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Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft - lfl.bayern… · Herausgeber: Bayerisches Landesamt...

Date post:17-Sep-2018
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  • Bayerisches Landesamt fr Wasserwirtschaft

    Empfehlungen fr Bau undBetrieb von Fischteichen

    Materialien Nr. 99 (Juni 2001)

  • Empfehlungen fr Bau undBetrieb von Fischteichen

    Materialien Nr. 99 (Juni 2001)

  • Herausgeber: Bayerisches Landesamt fr Wasserwirtschaft, Lazarettstrae 67, D-80636 Mnchen,eine Behrde im Geschftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums fr Landesentwicklung und Umweltfragen

    Bearbeitung: BD Gnter Schobert (Obmann), Wasserwirtschaftsamt AmbergDipl.-Ing. (FH) Erwin Appel, Wasserwirtschaftsamt AnsbachTAR Harry Hofmann, Wasserwirtschaftsamt RosenheimRD Dr. Dieter Negele, Bayerisches Landesamt fr Wasserwirtschaft WielenbachDipl.-Ing. (FH) Roland Paravicini, Fachberatung fr das Fischereiwesen, Bezirk Schwaben, Augsburg LR Reinhard Reiter, Bayerische Landesanstalt fr Fischerei, StarnbergRD a. D. Wolf-Dieter Sanzin, Bayerisches Landesamt fr WasserwirtschaftDipl. Biol. Georg Schadl, Wasserwirtschaftsamt KrumbachFischzuchtmeister Lutz Weibrodt, Bayerische Landesanstalt fr Fischerei,Auenstelle fr Karpfenteichwirtschaft, Hchstadt/AischLFD Dr. Peter Wondrak, Fischereifachberatung, Bezirk Unterfranken, Wrzburg

    Druck: EigendruckFr den Druck wurde Recycling-Papier aus 100% Altpapier verwendet.

    Nachdruck und Wiedergabe auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Herausgebers

  • Vorwort

    Fischteiche sind Bestandteil der bayerischen Landeskultur und prgen seit Jahrhundertendas Landschaftsbild. Schon im Mittelalter wurden in ihnen Karpfen und seit vielenJahrzehnten auch Forellen gehalten. Als Elemente des Gewssersystems spielenFischteiche eine wichtige Rolle im Wasser- und Naturhaushalt. Sie haben eineausgleichende Wirkung auf das Hoch- und Niedrigwassergeschehen. Weiher und Teichesind Rckzugsgebiete fr bedrohte Tierarten und erfllen mit ihren flachen Ufer- undVerlandungsbereichen gewsser-kologische Funktionen.

    Die Teichwirtschaft trgt auch heute noch wesentlich zur Strukturverbesserung derLandwirtschaft bei. Als Erzeuger von Karpfen und Forellen sind Teichwirte in erster LinieUnternehmer. Die verbrauchernahe, natrliche Nahrungsmittelproduktion in dervielgestaltigen bayerischen Landschaft ist darber hinaus regionale Nachhaltigkeit imbesten Sinn und eine beispielhafte Umsetzung der Ziele der AGENDA 21. Mit der Lieferunggesunder Besatzfische aus artgerechter Fischhaltung leistet die Teichwirtschaft einenwichtigen Beitrag zur Strkung der biologischen Vielfalt der Gewsser und ihres Umfeldes.Intakte Natur und gesunde Gewsser sind das gemeinsame Interesse von Fischerei,Naturschutz und Wasserwirtschaft.

    Die vorliegenden Empfehlungen fr Bau und Betrieb von Fischteichen sollen den Teichwirtin seinem eigenverantwortlichen Handeln untersttzen. Der Teichwirt muss neben derWirtschaftlichkeit die Umweltvertrglichkeit der Teichbewirtschaftung beachten und dahersein Augenmerk auch auf den Ablauf seiner Teichanlage richten. Beim Abfischen vonKarpfenteichen und beim Reinigen von Forellenteichen lt sich viel fr die Qualitt derBche und Flsse tun, indem die Hinweise zum Gewsserschutz in diesen Empfehlungenbeachtet werden.

    Die Empfehlungen bercksichtigen kologische und konomische Grundstze einerordnungsgemen Teichwirtschaft. Sie knnen gesetzliche Regelwerke und Fachbcherebenso wenig ersetzen wie das Prfen und Abwgen vor Ort. Sie wollen aber mitpraxisnahen Erluterungen einen vernnftigen Rahmen vorgeben und es den Teichwirtenund Fachbehrden ermglichen, auf den Einzelfall sinnvoll abgestimmte Lsungen zu finden.

    Die Teichbauempfehlungen wurden von Vertretern der Fischerei und der Wasserwirtschaftgemeinsam erarbeitet. Dabei waren die Fischereiverbnde, staatliche Fischereibehrdenund die Fachberatungen der Bezirke frhzeitig eingebunden. Allen, die an der Entstehungund berarbeitung der Empfehlungen fr Bau und Betrieb von Fischteichen mitgearbeitethaben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

    Bayerische Landesanstalt Bayerisches Landesamtfr Fischerei fr WasserwirtschaftStarnberg im Juni 2001 Mnchen im Juni 2001

    Dr. Mathias v. Lukowicz Prof. Dr. Ing. Albert Gttle

  • 1

    InhaltsverzeichnisVorwortInhaltsverzeichnisVerzeichnis der Anlagen

    Seiten

    1 Allgemeines 31.1 Geschtzte Gebiete und Flchen 31.2 kologische Belange 41.3 Sonstige Standorterfordernisse 81.4 Hochwasserschutz 91.5 Unfallverhtung 91.6 Entwurf und Frderung 101.7 Unterlagen im wasserrechtlichen Verfahren 101.8 Landschaftspflegerischer Begleitplan 111.9 Sonstige Teiche 12

    2 Karpfenteiche 132.1 Wasserbeschaffenheit und Zufluss 132.2 Teichtypen 142.2.1 Vorwrmteich 142.2.2 Laichteich 142.2.3 Brutvorstreckteich 152.2.4 Brutstreckteich 152.2.5 Streckteich 162.2.6 Abwachsteich 162.2.7 Winterteich 172.2.8 Hlterteich und Hlterbecken 182.3 Bauwerke 192.3.1 Dmme 192.3.2 Zulaufbauwerk 212.3.3 Umlaufgraben 222.3.4 Teichmnch 232.3.5 Abfischanlage 232.3.6 Absetzanlage 242.3.7 Ablaufleitung 252.3.8 Entlastungsanlage 252.4 Gerte- und Lagerrume, Hlterhuser,

    Betriebswege, Einzunungen 262.5 Teichberspannung 272.6 Gewsserschutz 282.6.1 Teichhygiene und Behandlung von Fischen 28

  • 2

    2.6.2 Abfischen vor dem Mnch 282.6.3 Abfischen hinter dem Mnch 282.7 Teichrumung 292.7.1 Notwendigkeit 292.7.2 Belange des Naturschutzes 29

    3 Forellenteiche 313.1 Wasserbeschaffenheit und Zufluss 313.2 Teichtypen 323.2.1 Brutanlagen und Brutaufzucht 323.2.2 Teiche 323.2.3 Fliekanle 323.2.4 Hlterungen 333.3 Bauwerke 333.3.1 Dmme 333.3.2 Zulaufbauwerk 343.3.3 Teichmnch oder Standrohre 343.3.4 Abfischanlage 343.3.5 Absetz- und Filteranlagen 353.3.6 Ablaufleitung 363.4 Gerte- und Lagerrume, Betriebswege, Einzunungen 363.5 Teichberspannung 373.6 Gewsserschutz 383.6.1 Teichhygiene und Behandlung von Fischen 383.6.2 Behandlung des Reinigungswassers 383.6.3 Behandlung des Durchlaufwassers 38

    4 berwachung 414.1 Eigenberwachung 414.2 Behrdliche berwachung 42

    Verzeichnis der AnlagenAnlage 1 Wasseruntersuchungen und Grenzwerte bei ForellenteichenAnlage 2 Betriebstagebuch fr KarpfenteicheAnlage 3 Betriebstagebuch fr ForellenteichanlagenAnlage 4 Behandlung des ReinigungswassersAnlage 5 Betrieb von Absetz- und FilteranlagenAnlage 6 TeichmnchAnlage 7 AbfischanlageAnlage 8 berspannung von Teichen

  • 3

    1 A L L G E M E I N E S

    Teiche sind Gewsser im Sinne der Wassergesetze. Die vorliegenden Emp-

    fehlungen gelten nicht fr aus dem unmittelbaren Wasserkreislauf ausgeglie-

    derte technische Anlagen, in denen alle Produktionsablufe und Milieubedin-

    gungen gesteuert werden.

    Die Empfehlungen sollen es den Teichwirten und Teichgenossenschaften so-

    wie den zustndigen Behrden erleichtern, bei der Planung und Gestaltung der

    Anlagen zur Haltung von Nutzfischen beizutragen, dass in privatem Interesse

    durchgefhrte Vorhaben auch den landeskulturellen Belangen und den Be-

    stimmungen des Gewsserschutzes entsprechen.

    Sie verfolgen damit auch die Ziele einer nachhaltigen Bewirtschaftung natrli-

    cher Ressourcen, wie sie in der Agenda 21 niedergelegt sind.

    Die Empfehlungen ersetzen nicht die Beurteilung jedes Einzelfalles, auch nichtbei der nachtrglichen rechtlichen Prfung der Gewsserbenutzungen durch

    Teichanlagen, die vor dem 01.03.1960 errichtet wurden. Die bau-, wasser- und

    naturschutzrechtlichen Vorschriften und Genehmigungspflichten sind zu be-

    achten.

    1.1 Geschtzte Gebiete und Flchen

    Das Errichten von Fischteichen in

    - Naturschutzgebieten (Art. 7 Bayerisches Naturschutzgesetz, BayNatSchG)

    - Nationalparken (Art. 8 BayNatSchG)

    - Naturdenkmlern (Art. 9 BayNatSchG)

    - Landschaftsschutzgebieten (Art. 10 BayNatSchG)

    - Schutzzonen von Naturparken (Art. 11 BayNatSchG)

    - geschtzten Landschaftsbestandteilen (Art. 12 BayNatSchG)

    ist nur zulssig, wenn die Anlage nach Prfung durch die zustndige Natur-

    schutzbehrde im Sinne des Schutzzieles unbedenklich ist.

  • 4

    Fr Fischteichanlagen in Wasserschutzgebieten gelten die Schutzgebietsver-

    ordnungen in ihrer jeweils gltigen Fassung.

    Auf kologisch besonders wertvollen Nass- und Feuchtflchen im Sinne des

    Art. 13 d, Abs. 1 BayNatSchG ist die Vertrglichkeit einer Fischteichanlage be-sonders eingehend zu prfen. Nicht ausgleichbare Beeintrchtigungen der je-

    weiligen Standorteigenschaften fr wild wachsende Pflanzen und wild lebende

    Tiere sind zu vermeiden.

    1.2 kologische Belange

    Bislang kaum beeinflusste flchenhafte Quellwasseraustritte, Quelltpfe undQuellgewsser sind in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten. Die Wasserentnah-

    me erfolgt im Regelfall aus dem Fliegewsser.

    Die in der Wasserrahmenrichtlinie der Europischen Gemeinschaft definierte,

    gute kologische Qualitt eines Fliegewssers fordert auch die Durchgngig-

    keit.

    Der vollstndige Aufstau stndig flieender Gewsser und ihre Verrohrung ist

    daher nicht vertretbar.

    berschwemmungsgebiete sind grundstzlich freizuhalten.Sie dienen dem Hochwasserabfluss und der Hochwasserretention und sind

    auerdem meist nur extensiv nutzbare und zudem kologisch wichtige Rck-

    zugsbereiche und wertvolle Feuchtbiotope. Die Einengung dieser Rume zu-

    gunsten einer intensiveren Nutzung wrde auch zu einer erheblichen Beein-

    trchtigung der Biotopstruktur und kologischen Vernetzung fhren.

