Home >Documents >Bericht 2006-2008 - St¤dtisches Klinikum .Die Klinik f¼r Dermatologie, Venerologie und...

Bericht 2006-2008 - St¤dtisches Klinikum .Die Klinik f¼r Dermatologie, Venerologie und...

Date post:17-Sep-2018
Category:
View:213 times
Download:0 times
Share this document with a friend
Transcript:
  • Bericht 2006-2008

  • 2

    Reprogram m ierung

    som atis cher Stam m z ellen

    Reprogram m ierung

    som atis cher Stam m z ellen

  • 3

    Vorwort Mit dem hier vorliegenden Bericht der Jahre 2006-2008

    mchten wir auf diese drei letzten Jahre zurckblicken und

    damit allen Interessierten eine bersicht ber unser

    Leistungsangebot und die angestoenen bzw. weiterverfolgten

    Entwicklungen in der Klinik fr Dermatologie, Venerologie und

    Allergologie / Immunologisches Zentrum des Stdtischen

    Klinikums Dessau anbieten.

    Im Bereich der Krankenversorgung haben wir einige neue

    Weichen stellen knnen. Neben den klassischen Schwerpunkten

    der Klinik, nmlich Hauttumoren, Autoimmundermatosen und

    Allergologie, kamen neue dazu: Dermatochirurgie, Psoriasis, Wundheilung, Venenchirurgie,

    Lichttherapie, Akne, Rosazea und Haarerkrankungen, Hidradenitis suppurativa/Akne

    inversa, pdiatrische Dermatologie, die seltenen Hautkrankheiten, insbesondere der Morbus

    Adamantiades-Behet, und Laser- und Kryochirurgie, Hautkrankheiten des alternden

    Menschen, stoffwechselbedingte und hormonelle Hautkrankheiten und chronische

    Schleimhauterkrankungen sind mittlerweile auch fester Bestandteil unseres

    Leistungsangebotes geworden. Das Vertrauen von berweisenden Kollegen und Patienten

    spiegelt sich an den steigenden ambulanten und stationren Patientenzahlen der Klinik

    wider.

    Sehr erfreulich, aber gleichzeitig auergewhnlich fr eine stdtische Klinik sind die

    zahlreich eingeworbenen Forschungsgelder und die vielen wissenschaftlichen Publikationen

    aus den unterschiedlichen grundlagen- und klinisch-wissenschaftlichen Bereichen.

    Einen Meilenstein unserer Aktivitten stellen die Weiterbildung der Assistenten und der

    Studenten im Praktischen Jahr und die dermatologische Fortbildung dar, wissenschaftliche

    Vortrge, das dermatopharmakologische Kolloquium, die Diaklinik mit histologischen

    Demonstrationen, die mykologische Fortbildung sind einige Beispiele dafr.

    Das Zentrum fr Klinische Studien Dessau, das Zentrum fr Dermatoonkologie,

    Dermatochirurgie und Venenchirurgie, die extrakorporale Photopherese, die Bibliothek der

    Klinik und das Zellkulturlaboratorium wurden in diesem Zeitraum gegrndet, whrend die

    Klinikambulanz, die Laser- und Kryochirurgie, die Abteilung fr Phototherapie, die Haut- und

    Lymphknotensonographie, die Wchterlymphknotenbiopsie, die Venenchirurgie, die

    Wundversorgung und die Proktologie erweitert wurden.

  • 4

    Dank des groen Engagements aller unserer Mitarbeiter knnen wir auf eine erfolgreiche

    Zeit zurckschauen. Die Aktivitten der Klinik haben zugenommen, unsere Leistungszahlen

    haben sich gesteigert. Allen Beteiligten mchte ich fr das berdurchschnittliche

    Engagement meinen Dank aussprechen; besonders dafr, dass das Interesse der Patienten

    und ihre Wohlbefinden stets im Zentrum unseres Handelns bleiben.

