eltern und auch die

    Schülerinnen und Schüler vor Herausforderungen. Für die schulpsychologische

    Beratung bedeutet es, neue Kooperationen zu begründen und veränderte

    inklusive Arbeitsweisen kennenzulernen.

    Im Schuljahr 2014/15 lag die Anzahl der bearbeiteten Fälle auf dem Niveau des

    Vorjahres. Ebenfalls blieb die Anzahl der aus dem vorherigen Schuljahr

    übernommenen Beratungsfälle auf derselben Höhe. Wie auch im Vorjahr ist der

    Anteil an äußerst komplexen Fragestellungen, die längere und intensivere Beratung

    nötig machen, hoch. Frühzeitig werden zwar durch das Clearing zum

    Anmeldezeitpunkt die angegebenen Gründe und die Beratungserwartungen

    betrachtet und die schulpsychologische Beratung auf die Problembeschreibungen

    abgestellt, die im schulischen Zusammenhang auftreten und durch Schule

    beeinflussbar sind. Trotzdem ergeben sich im Laufe der Beratung oftmals

    zusätzliche Problemstellungen oder Mehrfachbelastungen, die die schulische

    Situation stark beeinflussen.

    Die beständig hohe Auslastung der Beratungsstelle hat ebenfalls Auswirkungen auf

    die Anzahl der übernommenen Fälle. Um arbeitsfähig zu bleiben, ist die befristete

    Anwendung der vorgeschalteten Eingangsphase, die Dauer von zunehmenden

    Wartezeiten, längere Intervalle zwischen den einzelnen Beratungsterminen, einer

    frühen Abgabe an Kooperationspartner etc. unumgänglich und führen in Summe zu

    einer Mitnahme in das nachfolgende Schuljahr.

    Die Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Wesel versorgt 152 Schulen im

    gesamten Kreisgebiet. Insgesamt 63.153 Schülerinnen und Schüler besuchten im

    Schuljahr 2014/15 diese Schulen und 4.598 Lehrkräfte waren dort tätig. Bei

    insgesamt 4 Stellen war in der RSB Wesel eine Beraterin bzw. ein Berater

    durchschnittlich für 15.788 Schülerinnen bzw. Schüler und für 1.150 Lehrkräfte

    zuständig. Der Landesverband Schulpsychologie NRW e.V. hat auf Grundlage der

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    Zahlen für das Schuljahr 2014/15 aktuell Versorgungszahlen zur Schulpsychologie1

    veröffentlicht.

    Region

    Relation Beraterstelle zu

    Schülerinnen/Schüler

    Relation Beraterstelle zu

    Lehrkräften

    Kreis Wesel 15.788 1.150

    BR Düsseldorf 7.694 531

    NRW 8.663 601

    BRD 8.617 635

    Tab. 1: Relation Beraterstelle zu Anzahl Schülerin nen/Schüler und Lehrkräften im Vergleich

    Die Relation Schulpsychologin/Schulpsychologe zu Schülerinnen/Schüler liegt laut

    der Veröffentlichung des Landesverbandes bei 1:8.617 bezogen auf die BRD und

    bei 1:8.663 bezogen auf ganz NRW, hinsichtlich der Relation

    Schulpsychologin/Schulpsychologe zu Lehrkräften bei 1:635 (BRD) und 1:601

    (NRW). Innerhalb ganz Nordrhein-Westfalens hat die Regionale

    Schulberatungsstelle für den Kreis Wesel nach diesen Zahlen beim Vergleich von

    insgesamt 54 schulpsychologischen Beratungseinrichtungen durch den

    Landesverband Schulpsychologie die höchsten Versorgungsraten zu bewältigen.

    Die insgesamt vier Fachberaterstellen der Regionalen Schulberatungsstelle

    verteilten sich im Berichtszeitraum auf:

    • Frau Inga Nieländer, Diplom-Psychologin (Land NRW) • Frau Nicole Paus, Diplom-Psychologin (Kreis Wesel) • Frau Sonja Savic, Diplom-Psychologin (Kreis Wesel) • Frau Simone Vogelmann, Diplom-Erziehungswissenschaftlerin (Kreis

    Wesel)

    • Frau Alexandra Schirm, Diplom-Psychologin, stellv. Leitung (Kreis Wesel) • Herr Frank Kröner, Diplom-Psychologe, Leitung (Land NRW)

    Zudem gehört

    • Frau Anika Rose, Verwaltungsangestellte (Kreis Wesel)

    zum Team der Schulberatung.

    1 http://www.schulpsychologie-

    nrw.de/attachments/article/169/LV%20Versorgungszahlen%20Schulpsychologie%20NRW%202015.pdf In der Publikation des Landesverbandes wurden nur die psychologischen Stellen berücksichtigt, obwohl die RSB Wesel multiprofessionell eingerichtet wurde und insgesamt 4 Beraterstellen hat. Die angegebenen Weseler Werte wurden entsprechend korrigiert.

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    © Bert Butzke

    1. Schulpsychologische Einzelfallberatung

    Im Bereich der Einzelfallberatung unterstützt

    Schulpsychologie bei Lern-, Entwicklungs- und

    Verhaltensproblemen von Schülerinnen und

    Schülern. Adressaten der Beratung sind

    Lehrkräfte, Eltern und die Schülerinnen und

    Schüler selbst sowie das neben den Lehrkräften

    an den Schulen tätige pädagogische Personal.

    Es ist nicht selten, dass schulische Probleme mit Entwicklungsrückständen

    und/oder familiären problematischen Situationen zusammenhängen. In der

    Einzelfallarbeit kann sich im Verlaufe der Beratung mitunter ein sehr komplexer

    Hilfebedarf ergeben. Die Kooperation mit anderen Fachkräften und Institutionen,

    der Jugendhilfe, psychotherapeutischen Praxen und Beratungseinrichtungen ist

    dabei unerlässlich.

    Im Schuljahr 2014/15 wurde in insgesamt 510 Einzelfällen beraten. Die Einzelfälle

    setzen sich hierbei einerseits aus den bereits früher angemeldeten und

    übernommenen Einzelfällen sowie den Neuanmeldungen zusammen.

    Anmeldungen Schuljahr 2013/2014 Schuljahr 2014/2015

    Einzelfälle 504 510 Neuanmeldungen 208 217 Übernommene Einzelfälle 296 293

    Tab. 2: Anzahl der Einzelfallanmeldungen, aufgeteil t nach Schuljahren

    Im Vergleich mit dem Schuljahr 2013/14 zeigt sich, dass die Anzahl der beratenen

    Einzelfälle minimal (+1,2%) gestiegen ist. Die Anzahl der übernommenen Fälle

    bleibt mit 293 auf dem Niveau vom Vorjahr mit 296 Einzelfällen (-1%). Der bereits

    im vorherigen Berichtszeitraum festgestellte intensivere Beratungsbedarf bei den

    Einzelfällen und die hierdurch bedingte „Mitnahme“ vieler Fälle über das

    Anmeldeschuljahr hinaus zeigen sich auch in diesem Jahr erneut.

    Die Anzahl der Neuanmeldungen hat von 208 auf 217 Einzelfälle (

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