    Bei der Festlegung von Teichstandort und -gre sind mgliche Stoffeintrge

    aus den benachbarten Flchen zu bercksichtigen. Im Umgriff des Teiches ist

    mglichst Grnland in ausreichender Breite vorzusehen.

  • 5

    In Gebieten, die in der Biotopkartierung erfasst sind, oder in sonstigen

    schutzwrdigen Gebieten, ist die Vertrglichkeit einer Fischteichanlage be-sonders zu prfen.

    Das Errichten einer Fischteichanlage kann ein Eingriff im Sinne des Art. 6 Abs.

    1 BayNatSchG sein. Vermeidbare Beeintrchtigungen von Naturhaushalt oder

    Landschaftsbild sind zu unterlassen und unvermeidbare Beeintrchtigungen

    innerhalb einer zu bestimmenden Frist auszugleichen (Art. 6 a Abs. 1 Bay-

    NatSchG). Wird ein Eingriff trotz nicht ausgleichbarer Beeintrchtigungen zu-

    gelassen, weil die fr den Teichbau sprechenden Belange gegenber den Be-

    langen des Naturschutzes und der Landschaftspflege berwiegen, knnen

    Ersatzmanahmen verlangt werden (Art. 6 a Abs. 3 BayNatSchG).

    Die Entnahme von Wasser fr Fischteiche ist nur bei gengend groem Min-destabfluss im Fliegewsser zulssig. Im wasserrechtlichen Verfahren istdie kologische Funktionsfhigkeit des Gewssers zu bercksichtigen und zu

    erhalten.

    Zur Gewhrleistung der biologischen Wirksamkeit und kologischen Vielfalt

    muss auch bei Niedrigwasser im Gewsser jederzeit die Hlfte des im Gews-ser flieenden Wassers verbleiben, auch wenn dann die erlaubte Entnahme-

    menge nicht stndig abgeleitet werden darf.

    - Im Sinne einer ordnungsgemen teichwirtschaftlichen Nutzung mu bei

    der Neuanlage von Forellenteichen ein Zufluss von mindestens 5 l/s, in

    Ausnahmefllen mindestens 3 l/s, zur Verfgung stehen. Kleinere Flie-

    gewsser sind deshalb fr die Anlage von Forellenteichen nicht geeignet.

    - Bei bestehenden Teichanlagen mu der Mindestabfluss im Einzelfall fest-

    gelegt werden. Dabei ist die Existenz des Betriebes zu sichern und seine

    Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Die biologische Wirksamkeit und kologi-

    sche Vielfalt des Gewssers ist zu bercksichtigen.

    Gegebenenfalls sind Manahmen zur Verbesserung der Gewsserbett-

    struktur zu treffen.

  • 6

    Karpfenteichen - ausgenommen sind Winter-, Hlter-, Vorwrm- und Laichtei-

    che - darf Wasser nach dem Befllen nur zum Ausgleich von Versickerung und

    Verdunstung, sowie bei Gefhrdung des Fischbestandes, zugeleitet werden.

    Eine nachteilige Vernderung der bestehenden Gewssergteklasse, der ko-

    logischen Vielfalt und der biologischen Wirksamkeit des Fliegewssers darf

    nicht erfolgen.

    Fischfressende Vgel wie Kormorane oder Graureiher knnen den fischerei-lichen Ertrag einer Teichanlage derart schmlern, dass Abwehrmanahmen

    wie berspannungen oder Einhausungen erforderlich werden. Siehe 2.5 und

    3.5.

    Bisame gibt es seit ca. 100 Jahren in Europa. Ihre Bekmpfung ist gesetzlich

    geregelt.

    Seit einigen Jahren verursachen Biber zunehmend Schden an Fischteichen.

    Die Biber wandern ber Fliegewsser und Grben in die Teichgebiete ein.

    Durch Grabaktivitten und Dammbauten gestalten sie ihren Lebensraum. Da-

    bei knnen folgende Konflikte entstehen:

    - der Biber grbt Rhren in die Teichufer bzw. Teichdmme, so dass es zu

    Dammbrchen oder zum Auslaufen der Teiche kommen kann,

    - der Biber baut Dmme und kann damit Zu- und Ablufe eines Teiches be-

    eintrchtigen,

    - der Biber verstopft Teichmnche,

    - durch Biberausstiege aus dem Teich knnen die Dmme stellenweise ab-

    genutzt und dadurch instabil werden,

    - der Biber verstopft die Zulufe von Hlterungsgebuden oder Hltertei-

    chen.

    Der Biber ist eine streng geschtzte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

    Es ist verboten ihn zu fangen, zu tten oder seine Wohn- und Zufluchtssttten

    zu beseitigen. Die nach Landesrecht zustndigen Behrden knnen im Ein-

    zelfall Ausnahmen von den Verboten zulassen, soweit dies zur Abwendung

    erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schden erforderlich ist.

  • 7

    Bereits bei der Planung einer Teichanlage und bei Problemsituationen sollten

    die fachlich zustndigen Naturschutzbehrden eingeschaltet werden. Diese

    werden bei Bedarf die praxiserfahrenen berrtlichen Biberberater hinzuzie-

    hen.

    Das Fachpersonal informiert auch ber die jeweils geltenden finanziellen Fr-

    derprogramme (Vertragsnaturschutzprogramm, Kulturlandschaftsprogramm,

    Landschaftspflegeprogramm, landkreiseigene Programme, EU-Frderpro-

    gramme, Bund Naturschutz-Hrtefonds).

    Sollte sich nach der Beratung und der Durchfhrung von technischen Ma-

    nahmen zur Schadensvermeidung zeigen, dass das Problem dauerhaft nicht

    gelst wird, kann bei den Naturschutzbehrden ein Antrag auf Fang der Biber

    gestellt werden.

    Welche Vorbeugemanahmen zur Schadensvermeidung geeignet sind, kannjeweils nur im Einzelfall festgelegt werden.

    Geeignete Manahmen knnen sein :

    - Einen mglichst breiten Abstand zwischen Teich und Fliegewsser bzw.

    Umlaufgraben (20 m) vorsehen,

    - den Hauptdamm sowie die befahrenen Dmme nicht mit Gehlzen be-

    pflanzen,

    - Einbau von Drahtgittern oder Uferversteinungen gegen Grabaktivitten,

    - Wasserzufluss- und Abflusssysteme durch Vergitterung oder Verrohrung

    vor einer Verbauung schtzen, insbesondere in Hlterungen.

    - Vergitterung des Mnches, damit es beim Abfischen nicht zur Abdichtung

    des Mnches kommt.

    In Winterungen knnen Biber die Fische beunruhigen. Der erhhte Energie-verbrauch fhrt zu Schwchungen der Fische und zu Fischverlusten.

  • 8

    Vorbeugende Manahmen:

    - Mglichst isoliert liegende Teiche als Winterungen verwenden,

    - vor der Nutzung als Winterung den Teich leer stehen lassen.

    1.3 Sonstige Standorterfordernisse

    Die Gelndeverhltnisse sollen am vorgesehenen Teichstandort grundstzlich

    so beschaffen sein, dass sich die Teiche hinsichtlich ihrer Grundrissgestaltung

    und Hhe ohne erhebliche Vernderungen der Gelndestruktur anlegen und

    harmonisch in die Landschaft einfgen lassen.

    Dammhhen von mehr als 1,80 m bei Teichen unter 0,10 ha Wasserflche

    sollen vermieden werden.

    Die bastionartige Heraushebung von Fischteichen an Hanglagen durch die

    Ausbildung dreiseitig geschtteter Dmme ist zu vermeiden.

    Ferner muss aus Grnden der Gewsserunterhaltung ein ausreichender Ab-

    stand von der Bschungsoberkante eines Gewssers bis zum Dammfu der

    Teichanlage zur Verfgung stehen.

    Darber hinaus ist vor dem Ausarbeiten eines Entwurfs zu untersuchen, ob der

    vorgesehene Standort geeignet ist hinsichtlich:

    - der Lage im berschwemmungsgebiet,

    - sonstiger vorhandener oder zu erwartender Nutzungen, die den Teich be-

    eintrchtigen knnen, z.B. Abwassereinleitungen, auch von Verkehrsfl-

    chen mit intensivem Winterdienst, Einleitungen von Oberflchenwasser aus

    Ackerbau und Sonderkulturen, Triebwerke, o..,

    - der Art und dem Produktionsumfang der beabsichtigten Nutzfischhaltung

    unter Beachtung der Gte und Menge des Wasserdargebotes.

  • 9

    1.4 Hochwasserschutz

    Neue Teichanlagen sind in berschwemmungsgebieten grundstzlich nicht

    zulssig.

    Dies gilt auch fr Schlammpolder und Lagersttten fr Betriebsmittel. Werden

    Anlagen hochwasserfrei im berschwemmungsgebiet angelegt, ist der Verlust

    an Retentionsraum auszugleichen.

    Entnahmebauwerke drfen den Hochwasserabfluss nicht einschrnken. Der

    Querschnitt des Fliegewssers darf nicht verkleinert werden.

    Fr bestehende Teichanlagen, die vom Vorfluter durchflossen werden, ist so-

    weit mglich ein Umlaufgraben mit ausreichend bemessenem Vorland anzule-

    gen. Dabei ist sicherzustellen, da die Teichanlage bei Hochwasser nicht zer-

    strt wird und Oberlieger nicht beeintrchtigt werden.

    Ersatzweise sind befestigte und ausreichend bemessene berlaufschwellen

    und gerinne anzulegen, im Regelfall auf ein hundertjhrliches Hochwasser

    bemessen (HQ 100). Die von der Teichanlage ausgehende Gefahr ist zu be-

    rcksichtigen.

    1.5 Unfallverhtung

    Der Unternehmer hat whrend des Baues und des Betriebes der Teichanlage

    geltende Sicherheitsvorschriften zur Verhtung von Arbeitsunfllen zu beach-

    ten sowie fr eine entsprechende Gestaltung der Arbeitspltze zu sorgen.

    Es wird empfohlen die zustndige Berufsgenossenschaft einzuschalten.

  • 10

    1.6 Entwurf und Frderung

    Fr Teichbauvorhaben, die mit Zuwendungen der Europischen Union und desFreistaates Bayern gebaut werden sollen, sind die Richtlinien des Bayer.

    Staatsministeriums fr Landwirtschaft und Forsten fr die Frderung von

    Strukturmanahmen im Bereich der Fischerei und Aquakultur sowie der Verar-

    beitung und Vermarktung der entsprechenden Erzeugnisse (FIAF-Richtlinien)

    in der jeweils gltigen Fassung zu beachten. Diese Richtlinie sowie die dazu

    erlassenen Vollzugshinweise, bercksichtigen die jeweils gltigen Verordnun-

    gen der Europischen Gemeinschaft.

    Antrge werden im Regelfall ber die Teichgenossenschaften bei der Landes-

    anstalt fr Ernhrung eingereicht. Im Zuwendungsverfahren wirken die Fach-

    beratungen fr Fischerei und die Wasserwirtschaftsmter mit.

    Fr Vorhaben mit Einzelnachweis sind die Entwrfe nach den Richtlinien des

    Bayer. Staatsministeriums fr Landesentwicklung und Umweltfragen fr den

    Entwurf von wasserwirtschaftlichen Vorhaben REWas anzufertigen.

    1.7 Unterlagen im wasserrechtlichen Verfahren

    Die Herstellung, Beseitigung oder wesentliche Umgestaltung eines Gewssers

    oder seiner Ufer (Ausbau) bedarf der vorherigen Durchfhrung eines Planfest-

    stellungsverfahrens ( 31 Wasserhaushaltsgesetz, WHG) das den Anforde-

    rungen des Gesetzes ber die Umweltvertrglichkeitsprfung entspricht.

    Fr die mit dem Betrieb einer Fischteichanlage verbundenen Gewsserbenut-

    zungen ist eine Erlaubnis oder Bewilligung erforderlich ( 2, 3 WHG).

    Zur Durchfhrung des wasserrechtlichen Verfahrens sind Antragsunterlagen

    nach der Verordnung ber Plne und Beilagen im wasserrechtlichen Verfah-

    ren (WPBV) bei der Genehmigungsbehrde einzureichen.

