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Bildgestaltung: So legst Du den richtigen Bildausschnitt fest · PDF file 2017. 1....

Date post:24-Jan-2021
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  • Griechischer Frühsommer: Symbolbild. Von der dunklen Einrahmung durch die vorhandenen Schatten wird einiges an bedeutungsloser Fläche weggenommen, das konzentriert die Bildaussage.

    Bildgestaltung: So legst Du den richtigen Bildausschnitt fest

    Einem Foto im Nachhinein den richtigen Schnitt zu verpassen, ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. In diesem Artikel stelle ich Dir verschiedene Aspekte des Bildbeschnitts vor und erkläre an Beispielen, wie sich die Bildaussage optimieren lässt. Dieser Artikel stammt aus dem

    Inhaltsverzeichnis

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    1 von 17 04.07.2016 14:51

  • Warum beschneiden wir Bilder?

    Der Sucher, respektive der Sensor der Kamera, zwingt uns ein festes Seitenverhältnis für die Fotos auf. Nur in den seltensten Fällen passt das vorgefundene Motiv auch genau in das Format. Den Bildausschnitt wählt man deshalb immer etwas großzügiger, um sicherzugehen, dass auch alles drauf ist, von dem, was man in der betreffenden Situation für fotografierenswert hält.

    Aus diesem Grund braucht fast jedes Foto einen nachträglichen Beschnitt.

    Neben der Anpassung an das Format und dem Abschneiden von unwichtigen Bilddetails gibt es noch weitere Gründe für einen wohlüberlegten Bildbeschnitt, zum Beispiel die Steigerung der Bildaussage oder auch die manipulative Lenkung des Betrachters. Auch für die Bildharmonie gibt es einige Grundregeln, die man beherzigen sollte. Andererseits kann es wiederum interessante Ergebnisse bringen, beim Bildbeschnitt absichtlich dagegen zu verstoßen. Dann aber sollte der Regelverstoß nicht nur ein bisschen sein, sondern ganz massiv.

    Meistens wird ein nachträglicher Beschnitt zu einer Bildverbesserung führen. Es lohnt sich also in jedem Fall, darüber nachzudenken, wie ein fertiges Foto noch zugeschnitten werden kann. Ich werde Dir im weiteren Verlauf einige Beispiele zeigen und einige grundlegende Regeln vorstellen. Dieser Artikel richtet sich dabei an die Anfänger in der Fotografie.

    Die Drittel-Regel

    Harmonie-Prinzip

    Die Drittel-Regel ist eine Gestaltungsmöglichkeit, die sich von der Proportionslehre des Goldenen Schnitts ableitet.

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  • (A) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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  • (B) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    (C) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    Das Bild ist dabei (gedanklich) mit zwei senkrechten und zwei waagerechten Linien in neun gleich große Einheiten zu teilen (C). Bildwichtige Motivteile sind möglichst nahe an einen der Linienkreuzungspunkte zu positionieren, bzw. sollen sich durch das Motiv vorgegebene Unterteilungen an den Linien orientieren. Am Bild vom Wasserfrosch im Teich kann das verdeutlicht werden:

    Das Ausgangsbild (B) wird so beschnitten, dass sich das Auge des Froschs am rechten unteren Kreuzungspunkt der Linien befindet (A). Zugleich teilen die waagerechten Linien das Bild zu etwa je einem Drittel in Vordergrund (bis zum Hauptmotiv), in Bildmitte (Wasserfläche) und in den Hintergrund (Uferzone).

    Bilder, die nach diesem Gestaltungsprinzip aufgebaut sind, wirken auf den Betrachter in der Regel harmonisch und aufgeräumt; vergleiche A und B.

    Anmerkung: Beim Schneidewerkzeug in Photoshop kann die Drittelregel-Rasterung als Orientierungshilfe eingeblendet werden.

    Die wesentliche Bildaussage

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  • (1) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    Die Geschichte im Bild

    Man kann durchaus einmal einen rigorosen Schnitt wagen, selbst bei Personenfotos. Der Kopf des Mädchens wird hier stark angeschnitten (1). Die Haare und die weitere Umgebung sind für die Aussage des Bilds belanglos. Die Schärfe liegt auf der Kamera. Der Beschnitt macht das Bild prägnanter, die Betrachtung konzentriert sich dann auf die Interaktion des Mädchens mit seiner Kamera. Es entsteht eine gewisse Nähe, die das Ausgangsbild (2) nicht in dieser Weise vermitteln kann.

