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1 Energiewirtschaft Teil VI: Ergänzung: Strom- und Emissionshandel.

Date post:05-Apr-2015
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  • Folie 1
  • 1 Energiewirtschaft Teil VI: Ergnzung: Strom- und Emissionshandel
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  • 2 Bisher haben wir uns mit den Grundlagen der Energiewirtschaft befasst. Drauf aufbauend beschftigen wir uns nun mit einem wichtigen Teilaspekt des liberalisierten Energiemarktes: den Grundzgen des Strom- und Emissionshandels. Obwohl seit 1998 ein gesetzlicher Rahmen besteht mit den leitungsgebundenen Energien Strom und Gas zu handeln, hat sich aber bisher noch kein bedeutender Gashandel herausgebildet, so dass nur der Stromhandel betrachtet wird. Ebenfalls wird auf die neuesten Entwicklungen im Emissionshandel eingegangen. Grundvoraussetzungen: Elektrische Energie unterscheidet sich von den meisten anderen Waren dadurch, dass sie praktisch nicht speicherbar und leitungsgebunden ist, also nur mittels Leitungen transportiert werden kann. Da aber die Leitungsnetze im Eigentum von EVUs sind und diese auch betreiben, muss ein System geschaffen werden, dass alle Marktteilnehmer einen freien, diskriminierungsfreien Netzzugang haben.
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  • 3 Folgende Grundelemente sind Voraussetzung: Gesetzliche Rahmenbedingungen Regulierungsbehrde Entflechtung der Wertschpfungsstufe Netze von der Erzeugung und dem Vertrieb (Unbundling) Brse Independent Systemoperator Geregelter Netzzugang und betrieb sowie transparente Entgeltbestimmung Messung und Abrechnung fr alle genutzten Netzebenen (Briefmarke) Ausgleich von Netzverlusten Systemdienstleistungen (Spannungshaltung, Betriebsfhrung etc.) Einmalige Netzanschlusskosten Arbeit- und Leistungspreis
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  • 4 Die verschiedenen Spannungsebenen Quelle: Zander et al., S. 27
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  • 5 Genutzte Netzebenen bei einer Ein- speisung auf hherer Spannungsebene Quelle: Zander et al., S. 28
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  • 6 Marktteilnehmer Anbieter Verbundunter- nehmen Auslndische Erzeuger WeiterverteilerEigenerzeuger GrokundenWeiterverteiler Bndelkunden - Tarif - Gewerbe - sonstige Nachfrager Brse Hndler Broker OTC Marktvolumen: Netto-Stromverbrauch (2003): 520 TWh Spotmarkt (2004): 60 TWh Terminmarkt (2004): 337 TWh
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  • 7 Produkte Physische Produkte: Der Kunde hat die Auswahl zwischen unterschiedlichen Produkten und kann sich ein individuelles Strom-Portfolio zusammenstellen, z.B. fr seine Grund- und Spitzenlast. Derivate: Im finanziellen Strom- handel wird statt der Ware das Preisrisiko mittels verschiedener Instrumente gehandelt.
