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Der ganz normale Wahnsinn | Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller

Date post:01-Nov-2014
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Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Reinhard HallerGesundes Lingenau13.4.2012© Dr. Reinhard Haller (2012)
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  • 1. Der ganz normale Wahnsinn Reinhard Haller
  • 2. Zahlreiche kleine Belastungenhaben oft schwerere Folgen alseinmalige groe..konsequente kleinenderungen in der Lebensfhrungsind oft viel erfolgreicher als dereinmalige groe Wurf !
  • 3. Der ganz normale Wahnsinn-von alltglichen psychischenBelastungen, die unser Lebenschwer beeintrchtigen:- Krnkung- Eifersucht- Krise- Angst- psychosomatische Leiden- Stress- Burnout - Depression
  • 4. Das Instanzenmodell nach Sigmund Freud BERICH Normen, Vorschriften, Gesetze, Gebote, Sitten, Regeln, Gewissen, Werte ICH verlsslich, zwanghaft, spontan, impulsiv, vermittelnd,menschlich, verantwortungsvoll ES Bedrfnisse, Strebungen, Impulse, Triebe, Wnsche, Lust, Aggressionen, Delinquenz
  • 5. Umgang mit innerem Antrieb Kreativitt Stress bermdung Kunst Antrieb Erschpfung Leistung Depression Arbeit rger, GewaltEngagement KrnkungWettbewerb Sucht Sport Aggression Angst
  • 6. Krnkung= Verletzung eines Menschen in seinen Gefhlen, seiner Selbstachtung und seiner Ehre Gekrnktsein= emotionale Reaktion auf die Wegnahme von Rechten, Anerkennung, Zuwendung und Liebe
  • 7. Reaktionen auf Krnkungen: Irritierung Bitterkeit Scham Emprung Rachebedrfnis Furcht Angst Selbstwertzweifel
  • 8. Umgang mit Krnkungen erkennen meiner wunden Punkte Tatsachen und Meinungen auseinanderhalten Gefhle und Wnsche ansprechen in die Schuhe des Krnkers schlpfen ich entscheide, ob ich gekrnkt bin berlegungen und Emotionen notieren den Krnkenden konfrontieren
  • 9. Eifersucht - WortherkunftIndogermanisch:ai = FeuerEiver = das BittereSucht = Seuche, Krankheit
  • 10. Eifersucht.... ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft (Franz Grillparzer).. ist Angst vor dem Vergleich (Max Frisch).. gehrt wie der Neid zu den Schamteilen der menschlichen Seele (Friedrich Nietzsche).. zeugt nicht von Liebe, sondern von Angst vor dem Verlust der Liebe (Rolf Merkle)
  • 11. Eifersucht - NeidEifersucht:= Angst, das zu verlieren, was man braucht oder liebtNeid:= Wunsch, das zu haben, was andere besitzen
  • 12. Was tun bei Eifersucht?1. Grnde bei sich selbst suchen2. Selbstwert strken (sich selbst lieben )3. Unabhngigkeit entwickeln
  • 13. ..... eine gefhrliche Entwicklung..... eine Zuspitzung oder Verschrfung.. eine Entscheidungs- oder Ausnahmesituation.. der Hhepunkt eines Konfliktes.. der entscheidende Moment im Verlauf einer Erkrankung
  • 14. Griechische Medizin:Wendepunkt zu Gesundheit oder TodChinesische Medizin:Das Doppelzeichen fr Krise besteht aus einemfr Gefahr und einem anderen fr ChanceModerne Definition:Eine Herausforderung, deren erfolgreicheBewltigung mit einem gestrktenSelbstbewusstsein verbunden ist
  • 15. Verlauf der Krise1. Schockreaktion (dauert Sekunden bis Tage): Hochgradige Spannung, Abwehr, inneres Chaos, Apathie, Gefhlsausbrche2. Reaktionsphase (dauert Tage bis Monate): Stimmungsschwankungen, Apathie, krperliche Begleitsymptome, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Suizidalitt3. Neuorientierung (dauert Monate bis Jahre): Neue Hoffnung, Wiedererstarkung, Reorganisation, Aufnahme neuer Beziehungen
