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Alexander von Humboldt - Verlagshaus Römerweg von Humboldts REISE DURCHS BALTIKUM NACH RUSSLAND...

Date post:14-Oct-2018
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  • Alexander von Humboldt

  • Alexander von Humboldts

    REISE DURCHSBALTIKUM NACHRUSSLAND UND

    SIBIRIEN 1829

    Rekonstruiert und kommentiert

    von

    Hanno Beck

    Mit 36 Abbildungen und 3 Karten

  • 5

    Inhalt

    Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7Die russisch-sibirische ReiseAlexander von Humboldts 1829 . . . . . . . . . . . . . . . . 16Eine Einfhrung

    Alexander von Humboldt kurzer Blick auf den Lebensweg . . . . . . . . 17Charakterzge der Russland- und Sibirien-Reise A. v. Humboldts . . . . . . 20A. v. Humboldts schwieriger Weg nach Russland und Sibirien . . . . . . . 22

    Voraussetzungen der russisch-sibirischen Reise . . . . . . . . . 27Briefwechsel mit Cancrin

    Die Anreise: Berlin Knigsberg Dorpat St. Petersburg(Leningrad) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39Liebenswrdige Einfrmigkeit der Gegend

    Aufenthalt in St. Petersburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47Beim Zaren Nikolaus I.

    Auf der Kaiserstrasse von St. Petersburg nach Moskau . . . . . . 52Wasserscheide Ostsee Kaspi-See

    In Moskau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54Ewige Reprsentation

    Die Route Moskau Kasan Ural Jekaterinburg . . . . . . . 58Der erste Transport von Verbannten

    Aufenthalt in Jekaterinburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72Wie ein Kranker unter der Achsel gefhrt

    Von Jekaterinburg nach Tobolsk . . . . . . . . . . . . . . . . . 89Humboldt: Eine kleine Erweiterung unserer Reiseplne

    Zum Altai . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95Mcken- und Fliegenplage sibirische Pest

    Im Altai . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Erzbergbau schreckhafter Silber-Verlust

    Von Ust-Kamenogorsk zur chinesischen Grenze . . . . . . . . 109Orinoco Plus Epauletten In China

    Vom Altai zum sdlichen Ural . . . . . . . . . . . . . . . . . 117Kosaken-Linien Eine Kosakenschule

    Aufenthalt in Miask Exkursionen in die Umgebung und nachSlatoust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122Erster Diamantenfund Lenins Grovater

  • 6

    Reise von Miask nach Orenburg Aufenthalt in Orenburg . . 127J. Witkiewicz: Mit 14 Jahren verbannt

    Von Orenburg zum Elton-See, nach Zarizyn (Wolgograd) undAstrachan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133Erneute Routennderung Wolgadeutsche

    Aufenthalt in Astrachan Fahrt auf dem Kaspi-See . . . . . . 142Rckreise von Astrachan Zweiter Aufenthalt in Moskau . . . 147Moskau: Wie Spandau

    Zweiter Aufenthalt in St. Petersburg . . . . . . . . . . . . . . 152Das Schicksal polnischer Verbannter Rckfahrt nach Berlin

    Erscheinung und Auftreten Humboldts in Russland Wirkungauf das Volk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156Ein Mann, der alles wei

    Lage nach der Rckkehr aus Russland . . . . . . . . . . . . . 160Voll wie ein siedender Topf

    Briefwechsel mit Cancrin und Eschwege Schicksal der Verbes-serungsvorschlge in Russland . . . . . . . . . . . . . . . . 163Humboldt: Freie Arbeiter auf freiem Boden

    Die Auswertung der russischen Reise . . . . . . . . . . . . . 167Ein Hhepunkt physikalischer Geographie

    Briefe und Dokumente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179I. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181Historischer Bericht ber Herrn A. v. Humboldts Reise nach Sibirien

    II. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191Alexander v. Humboldt schreibt seinem Bruder Wilhelm:

    III. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195Alexander v. Humboldt schreibt an den russischen Finanzminister GeorgGrafen v. Cancrin:

    IV. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205Widmung fr den Zaren

    V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207Aus der Vorrede Wilhelm Mahlmanns

    VI. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210Aus A. v. Humboldts Einleitung

    Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .229Literatur-Ergnzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .250Nachtrag zur zweiten Auflage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .251Nachtrag zur sechsten Auflage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .251Bildnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .256

  • 20 Die russisch-sibirische Reise Alexander von Humboldts

    A. v. Humboldts schwieriger Wegnach Russland und Sibirien

    Es liee sich nun vermuten, dass Humboldt seine russische Reisevon 1829 auf Knall und Fall angetreten und insofern auch derwichtigen reisegeschichtlichen Kategorie der Vorbereitung, derenBeobachtung wir vom Forschungsreisenden nun einmal verlangenmssen, nicht entsprochen habe. Das ist berhaupt nicht der Fall.

