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Das Ornament im Rokoko

Date post:18-Dec-2014
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  • 1. Akademie Mode und Design Dsseldorf Wissenschaftliches Arbeiten WS 08/09 Dr.rer.pol. Alexandra Luig Hausarbeit Das Ornament im Rokoko Tetyana Repetya 27.02.2009 Mode- und Designmanagement, 1. Semester Heinsbergstr. 14, 50674 Kln Tel: 0221-9920500 tetyane.repetya@myamd.de
  • 2. Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis.........................................................................................3 1. Einleitung ......................................................................................................4 2. Eingrenzung der Epoche und Lebensstil im Rokoko ....................................4 2.1 Zeitliche Eingrenzung.............................................................................4 2.2 Lebensstil im Rokoko .............................................................................4 3. Definition und Formen eines Ornaments ......................................................5 4. Die Rocaille...................................................................................................5 5. Verwendung der Rocaille..............................................................................7 5.1 Ornamentgrafik.......................................................................................7 5.2 Architektur und Innendekoration.............................................................7 5.3 Kunstgewerbe.........................................................................................9 6. Schlussbetrachtung.....................................................................................12 Anhang: Abbildungen ........................................................................................14 Literaturverzeichnis............................................................................................18
  • 3. 3 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Palmettenornament...............................................................................14 Abb. 2: Kreisornament.......................................................................................14 Abb. 3: Muschelornament..................................................................................14 Abb. 4: Blatt aus dem Livre dornemens............................................................15 Abb. 5: Htel de Soubise, Paris. Salon ovale....................................................15 Abb. 6: Kommode in Vernis Martin mit vergoldeten Bronzebeschlgen............16 Abb. 7: Die Toilette der Venus...........................................................................17
  • 4. 4 1. Einleitung Ornamente spielen in der Kunst, Architektur, Malerei, Mode und Handwerk seit jeher eine wichtige Rolle. Quer durch alle Kulturen finden sich unterschiedliche Formen und Stile, die oft auch bestimmten Epochen zugeordnet werden knnen. Besonders die Epoche des Rokoko, wird sehr eng mit seiner Ornamentik in Verbindung gebracht. Im Folgenden wird das Ornament im Rokoko genauer untersucht. 2. Eingrenzung der Epoche und Lebensstil im Rokoko 2.1 Zeitliche Eingrenzung In der Kunstgeschichte, wird das Rokoko hufig als Sptphase des Barock, etwa zwischen 1720 und 1770, bezeichnet, in der auf der einen Seite die Elemente des Barocks aufgegriffen und zu einem eigenen Stil weiterentwickelt wurden, auf der anderen Seite aber auch den bergang zum Klassizismus vorbereitete.1 In neueren Forschungsergebnissen hat der Begriff Rokoko eine przisere Definition bekommen. Dort ist er keine Stilphase des Sptbarock, sondern eine eigene Kunststrmung im 18. Jahrhundert. Er wird eng mit seinen spezifischen Formen in Verbindung gebracht, die in ffentlichen Staatsgebuden, Kirchen und in deren Dekorationen auftauchen. Diese Beschrnkung des Rokoko- Begriffs auf die Form und die Dekoration, ist kein Widerspruch dazu, Rokoko als eigenen Stil in der Kunstgeschichte zu betrachten.2 2.2 Lebensstil im Rokoko Brennpunkt des Rokoko war Frankreich und breitete sich von dort vor allem nach Italien, Deutschland und Spanien aus. Die Zeit des Barock war geprgt vom Sonnenknig Ludwig XIV. Nicht nur die ffentlich inszenierte, ausschweifende Lebensfhrung, sondern auch sein unerhrt pompses Schloss Versailles und sein zur Schau gestellter Reichtum wurde zum Inbegriff dieser Epoche. Das Verlangen nach Flle des Ausdrucks, 1 Vgl. Stadler (1987), S. 115 2 Vgl. Bauer, Sedlmayr (1992), S. 15
  • 5. 5 nach Prunk und Schwulst lag im Geiste der Zeit [].3 , so formulierte es Wilhelm Lbke. Nach seinem Tod im Jahre 1715 wandelte sich der Lebensstil. Man verhielt sich kultivierter, feinsinniger und galanter. Gre und Pathos des Barock wichen dem Geflligen, Eleganten. Dies war der Beginn des Rokoko mit seinem Nachfolger Ludwig XV. Auch im Dekorationsstil und der Ornamentik zeigte sich dieser Bruch. Die schweren, manchmal pathetisch-pompsen Formen des Barock wurden von zierlich-leichten, grazil und fast spielerisch anmutenden Gestaltungen abgelst.4 Die typischen Ornamente des Rokoko sind ein Spiegel dieser vernderten Lebensweise. 3. Definition und Formen eines Ornaments Ornament, von lateinisch ornamentum, "Schmuck", "Verzierung", bezeichnet ein einzelnes motivisches Schmuckwerk, das in allen Kunstgattungen auftritt und besonders in der Baukunst und im Kunstgewerbe angewendet wird. Neben der dekorativen Funktion, dienen Ornamente auch dazu, einen Gegenstand zu gliedern und seine Teilelemente optisch voneinander abzusetzen.5 Die beiden Hauptformen ornamentaler Gestaltung, aus denen sich alle Nebenformen entwickeln, sind geometrische Zierformen, wie Dreiecksverzierungen, Kreisformen und Spiralen und Pflanzliche Zierformen, wie beispielsweise Palmetten und Ranken. Auch Tierformen und gelegentlich menschliche Formen, architektonische Elemente und Schriftzeichen sind bekannt. Sogar Muschelformen und spiralfrmige Voluten werden oft verwendet.6 (vgl. Abb.1 u. 2) 4. Die Rocaille Der Begriff Rokoko, ist vom franzsischen Wort rocaille abgeleitet. Im 17. Jahrhundert wurde dieser Ausdruck fr das Muschelwerk in Grotten und Grten, wie sie in Schlossanlagen blich waren, verwendet. Man dekorierte die 3 Lbke (1907), S. 3 4 Vgl. Blunt (1979), S. 17 5 Vgl. E. Lucie-Smith (1990), S. 233 6 Vgl. Ebd.