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  • 8 Physische Produkte: Vollversorgung Quelle: Zander et al., S. 47
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  • 9 Physische Produkte: Band- und Programmlieferung Quelle: Zander et al., S. 48
  • Folie 10
  • 10 Physische Produkte: Spotgeschft Quelle: Zander et al., S. 50
  • Folie 11
  • 11 Spotpreise (2001 2004)
  • Folie 12
  • 12 Spotpreise Dezember 2001 Dezember 2001
  • Folie 13
  • 13 Zeitliche Abfolge des physischen Handels Quelle: Gerke et al., S. 33
  • Folie 14
  • 14 Kontraktarten bei Termingeschften Quelle: Zander et al., S. 57
  • Folie 15
  • 15 Mgliche Handelsstrategien mit Call- oder Put-Optionen Quelle: Zenke, S. 69
  • Folie 16
  • 16 Emissionszertifikatehandel: Entwicklung der Welt-CO 2 -Emissionen Quelle: Energy Information Administration 2004
  • Folie 17
  • 17 Verpflichtungen nach dem Kyoto- Protokoll Deutschland emittierte im Jahr 2004 energiebedingt ca. 834 Mio. Tonnen CO 2 * * Bis 2008 2012 * Mt = Mio. Tonnen **
  • Folie 18
  • 18 Rechtliche Rahmenbedingungen: EU-Burden-Sharing * * 2008 - 2012
  • Folie 19
  • 19 Rechtliche Rahmenbedingungen: Flexible Mechanismen Quelle: www.emissionshandel-fichtner.de
  • Folie 20
  • 20 Joint Implementation (JI) und Clean Development Machanism (CDM) Joint Implementation (JI) JI-Projekte sind Manahmen in anderen Industrielndern (Annex-I- Staaten), fr die ebenfalls quantitative Emissionsziele im Rahmen des Kyoto-Protokolls gelten. Die Annex-I-Staaten der Klimakonvention knnen Projekte gemeinsam mit anderen Annex-I-Staaten durchfhren, in deren Folge sich zustzliche Emissionsreduktionen in dem Land ergeben, in dem das Projekt realisiert wird. Diese Reduktionen knnen dann auf das Reduktionsbudget derjenigen Partei aufgeschlagen werden, die das Projekt finanziert, whrend im Gegenzug das Emissionsbudget der Partei, bei der das Projekt realisiert wird, entsprechend belastet wird. Clean Development Mechanism (CDM) CDM-Projekte sind Manahmen in Entwicklungslndern fr die keine quantifizierten Emissionsreduzierungsziele gelten. Industriestaaten fhren Projekte gemeinsam mit Entwicklungslndern durch. Dabei werden Emissionsreduktionseinheiten generiert. Diese knnen dann auf das Emissionsbudget derjenigen Partei angerechnet werden, die das Projekt finanziert. Quelle: www.emissionshandel-fichtner.de
  • Folie 21
  • 21 Rechtliche Rahmenbedingungen: EU-Emissionshandel Quelle: www.emissionshandel-fichtner.de / t CO 2 1 2 3
  • Folie 22
  • 22 Erluterungen 31.3.: Bericht gegenber der Deutschen Emissions- handelsstelle ber die Emissionen des Vorjahres (von einem Sachverstndigen zertifiziert) 30.04.: Abgabe der Zertifikate fr die Emissionen des Vorjahres Das Register fr Emissionsrechte unterliegt der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (untersteht dem Bundes- Umweltministerium) 1 2 3
  • Folie 23
  • 23 Rechtliche Rahmenbedingungen: Emissionszertifikatehandel Gase: Nur CO 2 Sektoren: 1. Energie: Verbrennungsanlagen > 20 MW th Minerallraffinerien Koksfen 2. Eisen und Stahl 3. Mineralindustrie (Zement, Glas, Keramik, etc.) 4. Papier und Zellstoffe 48 % aller CO 2 -Emissionen Strafe: 40 /t CO 2 EU-Zertifikatehandel 2005 - 2007 Gase: CO 2,, CH 4, N 2 O, HFCs, PFCs, SF 6 Sektoren: Alle Sektoren (inkl. Verkehr, Haushalte, ) Ausnahmen: Flugbenzin Militr teilweise Haushalte Strafe: 100 /tCO 2 Internationaler Emissionshandel 2008 - 2012