    1. Ein Kommilitone der Freiberger Bergakademie, der RusseWladimir Jurevic Sojmonov, hatte Alexander 1793 in einem Schrei-ben gefragt, ob es wohl jemals mglich sein werde, ihn in Sibirien,wohin er von Deutschland gehen wolle, zu besuchen. In einem derwenigen dekuvrierenden Briefe, die der junge Humboldt schrieb,enthllte er seinem Freund, er habe drei Jahre an eine solche Reise-richtung gedacht. Es beherrsche ihn der Ehrgeiz, am Fortschritt derNaturgeschichte zu arbeiten. Er ergreife jede Gelegenheit, die Weltzu sehen. In der Erforschung der Natur kmen ihm an Ausdauerwenige gleich. Er denke an eine Reisemglichkeit, die sich in 20Jahren ergeben knnte nach Sibirien, in den Taurus, zum Kauka-sus dann sollte Sojmonov seinen alten Freund nicht vergessen.Er bereite sich unermdlich auf ein groes Ziel vor, das er nichtnannte. Es waren die Tropen der Neuen Welt. Er wolle die Naturim Groen sehen und betonte seine materielle Bedrfnislosigkeit.Er sah seine zuknftige Reise gegrndet auf die mchtige Familieoder die Karriere seines Freundes.

    Dieser Brief, den der Oberbergmeister v. Humboldt am 11. Juli1793 aus Goldkronach geschrieben hat, spricht vermutlich erstmalsvon einer sibirischen Reise, die einer Expedition in die Neue Weltfolgen sollte.

    Die nderungen, die dieser Plan erfahren hat, seien kurz ver-deutlicht:

    2. 1801, whrend seiner Amerika-Reise, uerte Humboldt ein-mal, er werde von Mexiko aus ber die Philippinen, Surate, Bassoraund Palstina nach Frankreich zurckkehren. So htte seine ame-rikanische Reise in eine asiatisch-nahstliche ausmnden knnen.

  • 21Eine Einfhrung

    A.v.

    Hum

    bold

    tsRe

    isero

    ute

  • 22 Die russisch-sibirische Reise Alexander von Humboldts

    3. Whrend seines Kordilleren-Aufenthalts plante er 1801/02eine innerasiatische Reise zum Vergleich der Anden mit dem Kun-lun.

    4. Schon bald nach der Rckkehr aus Amerika im August 1804lie Humboldt den Verleger Cotta wissen, er werde nach Beendi-gung seines amerikanischen Reisewerks eine neue Expedition antre-ten. Da Alexander mehrfach im preuischen Auftrag diplomatischeMissionen ausfhrte und den Zeitaufwand fr sein amerikanischesReisewerk zunchst erheblich unterschtzte, werden mehrere innereGrnde der Verzgerung einer neuen Expedition von Anfang andeutlich.

    5. In einem Brief an D. L. G. Karsten sprach Humboldt 1805von einer Reise in das nrdliche Asien zu Beobachtungen in derlangen Polarnacht.

    6. Seit 1807 war Zentralasien sein Hauptziel, wenn es diesesnicht berhaupt immer seit der Festlegung in Punkt 3 gewesenist. Jahrzehntelang hat sich Humboldt auf eine solche Expediti-on vorbereitet. Hierbei hat ihn das mehr und mehr erscheinendeRiesenwerk seines Berliner Kollegen Carl Ritter ber Asien undeine umfangreiche Korrespondenz mit Philologen, Orientalisten,Sinologen und englischen Himalaya-Forschern untersttzt. Er hatdie Literatur ber den Himalaya und Tibet erstaunlich gut gekannt.

    1810 bis 1812 schien das Ziel Tibet und die Indus-Quellen greif-bar nahe. Ende 1808 glaubte er an den Reisebeginn in 1810. Er warin Paris dem russischen Minister Grafen N. P. Rumjancev begegnet,der ihm die Hilfe seiner Regierung anbot. Alexander hat diese Ver-lockung vermutlich nicht abgewiesen. Am 7. Januar 1812 hat erfr diese Reise ein ausfhrliches Forschungsprogramm entworfen.Eindeutig wurde hier erneut die physikalisch-geographische Klam-mer deutlich. Die Napoleonischen Kriege und die schon erwhnteninneren Grnde haben das Unternehmen verhindert.

    7. Nun warf sich Humboldt auf das Studium der persischenund arabischen Sprache. Er wollte wie spter Sven Hedin auf demLandweg Indien erreichen. Vorderindien und Insulinde wurdenfortan wichtig.

  • 23Eine Einfhrung

    Vergeblich zwischen Hardenberg und dem Bruder Wilhelm ineinem unntigen Streit um die preuische Verfassung vermittelnd,erreichte Alexander die grundlegende Untersttzung des preu-ischen Staatskanzlers. Preuen bewilligte ihm 1818 erheblicheMittel. 1814, 1817 und 1818 hatte er in London die Durchset-zung seiner Reise nach Indien versucht. Alles war vergeblich, weilwahrscheinlich die Englisch-Ostindische Kompanie sich weigerte.Sie fhlte sich vor einer knftigen Kritik Humboldts vermutlichnicht sicher. Und doch schien sich damals alles erfllen zu wollen.Der Botaniker C. S. Kunth und der Geodt J. J. Bayer, der Vater desspteren Nobelpreistrgers, standen bereits als Reisebegleiter fest.

    Er wollte ber Persien nach Indien gehen, wurde von Briefen undTeilnahmewnschen geqult und gab den Seeweg an, um Dilettan-ten abzuschtteln, wie er meinte.

    Nie wieder war Humboldt vergleichbar niedergeschlagen, als ihmdas Scheitern seiner Wnsche bewusst wurde. Er verschwieg dieHintergrnde und verglich entmutigt das, was er bis dahin geleistethatte, mit dem, was er htte leisten knnen. Diese Verhinderungder Expedition nach Zentralasien des grten Forschungsreisendenund Geographen seiner Zeit ist eine der

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