  • 11

    Die Auswirkungen der Teiche auf den Naturhaushalt hngen wesentlich von

    der Nutzungsart und Bewirtschaftungsintensitt ab.

    Das Teichbauvorhaben, die vorgesehene Bewirtschaftung sowie ihr Einfluss

    auf die Gewsser ist daher in den Planunterlagen zu erlutern. Dies wird Be-

    standteil des Genehmigungsbescheides.

    1.8 Landschaftspflegerischer Begleitplan

    Als Bestandteil der Antragsunterlagen ist ein landschaftspflegerischer Begleit-

    plan (Art. 6 b Abs. 4 BayNatSchG) nur dann vorzulegen, wenn mit dem Bau-

    vorhaben Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden sind. Dieser land-

    schaftspflegerische Begleitplan muss folgenden Inhalt aufweisen:

    - Geschtzte Gebiete und Flchen (siehe Nr. 1.1 ),

    - Bestand an Vegetation, Gehlzen sowie kartierten und sonstigen erhal-

    tenswerten Biotopen,

    - Ausgleichs- und Ersatzmanahmen einschlielich der fr ihre Durchfhrung

    bentigten Flchen und Zeitrume,

    - Einbindung der Teichanlage in die Landschaft.

    Dabei sind insbesondere die folgenden Gesichtspunkte zu beachten:

    - Teiche sind landschaftsgerecht in das bestehende Gelnde einzupassen.

    - Die landseitigen Dammbschungen sind mglichst flach zu halten und

    breitflchig auszurunden.

    - Ein- und Auslaufbauwerke sind soweit mglich und zweckmig in die U-

    ferbschungen einzubinden.

    - Zur Sicherung erosionsgefhrdeter Ufer kommen ingenieurbiologische

    Manahmen oder Wasserbausteine in Betracht. Dabei sollten naturraumty-

    pische Wasserbausteine verwendet werden.

  • 12

    Teichanlagen sind soweit erforderlich durch Bepflanzungsmanahmen in das

    Landschaftsbild einzubinden. Strauch- und Baumgruppen einheimischer und

    standortgerechter Gehlzarten sind in geeigneter Entfernung von den Wasser-

    flchen anzulegen. Hauptdmme sind von einer Bepflanzung freizuhalten, da-

    mit sie mglichst wenig anziehend auf Biber wirken. Bei der Bepflanzung von

    Dmmen sind die Erfordernisse der Standsicherheit zu bercksichtigen. Im

    brigen sollten bei der Auswahl der Gehlzstandorte, der strukturellen Anord-

    nung der Gehlze und bei der Festlegung der zulssigen Wuchshhen die

    unterschiedlichen Anforderungen der Teichtypen an Besonnung und Beschat-

    tung, an die Hauptwindrichtungen, an angrenzende Nutzungen, an vorhandene

    oder geplante Hochbauten, wie z.B. Betriebsgebude sowie an die natrlichen

    Gegebenheiten der nahen Umgebung beachtet werden. Vorhandene Gehlze

    innerhalb geplanter Teichanlagen, wie z.B. im Randbereich bestehender Flie-

    gewsser, sind nach Mglichkeit zu erhalten.

    Frisch geschttete Teichdmme und Erdablagerungen sind unmittelbar nach

    der Feinplanie durch ingenieurbiologische Manahmen zu sichern und zu be-

    grnen (vgl. hierzu DIN 19657).

    Bei groen Wasserflchen und windoffener Lage sind zur Sicherung von

    Damm- und Uferbschungen vor Wellenschlag Steinwrfe im Wasserwechsel-

    bereich einzubauen. In die Fugen des Steinwurfes sollten z.B. Rohrglanzgras

    und Wasserschwaden gepflanzt oder deren natrliches Aufkommen zugelas-

    sen werden. Manahmen im Sinne einer Frderung des lokalen Arten und Bi-

    otopschutzes sind sinnvoll und wnschenswert.

    kologisch wertvolle Flchen, wie z.B. Feuchtbereiche, drfen mit Aushub-

    material nicht aufgefllt werden.

    1.9 Sonstige Teiche

    Teiche, die weder den Karpfen- noch Forellenteichen zugeordnet werden kn-

    nen, sind im Einzelfall zu bewerten.

    Die Empfehlungen gelten aber auch fr diese Teiche.

  • 13

    2 K A R P F E N T E I C H E

    In Karpfenteichen werden Karpfen mit ihren Beifischen wie Schleie, Hecht und

    Zander sowie weitere Arten gehalten.

    Zur Gewhrleistung ihrer artgerechten Haltung sind folgende Grundstze zu

    beachten.

    2.1 Wasserbeschaffenheit und Zufluss

    Die Qualitt des Zulaufwassers sollte folgenden Anforderungen gengen:

    - BSB5 (Biochemischer Sauerstoffbedarf in fnf Tagen)

    mglichst nicht ber 6 mg/l;

    - Sauerstoffgehalt mindestens 3 mg/l.

    - pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5; in Ausnahmefllen kurzfristig 5,5 bis 10,0.

    Die Wasserbeschaffenheit in Karpfenteichen unterliegt starken natrlichen

    Schwankungen. Folgende Eigenschaften sind anzustreben:

    - Warmes, stehendes Wasser

    - reichlich Naturnahrung

    - ausreichende Kalk-, Phosphat- und Nitratversorgung

    - Sauerstoffgehalt nicht unter 3 mg/l

    - pH-Werte zwischen 6,0 und 9,0

    - Surekapazitt > 1,5 mmol/l

    Die genehmigungsfhige Teichgre richtet sich nach dem verfgbaren Zu-

    fluss und der Nutzungsart. Bei der Beurteilung des Zuflusses sind die Erfor-

    dernisse einer ordnungsgemen Teichwirtschaft den Rechten Dritter, den

    Ansprchen des Fischbestandes im Fliegewsser und den Belangen des

    Natur- und Gewsserschutzes gegenber zu stellen.

  • 14

    2.2 Teichtypen

    2.2.1 Vorwrmteich

    Vorwrmteiche sind fischfreie Teiche, die wenige Tage vor dem Bespannen

    der Laichteiche aus dem Wasserlauf bespannt werden. Sie mssen so gro

    sein, dass aus ihnen die Laichteiche gefllt und ein stndiger Zufluss aufrecht

    erhalten werden kann.

    2.2.2 Laichteich

    Laichteiche dienen der natrlichen Vermehrung von Karpfen und anderen Fi-

    schen.

    Sie sind an sonnenbeschienenen, windgeschtzten Standorten anzulegen, da

    sie sich zur Betriebszeit (Mitte Mai - Ende Juli) rasch erwrmen sollen (Min-

    destlaichtemperatur des Karpfens 18).

    Die Teichflche betrgt im Allgemeinen 50 bis 100 m2.

    Das Laichbett muss vollstndig trocken zu legen sein.

    Wegen der geringen Wassertiefe und der nur zeitweiligen Bespannung sind

    einfachere Bauausfhrungen, insbesondere beim Mnch, mglich.

    Teichboden, Damm- und Uferbschungen sind mit S- und Sauergrsern zu

    bepflanzen. Laichteiche sollten berschwemmten Wiesen gleichen.

    Sie sind nach Mglichkeit mit Wasser aus einem Vorwrmteich zu versorgen.

    Laichteich nach System DUBISCH:

    Am wasserseitigen Dammfu verluft ein ca. 40 cm tiefer Graben mit Geflle

    zum Mnch. Vom Graben aus steigt der Teichboden (Laichbett) dachfrmig

  • 15

    zur Teichmitte bis auf eine Wassertiefe von 20 cm an. Der bergang vom Gra-

    ben zum Laichbett muss allmhlich erfolgen. Um eine zu starke Abkhlung

    (kritische Temperatur 12C) zu vermeiden, soll der Teich am Mnch auf 1 m

    Wassertiefe angestaut werden knnen.

    Laichteich nach System HOFER:

    Das Laichbett steigt von einer Tiefe am Mnch von 0,8 m bis 1 m, in der Regel

    diagonal auf die gegenberliegende Seite bis zur Wasseroberflche an.

    2.2.3 Brutvorstreckteich

    Brutvorstreckteiche werden zum Vorstrecken der Karpfenbrut von Ende Mai bis

    Ende Juli genutzt.

    In der brigen Zeit liegen sie trocken. Es empfiehlt sich, den Teichboden zu

    lockern und anzusen (Grndngung) oder organische Dngemittel (z.B. Gras

    oder Heu) einzubringen.

    Teichflche: im Allgemeinen 0,1 ha und grer

    Teichtiefe: im Mittel 1,0 m

    Mit dem Schlpfen der Brut wird der Brutvorstreckteich bespannt. Er wird in der

    Regel aus dem Wasserlauf gespeist und darf nicht durchstrmt werden.

    2.2.4 Brutstreckteich

    Brutstreckteiche dienen der Aufzucht vorgestreckter Brut zu einsmmrigen

    Karpfen und in der Regel auch zu ihrer Winterung. Sie werden in der Zeit von

    Ende Mai oder Ende Juli bis zum nchsten Frhjahr genutzt.

    Teichflche: im Allgemeinen 0,1 ha und grer

    Teichtiefe: am Rand 0,6 m und am Mnch 1,5-2 m bei Nutzung als Winte-

    rung,

    ansonsten wie beim Abwachsteich

  • 16

    Bei Benutzung als Winterung soll der Zufluss ca. 2 l/s ha betragen, wobei die

    Durchstrmung zweckmig diagonal auszurichten ist.

    Ansonsten gelten die in Nr. 2.2.6 aufgezeigten Grundstze.

    2.2.5 Streckteich

    Streckteiche dienen der Aufzucht von einsmmrigen zu zweismmrigen Karp-

    fen. Sie werden von Mitte April bis Ende Oktober/November genutzt.

    Teichflche: im Allgemeinen 0,1 ha und grer.

    Falls der Streckteich auch zur Winterung benutzt wird, entsprechen die Tiefen

    denen des Brutstreckteiches.

    Ansonsten gelten die in Nr. 2.2.6 aufgezeigten Grundstze.

    2.2.6 Abwachsteich

    Im Abwachsteich werden zweismmrige Karpfen zu Speisekarpfen aufgezo-

    gen. Die aus betrieblicher Sicht optimale Teichgre kann durch Wasserdar-

    gebot, Untergrund und Gelndeform begrenzt sein. Die Teichflche betrgt

    mindestens 0,1 ha und kann mehrere Hektar erreichen.

    Abwachsteiche sind in der Regel in der Zeit zwischen dem Abfischen im Herbst

    und dem Besetzen im Frhjahr trocken zu legen, um auf dem Teichboden an-

    gesammelte organische Stoffe zu mineralisieren.

    Die Trockenlegung kann durch Teichgrben beschleunigt werden.

    Grere Wasserstandsschwankungen im Sommer sind zu vermeiden. Zur Be-

    rechnung des Mindestwasserbedarfes wird meist eine dreimonatige Fllzeit zu

    Grunde gelegt. Aus der mittleren Niederschlagshhe, der Gre und der Be-

    schaffenheit des Niederschlagsgebietes und der Jahreszeit ergibt sich das

    Wasserdargebot. Der Wasserbedarf bereits vorhandener Teiche ist hierbei

    ebenso zu bercksichtigen, wie der im Fliegewsser zu belassende Mindest-

    abfluss.

    Zudem sind fr die Bemessung des Teiches die mittleren Verdunstungs- und

    Versickerungsverluste whrend der Vegetationszeit von rd. 1 l/s pro ha Teich-

    flche zu beachten. Sie mssen entweder durch eine grere Tiefe oder durch

  • 17

    eine gelegentliche, gewsservertrgliche Wasserzuleitung ausgeglichen wer-

    den.

    Mindestwassertiefe am Teichrand

    - 0,8 m, wenn die Verdunstungs- und Versickerungsverluste durch Zufluss

    ausgeglichen werden knnen

    - 1,0 m, ohne Zufluss und zur Vermeidung von Reiherschden.

