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Der Darm - .ten Stunde“ und regeln die Energiegewinnung (ATP) innerhalb der...

Date post:18-Sep-2018
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    Es ist ein Albtraum fr jeden gesunden, aktiven Menschen, vor Herz-Kreislauf-Problemen zu stehen. Das bedeutet Kraft- und Ausdauerver-lust mit eingeschrnkter Vitalitt. Nicht selten zieht dies auch eine Ausgrenzung und den Abbau sozialer Kontakte nach sich, da manche gesellschaftlichen Aktivtten nicht mehr be-dingungslos wahrgenommen werden knnen.

    Die Symptome einer solchen Erkrankung kom-men schleichend und werden oft nicht richtig ernst genommen, bis sich ein Krankheitsbild manifestiert hat. Es ist immer sinnvoll, den An-fngen zu wehren und Schlimmeres zu vermei-den. Dazu muss am Entstehungsort der Prob-leme angesetzt werden. Doch wer denkt bei Herz-Kreislauf-Strungen schon urschlich an den Darm? Selbst wenn heute ber die Medien immer hufiger darber informiert wird, dass die Balance von Darmflora und -stoffwechsel die Grundvoraussetzung fr Gesundheit ist.

    Lebensschlssel fr Herz und Blut-kreislauf Was eigentlich treibt unseren Kr-per, diese kontinuierlich laufende Organ-Ma-schine, an und hlt ihre Funktionen, so auch die des Herzmuskels, aufrecht? Die Antwort lautet: Es sind letztendlich grtenteils Bakte-rien (Einzeller) mit ihrem Stoffwechsel. Wobei damit zum einen der Stoffwechsel im Darm ge-meint ist (Darmflora) und zum anderen derje-nige in jeder einzelnen Zelle (Mitochondrien).

    Bakterien: auch Mikroorganismen oder Pro-biotika; stoffwechselaktive Einzeller, die eine DNA (Erbinformation) haben und sich meist durch Teilung vermehren

    Stoffwechsel: auch Metabolismus; chemischer und physikalischer Umwandlungsprozess von Substanzen in Zwischen- oder Endprodukte (Metaboliten), die zur Erhaltung des Organis-mus beitragen (z.B. Umwandlung von Nahrung in Nhrstoffbestandteile und deren Weiterver-wendung im Zellstoffwechsel)

    Zelle: kleinste, selbststndig lebensfhige Baueinheit des Organismus; bestehend aus Zellmembran, Zytoplasma und darin enthal-tenen Zellorganellen (u.a. Zellkern [DNA], Mi-tochondrien, Endoplasmatisches Retikulum, Golgi-Apparat, Ribosome, Lysosome)

    Mitochondrium: auch Kraftwerk der Zelle; ein ursprngliches Bakterium, das nun im Zyto-plasma der menschlichen Krperzelle zu finden ist; nach wie vor teilungsfhig, im Besitz einer

    Doppelmembran und eigener DNA; wichtigste Funktion: Produktion von Adenosintriphos-phat (ATP), dem universellen Energietrger aller Zellen

    Reise in die Entstehungsgeschichte des menschlichen Stoffwechsels Al-les begann mit einzelligen Lebewesen im Meer, den Cyanobakterien. Diese Mikroorganismen produzieren im Rahmen ihres Stoffwechsels Sauerstoff und setzen ihn frei. Damit tragen sie die Hauptverantwortung fr die Bildung unserer Atmosphre. Hiermit hngt auch die Geburtsstunde unserer heutigen Arbeits-gemeinschaft aus Zelle und Mitochondrium zusammen. Im Lauf der Evolutionsgeschich-te entstand die Arbeitsgemeinschaft aus Darmflora und Krper. Es handelt sich in beiden Fllen um Symbiosen, beide Partner profitieren vom jeweils anderen.

