Home >Economy & Finance >A 37 40_rijnschneid_19_9
A 37 40_rijnschneid_19_9
Date post:30-Oct-2014
Category:Economy & Finance
View:342 times
Download:0 times
Share this document with a friend
Description:
 
Transcript:
<ul><li> 1. politische kologie 121-122 Elmar Altvater: In der Schraubzwinge des GeldsystemsErnst Ulrich von Weizscker: Faktor 5 Formel fr ein nachhaltiges WachstumIrmi Seidl &amp; Angelika Zahrnt: Pfade in die Postwachstumsgesellschaft 121-122 politische kologieSeptember 10_28. Jahrgang_19,90 Euro_ISSN 0933-5722_ISBN 978-3-86581-227-8_B 8400 FNach dem Wachstum101224 194201 919905 Mitherausgegeben von der Deutschen Gesellschaft und dem European Support Centre des Club of Rome</li></ul><p> 2. InhaltNach dem Wachstum Grenzen 14 Die Bedeutung der Grenzen Globales Wachstum seit 1972 Von Jorgen RandersSystemfehler 18 In der Schraubzwinge der Finanzmrkte6 EinstiegeWachstum und Geldsystem Von Elmar Altvater11 Geleitwort SchrumpfungenVon Max Schn und Thomas Schauer 22 Das Grand Hotel Europa vor dem Verfall30 Simple Rezepte bringens nicht Wachstum und Gerechtigkeit Wachstum und demografischer Wandel Von Michael Mller Von Patrick M. Liedtke 26 Die Achterbahn ist entgleist33 Mehr als die Summe der einzelnen Teile Wachstum, konomische Kennzahlen Stationre Wirtschaft und Degrowth und realer Wohlstand Von Christian Kerschner Von Ian Johnson37 Ein Blumenstrau von StrategienDie Degrowth-BewegungVon Franois Schneider, Filka Sekulovaund Leida Rijnhout41 Eine Vision fr die Zukunft fehltVom Wachsen und Schrumpfen in RumnienEin Interview mit C lin Georgescu a4 politische kologie 121 *Nach dem Wachstum 3. InhaltSpektrum Nachhaltigkeit78 Dschungelcamp statt RucksackschuleNaturerfahrungen von HeranwachsendenVon Gerhard Trommer80 Auf dem Weg zur Reifeprfung Teil 6 SchubumkehrAnpassung an den Klimawandel inzu deninternationalender Internationalen Zusammenarbeit Klimaverhand-lungen 60 Im Endlichen ankommen Von Alexander Frde und Hinrich Mercker Schrumpfung und Glck Von Fred Luks82 Den Zehnten der Natur Grenzverschiebungenkologische Nachhaltigkeit in den Wldern 63 Pfade zu einem neuen ParadigmaVon Ulrich Mergner 44 Auf Sonnenfang Die Postwachstumsgesellschaft Umweltvertrgliche Energie- Von Irmi Seidl und Angelika Zahrnt 84 Nachhaltige Botschaften gewinnung in der Wste aus der Flimmerkiste Von Max Schn 67 kosozial statt marktradikalKommunikationsstrategien Balanciertes WachstumVon Julia-Lena Reinermann 48 Was schrumpft bei Faktor 5?Von Franz Josef Radermacher Eine Energieeffizienzstrategie 86 Zukunftsethik jenseits Von Ernst Ulrich von Weizsckervon Angst oder Utopie ImpulseDas Prinzip Nachhaltigkeit aus 51 Inspiriert von der Naturtheologisch-ethischer Perspektive Blue Economy70 Projekte und Konzepte Von Markus Vogt Von Gunter Pauli 74 Medien 55 konomie fr das LebenRubriken Vorsorgendes Wirtschaften Von Andrea Baier und 3 Editorial Adelheid Biesecker88 Reaktionen89 Vorschau/ImpressumWir danken der Deutschen Ge-sellschaft und dem EuropeanSupport Centre des Club ofRome fr die inhaltliche undfinanzielle Untersttzung.politische kologie 121 *Nach dem Wachstum5 4. SchrumpfungenDie Degrowth-BewegungEin Blumenstrau von StrategienVon Franois Schneider, Filka Sekulova und Leida RijnhoutSie kritisieren die Wachstums- ffentlichungen des Club of Rome erlebt nung kam es schlielich mit der ersten De- die Frage nach den Grenzen des Wachs- growth-Konferenz 2008 in Paris, die auchreligion, starten Graswurzel- tums ein Comeback, denn heute wissen einen Startpunkt der akademischen und zi- wir, dass konomisches Wachstum nicht vilgesellschaftlichen Debatte markiert.Aktionen oder versuchen auf die Lsung, sondern vielmehr das Problem Die Quellen von Degrowth liegen in einer darstellt. In Anbetracht des Wachstums, Vielzahl von Bereichen, zu denen Anthro-politischer Ebene, die Ausbeu- das inzwischen