    Die Wassertiefe ergibt sich im Wesentlichen unter Bercksichtigung wirtschaft-

    licher Gesichtspunkte, jedoch muss die Sonneneinstrahlung auf dem grten

    Teil des Teichbodens wirksam werden. Eine Wassertiefe von 3,00 m am

    Mnch soll nicht berschritten werden.

    Teichgeflle

    Das gnstigste Geflle der Teichsohle in Lngsrichtung des Teiches (Haupt-

    abzugsgraben) liegt bei 3 - 5 .

    Teichboden

    Kiesige Bden sind wegen ihrer Wasserdurchlssigkeit ungeeignet.

    Vorteilhaft sind lehmhaltige, gut mit Humus versorgte Bden, ungnstig sind

    Sand- oder Moorbden. Nachteilig sind Quellaustritte im Teich. Sie verhindern

    die vollstndige Trockenlegung und senken die Wassertemperatur ab.

    Die Fruchtbarkeit des Teichbodens kann durch Trockenlegung, Bodenbear-

    beitung und Dngung verbessert werden.

    2.2.7 Winterteich

    Winterteiche haben die Aufgabe, im Betrieb verbleibende Fische zu berwin-

    tern. Sie ermglichen gleichzeitig die winterliche Trockenlegung der Aufzucht-,

    Streck- und Abwachsteiche (Produktionsteiche).

  • 18

    Die Gesamtflche der Winterteiche richtet sich nach den betrieblichen Verhlt-

    nissen. Die Tiefe betrgt im Allgemeinen vor dem Mnch 1,80 m, nach Mg-

    lichkeit 2,00 m bis 2,50 m.

    Das Zulaufwasser muss hohen Anforderungen entsprechen, insbesondere soll

    es sauerstoffgesttigt sein und mglichst wenig sauerstoffzehrende Stoffe ent-

    halten, da der Sauerstoffeintrag aus der Luft nach dem Zufrieren der Teiche

    unterbunden ist. Es soll den Teich gleichmig und langsam diagonal durch-

    strmen. Der Zulauf sollte mindestes 2 l/s je ha betragen. Teiche mit Quell-

    austritten sind fr Winterungen nicht geeignet.

    Ansonsten gelten die in Nr. 2.2.6 aufgezeigten Grundstze.

    2.2.8 Hlterteich und Hlterbecken

    - Hlterteiche sind Teiche zur artgerechten Bereitstellung lebender Fische

    ohne oder mit geringer Zuftterung und dienen ihrer befristeten Haltung auf

    relativ geringem Raum. Sie sichern die Wirtschaftlichkeit des Betriebes.

    Teichflche: im Allgemeinen 200 m2 und grer

    Teichgeflle: 0,5 - 1,0 % und grer.

    Das Volumen der Hlterteiche richtet sich nach den betrieblichen Verhlt-

    nissen. Der Besatz kann, abhngig von den rtlichen Bedingungen und der

    Hlterzeit, zwischen 50 und 100 kg/m betragen.

    Das Zulaufwasser muss in ausreichender Qualitt und Menge zur Verf-

    gung stehen.

    Gnstig sind:

    pH-Wert: 6 - 8

    Temperatur: 2 C - 15 C

    Wassermenge: 1 - 2 l/s je t Fisch

    Der Teichboden soll nicht befestigt werden, der natrliche Untergrund ist zu

    belassen.

  • 19

    - Hlterbecken

    Die Abdeckungen und Wandungen von Hlterbecken sollen glatte Oberfl-

    chen (Holz, Metall oder Kunststoff) haben. Abdeckungen sollen mindestens

    0,3 m ber der Wasseroberflche liegen. Roste sind wegen der Verlet-

    zungsgefahr ungeeignet. Um das Springen der Fische zu vermeiden, wird

    empfohlen, die Becken abzudunkeln und den Wasserzulauf bodennah zu

    halten.

    2.3 Bauwerke

    2.3.1 Dmme

    Bschungsneigungen und Grndungen der Dmme sind nach den erdstati-

    schen Verhltnissen zu bemessen und auszufhren. Falls erforderlich, sind die

    Sicherheiten vor Grundbruch und Bschungsbruch, vor hydraulischem Grund-

    bruch und vor unzulssigen und ungleichmigen Setzungen nachzuweisen

    (siehe DIN 1054, DIN 4017 Blatt 1 und Blatt 2, DIN 19702, DIN 4084).

    Dammbaumaterial

    Rasen und Humus sind vor der Dammschttung abzutragen. Bei der Damm-

    schttung ist das zu erwartende Setzungsma zu bercksichtigen. Beim

    Dammbau ist dichtes Material ohne organische Bestandteile zu verwenden und

    eine Verzahnung der Dmme mit dem Untergrund herzustellen. Das Damm-

    schttmaterial ist gut zu verdichten.

    Dammoberflchen sind am besten durch geschlossene, dichte Grasnarben

    geschtzt. An wenig beanspruchten Dammflchen sind auch Magerrasen

    mglich.

    Gegen Bisambesiedlung bewhrt sich eine 20 bis 30 cm dicke Schutzauflage

    aus grobem Kies oder naturraumtypischen Wasserbausteinen.

    Zum Schutz gegen Biber und andere Whltiere knnen Sicherungen (z.B.

    Stahlmatten, Maschengitter) in die Dmme eingebaut werden. Sie drfen o-

    berflchlich nicht sichtbar sein .

  • 20

    Vorgegebene Dammberlaufmulden (Hochwassernotentlastungen) sind ge-

    sondert zu befestigen (Packlage, Rauhgerinne oder hnliches).

    Dammbschung

    - Wasserseitig hat sich bei kleinen Teichen eine Neigung von 1:1,5 und bei

    greren Teichen mit starkem Wellenschlag eine Neigung von 1:2 bewhrt.

    - Fr die luftseitige Dammbschung gengt im Allgemeinen eine Neigung von

    1:2. In besonderen Fllen (z.B. Anpassung an das Gelnde, Standsicher-

    heit) kann auch eine Neigung 1:3 und flacher erforderlich sein. Bermen er-

    hhen die Standsicherheit, erleichtern die Unterhaltung und dienen der

    landschaftsgerechten Einbindung. Teichecken, Bschungskehlen und kan-

    ten sind auszurunden. Auf ein flaches Ausziehen des Bschungsfues und

    einen bergangslosen Anschluss an das natrliche Gelnde ist zu achten.

    Auffahrten und Rampen sollten nicht steiler als 1:10 angelegt werden und

    drfen nicht in den Dammkrper einschneiden. Der luftseitige Dammfu

    muss so weit weg von der Bschungsoberkante des Gewssers liegen,

    dass eine ordnungsgeme Gewsserunterhaltung mglich ist und der

    Hochwasserabfluss schadlos abgeleitet werden kann. Am luftseitigen Fu

    des Querdammes sollte eine Mulde mit Drnung oder ein Graben mit Ge-

    flle zum Vorfluter angelegt werden, um eine Vernssung der unterhalb lie-

    genden Grundstcke durch Sickerwasser zu vermeiden.

    Dammkrone

    Breite

    - befahrbare Dmme: 4 m und breiter

    - sonstige Dmme: 2 m und breiter

    Befahrbare Dammkronen sollten mit einer ca. 20 cm starken Schotterauflage

    befestigt werden.

    Die Dmme sollen mit Mhgerten befahrbar sein. Zum Schutz biologisch be-

    deutsamer Gewsserrandzonen sollen die Uferbereiche gegebenenfalls nur

    auf drei Viertel ihrer Lnge gemht werden, wobei die gemhten und die nicht

  • 21

    gemhten Teilstcke wechseln. Mhgut darf nicht in kologisch wertvolle Be-

    reiche, z.B. angrenzende Feuchtgebiete, eingebracht werden. Beim Abfischen

    vor dem Mnch ist fr grere Teiche mglichst eine Einfahrtrampe in den

    Teich vorzusehen, so dass das Abfischen durch kurze Arbeitswege und den

    Einsatz von Gerten und Maschinen erleichtert wird.

    Freibord

    Der Freibord ist der Hhenunterschied zwischen Dammoberkante und Was-

    serspiegel. Er betrgt, je nach Gre des Teiches, Lage zur Hauptwindrich-

    tung, Bisamgefahr etc. in der Regel 0,3 bis 0,5 m.

    Im Ausnahmefall, wenn das Gewsser durch den Teich geleitet wird:

    0,5 bis 1,0 ber dem Wasserspiegel, der sich beim Auflaufen des Bemes-

    sungshochwassers auf das Stauziel des Teiches einstellt = auerordentliches

    Stauziel.

    2.3.2 Zulaufbauwerk

    Das Zulaufbauwerk regelt den Zufluss in die Teichanlage, den Restwasse-

    rabflu im Gewsser und stellt sicher, da keine Fische aus dem Teich ab-

    wandern bzw. keine Fremdfische in den Teich eindringen. Teichwasser darf

    hier nicht in das Fliegewsser zurcklaufen. Eine Staueinrichtung in Form

    einer Sohlgleite oder Sohlschwelle kann je nach Eigenart des Gewssers zu-

    gelassen werden, soweit der freie Fischzug dadurch nicht beeintrchtigt wird.

    Aus Grnden der Unterhaltung des Gewssers und der Zuflusssicherung ist

    zwischen Entnahmevorrichtung und Teich mglichst eine Rohrleitung zu verle-

    gen. Der Teicheinlauf ist so zu sichern, dass keine Auskolkungen in Teichb-

    schung oder -boden auftreten.

    Das Zulaufbauwerk ist bschungsgleich zu gestalten, so dass ein ungehinder-

    ter Wasserabfluss und ein freier Fischzug im Fliegewsser gewhrleistet sind.

  • 22

    Der Zulauf und die Leitungen innerhalb einer Anlage sind so anzulegen, dass

    Wirbeltiere nicht in Rohre oder Gruben gelangen knnen, aus denen kein Ent-

    weichen mglich ist.

    2.3.3 Umlaufgraben

    Fr eine ordnungsgeme Teichbewirtschaftung ist in der Regel ein Umlauf-

    graben erforderlich.

    Der Umlaufgraben dient zum Ableiten des nicht genutzten Wassers und

    - schtzt den Fischteich vor Hochwasser,

    - leitet berschssiges Wasser ab, das die Temperatur im Teich herabsetzen

    und die Nhrstoffbilanz ungnstig beeinflussen knnte (Ausschwemmen

    von Nhrstoffen bzw. berdngung),

    - ermglicht eine Wasserverteilung bei Teichketten,

    - ermglicht die Gefahrenabwehr bei Unfllen mit wassergefhrdenden

    Stoffen im Einzugsgebiet,

    - ermglicht die Trockenlegung der Teiche,

    - ermglicht die Durchgngigkeit des Fliegewssers.

    Der Umlaufgraben mit Vorland ist so zu bemessen, dass die Teichanlage

    durch Hochwasser nicht zerstrt wird und Oberlieger nicht beeintrchtigt wer-

    den.

    Ein ausreichender Freibord zu den Dmmen ist vorzusehen.

    Bei ausreichendem Sohlgeflle kann der Umlaufgraben zur Wasserversorgung

    tiefer gelegener Teiche und zum Abfischen herangezogen werden. Sohlram-

    pen, die auch der Sauerstoffanreicherung dienen, knnen die Schleppspan-

    nung verringern, so dass im Umlaufgraben keine Sohlbefestigung erforderlich

    wird.

  • 23

    2.3.4 Teichmnch

    Der Mnch ist die Stau- und Ablassvorrichtung des Teiches. Mit seiner Hilfe

    kann die Stauhhe reguliert und das Wasser aus verschiedenen Tiefenzonen

    abgezogen werden. Er verhindert, dass Fische aus dem Teich abwandern und

    Fremdfische in den Teich eindringen.

    Der Mnch ist fr den Betrieb des Fischteiches unerlsslich. Er ist an der

    tiefsten Teichstelle anzuordnen. Die Mnchsohle mu so tief liegen, da der

    Teich vollstndig abgelassen und trocken gelegt werden kann. Die Vorder-

    kante schliet mit dem wasserseitigen Bschungsfu ab.