    Sauerstoff war in frheren Zeiten fr die meisten Lebewesen giftig, jedoch stellten sich manche Einzeller der Herausforderung, indem sie sich flexibel anpassten und das Gas aus der Atmosphre fortan verarbeiten konn-ten. In Anwesenheit von Sauerstoff entstand mehr nutzbare Energie (ATP) als bisher b-lich. Unsere heutigen Mitochondrien sind der allgemein anerkannten Theorie nach frhere sauerstoffverarbeitende (aerobe) Einzeller, die ehemals nicht sauerstoffverarbeitende (anaerobe) Einzeller in sich aufnahmen. Ers-tere wurden geschtzt und ernhrt, letztere lernten nun auch mit Sauerstoff umzugehen und ernteten sogar mehr Energie. Dies er-mglichte im Lauf der Zeit immer komplexere Stoffwechselprozesse und Organismen bis hin zur aktuellen Spezies Mensch, die heute u.a. mit einer Vielzahl von stoffwechselaktiven (pri-mr aeroben, aber auch aneroben) Bakterien in symbiotischer Koexistenz lebt.

    Aerobe Bakterien sind also die Tatsache, der wir die Entwicklung der heutigen Menschheit allgemein und des gesunden Individuums ver-danken. Um unsere Lebensprozesse ins Rollen zu bringen und zu erhalten, sind wir heute mehr oder weniger auf sie angewiesen. Und die Bereiche, in denen sie mit Hilfe von Sauer-stoff Energie umwandeln und herstellen (Darm und Zelle), sind auf gewisse Weise ebenso abhngig voneinander.

    Darmflora Die spezielle bakterielle Besie-delung der Darmschleimhaut regelt das natr-

    liche Gleichgewicht im Krper. Eine der ber-lebenswichtigen Aufgaben der Mikroorganis-men ist es, dafr zu sorgen, dass bestimmte Stoffe aus der Nahrung (primr im Dnndarm) aufgespalten werden. So sind sie fr den Kr-per passgenau zu verarbeiten. Fr unterschied-liche Stoffe gibt es spezialisierte anaerobe und aerobe Stmme mit entsprechenden Unterar-ten (z.B. Lactobazillus, Acetobacter, Bifidus). Die im Darm zugeschnittenen Stoffwech-selprodukte werden den Organen ber Blut und Lymphe zugefhrt. Jede gesunde Zelle nimmt diejenigen Stoffe auf, die sie gerade bentigt oder speichern mchte. Um nichts zu verschwenden, reguliert ein Teilabschnitt der Darmschleimhaut die Rckgewinnung wert-voller Stoffe. Auf jeden Fall gebraucht werden Zucker und Sauerstoff zur Energiegewinnung, um darber berhaupt erst bestimmte Funk-tionen erfllen zu knnen.

    Mitochondrien sind Bakterien der ers-ten Stunde und regeln die Energiegewinnung (ATP) innerhalb der Zelle. Durchschnittlich fin-det man ca. 2000 pro Zelle. Die Anzahl steigt mit dem Energieverbrauch und kann bis auf 100000 anwachsen. Mitochondrien sind in ihrer Funktion auf die Lieferungen aus Darm (Nhrstoffe) und Lunge (Sauerstoff) angewie-sen. ber verschiedene Stoffwechselschritte erzeugen sie tglich ca. 60-100 kg ATP, das direkt zur Unterhaltung des Zellstoffwechsels eingesetzt werden kann, z.B. fr die Kontrak-tion des Herzmuskels und der Gefe im Blut-kreislauf.

    Schwachstelle Herz Unser Herz ist unser ganzes Leben lang ohne Pause unermdlich im Einsatz. Es schlgt ca. 70 Mal pro Minute und damit ca. 100 000 Mal am Tag. Es pumpt pro Minute ca. 5 Liter und in 24 Stunden ca. 7200 Liter Blut durch den Krper. Der Weg, den das Blut tglich bis in die kleinsten Haargefe nimmt, beluft sich insgesamt auf ca. 100000 km tagein, tagaus. Bedenkt man, dass der quator ca. 40000 km lang ist, so umrundet unser Blut tglich ca. 2,5-mal die Welt. Dies primr durch die Kraft des Herzmuskels.

    Auch dieses Organ wird in seinem Leistungs-grad von seiner Nhrstoff- und Sauerstoffver-sorgung bestimmt. Nur ist dies hier besonders wichtig, und genau darin liegen Verantwor-tung und Gefahr. Ein Beinmuskel kann schon mal den Dienst versagen, ohne dass es dau-

    Der Darm Trffner fr Gesundheit

  • erhaft zu Schden kommen muss. Streikt aber der Herzmuskel, bedeutet das einen Herzstill-stand. Schon nach ca. 7 Minuten treten irre-versible Schden am Gehirn auf. Je lnger das Herz nicht arbeitet, desto wahrscheinlicher bedeutet das ein Ende des Lebens.