  • 6. 6 Innenwnde dieser Grotten mit natrlichen sowie mit knstlich hergestellten, bizarren Muscheln. Die Rocaille war das Hauptdekorationselement im Rokoko. Das Grundelement der Rocaille ist die Muschelform. Sie besteht aus C-frmig geschwungenen Linien, mit Riefelungen. Sie war seit der Renaissance ein immer wiederkehrendes Dekorationselement. Auch im Barock bediente man sich in der Ornamentik der Muschelform. Sie gleicht dort meist der symmetrisch ausgebildeten Kammmuschel. Zusammen mit Akanthusranken und anderen geschwungenen Gebilden vereinten sie sich zu einem berladenen, schweren Beiwerk in den symmetrischen Formen und Bauten des Barock. Aus diesem Muschelstoff bediente man sich auch im Rokoko. Allerdings war die Muschel nicht mehr ein glatt stilisiertes, symmetrisches und erkennbares Gebilde, sondern krmmte sich form- und willenlos, fast launenhaft wie krauses, knorpeliges Muschelwerk. Der Rocaillestil war ohne jegliche stoffliche Gebundenheit, einzig der Kurvengedanke aus dem Muschelstoff war sein Ursprung.7 (vgl. Abb. 3) Nach Bauer, bezeichnet die Rocaille dabei nicht nur den blossen Muschelrand, sondern sie ist ein Komplex, bei dem dieser Muschelrand nur ein Motiv unter Motiven ist.8 Erschaffen wurde ein wirklich sinnlicher Eigenorganismus, der keine Entsprechungen in der Natur hatte und nur auf dem Wege des anschaulichen Denkens erfasst werden konnte. Die Grundform des Muschelwerks konnte sich ohne bergang in Geranke, blumigen Geflechten, Wasserdarstellungen verflchtigen. Sie konnte sich auch zu naturalistischen Formen und konkreten Krpern, Tieren oder Architekturgebilden verdichten. Alles konnte ineinander verschmolzen sein.9 Es war das Bedrfnis nach Rckkehr zur Natrlichkeit, zum Geschmackvollen. Im Barock war alles sinnfrei, berladen und pomps. Jetzt wollte man das Natrliche betonen, statt berladen sollte alles filigraner und zerbrechlicher wirken. Die Asymmetrie der Ornamentik sollte diese Natrlichkeit hervorheben. 7 Vgl. Sedlmaier (1917), S. 85 8 Vgl. Bauer (1962), S. 18 9 Vgl. Sedlmaier (1917), S. 86
  • 7. 7 Allerdings vollzog sich diese Rckkehr zum Natrlichen mehr in Form einer Darstellung des Unnatrlichen aus dem Reich der Phantasie.10 5. Verwendung der Rocaille 5.1 Ornamentgrafik Im 18. Jahrhundert erlangte die Ornamentgrafik eine aussergewhnliche Bedeutung. Viele ihrer Reprsentanten waren eher als Dekorateure ttig oder entwarfen Vorlagen fr das Kunsthandwerk. Selbst freie Maler gestalteten Ornamente, die weniger Dekoration als eigenstndige Bilderfindungen waren. Besonders bei Juste-Aurle Meissonnier, einer der wichtigsten Vertreter der Ornamentgrafik-Kunst, erfhrt das Rokoko-Ornament seine vollstndige Ausprgung. In seinem Livre dornemens von 1734, einer Sammlung von Ornamentstichen, manifestiert sich in besonderer Weise das Wechselspiel zwischen Architektur und
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