    Um ein unbefugtes Verndern der Stauvorrichtung zu verhindern, muss der

    Teichmnch abschliebar sein. Bei einer greren Anzahl von Teichen ist es

    wirtschaftlich, Mnche mit einheitlichen Abmessungen einzubauen. Falls eine

    zulssige Stauhhe im Wasserrechtsverfahren festgesetzt wird, ist diese dau-

    erhaft kenntlich zu machen z. B. mit einem Kugelbolzen.

    2.3.5 Abfischanlage

    Das Teichsohlgeflle soll vor dem Mnch 3 % betragen.

    Eine vor dem Mnch angelegte und befestigte Abfischflche ist zweckmig,

    da sie schonendes Abfischen zult und Schlammabschwemmungen redu-

    ziert.

    Die Abfischanlage hinter dem Mnch ist arbeitssparend und betrieblich gnsti-

    ger. Sie schont die Fische, ermglicht ihre Sortierung und Suberung in einem

    Arbeitsgang, erleichtert den Abtransport der Fische und kann als kurzzeitige

    Hlterung dienen. Im Allgemeinen werden, bei Abwachsteichen ab ca. 0,5 ha

    und bei Winterteichen ab ca. 500 m2, Abfischanlagen hinter dem Mnch er-

    richtet.

  • 24

    Die Abfischanlage ist so auszufhren, dass stndiger Frischwasserzulauf wh-

    rend des Abfischens mglich ist. Das Frischwasser muss die Sauerstoffversor-

    gung der Fische sicherstellen (siehe Nr. 3.1.2), andernfalls ist Belftung erfor-

    derlich. Der Rckstau aus der Abfischanlage sollte im Teich eine Hhe von ca.

    0,3 m aufweisen. Das weitere Absenken wird ber die Staueinrichtung der Ab-

    fischanlage vorgenommen. Nur so ist eine schonende Entnahme der Fische

    bei geringstem Schlammaustrag zu erreichen.

    Um das Durchschleusen der Fische durch die Ablaufleitung zu erleichtern, ist

    diese im Mnch um rund 5 cm tiefer als die Mnchsohle zu verlegen. Der Ein-

    lauf ist muldenfrmig auszubilden.

    Sollen die Fische whrend des Abfischens sortiert werden, knnen Sortierre-

    chen mit unterschiedlichen Stababstnden eingebracht werden.

    Die Abfischanlage muss zur Verhtung von Unfllen abgesichert werden. Je

    nach Gre erfolgt dies durch trittsichere Abdeckung oder Gelnder. Zur Ab-

    fischanlage ist eine befestigte Zufahrt erforderlich.

    2.3.6 Absetzanlage

    Beim Abfischen wird Schlamm aus dem Teich ausgetragen (siehe auch Nr.

    2.6). Deshalb muss das Abfischen sehr sorgsam erfolgen um den Schlamm-

    austrag auf das unumgngliche Ma zu reduzieren.

    Bei gewsserschonendem Abfischen nach 2.6.2 und 2.6.3 ist im Regelfall kei-

    ne Absetzanlage erforderlich.

    Wenn durch das Abfischen besonders schtzenswerte Gewsser gefhrdet

    sind, knnen Absetzanlagen erforderlich sein.

    Solche Absetzanlagen sind auf den maximalen Teichabfluss whrend der Abfi-

    schung und eine Mindestabsetzzeit von 30 Min. zu bemessen. Als Schlamm-

    speicher sind zustzlich 20 m3 Inhalt vorzusehen.

  • 25

    Der abgesetzte Schlamm ist so zu beseitigen, dass Gewsser nicht verunrei-

    nigt und Feuchtflchen nicht beeintrchtigt werden. Zweckmig ist die land-

    wirtschaftliche Verwertung wenige Tage nach der Abfischung.

    2.3.7 Ablaufleitung

    Die Ablaufleitung beginnt im Teichmnch, quert den Damm und endet in der

    Abfischanlage oder im Fliegewsser. Sie ist statisch ausreichend zu bemes-

    sen. Der Rohrgraben ist sorgfltig zu verfllen und zu verdichten. Auf gen-

    gend Vorflut ist zu achten, insbesondere muss der Teich vllig ablassbar sein.

    Der Durchmesser der Ablaufleitung richtet sich nach den hydraulischen Erfor-

    dernissen, jedoch sollte ein Mindestdurchmesser von DN 200, mit Abfischan-

    lage hinter dem Mnch von DN 300, nicht unterschritten werden.

    Das Geflle der Ablaufleitung ist den rtlichen Vorflutverhltnissen anzupas-

    sen. Gnstig ist ein Geflle zwischen 5 und 15.

    Sollen Ablaufleitungen gelegentlich Hochwsser aufnehmen, so sind im Be-

    reich der Einmndung Bschungen und Sohle des Fliegewssers mit Was-

    serbausteinen zu befestigen.

    2.3.8 Entlastungsanlage

    Bei stndig durchflossenen Teichanlagen ist eine Entlastungsanlage mit einer

    in Beton oder Erdbauweise ausgefhrten Schwelle entsprechender Breite und

    Hhenlage unterhalb der Dammkrone herzustellen, ber die das Hochwasser

    abflieen kann.

    Entlastungsanlage und nachfolgendes Entlastungsgerinne sind in ihrer hydrau-

    lischen Leistungsfhigkeit aufeinander abzustimmen. Wenn eine Befestigung

    des Vorfluters nicht gengt, so ist dem Entlastungsgerinne ein Tosbecken

    nachzuschalten. Die Ausfhrungen der Nr. 2.3.7 gelten entsprechend.

  • 26

    Liegt der Teich oberhalb von schtzenswerten Objekten (z.B. Bebauung, Stra-

    en u..), so sind Entlastungsanlagen und nachfolgendes Gerinne mindestens

    auf ein hundertjhrliches Hochwasser (HQ100) auszulegen.

    Abhngig vom Gefhrdungspotenzial der Teichanlage kann von der Bemes-

    sung nach oben oder unten abgewichen werden.

    Die Entlastungsanlage ist so zu bemessen, dass noch ein Freibord von 0,5 bis

    1,0 m zwischen Dammkrone und dem Wasserspiegel, der sich beim Auflaufen

    des Bemessungshochwassers auf den bis zum Stauziel (Oberkante Mnch-

    berfall) gefllten Teich ergibt, eingehalten wird.

    In einfachen Fllen kann der Mnch als Entlastungsanlage ausgebildet wer-

    den, in dem er mit einem Rost aus Lngsstben, Stabzwischenraum 3 - 5 cm,

    abgedeckt wird. Gleichzeitig ist seitlich des Dammes in gewachsenem Boden

    eine ausreichend breite Mulde als Entlastungsanlage anzulegen, die nach Be-

    darf zu befestigen ist.

    2.4 Gerte- und Lagerrume, Hlterhuser, Betriebswege,Einzunungen

    Fr Teichanlagen ab 1 ha Wasserflche werden in der Regel Htten zur Lage-

    rung von Dnge- und Futtermitteln, Gerten sowie zur Fischhlterung (Hlter-

    haus) bentigt, wenn geeignete Lagerungsmglichkeiten im Umkreis von ca.

    2 km nicht vorhanden sind. Sie sollen in ortsblichem Baustil errichtet und in

    die Landschaft eingebunden werden.

    Als Anhaltspunkt fr die Gre soll eine vierteljhrliche Anlieferung der erfor-

    derlichen Betriebsmittel zu Grunde gelegt werden. Zustzlich soll der Platzbe-

    darf fr die Gerte bercksichtigt werden, die in einer geschlossenen Htte

    untergebracht werden mssen.

    Befestigte Wege sollen nur in unbedingt erforderlichem Umfang im und um

    den Teichanlagenbereich angelegt werden, da sie sich in der Landschaft in

    kologischer und visueller Hinsicht hufig als Trennelemente erweisen.

  • 27

    Soweit die Fischteichanlagen im Auenbereich errichtet werden, sollen Wege

    mit wassergebundener Decke ausgefhrt werden. Groe Teiche sollen zumin-

    dest an drei Seiten befahrbar sein. Einzunungen in der freien Landschaft sind

    grundstzlich zu vermeiden. Ist eine Einzunung unumgnglich, soll sie so weit

    von der Grundstcksgrenze zurckversetzt werden, dass sie durch eine ent-

    sprechende Vorpflanzung abgedeckt werden kann.

    Htten und Einzunungen bestimmter Gre sind nach dem Baurecht geneh-

    migungspflichtig. Dies kann auch nach naturschutzrechtlichen Verordnungen

    (z.B. Landschaftsschutz- und Naturparkverordnungen) der Fall sein. Die Be-

    lange des Hochwasserschutzes sind zu beachten siehe 1.4.

    2.5 Teichberspannung

    Zum Schutz vor fischfressenden Vgeln kann es erforderlich sein, Karpfentei-

    che, vor allem Winter- und Hlterteiche zu berspannen.

    Zu empfehlen sind bewhrte standardisierte berspannungen, die sich unauf-

    fllig in die Landschaft einfgen.

    Bau- und naturschutzrechtliche Genehmigungen knnen erforderlich sein.

    Nheres regeln die Vollzugshinweise des Bayerischen Staatsministeriums fr

    Landesentwicklung und Umweltfragen zur naturschutz- und waffenrechtlichen

    Behandlung von Vergrmungsmanahmen sowie zur baurechtlichen Beurtei-

    lung und finanziellen Frderung von Teichberspannungsmanahmen im Zu-

    sammenhang mit Kormoranen vom 15.12.1998 - siehe Anlage 8.

  • 28

    2.6 Gewsserschutz

    2.6.1 Teichhygiene und Behandlung von Fischen

    Der Einsatz medizinischer Wirkstoffe unterliegt tierrztlicher Kontrolle und Ver-

    antwortung. Im Zuge einer Behandlung ist darauf zu achten, dass gewsser-

    schdliche Wirkungen unterbleiben.

    Die Vorschriften der Fischseuchen-Verordnung sind zu beachten.

    2.6.2 Abfischen vor dem Mnch

    Das Abfischen muss sorgfltig geschehen, um die Fische zu schonen und

    Schlammausschwemmungen zu vermeiden.

    Folgende Vorgehensweise ist angeraten:

    - Absenken des Wasserspiegels auf eine Wassertiefe, die ein Abfischen mit

    dem Zugnetz ermglicht,

    - Schlieen des Mnchs,

    - Abfischen mit dem Zugnetz und Entnahme der Fische aus dem Teich,

    - ca. 30 Min. Wartezeit zum Absetzen des Schlammes,

    - Langsames Ausleiten der Restwassermenge,

    - Entnehmen des vor dem Mnch abgesetzten und mglicherweise noch

    zuflieenden Schlammes (z.B. mit Schlammpumpe oder Vakuumfa) und

    landwirtschaftliche Verwertung.

    2.6.3 Abfischen hinter dem Mnch

    - Absenken des Wasserspiegels im Teich,

    - Fllen der Abfischanlage, Herausnahme der restlichen Staubretter aus dem

    Mnch,

    - weiteres langsames Absenken des Wasserspiegels ber die Staueinrich-

    tung der Abfischanlage, Frischwasserbeschickung.

  • 29

    - schonende Entnahme der Fische aus der Abfischanlage bis zur vollstndi-

    gen Entleerung des Teiches.

    2.7 Teichrumung

    2.7.1 Notwendigkeit

    Strker besetzte Streck- und Abwachsteiche, die nach dem Abfischen lngere

    Zeit vollstndig entwssert liegen bleiben, landen nur geringfgig auf. Jedoch

    sind hier in verstrktem Ausma Bschungsschden zu beobachten, die stn-

    dige Aufwendungen verursachen.

    Brutstreck- und Brutvorstreckteiche sowie schwach besetzte Streck- und Ab-

    wachsteiche verlanden allmhlich, ohne dass grere Schden an den Teich-

    bschungen auftreten. Bei Anlagen mit Umlaufgraben ist etwa alle 10 Jahre

    mit einer teilweisen Entlandung zu rechnen.