    Erste Prioritt ist also, immer Sorge dafr zu tragen, dass Herz und Kreislaufsystem fit blei-ben. Sogleich stellt sich die Frage nach dem ab wann (prventiv) und wie (auch im Fall von Erkrankungen). Bei der Beantwor-tung rckt das Thema Stoffwechsel in den Vordergrund, ebenso der Ort, der Strungen verursacht: der Darm respektive Dnndarm.

    Schnittpunkt zwischen Darm und Herz Da im Darm der Grundstein fr die Ge-sundheit gelegt wird, gilt dies natrlich auch fr die Herzvitalitt. Ein gesunder Darm mit seiner Darmflora ist die entscheidende Schnitt-stelle fr ein gesundes Herz, da hierber auch das empfindliche Gleichgewicht u.a. des Herz-Kreislauf-Systems gewhrleistet wird. Betrach-ten wir einmal das Regelsystem der Elektrolyte Natrium und Kalium sowie deren Bedeutung fr das Herz-Kreislauf-System.

    Elektrolyte: biologisch wichtige Salze in io-nisierter Form (z.B. Natrium, Kalium, Mag-nesium, Calcium), die u.a. fr das Membran-potenzial und die Funktion der Zellen inkl. Reizleitung wichtig sind.

    Beide spielen eine wichtige Rolle im Zellstoff-wechsel und sind mitverantwortlich dafr, ob die Herzzelle zur Kraftgewinnung man-che Stoffe berhaupt aufnehmen und zu den Mitochondrien weiterleiten bzw. Abfallstoffe ausschleusen und entsorgen kann. Dabei sind sie an einer Art Schleuser-Mechanismus be-teiligt, der ber die Durchlssigkeit der Mem-bran entscheidet und vom Verhltnis zwischen Natrium und Kalium abhngig ist. Stimmt die-ser Quotient nicht, so ist das Schleusen-Prinzip gefhrdet. Wohl gemerkt: Die Funktion basiert primr auf dem Verhltnis von Natrium zu Ka-lium, weniger auf der Masse der Elektrolyte.

    Wenn Kalium nicht stimmt: Gefahr fr Herz und Kreislauf! Natrium und Kalium liegen auerhalb und in der Zelle in jeweils unterschiedlichen Konzentrationen vor. Natrium ist auen hoch und innen nied-rig konzentriert, Kalium auen niedrig und innen hoch. ber einen ATP-abhngigen Me-chanismus werden sie entgegen ihrer natrli-chen Bestrebung, dies auszugleichen, durch die Membran bewegt: Natrium-Ionen werden aus der Zelle hinaus und Kalium-Ionen in die Zelle hineintransportiert. Darber werden u.a.

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    Aufnahme und Transport von Nhrstoffen (auch Zucker) sowie das elektrische Memb-ranpotenzial reguliert.

    Kalium ist das Ion, das fr Herz besonders wichtig ist. Ein Mangel hat ber verschiedene Mechanismen direkte negative Auswirkungen auf die elektrische Funktion der Herzmuskel-zellen. Ist Kalium nicht ausreichend vorhanden, fhrt dies zur Strung der Schleuser-Molekle und in Folge zur Absenkung der ATP-Produk-tion. Das hat in einem Muskel eine Schwche zur Folge. Da das Herz ein Muskel ist, und dazu ein besonders wichtiger, trifft eine Ka-liumunterversorgung dieses Organ doppelt. Im EKG lassen sich in diesem Fall zu Beginn Reizleitungsstrungen mit Extrasystolen oder hufiges Herzstolpern erkennen. Es gibt auch unspezifische Symptome, wie z.B. Schwindel, Mdigkeit, Konzentrationsstrungen.

    Solch ein Kaliummangel kann durch Medika-mente oder andere Erkrankungen entstehen. Hufige

Der Darm - .ten Stunde“ und regeln die Energiegewinnung (ATP) innerhalb der Zelle. Durchschnittlich
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