    Die Wirkung der Diagonalen

    Kulturabhängig

    In unserem Kulturkreis lesen wir Texte von links nach rechts; es scheint so, dass deshalb die meisten von uns Bilder ebenso von links nach rechts abtasten bzw. lesen und analysieren.

    Alles, was von links nach rechts verläuft, ist gefühlsmäßig weitergehend und vorwärts gerichtet. Eine diagonale Anordnung von Motivteilen, die sich von links unten nach rechts oben hinziehen, wird als sehr dynamisch, nach oben strebend und erfolgreich wahrgenommen.

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  • (2) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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  • (A) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    (B) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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  • (C) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    Das Bildbeispiel mit drei posierenden Yogaprofis wurde absolut waagerecht fotografiert (B). Erst im Nachhinein wurde das Bild in Photoshop um -11° gedreht und auf ein knapperes Format zugeschnitten (C). Aussage und Wirkung des Bilds steigern sich enorm.

    (A): Zeigt eine Verstärkung des Dynamische-Gewinnertypen-Eindrucks. In diesem Bild ist y noch genügend von der Umgebung mit auf dem Bild (C), ansonsten müsste man eventuell nach dem Beschnitt den Rasen oder den Himmel teilweise anstückeln (in Photoshop: Bearbeiten, Fläche füllen, inhaltsbasiert). Eine von links oben nach rechts unten verlaufende Bilddiagonale wird meist gefühlsmäßig interpretiert als: abwärts, etwas geht zur Neige, fallende Kurse, Verlust, Verlierer etc.

    Die Goldene Spirale

    Vorgabe der Natur

    Ebenfalls vom Goldenen Schnitt abgeleitet ist die Goldene Spirale (Fibonacci-Spirale), eine einfach anzuwendende Vorlage für den harmonischen Bildbeschnitt.

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  • (1) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    (2) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    Hier eine Food-Aufnahme (1, Camembert überbacken auf Chicorèe): Ausgehend von einer Konzentration des Bildinhalts läuft die Form in einem offenen Areal aus (1). Dieses Konstruktionsprinzip findet sich vielfältig in der Natur wieder, zum Beispiel in der Nautilusschale (2). In Photoshop kann dafür eine Überlagerungsvorgabe eingestellt werden.

    Die langweilige Mitte

    Kontextabhängig

    (1) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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  • (2) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    (3) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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    10 von 17 04.07.2016 14:51

  • Fotos, in denen das Hauptmotiv mittig platziert ist, wirken eher langweilig (1). Wenn hier nur der Mofafahrer als solcher abgebildet werden soll, d.h. wenn der beabsichtigte Bildinhalt darin besteht, die Person mofafahrend zu zeigen, nimmt man am besten ein knappes Hochformat. Die Mofafahrt könnte sich dann aber (fast) in jeder beliebigen Gegend abspielen.

    Der Bildbeschnitt ist immer im Kontext mit der beabsichtigten Bildaussage zu sehen: Will man hier auch zeigen, dass der Mofafahrer im asiatischen Dschungel herumkurvt, nimmt man mehr von der Botanik auf der linken Seite mit ins Bild (2). Will man zeigen, wie die Beschaffenheit der Dschungelstraßen in Südthailand ist, nimmt man mehr von der rechten Seite mit ins Bild. Aber allein die Versetzung des Hauptmotivs nach links oder rechts macht das Bild schon interessanter.

    Mittige Motive

    Keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt dann wieder Motive, die verlangen geradezu nach der Mitte, oder mehr noch, sie wirken besonders gut mittig in einem quadratischen Format.

    (1) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

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  • (2) – Fotograf: Maximilian Weinzierl

    Wie dieser thailändische Tempel: Das rechte und linke Bildareal tragen hier im Prinzip nichts zum Bildinhalt bei. Im Gegenteil, das angeschnittene Gebäude (1) links lenkt vom eigentlichen Inhalt ab. Also besser: ein beherzter Bildschnitt (2).

    Schnitt-Notwendigkeiten

    1. Horizont begradigen

    Ein sehr häufiger Grund für einen Bildbeschnitt ist die Schieflage des Bilds.

    Eigentlich sollte das in Zeiten der im Sucher eingespiegelten digitalen Wasserwaage nicht mehr vorkommen. Bei diesem Beispiel, einer Half-split-Unterwasser-Aufnahme von einer kleinen Südseeinsel, ist es besonders störend, zumal auch noch die Wass

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