    Ich danke besonders dem Leitenden Oberarzt der Klinik, Herrn Dr. Trebing, fr seinen

    Einsatz fr die Erstellung dieses Berichts und Ihnen fr Ihr Interesse. Ich wrde mich

    freuen, Ihnen durch die Lektre unsere Klinik, Zentren und Labore und die damit

    verbundenen Aktivitten nher gebracht zu haben.

    Dessau-Rolau, im April 2009

    Prof. Dr. Christos C. Zouboulis

  • 5

    Geschichte der Dessauer Hautklinik

    Die Geschichte der Hautklinik Dessau ist eng mit dem Schicksal der Stadt Dessau

    verbunden, wobei das Krankenhauswesen in Anhalts Hauptstadt im 18. Jahrhundert

    begann. Von 1766 bis 1770 wurde am Leipziger Tor ein Zucht- und Armenkrankenhaus

    erbaut und eingerichtet. 100 Jahre spter wurde 1872 das Kreiskrankenhaus in der

    Khnauer Strasse 24 erffnet, dem 1887 ein Erweiterungsbau folgte. Seit dem 1. Mai 1935

    gab es die Stdtischen Krankenanstalten, in denen auch eine Abteilung fr weibliche

    Prostituierte mit 18 Betten und eine Abteilung fr Krtzekranke mit 4 Betten existierte.

    Der erste niedergelassene Dermatologe in Dessau war der jdische Hautarzt Dr. Fritz

    Callomon, der 1876 in Breslau geboren wurde. Seine dermatologische Ausbildung erhielt er

    bei Albert Neisser, dem Entdecker des Gonococcus.

    1920, als Westpreuen durch den Versailler Vertrag an Polen gefallen war, verlie Callomon

    Bromberg und lie sich in Dessau als erster Hautarzt in der Albrechtstrasse 21 nieder.

    Dessau hatte damals 75.000 Einwohner. Gleich nach der Machtbernahme der

    Nationalsozialisten kam es zu dem staatlich sanktionierten Terror gegen Juden. Der

    sogenannte Judenboykott vom 1. April 1933 richtete sich gegen jdische Geschfte,

    Rechtsanwlte und Arztpraxen und traf nun auch Callomon, der 1938 seine Praxis aufgeben

    musste, da allen jdischen rzten die Approbation entzogen worden war.

    1940 gelang Callomon endlich die Ausreise nach Amerika, wo er sich noch 64 (!)-jhrig in

    Philadelphia/USA eine neue Existenz aufbauen musste. Diese erzwungene Vita erfllt uns

    heute noch mit Scham und Zorn. Callomon wurde 88 Jahre als und starb am 15.09.1964 an

    einem Schlaganfall in San Rafael/Californien.

    Im 2. Weltkrieg kam es 1942 in Dessau zur Einrichtung von zwei Baracken fr Hautkranke,

    die von einem Assistenten der Inneren Abteilung betreut wurden. Am 15. Juni 1943 wurde

    in der Gaststtte Hohenzollernpark im Stadtteil Ziebigk eine 40-Betten-Abteilung

    geschaffen, deren Leitung Dr. Hermann Ress bernahm. Damit wurden in Dessau

    erstmalig Hautkranke im stationren Bereich von einem Facharzt betreut. Hermann Ress

    war gebrtiger Straburger, Jahrgang 1891.

    Die beiden Baracken und die Abteilung Hohenzollernpark brannten bei dem Groangriff

    auf Dessau vollstndig ab. Auch das Gelnde des damaligen Kreiskrankenhauses in der

    Khnauer Strasse wurde mit seinen 17 Gebuden dem Erdboden gleich gemacht. 33 Kranke

    fanden hier den Tod.

    Die Haut- und Geschlechtskranken wurden danach in der Hindenburg-Kaserne

    untergebracht. Nach tagelangen Tieffliegerangriffen zog endlich am 21. April 1945 die 3.

    US-Panzerdivision in das fast vllig zerstrte Dessau ein. Am 3. Juli 1945 erfolgte die

    bergabe der Stadt durch die Amerikaner an die Rote Armee. Bereits im gleichen Monat

  • 6

    fand die Abteilung fr Hautkranke Unterschlupf in der Inneren Abteilung in Dessau-Alten.