    2.7.2 Belange des Naturschutzes

    Durch eine Teichrumung knnen die im Uferbereich der Teiche angesiedelten

    naturnahen Lebensgemeinschaften gestrt oder beseitigt werden. Zur Vermei-

    dung schwerwiegender nachhaltiger Schdigungen sollen in Abhngigkeit vom

    Einzelfall folgende Arbeitsverfahren angewandt werden:

    - Bei einzeln liegenden Fischteichen soll zumindest in Teilabschnitten (ca.

    10 % der Gesamtuferlnge) der Uferbewuchs erhalten bleiben. Hierdurch

    kann eine zeitweilig vllige Beseitigung vermieden werden.

    - Bei einer Teichgruppe sollen nicht alle Teiche in einem Jahr gerumt wer-

    den.

    - Wenn das Aushubmaterial in die Teichdmme eingebaut werden mu, ist

    eine Einbindung in das umgebende Gelnde zu gewhrleisten. Die Ablage-

    rung des Aushubmaterials darf nicht in kologisch wertvollen Bereichen,

  • 30

    wie z.B. angrenzenden Feuchtgebieten, erfolgen. Eine landwirtschaftliche

    Verwertung ist anzustreben.

    - Eine Teichrumung darf nicht whrend der Vogelbrutperiode, d.h. vom

    01.03. bis 31.07. durchgefhrt werden.

  • 31

    3 F O R E L L E N T E I C H E

    In den Forellenteichen werden die Regenbogenforelle, die Bachforelle, der

    Bachsaibling und andere Salmoniden gehalten. Zur Gewhrleistung ihrer art-

    gerechten Haltung sind die nachstehend aufgefhrten Grundstze zu beach-

    ten.

    3.1 Wasserbeschaffenheit und Zufluss

    Salmoniden stellen an Qualitt und Menge des Zulaufwassers hohe Anspr-

    che:

    - unbelastet oder hchstens mig belastet ,

    - Temperaturen im Sommer zwischen 8 und 18 C,

    - Sauerstoffgehalt nahe dem Sttigungswert,

    - pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0,

    - Eisengehalt weniger als 0,5 mg/l,

    - Gehalt an freier Kohlensure weniger als 25 mg/l,

    - Ammoniak weniger als 0,02 mg/l NH3

    Gre und Nutzung einer Teichanlage richtet sich nach dem Zufluss.

    Bei der Beurteilung des Zuflusses sind die Erfordernisse einer ordnungsgem-

    en Teichwirtschaft den Rechten Dritter, den Ansprchen des Fischbestandes

    im Wasserlauf und den Belangen des Natur- und Gewsserschutzes gegen-

    berzustellen.

    Meist ist der verfgbare Zufluss begrenzender Faktor fr Gre und Nutzung

    einer Forellenteichanlage. Siehe Ziffer 1.2.

  • 32

    3.2 Teichtypen

    3.2.1 Brutanlagen und Brutaufzucht

    Forellen werden in Brutanlagen, meist Bruthusern vermehrt.

    Zur Bruterzeugung und Brutaufzucht ist eine relativ geringe Wassermenge ho-

    her Qualitt erforderlich.

    In der Regel ist Grund- oder Quellwasser mit zustzlicher Wasseraufberei-

    tung, wie Belftung und Entgasung, notwendig.

    Der Grundwasserentnahme ist der Vorzug zu geben siehe Nr. 1.2 kologi-

    sche Belange.

    Die Forellenbrut wird meist in Rundbecken oder Langstromrinnen aufgezogen,

    deren Gre dem Wirtschaftsziel der Teichanlage anzupassen ist.

    3.2.2 Teiche

    Teichgre und Zufluss sind so aufeinander abzustimmen, dass mindestens

    ein Wasseraustausch in 48 Stunden erfolgt.

    Der Teich ist am Mnch ca. 2,0 m tief.

    Das Teichgeflle betrgt mindestens 3 - 5 .

    In Erdteichen sollte eine Kiesauflage aufgebracht werden.

    Wasserseitige Bschungen knnen befestigt werden (z.B. Wasserbausteine,

    Schotter, Beton).

    Das bei der Reinigung der Teiche anfallende Reinigungswasser muss behan-

    delt werden siehe Nr. 3.6.2.

    3.2.3 Fliekanle

    Fliekanle sind schnell durchstrmte Teiche mit Wasserspiegelbreiten von

    3 - 6 m und einer max. Lnge von 200 m. Unterteilungen sind zweckmig.

    Je nach Produktionsziel knnen Fliekanle in Erd- oder Betonbauweise er-

    richtet werden. Erdkanle bieten sich bei der Aufzucht von Satzfischen an.

  • 33

    Eine Betonsohle sollte vermieden werden.

    Das Sohlgeflle in Lngsrichtung soll ca. 3 betragen.

    Die Regeltiefe betrgt ca. 1 m.

    Zur Sicherung der Fischproduktion ist eine Fliegeschwindigkeit von ca. 3 cm/s

    erforderlich. Hoher Fischbesatz und starke Strmung knnen Ablagerungen

    auf der Sohle verhindern.

    Das bei der Reinigung des Fliekanales anfallende Reinigungswasser muss

    behandelt werden siehe Nr. 3.6.2.

    3.2.4 Hlterungen

    Die betriebszugehrige Hlterung ohne Ftterung dient der Qualittsverbesse-

    rung und -sicherung der Speisefische und der Vorbereitung des Verkaufs von

    Satzfischen.

    Es kann zweckmig sein, die Hlterung in Betriebsgebude einzubinden.

    Das Zulaufwasser einer Hlterung muss den Anforderungen nach Nr. 3.1 ent-

    sprechen.

    Eine Behandlung des bei der Beckenreinigung anfallenden Wassers ist im Re-

    gelfall nicht erforderlich.

    3.3 Bauwerke

    Die Ausfhrungen in Nr. 2.3. gelten sinngem.

    3.3.1 Dmme

    Das von Forellenteichen bei Hochwasser ausgehende Gefhrdungspotenzial

    ist deutlich kleiner als bei Karpfenteichen. Dies kann sich auf die Bemessung

    der Anlagenteile auswirken.

    Aus teichwirtschaftlichen Grnden sollte die wasserseitige Bschung steiler als

    1 : 1,5 sein. Zur Sicherung der Standfestigkeit sind die Bschungen zu befesti-

  • 34

    gen - vorzugsweise mit landschaftstypischen Materialien Die Befestigungen

    sollen nicht die Bschungskrone bilden oder sie berragen.

    3.3.2 Zulaufbauwerk

    Der Wasserzulauf ist mglichst so zu gestalten, dass eine Sauerstoffanreiche-

    rung stattfindet und der Teich mglichst gleichmig durchstrmt wird.

    3.3.3 Teichmnch oder Standrohre

    Fr Forellenteiche gengen meist Mnche mit geringeren Abmessungen als

    bei Karpfenteichen, oder ggf. Standrohre aus Kunststoff. Um das Ansaugen

    von Personen durch die Ablaufffnungen in grerer Wassertiefe zu verhin-

    dern, sind dabei Bogen und Standrohr mit Dichtringen zu verbinden. Erfah-

    rungsgem ist dann ein unbeabsichtigtes Abziehen des Standrohres beim

    Umlegen nicht mehr zu befrchten.

    Auerdem mssen die Standrohre am oberen Rand waagerechte Schlitze

    aufweisen, ber die der Abfluss erfolgt. Bewhrt haben sich z.B. bei NW 200

    drei 130 mm breite und 80 mm hohe Schlitze im Abstand von 60 - 70 mm vom

    oberen Rohrrand. Die Ansaugkrfte am offenen Rohrende sind in diesem Fall

    nur noch sehr gering. Zwischen den Schlitzen bleiben Stege von 60 - 70 mm

    Breite stehen, die die erforderliche Stabilitt gewhrleisten.

    Standrohre sind nur in stndig berwachten Anlagen betriebssicher einzuset-

    zen.

    3.3.4 Abfischanlage

    Abfischanlagen, wie unter Nr. 2.3.5 beschrieben, sind in der Forellenteichwirt-

    schaft nicht blich. Forellenteiche werden hauptschlich mit dem Zugnetz ab-

    gefischt. Zum Einsatz kommen auch Frderschnecken oder Fischpumpen.

  • 35

    3.3.5 Absetz- und Filteranlagen

    Teiche und langsam durchflossene Rinnen wirken als Absetzbecken. Die Be-

    lastung des Durchlaufwassers ist in der Regel so gering, dass eine Behand-

    lung in den meisten Fllen unterbleiben kann.

    In Teichanlagen mit hoher Besatzdichte bzw. Produktionsintensitt kann je

    nach Betriebsweise auch das Durchlaufwasser strker belastet sein. In schnell

    durchflossenen Fliekanalanlagen werden Feststoffe rasch aus den Anlagen

    verfrachtet. In beiden Fllen ist zur Einhaltung von Grenzwerten eine Reini-

    gung des gesamten Durchlaufwassers, zumindest whrend der Hauptprodukti-

    onszeit, unerlsslich.

    Dazu stehen zwei verschiedene Verfahren zur Verfgung:

    (Schematische bersicht siehe Anlage 5)

    - Absetzanlagen

    In gleichmig durchstrmten Absetzteichen setzen sich absetzbare Stoffe

    am Grund ab. Die Reinigungsleistung steigt mit zunehmender Verweildauer

    des Durchlaufwassers. In der Regel wird eine Absetzzeit von ca. 30 Minu-

    ten ausreichen. In vielen Fllen, z.B. bei Fliekanalanlagen, wird in deutlich

    krzerer Zeit eine sehr gute Absetzwirkung erreicht, wenn die Kotpartikel

    frisch sind und eine noch feste Konsistenz aufweisen.

    Die einzelnen Absetzteiche sollten nicht zu gro gebaut werden, um eine

    schnelle und gut technisierbare Schlammrumung (z.B. mit Vakuumfass o-

    der Schlammpumpe, bzw. im getrockneten Zustand mit Bagger oder

    Frontlader) zu ermglichen. Bei hheren Durchlaufmengen sind mehrere

    kleinere Becken vorteilhaft. Der bei der Reinigung des Durchlaufwassers

    anfallende Schlamm ist in bestimmten Abstnden abzuziehen, die im was-

    serrechtlichen Bescheid festgelegt werden. Je hufiger Schlamm entnom-

    men wird, desto hher ist die Betriebssicherheit der Anlage. Die Rumung

    des Absetzbeckens ist so rechtzeitig durchzufhren, dass die erforderliche

    Verweildauer stets eingehalten wird. Eine hufig wiederkehrende

    Schlammentnahme verhindert die Rcklsung von Nhrstoffen. Whrend

    der

  • 36

    Schlammrumung kann das Durchlaufwasser aus den Fischteichen unge-

    klrt in den Vorfluter flieen. Der Schlamm aus dem Absetzbecken wird im

    Regelfall direkt landwirtschaftlich verwertet oder in ein Schlammbecken zur

    weiteren Eindickung verbracht.

    Absetzanlagen haben den Vorteil geringerer Investitionskosten. Sie erhal-

    ten keinen Fischbesatz.

    Ab einem Wasserdurchfluss von ca. 100 l/s ist der Einsatz einer platzspa-

    renden Filteranlage zu prfen.

    - Filtration

    Mikrosiebe mit Maschenweiten von ca. 60 m (z.B. Triangelfilter, Bandfilter,

    Siebtrommelfilter oder Diskfilter) entfernen Feststoffpartikel und darin ent-

    haltene Pflanzennhrstoffe wie Phosphor aus dem Durchlaufwasser. Die

    Reinigungswirkung von Mikrosieben ist vor allem bei abfiltrierbaren Stoffen

    gut. Das anfallende Splwasser ist erst nach einer Eindickung (z.B. in

    Schlammbecken, Absetztrichter oder hnliches) landwirtschaftlich verwert-

    bar.

    Vorteilhaft ist der geringe Platzbedarf der Filteranlage. Aufgrund des tech-

    nischen Aufwandes und der hohen Investitionskosten ist die Mikrosiebfiltra-

    tion nur groen Forellenteichbetrieben zu empfehlen.

    3.3.6 Ablaufleitung

    Die Ausfhrungen in Nr. 2.3.7 gelten sinngem.