stattgefunden hat, reicht pologie, die Frage nach der Bedeutung eine einfache Begrenzung fr die indus- des Lebens, Technologie- und Demokratie-tung des Planeten einzudm- trialisierten Lnder jedoch nicht aus: Das kritik, radikale kologie, kologische ko- Schlsselwort heit Degrowth. nomie und soziale Gerechtigkeit zhlen.men die Anhnger der De- Degrowth lsst sich definieren als ein (3) Einige Anthropolog(inn)en uerten gleichmiges Zurckfahren von Produk- beispielsweise Bedenken hinsichtlich dergrowth-Bewegung werben fr tion und Konsum, was wiederum das Kommerzialisierung menschlicher Bezie- menschliche Wohlergehen steigert und diehungen und postulierten, eine Geschenk-neue Paradigmen. Denn sielokalen und globalen kologischen Bedin-konomie, die soziale Bindungen aufbaut, gungen kurz- sowie langfristig verbessert.entspreche wesentlich mehr der menschli-glauben nicht daran, dass(1) Degrowth ist kein Zweck an sich, diechen Natur als eine Marktkonomie. Des Ziele sind Nachhaltigkeit, soziale Gerech-Weiteren wird nach der grundlegenden Be-Business as usual unter grnen tigkeit und das menschliche Wohlergehen.deutung des Lebens gefragt: vor dem Hin- tergrund, dass nicht-materieller AustauschVorzeichen soziale Gerechtig-Wo Degrowth-Gedankenund eine Poesie des Lebens notwendig entspringen seien. Technologie- und Demokratiekritikkeit schafft.Einige Aspekte von Degrowth sind schonzeigen indes auf, dass Wachstum und die seit Jahrhunderten Teil philosophischer De- technologische Entwicklung in der demo- batten. Letztlich lassen sich die Wurzeln bis kratischen Debatte nicht hinterfragt wer- zur Hybris-Kritik im antiken Griechenland den. Nach Ivan Illich zerstrt Technologie zurckverfolgen und Diogenes in seinemab einer gewissen Schwelle weniger stark Fass knnte als einer der ersten Degrowth-technologisierte Alternativen und wirkt so Untersttzer gelten. Das franzsische Wortursprnglichen Intentionen wie dem so-Die Versprechen von konomi- fr Degrowth, Dcroissance, tauchte inzialen und kologischen Wohlergehen ent-schem Wachstum und technologischer seiner modernen Bedeutung jedoch erst ingegen. (4)Entwicklung, Probleme wie Arbeitslosig-einigen franzsischen VerffentlichungenDies fhrt eine weitere Quelle ein, nmlichkeit oder Umweltzerstrung zu lsen undinfolge des Berichts des Club of Rome und die Zerstrung von kosystemen durch Kli-das gesellschaftliche Glck zu frdern,der Publikationen des konomen Nicholas mawandel, Verlust von Biodiversitt, Ver-sind uneingelst geblieben. Trotz ppigenGeorgescu-Roegen auf. (2) Als aktivisti-schmutzung und vielem mehr. GemWachstums bestehen die Probleme weiter,scher Slogan fanden Dcroissance respek-Georgescu-Roegen und der kologischenund allmhlich kehrt die Diskussion ber tive Decrescita erst ab 2001 und beson- konomie lsst sich auch die Verknappungdie Bedeutung und die Implikationen vonders in Frankreich und Italien Verwendung.natrlicher Ressourcen anfhren, die fun-Wachstum zurck. 40 Jahre nach den Ver-Zur Verbreitung der englischen Bezeich- damental wichtig fr die Erhaltung vonpolitische kologie 121 *Nach dem Wachstum 37 5. Schrumpfungen kosystemen und zuknftige Generatio- Institutionen, weitgehende institutionelleab, einen Zustand starker Nachhaltigkeit nen sind. (5) Auerdem die ZurckweisungTransformationen und tiefgreifenden kul-zu erreichen. Nach diesem Prinzip muss die der Annahme, dass sich natrliches durchturellen Wandel fordern, und anderen, die globale konomie innerhalb der Grenzen menschengemachtes Kapital substituieren davon ausgehen, dass eine entsprechende der Tragfhigkeit von Planet und Mensch lsst. Schlielich ist Degrowth-Aktivist(in-Anpassung der Institutionen ausreicht.bleiben. In diesem Sinne arbeiten verschie- n)en und -Forscher(inne)n auch die sozialeUnd schlielich verluft eine Grenze zwi- dene Akteure an der Erhaltung von