    Anfang 1946 wurden wieder zwei Baracken, diesmal auf dem Gelnde der

    Fliegertechnischen Vorschule in Alten, eingerichtet. Offiziell hatte jede Baracke 50 Betten.

    Sie waren aber mit 126 Betten belegt. Die Baracke fr die Geschlechtskranken war

    vergittert.

    Die durchschnittliche Belegungszeit fr Hautkranke betrug 1946 19,3 und 1947 24,5 Tage.

    Die Kosten pro Belegtag beliefen sich 1947 in der 2. Klasse auf 9 Reichsmark und 7

    Reichsmark in der Klasse 3. 1947 wurden in der Ambulanz pro Quartal 2000-2700 Scheine

    abgerechnet. 1953 konnte das Gebude Nr. 10, aus dem die Schwesternschule ausgezogen

    war, von der Hautabteilung belegt werden. Auf den Ruinen des frheren

    Kreiskrankenhauses in der Khnauer Strasse entstand die neue Hautklinik, die am 1. April

    1956 als Hautklinik des Bezirkskrankenhauses Dessau erffnet werden konnte. Ab 1958

    hatte die Klinik 100 Betten (55 auf der Frauen- und 45 auf der Mnnerstation).

    Dr. Ress hat 22 Jahre, von 1945 bis 1967, also bis zu einem Alter von 76 Jahren, die Klinik

    geleitet, heute unvorstellbar. Unter seiner gide entstanden ein allergologisches Testlabor

    und ein mykologisches Labor. Die Subspezialitt Phlebographie fand seine besondere

    Frderung. Dr. Ress war Trger der Hufeland-Medaille in Gold. Er starb am 6. Januar 1975.

    Dr. Ress Nachfolger, Dr. Joachim Theune, geb. 1920, studierte 1938/39 Medizin in Posen.

    1948 begann er eine Fachausbildung zum Hautarzt an der Universittshautklinik Halle, wo

    er ab 1961 als 1. Oberarzt unter Prof. Grneberg ttig war. Nachdem Dr. Ress im April 1967

    ausgeschieden war, wurde Dr. Theune am 15. November 1967 zum Chefarzt der Hautklinik

    des Bezirkskrankenhauses Dessau ernannt.

    Whrend seiner Zeit wurde die Klinik von 100 auf 60 Betten reduziert. Die Klinik hatte

    damals 2-3 Assistenten und viele angehende Praktiker absolvierten hier 3 Monate

    Hautheilkunde. Whrend Theunes Zeit war es usus geworden, dass die Staatssicherheit

    sogenannte Strer und potentielle Provokateure fr 1-2 Tage an hohen DDR-Feiertagen in

    die Hautklinik einwies - heute eine Ungeheuerlichkeit - die der Klinikchef still duldete oder

    erdulden musste. Theune starb in Februar 2006 86-jhrig in Dessau.

    1986 bernahm der dreifache Facharzt (Gerichtsmedizin, Dermatologie und

    Geschlechtskrankheiten, Immunologie) Prof. Dr. Hans-Dieter Gring, aus Erfurt

    kommend, die Leitung der Klinik, um mit groem Elan deren Modernisierung voran zu

    treiben, so wie es unter den damaligen wirtschaftlichen Bedingungen mglich war. So

    entstand bald das Immunologische Zentrum, fr das Dr. Gring auf dem kleinen

    Dienstweg beim Generaldirektor von Zeiss-Jena und Zentralkomitee-Mitglied Prof.

    Biermann ein Fluoreszenzmikroskop locker machte. Die Bestrahlungsgerte zur

    Behandlung von Mycosis fungoides, Psoriasis und atopischer Dermatitis wurden von

    betroffenen Patienten, die als Ingenieure im VEB Junkalor arbeiteten, selbst konstruiert, da

    Importgerte fr die Dessauer Klinik unerreichbar waren, und diese Gerte Marke

    Eigenbau funktionierten nach Dr. Grings Aussage gut. 1988 erfolgte die Ernennung von

  • 7

    Dr. Gring zum Pr

Click here to load reader

Embed Size (px)
Recommended