    3.4 Gerte- und Lagerrume, Betriebswege, Einzunungen

    Fr Forellenanlagen, die Produktionszwecken dienen, knnen Einzunungen

    und Htten zur Lagerung von Futtermitteln und Gerten erforderlich sein, wenn

    die Produktionsmenge im Jahr wenigstens 500 kg Fische betrgt und geeig-

    nete Lagerungsmglichkeiten im Umkreis von ca. 2 km nicht vorhanden sind.

  • 37

    Sie sollen im ortsblichen Stil errichtet und mit der Teichanlage in die Land-

    schaft eingebunden werden.

    Htten und Einzunungen bestimmter Gre sind nach Baurecht genehmi-

    gungspflichtig. Sie knnen auch nach naturschutzrechtlichen Schutzverord-

    nungen (z.B. Landschaftsschutz- und Naturparkverordnungen) genehmigungs-

    pflichtig sein. Die Belange des Hochwasserschutzes sind zu beachten.

    Siehe 1.4.

    Planungsgrundlage fr die Gre der Htte ist die vierteljhrliche Anlieferung

    des erforderlichen Futters. Zustzlich soll der Platzbedarf fr Gerte berck-

    sichtigt werden.

    Im brigen gelten die Ausfhrungen in Ziffer 2.4 sinngem.

    Zufahrt und teilweise auch innerbetriebliche Wege mssen fr Lastkraftwagen

    befahrbar sein.

    3.5 Teichberspannung

    Zum Schutz vor fischfressenden Vgeln kann es erforderlich sein, Forellentei-

    che zu berspannen.

    Zu empfehlen sind bewhrte standardisierte berspannungen, die sich unauf-

    fllig in die Landschaft einfgen.

    Bau- und naturschutzrechtliche Genehmigungen knnen erforderlich sein.

    Nheres regeln die Vollzugshinweise des Bayerischen Staatsministeriums fr

    Landesentwicklung und Umweltfragen zur naturschutz- und waffenrechtlichen

    Behandlung von Vergrmungsmanahmen sowie zur baurechtlichen Beurtei-

    lung und finanziellen Frderung von Teichberspannungsmanahmen im Zu-

    sammenhang mit Kormoranen vom 15.12.1998 - siehe Anlage 8.

  • 38

    3.6 Gewsserschutz

    3.6.1 Teichhygiene und Behandlung von Fischen

    Der Einsatz medizinischer Wirkstoffe unterliegt tierrztlicher Kontrolle und Ver-

    antwortung. Bei der Desinfektion von Fischeiern, Gerten, Becken und Tei-

    chen sind Herstellerangaben und rechtliche Vorgaben einzuhalten. Auf eine

    gewsserunschdliche Entsorgung der eingesetzten Stoffe ist zu achten. Die

    Fischseuchen-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Au-

    gust 1998 (Bundesgesetzblatt BGBl S. 2175, 2669) ist zu beachten.

    3.6.2 Behandlung des Reinigungswassers

    Beim Entleeren von Forellenteichen fllt, vor allem gegen Ende des Ablassens,

    stark organisch belastetes Reinigungswasser an, das nicht in das Fliegews-

    ser gelangen darf, sondern gewsserunschdlich entnommen werden muss.

    Zweckmig ist die Entnahme mit einem Vakuumfass zur direkten landwirt-

    schaftlichen Verwertung. Daneben ist auch die weitere Eindickung in einem

    Schlammbecken mglich. Wenn das natrliche Geflle zur Ableitung in ein

    Schlammbecken nicht ausreicht, knnen Schlammpumpen eingesetzt werden.

    Das Klarwasser aus dem Schlammbecken kann ber Filterschchte in das Ab-

    setzbecken oder in die Filteranlage bzw. direkt in den Bach abgeleitet werden.

    Wo mglich sollten zwei Becken gebaut werden, die im Wechsel gefllt werden

    bzw. abtrocknen knnen siehe Anlage 4.

    3.6.3 Behandlung des Durchlaufwassers

    Die Belastung des Vorfluters hngt vor allem von der Intensitt der Fischpro-

    duktion ab, d.h. vom jhrlich erzeugten Fischzuwachs in kg je l/s Zulaufwasser.

    Die Einstufung der Betriebe in drei Intensittsstufen ergibt sich aus dem jhrli-

    chen Futtermittelverbrauch und der Wasserzulaufmenge nach Wasserrechts-

    bescheid.

  • 39

    Die wasserwirtschaftlichen Anforderungen orientieren sich an der Bayer.

    Fischgewsserqualittsverordnung (BayFischGewV) und den Qualittsanspr-

    chen der Gewssergte gem Landesentwicklungsprogramm (LEP).

    - Intensittsstufe I :Futtermittelverbrauch bis 150 kg je l/s Zulaufwasser

    Bei dieser Intensittsstufe ist von einer geringen Belastung des Vorfluters

    auszugehen. Absetz- oder Filteranlagen sind im Regelfall nicht erforderlich.

    - Intensittsstufe II :Futtermittelverbrauch bis 500 kg je l/s Zulaufwasser

    Um die Einhaltung von Grenzwerten (siehe Anlage 1) und die Vorbelastung

    des Zulaufwassers zu dokumentieren, sind der Zu- und Ablauf vom Teich-

    wirt zu untersuchen. Bei ungnstigem Ftterungs- und Wassermanagement

    kann der Einsatz von Absetz- oder Filteranlagen notwendig sein. Die Ent-

    scheidung ber die Einrichtungen zur Behandlung des Durchlaufwassers

    trifft der Teichwirt.

    - Intensittsstufe III :Futtermittelverbrauch ber 500 kg je l/s Zulaufwasser.

    Die Intensittsstufe III beschreibt einen Futtermittelverbrauch ber 500 kg je

    l/s Zulaufwasser und ist unter Zuhilfenahme aller Mglichkeiten zur Optimie-

    rung der Ftterungstechnik und des Wassermanagements hinsichtlich des

    Produktionsvolumens nach oben hin offen.

    Ein Futtermittelverbrauch ber 500 kg je l/s bedingt hhere Belastungswerte

    als nach der Intensittsstufe II (siehe Anlage 1) zulssig.

    Die Grenzwerte orientieren sich an den Standortverhltnissen und werden

    im wasserrechtlichen Verfahren im Einvernehmen mit der Fachberatung fr

    Fischerei im Einzelfall geprft. Die mgliche Produktionsintensitt hngt von

    Entnahmemenge, Wasserfhrung und Qualitt des genutzten Fliegews-

    sers ab.

  • 40

    Um die Einhaltung von Grenzwerten und die Vorbelastung des Zulaufwas-

    sers zu dokumentieren, sind der Zu- und Ablauf vom Teichwirt vier mal pro

    Jahr zu untersuchen. Im Regelfall sind in Fliekanalanlagen Absetz- oder

    Filtereinrichtungen erforderlich siehe Anlage 5. Gleiches gilt bei sehr ho-

    her Produktionsintensitt bzw. Fischdichte auch bei Teichen und langsam

    durchflossenen Rinnen. Die Entscheidung ber die Einrichtungen zur Be-

    handlung des Durchlaufwassers trifft der Teichwirt.

    Es gibt vielfltige Mglichkeiten, die Belastung des Durchlaufwassers zu redu-

    zieren. Jeder Teichwirt ist dazu angehalten, seine innerbetrieblichen Mglich-

    keiten im Hinblick auf kologische und konomische Vorteile auszuschpfen.

    - Dazu gehrt der gezielte und bedarfsgerechte Einsatz umweltschonender

    Futtermittel (bester Futterquotient, geringer Eiweigehalt, P-Gehalt 7 mg/l).

    - Das bei der Teichreinigung anfallende Reinigungswasser ist umweltscho-

    nend zu entnehmen und zu verwerten (z.B. auf landwirtschaftlichen Fl-

    chen).

    - Das Durchlaufwasser aus den Teichen ist bei geringer Produktionsintensitt

    im Regelfall gering belastet und bedarf keiner weiteren Reinigung. Knnen

    die festgelegten Grenzwerte jedoch nicht eingehalten werden, sind geeig-

    nete Absetz- oder Filteranlagen (siehe Pkt. 3.3.5) einzubauen.

    - Fr die Nachrstung von Reinigungsanlagen sollte bei der Bauplanung be-

    reits ausreichend Platz freigehalten werden.

    - Der im Absetzbecken anfallende Schlamm ist in kurzen Abstnden abzu-

    ziehen. Die Rumungshufigkeit wird im wasserrechtlichen Bescheid fest-

    gelegt. Dabei werden die Angaben des Teichwirts zur Bewirtschaftung im

    Wasserrechtsantrag bercksichtigt.

  • 41

    4 B E R W A C H U N G

    4.1 Eigenberwachung

    Grundlage der Eigenberwachung sind fachliche Kenntnisse und der wasser-

    rechtliche Bescheid. Je nach Anlagentyp und Produktionsintensitt (siehe

    Punkt 3.6.3) ist eine differenzierte Eigenberwachung durch den Betreiber

    nach Magabe des Bescheides erforderlich. Alle Teichwirte haben ein Be-

    triebstagebuch (siehe Anlagen 2 und 3) zu fhren, das in der Regel die nach-

    folgend aufgefhrten Aufzeichnungen umfasst:

    Karpfenteiche

    - Beginn und Ende der Bespannung (Datum)

    - Tag der Abfischung (Datum)

    - Wasserentnahme aus dem Fliegewsser zum Ausgleich der Verdunstung

    (Datum, Dauer der Entnahme)

    - Anlagenberprfung hinsichtlich der Standsicherheit der Bauwerke,

    mindestens jhrlich bzw. nach jedem Hochwasser.

    Forellenteiche

    - Futtermittelbezug (im Kalenderjahr oder im Wirtschaftsjahr fr Buchfh-

    rungsbetriebe)

    - Schlammentnahme (Datum, Entnahmestelle, Menge, Verwertung)

    - Einbringen von Desinfektionsmitteln oder medizinischen Wirkstoffen (Da-

    tum, Art, Menge, Grund)

    - Betriebe der Intensittsstufe II und III: Wasseruntersuchungen am Zu- und

    Ablauf (siehe Anlage 1)

    Die Ergebnisse der Eigenberwachung sind festzuhalten, einschlielich der

    Belege 3 Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der Kreisverwaltungsbehr-

    de, dem Fachberater fr Fischerei bzw. dem Wasserwirtschaftsamt vorzule-

    gen.

  • 42

    4.2 Behrdliche berwachung

    Die Kreisverwaltungsbehrden und die Wasserwirtschaftsmter berwachen

    die Teichanlagen in ihrem Aufgabenbereich.

    Die Kreisverwaltungsbehrde stellt fest, ob ein wasserrechtlicher Bescheid vor-

    liegt und berwacht in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt, ob die

    Eigenberwachung ordnungsgem durchgefhrt wird.

    Das Wasserwirtschaftsamt berwacht die Teichanlagen stichprobenartig, ob-

    jektbezogen und nach pflichtgemem Ermessen in der Regel aus besonde-

    rem Anla und in wasserwirtschaftlich empfindlichen Gebieten. Dabei prft das

    Wasserwirtschaftsamt insbesondere den Zulauf und Ablauf und bei der Eigen-

    berwachung vor allem die Aufzeichnungen zu Futtermittelverbrauch und

    Schlammentnahme einschlielich der ordnungsgemen Verwertung des

    Schlammes.

    Unabhngig davon stellt jedes Wasserwirtschaftsamt das biologische Zu-

    standsbild der Gewsser fest.

  • Stand Juni 2001

    Anlage 1

    Wasseruntersuchungen und Grenzwerte bei Forellenteichen

    Bei Betrieben der Intensittsstufen II und III wird bei der Eigenberwachung neben anderenDaten auch die Belastung des Ablaufwassers dokumentiert :

    - Die nachstehenden Werte fr die zu untersuchenden Parameter beziehen sich auf dieDifferenz von Ab- und Zulauf und gelten fr Betriebe der Intensittsstufe II. BSB5 aus dem Rohwasser: 3 mg/l

    Bestimmung nach DIN EN 1899-2 (ehem. DIN 38409-H52) Abfiltrierbare Stoffe 15 mg/l

    Bestimmung mit Hilfe von Glasfaserfiltern nach DIN 38409-H2-3Die zustndigen Stellen knnen die Grenzwerte je nach Gefhrdungspotenzial fr dasFliegewsser nach oben oder unten anpassen.Hhere Grenzwerte fr Betriebe der Intensittsstufe III sind den Standortverhltnissenentsprechend im Einvernehmen mit der Fachberatung fr Fischerei im Einzelfall festzu-setzen.