ko- Gerechtigkeit ein Hauptanliegen. Sie zei- schen jenen, die auf Graswurzel- oder Poli- systemen, an einer Steady-State-Wirtschaft gen sowohl die Probleme, die durch die An-tikebene praktische Aktionen starten, und (Nullwachstum) und an der Definition ei- ziehungskraft des Lebensstils der privili-jenen, die lieber theoretische Analyse be-ner stabilen Nachhaltigkeit in all ihren Di- gierten Weltklasse enstehen, als auch die treiben und die Wachstumsreligion kriti-mensionen, auch der sozialen. Unmglichkeit, soziale Gleichheit herzustel-sieren. Welche Gruppen und Assoziationen finden len, wenn der reiche Norden nicht seine di- Die verschiedenen Strategien und Hinter-sich in der Degrowth-Bewegung? Einige rekte und indirekte Ausbeutung der globa- grnde tragen zur Flle des Themas beiGruppen entwickeln Ideen und Diskurse len natrlichen Ressourcen beendet. (6) und zeigen, dass die Degrowth-Bewegungber Degrowth, andere sensibilisieren die weit entfernt ist von einer Ideologie oderlokale ffentlichkeit und organisieren gro- Grenzverlufe innerhalb auch nur einem einheitlichen Konzept oder e Events, wieder andere frdern lokale Al- der Bewegungeiner Richtlinie. Aus der Perspektive der ternativen. Viele lokale Vereine verwenden In jeder Quelle fr Degrowth wurden ver-kologischen konomie betrachtet zeigtnicht explizit das Wort Degrowth, sondern schiedene Strategien entwickelt. Zum einensich, dass sich die verschiedenen Degrowth- arbeiten zu bestimmten verwandten The- gibt es die Debatte zwischen den Aktivis- Strategien ergnzen. Untersttzer(innen)men, wie zum Beispiel Wasserverbrauch, t(inn)en, die auf Opposition setzen, und je-verschiedener Strategien arbeiten am Er-alternative Energien oder regionale und nen, die Alternativen entwickeln und fr- folg der einzelnen Phasen, die zu einer biologische Landwirtschaft. Viele unterstt- dern. Dies betrifft zum Beispiel die Frage, starken Nachhaltigkeit fhren. Lokale Al- zen ko-Effizienz aus umweltpolitischen ob man gegen Autos und eine autofixier- ternativen und Oppositionelle gehen voran Grnden, aber oft ohne das Argument te Infrastruktur ankmpfen oder sich frmit konkreten Aktionen, um das aktuelle Suffizienz ausreichend anzuschneiden. die Frderung des Fahradfahrens und den Wachtumsdiktat zu brechen. Intellektuelle Generell mangelt es an der Untersttzung Ausbau des ffentlichen Verkehrswesensarbeiten an der Befreiung aus der Wachs-groer politischer Parteien und Gewerk- engagieren soll. Eine andere strittige, nicht tumsfiktion, die notwendig ist fr den ge-schaften. Obwohl es individuelle Ausnah- nur in der Degrowth-Bewegung diskutier- sellschaftlichen Wandel. Politische Akteure men gibt, glauben viele von ihnen nach te Frage besteht darin, ob man eher auf im weitesten Sinne setzen sich mit dem Ziel wie vor daran, dass konomisches Wachs- globale oder auf lokale Vernderung set-einer gesamtgesellschaftlichen Transfor-tum oder zumindest begrenztes oder gr- zen sollte. Eine weitere groe Debatte ent- mierung dafr ein, die Ausbeutung von nes Wachstum alle Weltprobleme lst. Die spinnt sich zwischen Degrowth-Befrwor- Ressourcen und Menschen zu reduzieren.Kommunikation mit den Gewerkschaften ter(inne)n, die die Ablsung bestehenderZusammenfassend zielt Degrowth darauf ist jedoch, insbesondere beim Thema Ar- Vom Wert des Wartens ler, immer mehr hat sich alsDas Credo unseres Wirtschaftssystems immer schnelnicht zukunf tsfhig erwiesen: Mit Hochgeschwindigkeit ist unser Finanzsystem in seine Tempo nicht mehr Schritt. Der Bandgrte Krise gefahren; die Menschen halten mit dem :Lob der Pause liefert Denkanste , warum wir das Innehalten wieder schtzen solltenaltenund Verarbeiten.als Zwischenzeit frs Nachdenken, Vordenken, AbschK. A. GeilerLob der PauseWarum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind 978-3-86581-200-1quergedacht Band 3, 