  • Folie 24
  • 24 Funktionsweise des Handels: Zuteilung von Emissionsrechten Zertifikat gemessene Emissionen [t CO2/a] Basisperiode gemessene Emissionen [t CO2/a] 2000 gemessene Emissionen [t CO2/a] 20012002 Emissionsbudget = Mittelwert x Erfllungsfaktor = 31.733 t CO 2 /a x 97,65 % = 30.988 t CO 2 /a 29.46 7 34.00 0 31.73 3 gemessene Emissionen [t CO2/a] 1. Handelsperiode gemessene Emissionen [t CO2/a] 2005 gemessene Emissionen [t CO2/a] 20062007 34.00 0 33.43 3 32.30 0 Zertifikat 30.98 8
  • Folie 25
  • 25 Entscheidungskalkl der Unternehmen: Kosten der CO 2 -Vermeidung Vermiedene Emissionen [t CO 2 ] Grenzkosten der Emissionsvermeidung [/t CO 2 ] Manahmen zur Emissionsvermeidung
  • Folie 26
  • 26 Die Vermeidungskostenkurve ist das Kernstck der unternehmerischen Klimaschutzstrategie Manahmen der Unternehmen: 1.Ermittlung der Emissionen in dem Basisjahr 2.Antrag zur Zuteilung der CO 2 -Emissionen einschlielich der zuver durchgefhrten Early Actions 3.Prognose zuknftiger Emissionen 4.Ermittlung der Netto-CO 2 -Position 5.Aufbau der Vermeidungskostenkurve 6.Abschtzung der CO 2 -Zertifikatspreise 7.Strategieentwicklung
  • Folie 27
  • 27 Enscheidungskalkl der Unternehmen: Zertifikatekufer Zertifikate- preis E* = Kosten fr CO 2 -Vermeidung = Kosten fr CO 2 -Zertifikate = Ersparnis durch CO 2 -Handel Vermiedene Emissionen [t CO 2 ] Ziel Grenzkosten der Emissionsvermeidung [/t CO 2 ]
  • Folie 28
  • 28 Entscheidungskalkl der Unternehmen: Zertifikateverkufer Zertifikate- preis Ziel E* = Kosten fr CO 2 -Vermeidung = Gewinn durch CO 2 -Handel Vermiedene Emissionen [t CO 2 ] Grenzkosten der Emissionsvermeidung [/t CO 2 ]
  • Folie 29
  • 29 Ermittlung der umzusetzenden Manahmen Wird das Defizit vollstndig durch eigene Manahmen ausgeglichen, so ergeben sich Gesamtvermeidungs- kosten in Hhe von A. Wird die Differenz dagegen ausschlielich durch Zukauf von Emissionsberech- tigungen ausgeglichen, so betragen die Kosten B. Beim bergang von internen Vermeidungsmanahmen zum Zukauf von Emissionsberechti- gungen am Schnittpunkt von Vermeidungskostenkurve und Kostengeraden fr den Emissionsrechtezukauf ergeben sich bereits deutlich verringerte Gesamtvermeidungskosten in Hhe von C. Zur Ermittlung des Kostenoptimums sind die beiden Kostenkomponenten fr die internen Manahmen und den Emissionsrechtekauf zur Gesamtkostenkurve zu addieren. Das Minimum der Gesamtkostenkurve gibt die kostenoptimale Kombination von internen Manahmen und Emissionsrechtekauf an. In diesem Beispiel ergeben sich dann Gesamtvermeidungskosten in Hhe von D
  • Folie 30
  • 30 Prozess des Brsenhandels fr Emissionsrechte Quelle: Energie & Management 5/2005
  • Folie 31
  • 31 Prozess des Brsenhandels fr Emissionsrechte Emissionszertifikate werden auf Konten bei der Deutschen Emissionshandelsstelle gefhrt Verkufer und Kufer geben ber die EEX Verkauf- und Kaufgebote ab Kommt ein Geschft zustande, wird dieses ber das Clearinghaus abgewickelt. Diese Institution fungiert als zentraler Kontrahent und bernimmt das Risiko der Vertragserfllung Die finanzielle Erfllung des Geschftes erfolgt ber die Mitglieder des Clearinghauses (die Clearing-Banken der Vertragspartner) Die bertragung der Emissionsrechte erfolgt nicht direkt ber die Konten der Vertragspartner sondern zentral ber ein EEX- Konto bei der DEHSt)
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