    - Die Probenahmestellen fr die Zu- und Ablufe sind im Bescheid festzulegen.- In der Intensittsstufe II sind 2, in der Stufe III sind 4 Messungen pro Jahr in der Haupt-

    produktionszeit durchzufhren.- Bei den Messungen handelt es sich um 2-Stunden-Mischproben (im Abstand von 15 Min.

    achtmal geschpft, gemischt und daraus einmal gemessen), die ab Beginn der Ftterungzu entnehmen sind.

    - Hinweis zu den abfiltrierbaren Stoffen:In hinreichend harten Wssern kommt es whrend des Durchgangs durch Fischzuchtanlagen zurAusfllung erheblicher Mengen Calciumcarbonat. Dieses setzt sich zum Teil in den Teichen ab,erscheint aber auch als Teil der abfiltrierbaren Substanz im Ablauf und meist mit einem noch nichtso hohen Gehalt bereits im Zulauf.

    Um dem Rechnung zu tragen, wird vorgeschlagen, die DIN-Vorschrift um einen Schritt der Pro-benvorbereitung zu ergnzen :Die Probe wird vor dem Filtrieren mit verdnnter Salzsure langsam unter Umrhren auf einen pH-Wert von ca. 4,0 gebracht. Damit werden alle Kalkkristalle aufgelst. Nach ca. 10 Minuten Stand-zeit sollte der pH-Wert ggf. nochmals nachkorrigiert werden. (Bei hheren pH-Werten ist die Aufl-sung des Kalkes nicht sichergestellt; bei deutlich niedrigeren pH-Werten knnten hydrolytisch be-dingte Gewichtsverluste auftreten.)

    Bevorzugt in Hochwassersituationen auftretende starke tonige Eintrbungen des Zulaufs knnenmit dieser Methode nicht korrigiert werden. Die Teichanlage wirkt hier teilweise absetzend. SolcheSituationen knnen durch eine entsprechende Formulierung ber den Zeitpunkt der Probenahmeausgeschlossen werden.

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    Anlage 2

    TeichbauempfehlungenStand: Juni 2001

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    Anlage 3

    TeichbauempfehlungenStand: Juni 2001

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  • Anlage 8

    berspannung von Teichen

    Vollzugshinweise des Bayerischen Staatsministeriums fr Landesentwicklung und Umweltfragenzur naturschutz- und waffenrechtlichen Behandlung von Vergrmungsmanahmen sowie zur bau-rechtlichen Beurteilung und finanziellen Frderung von Teichberspannungsmanahmen im Zu-sammenhang mit Kormoranen vom 15.12.1998

    Auszug:

    4.1.1 berspannungsanlagen

    Fr berspannungsanlagen, welche an Teichwirtschaften als wirksame Schutzmanahmen gegen denKormoraneinfall anerkannt sind, gelten die nachfolgenden Grundstze:

    - Der berufsmigen Binnenfischerei dienende Anlagen zur berspannung von Teichwirtschaften zurAbwehr fischfressender Vgel sind - auch in der Ausfhrung als Total- bzw. Hochberspannungsanlage- in der Regel gem. Art. 69 Abs. 1 Nr. 14 Buchstabe c BayBO 1998 bzw. Art. 69 Abs. 1 Nr. 34 BayBO1994 den unbedeutenden baulichen Anlagen zuzurechnen, mit der Folge, dass eine Baugenehmigunghierfr nicht erforderlich ist.

    Dies schliet allerdings nicht aus, dass in besonderen Einzelfllen (z.B. bei besonders massiver Aus-fhrung der Tragkonstruktion; bei besonders hohen Masten; bei der Verwendung von optisch beson-ders auffallenden Farben, Materialien, Strken oder besonders geringen Abstnden von Fden, Schn-ren, Drhten, Netzen oder Sttzpfosten, sofern dies zu einer gebudegleichen Wirkung der Anlagefhrt) von einer Genehmigungspflichtigkeit auszugehen ist. Die Groflchigkeit der berspannung so-wie eine angemessene (Beton-) Verankerung der Abspannung sind - grundstzlich - fr sich allein je-doch noch keine Kriterien, die zur Genehmigungspflichigkeit einer berspannungsanlage nach Art. 68BayBO fhren.

    - Kommt den seitlichen Teilen einer Teichberspannungsanlage zugleich die Funktion einer Einfriedungdes betreffenden Grundstcks zu, beurteilt sich die Baugenehmigungsfreiheit insoweit allein nach den(spezielleren) Vorschriften des Art. 69 Abs. 1 Nr. 6 Buchstaben a und b BayBO 1998 bzw. Art. 69 Abs.1 Nrn. 21 und 22 BayBO 1994. Bezglich der brigen Teile bleiben die vorstehenden Ausfhrungen(siehe oben 1. Tiret) grundstzlich unberhrt.

    - Die Genehmigungsfreiheit einer baulichen Anlage entbindet aber nach Art. 69 Abs. 6 BayBO1994/1998 nicht von der Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die durch ffentlich-rechtlicheVorschriften an diese gestellt werden. Hierbei ist insbesondere auf die Regelungen des Art. 11 und Art14 BayBO 1994/1998 hinzuweisen, wonach bauliche Anlagen durch Werkstoff und Farbe nicht verun-staltet wirken drfen und mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen sind, dass sie das Land-schaftsbild nicht verunstalten sowie im Ganzen, in ihren einzelnen Teilen und fr sich allein standsichersein mssen. Eine Verunstaltung kommt bei der Verwendung optisch besonders aufflliger Farben,Materialien oder Strken von Fden, Schnren, Drhten, Netzen, Bndern oder Sttzpfosten in Be-tracht und bedarf stets sorgfltiger Begrndung im Einzelfall.Da auch Art. 6 ff. BayNatSchG und die artenschutzrechtlichen Verbote des BNatSchG zu beachtensind, mssen Verletzungsrisiken fr Vgel mglichst ausgeschlossen werden. Engmaschige Netze sinddeshalb im Umkreis von Gebieten mit besonderer Bedeutung fr den Schutz von Wat- und Wasserv-geln (z.B. Ramsargebiete, Vogelschutzgebiete, als Naturschutzgebiete geschtzte Vogelfreisttten) zuvermeiden. Bei zu erwartenden greren fischereilichen Schden sind berspannungen zu verwenden,die den abgestimmten Regeln des StMLU und StMELF entsprechen.

    - Soweit sich das Vorhaben im Bereich von Landschaftsschutzgebieten oder Schutzzonen von Naturpar-ken befindet, sind im Rahmen der Entscheidung ber die Errichtung der baulichen Anlage durch die

  • Stand: Juni 2001

    untere Naturschutzbehrde die Belange der Fischerei einzelfallbezogen zu gewichten, wobei derSchutzzweck der berspannungsanlage einen wichtigen Gesichtspunkt darstellt. Bei der Prfung, obdie Abweichung vor den Schutzvorschriften der Verordnung mit den Belangen des Naturschutzes undder Landschaftspflege vereinbar ist, kommt der fallweisen Einstufung als unbedeutende bauliche Anla-ge besonderes Gewicht zu.

    - Soweit berspannungsanlagen baugenehmigungspflichtig sind, ist zu beachten, dass diese im Auen-bereich bei Vorhaben der berufsmigen Binnenfischerei im Sinne des 201 BauGB in der Regel alsprivilegierte Vorhaben nach 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB zu beurteilen sind. Einer berspannungsanlageknnen im Einzelfall ffentliche Belange (insbesondere des Naturschutzes und der Landschaftspflegesowie des Landschaftsbildes) entgegenstehen . Die Prfung macht eine nachvollziehbare Abwgungzwischen den privaten Belangen des Bauwerbers und den ffentlichen Belangen erforderlich, bei derdas den privilegierten Vorhaben vom Bundesgesetzgeber beigemessene Gewicht zu beachten ist. Indiese Abwgung sind z.B. einzustellen die technische Konstruktion und die konkrete Ausfhrung derAnlage. Auch eine nach 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB zulssige berspannungsanlage ist gem 35 Abs.5 BauGB in einer flchensparenden und den Auenbereich schonenden Weise auszufhren.

    Anlage zu den Vollzugshinweisen vom 06.09.1999

    Der Text zur Festlegung der Konstruktionsmerkmale lautet:

    - Je nach Gegebenheiten sollen bei der Wahl der Abwehrmanahme folgende Prioritten berck-sichtigt werden:1. Der Netzberspannung ist grundstzlich die berspannung mit Drhten oder Schnren vorzu-

    ziehen.2. Bei starkem Vogeleinfall kann die berspannung mit Drhten/Schnren mit Querverspannun-

    gen oder zustzlichen Drhten auf engere Abstnde bis zu 30 cm verdichtet werden (MethodeGoldschmidt).

    3. Die Netzberspannung ist nur fr die untenstehend erklrten Flle geeignet.

    - Bei Drahtberspannungen (technische Ausfhrung nach derzeit gebruchlichem Stand) soll dieDrahtstrke wegen der besseren Erkennbarkeit und lngeren Haltbarkeit mindestens 2,5 mmbetragen. Schnurstrken bei Querverbindungen sollten mindestens 1,8 - 2,0 mm Durchmesser ha-ben. Auerdem ist darauf zu achten, dass bei der Verarbeitung von Drhten keine freistehendenspitzen Metallenden eine Verletzungsgefahr fr die Vgel darstellen knnen. Kleine Teilflchen desTeiches - z.B. in den Ecken oder um den Mnch - sollten nicht berspannt werden, um gefangenenVgeln die Mglichkeit zur Flucht zu geben.

    - Netzberspannungen sollten grundstzlich nur bei Forellenteichen und Hlter- bzw. Winterungstei-chen fr Karpfen bis 3000 m Flche als Abwehrmanahme zum Einsatz kommen; in begrndetenEinzelfllen knnen ggf. auch grere Winterungsteiche eine Netzberspannung erhalten.Der grundstzlich eingeschrnkten Gre von Winterungsteichen auf 3000 m liegt die Argumenta-tion zugrunde, dass einerseits Winterungsteiche nur selten grer sind sowie eine hohe Besatz-dichte aufweisen (erhhte Schutzanforderungen) und andererseits grere Teiche eine hhere An-ziehungskraft auf viele Vogelarten ausben und somit auch allgemeine Naturschutzaspekte be-rcksichtigt werden.

    - Bei der technischen Ausfhrung der Netzberspannungen soll die Netzstrke mindestens 1,0 mmbetragen und die Maschenweite mindestens bei 12,5 x 12,5 cm liegen.Die Bespannung sollte etwa 30 cm ber dem Teichrand enden, um Vgeln, wie z.B. Enten oderBlhhnern, den Wechsel zu ermglichen.

    - Die verwendeten Materialien bei der Netz- oder Schnurberspannung sollten durch entsprechendeFarbgebung von den Vgeln gut erkennbar sein.

  • vorwort.pdfStarnberg im Juni 2001Mnchen im Juni 2001

    L 25-Juni 2001.pdfEMPFEHLUNGEN FR BAU UNDVerzeichnis der Anlagen1A L L G E M E I N E S1.5Unfallverhtung2K A R P F E N T E I C H EDammbaumaterialDammbschung

    DammkroneFreibord

    3F O R E L L E N T E I C H E4 B E R W A C H U N GKarpfenteicheForellenteiche

    anlage1.pdfAnlage 1Wasseruntersuchungen und Grenzwerte bei Forellenteichen

    anlage8.pdfberspannung von Teichen4.1.1 berspannungsanlagenAnlage zu den Vollzugshinweisen vom 06.09.1999

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Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft Empfehlungen für Bau und Betrieb von Fischteichen Materialien Nr. 99 (Juni 2001)
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