  • 16. Die Krise aus der Sicht des Betroffenen- der Selbstwert erleidet schwere Erschtterungen- die grundlegenden berzeugungen werden in Frage gestellt (Orientierungsverlust)- zentrale Ziele und Anliegen gehen verloren (Zielblockade)- frhere nicht bewltigte Ereignisse werden aktiviert (Retraumatisierung)
  • 17. Wovon hngt der Schweregrad der Krise ab?1. Von der subjektiven Bewertung des Krisenanlasses: Wie gefhrlich wird die Krise eingeschtzt und wie sind die Erfolgsaussichten2. Von den Ressourcen des Betroffenen
  • 18. Selbsthilfe bei Krisen1. Krise als natrliche Warnreaktion betrachten2. Negative Fantasie und Panik vermeiden3. Die stabilen und gesunden Anteile in den Vordergrund stellen4. Krise als vorbergehende Reaktion betrachten5. Krisensituation von neutralem Auenstehenden analysieren lassen6. Gelassenheit entwickeln7. Bei Notwendigkeit professionelle Hilfe suchen
  • 19. ANGSTStudien haben nachdrcklich gezeigt, dass die Angst Nummer 1 des Menschen das ffentliche Reden ist. Angst Nummer 2 ist der Tod. (Eric Bergman, Kanad. Kommunikationsberater)
  • 20. ANGST =Erlebens- und Verhaltensweise,die der Bewltigung uerer und innerer Bedrohungen dient.
  • 21. FORMEN DER ANGST1. Realngste2. Verlassenheitsngste3. Panikattacken4. Phobien5. Zwnge6. Pathologische ngste
  • 22. Strategien gegen Angst1. Die Angst akzeptieren.2. Die Angst umwandeln, nicht auflsen wollen (vom Raubtier zum Haustier).3. Der Angst einen Namen geben.4. Angstauslsende Situationen aufschreiben.5. Phantasierten Katastrophenszenarien die Realitt entgegenhalten.6. Ein Risiko eingehen.7. Eine selbstbewusste Krperhaltung einnehmen.8. Belohnung und Bestrafung anwenden.9. Entspannungsbungen erlernen.
  • 23. Psychosomatische Strungen... sind krperlicher Ausdruck psychischer Probleme... machen fast die Hlfte aller Leidenszustnde aus... nehmen in der heutigen Zeit dramatisch zuwerden meist zu spt erkannt... mssen in erster Linie mit psychischen Methoden behandelt werden
  • 24. Der Volksmund wei, wie Organe sprechen...Etwas nicht mehr sehen knnen Die Stirn bieten Die Nase voll haben Verbissen sein An die Nerven gehen Die Luft bleibt weg Herz-zerreiend Rckgrat zeigen Im Magen liegen Sein Kreuz tragenSich gelb und grn rgern Weiche Knie bekommen Unter die Haut gehen Gnsehaut bekommen
  • 25. Hilfe bei psychosomatischen Leiden sich selbst kennen (Krper u. Seele) auf sich hren (krperl., psych., intuitiv) Sprache der Organe verstehen psychologische Hintergrnde suchen Strungen ernst nehmen Beschwerden ansprechen rztliche Hilfe suchen
  • 26. STRESS= Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und den Mglichkeiten, diese zu bewltigen
  • 27. EUSTRESS Positive, fr das Lebennotwendige Reize und Anregungen = mit dem Wind segeln
  • 28. DISSTRESS Schdliche, den Menschen berlastende Anforderungen.Lst negative Gefhle wie Angst, innere Anspannung und Hilflosigkeit aus = gegen den Wind segeln
  • 29. Psychische Stressoren! emotionale Belastungen! Sorgen in der Familie! Partnerschaftliche Spannungen (Ehekrieg)! stndige Krnkungen/Minderwertigkeitsgefhle! Mehrfachbelastungen! andauernde Verpflichtungen (Pflege)! Arbeitsberlastung! schlechtes ueres und inneres Klima! existentielle Sorgen! fehlende Rckmeldungen (Lob)! Mobbing
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