109 Seiten, 8,95 EUR, ISBNErhltlich bei www.o ekom.de, kontakt@oekom.deDie guten Seiten der Zukunft38politische kologie 121 *Nach dem Wachstum 6. SchrumpfungenDie Degrowth-Bewegung zeigt, dass es unmglich ist, soziale Gleichheit herzustellen, wenn derreiche Norden seine direkte und indirekte Ausbeutung natrlicher Ressourcen nicht beendet.beitsteilung, ungemein wichtig. Zivilge- noch fair gehandelten Kaffee anzubieten. system falsch luft, weil sie vermuten, dasssellschaftliche Organisationen nehmenDoch eine Befragung zeigte, dass die meis- die Botschaft zu negativ ausfllt und dasseine wichtige Rolle im gesellschaftlichenten Konsument(inn)en den Hintergrund sie die Menschen nicht hren wollen.Wandel ein. Aus diesem Grund werdenvon fairem Handel und den UnterschiedDavon abgesehen finden sie, die Bot-wir uns im Folgenden besonders auf die-des fair gehandelten zum konventionellen schaft, die die Degrowth-Bewegung mit-sen wichtigen, in der Debatte jedoch Kaffee gar nicht (mehr) kannten. Fair-Tra- teilen will, sei fr die meisten Organisatio-weitgehend fehlenden Akteur konzen-de-Konsum allein verhilft nicht zu mehr Be-nen zu komplex. Aber ist diese Komplexi-trieren. wusstsein, sondern unterminiert im Ge- tt der wahre Grund? Es gibt Zeichen, die genteil die Kritikfhigkeit hinsichtlich an- daran zweifeln lassen. Die Debatte zu De-Die Gier begrnenderer fundamentaler Punkte, in diesemgrowth ernst zu nehmen, bedeutet, die tra-Die Arbeit von NGOs konzentriert sich zu-Fall zur Nord-Sd-Problematik. ditionellen und vereinfachten Analysenmeist auf individuelle Verhaltensnderun-Im Allgemeinen knnte man sagen, dassder durchschnittlichen NGOs auf den Kopfgen. Positive Botschaften zu verbreiten, ist die Untersttzung grner und/oder fairer zu stellen. Zumindest in Europa werdendas Gebot der Stunde. Indem sie fr grneProdukte nicht die mit Handel an sich ver- grere NGOs immer mehr durch die Re-und faire Produkte werben, versuchen bundenen globalen Probleme und Hinter- gierungspolitik kooptiert, sei es durch dieNGOs, bei den Konsument(inn)en fr ein grnde in Frage stellt. Und obwohl nichtsFinanzierung oder durch Konsensmodellegutes Gefhl zu sorgen, damit diese wie- Falsches daran ist, bewussten Konsum zuwie das berhmte hollndische Polder-derum reinen Gewissens konsumieren. In-frdern, ist es schade, dass NGOs nicht da-model, in dem der Dialog zwischen NGOsdividuelle Verhaltensnderung wird somit rber hinausgehen. Im Gegenteil weigernund Regierung Teil des Politikprozesses ist.zum Heiligen Gral fr eine nachhaltige sie sich zumeist, ihre Zielgruppen darber Theoretisch ist an dieser Art des DialogsEntwicklung. aufzuklren, was in unserem Wirtschafts- nichts Falsches, in der Praxis beobachtenDies ist jedoch ein gefhrlicher Trend, weiler die kologische und soziale Bewegungentpolitisiert. ber Degrowth zu reden, istvielen NGOs zu politisch. Den Fokus auf in-dividuelle Verhaltensnderungen zu redu-zieren, kann jedoch in einem Greeningthe Greed resultieren, dem Begrnen derGier. Wir mssen andere fundamentaleProbleme unserer Wirtschaft diskutieren,die zu so massiven Problemen wie Um-weltzerstrung, Klimawandel, Finanzkrise,aber auch zu sozialen Belastungen undungleich verteiltem Wohlbefinden fhren.Dies ist die groe Herausforderung fr dieDegrowth-Bewegung.Forschungen zeigen, dass ein auf Verhal-tens- oder Konsumvernderungen vereng-ter Fokus auch negative Effekte habenkann, etwa wenn Konsument(inn)en nichtmehr wissen, warum sie das eine Produktund nicht ein anderes konsumieren. Bei-_ Die Monarchie ist lngst gestrzt heute steht der Brgerprotest vor anderen Herausforderungen.spielsweise entschied die Regierung Ant- Schrumpfen anstatt zu wachsen, fordert der gepinselte Schriftzug Dcroissance an der Julisule inwerpens, in ihren Bros und Kantinen nur Paris, einem Denk...</p>
Embed Size (px)
Recommended